Kundenrezension

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Und alle Fragen offen !!!, 26. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: The Devil's Blood-III: Tabula Rasa Or Death and (Audio CD)
Schluss, aus und vorbei !!! Mit der doch etwas überraschend verkündeten Auflösung von THE DEVIL'S BLOOD verliert die Szene eine der spannendsten und besten Rock-Bands der letzten Jahre. Die Vorgeschichte ist bekannt: Mit einigen fragwürdigen Aktionen hat sich TDB-Chefdenker Selim Lemouchi in jüngster Vergangenheit nicht nur Freunde gemacht. Inwieweit diese aber zum Split der Band beigetragen haben - kurzfristig lässt sich dies für Außenstehende nicht beantworten. Lieber ein Ende mit Schrecken...??? Egal ob Herr Lemouchi seine urkaotischen Botschaften nun wirklich von einer höheren Macht eingeflüstert bekommt, oder ob der Gute in seiner Kindheit vielleicht einmal zu oft am Starkbier genippt hat...er war, ist und bleibt bis auf weiteres eine der streitbarsten Persönlichkeiten im Business, dessen musikalisches Schaffen ab sofort mit seiner neuen Band SELIM LEMOUCHI & HIS ENEMIES weitergetragen wird.
Durch das urplötzliche Ableben von THE DEVIL'S BLOOD hat der letzte offizielle Release "Tabula rasa or death and the seven pillars" mehr oder weniger den Charme eines Schnellschusses. Denn bei diesem 7-Tracker handelt es sich streng genommen um die Veröffentlichung eines vorproduzierten Demos, dem man die spontanen Studiovibes teilweise deutlich anhört. Wohlgemerkt, dies muss nicht schlecht sein! So finde ich den etwas dumpf-verwaschenen Sound des Albums zu keiner Zeit störend oder gar "schlampig" - auch wenn man erwartungsgemäß nie an den Klang der Vorgänger "The time of no time evermore" oder "The thousandfold epicentre" heranreicht. Meiner Meinung nach wird der Hörgenuss einzig und allein durch das programmierte Schlagzeug geschmälert, das bei fast allen Songs zum Einsatz kommt. Speziell bei den etwas straighteren Nummern "In the loving arms of lunacy's secret demons" oder dem ungewöhnlich hart riffenden "The lullaby of the burning boy" klingen die Drums (u.a. die klirrenden Becken!) leider viel zu klinisch. Zwar schade - aber nicht kriegsentscheidend. Immerhin ist auf "Dance of the elements" und dem sagenhaften "If not a vessel" ein Trommler aus Fleisch und Blut zu hören.
Auffallend ist zudem, dass THE DEVIL'S BLOOD beim Songwriting dieses 65-Minüters teilweise sehr sperrig und unbequem zu Werke gehen. Bestes Beispiel ist hier gewiss der famose Opener "I was promised a hunt", der sich in epischer Überlänge zu einem wahren Monstrum auftürmt, das man von der Band in jener Form nicht erwarten konnte. Neben dem gewohnt kraftvollen Gesang von Schwesterchen Farina - wie immer, Spannung pur! - , ist Mr. Lemouchi hier sogar als harscher Gastvokalist zu bewundern. Ein vergleichsweise anstrengender Einstieg, von dem ich an anfangs dachte, ich würde ihn vermutlich niemals begreifen...doch schon beim zweiten Anlauf machte es "Klick!". Exakt dasselbe Urteil trifft auch auf alle restlichen Songs zu. Ein neuer Band-Hit á la "Die the death" oder "The yonder beckons" erschließt sich dem Hörer vorerst nicht. Anders als bei den Vorgängern packen dich die eingängigen Refrains nicht sofort am Schlawittchen...und dies, obwohl manche Gesangslinien bzw. Singalongs diesmal besonders "extravagant" daherkommen.
Die berauschende Wirkung von "Tabula rasa or death and the seven pillars" entfaltet sich vor allem auf musikalischem Wege. Die Gitarrenarbeit ist erneut schlichtweg überragend (!) ausgefallen, so dass man dem Silberling trotz aller ungünstigen Vorzeichen einfach nicht aus dem CD-Player nehmen kann. Mit den zwei Instrumentals "Tabula rasa" und "Dance of the elements" (stockfinster und bedrohlich!) bestechen THE DEVIL'S BLOOD durch ihr frisches, unberechenbares Sixties/Seventies-Songwriting, dessen Reiz auf der allumfassenden Gitarren-Magie basiert. Wer hier weghört, der verliert! Und doch hätte man beide Songs irgendwie gern mit Gesang gehört...auch hier gilt die Vermutung, dass die Nummern letztlich nicht fertiggestellt werden konnten. Übrig bleibt noch das über 10minütige "White storm of teeth", welches allen Uralt-Fans wahrscheinlich am besten "reinlaufen" dürfte. Durch den gemäßigten Grundrhythmus hat dieser Longtrack beinahe schon etwas Hypnotisches, und hätte den etwas verworrenen "Feverdance" (vom Album-Vorgänger!) qualitativ mal locker vom Sockel gestoßen. Klassischer Bandstoff zum Niederknien!
Fazit: Selbstverständlich spielen alle früheren THE DEVIL'S BLOOD-Scheiben in einer ganz anderen Liga. Vergleicht man "Tabula rasa or death and the seven pillars" mit den bisherigen musikalischen Göttlichkeiten, dann bleibt das Album unbestritten letzter Sieger. Eine gerechte Bewertung zu treffen fällt mir wirklich sehr schwer, da die eingangs genannten Defizite einen Punktabzug quasi einfordern. Wenn mich aber jemand um eine ehrliche Antwort bitten würde, ob ich an dieser Stelle eine Kaufempfehlung aussprechen könnte...ich würde die Frage glasklar mit "Jaaa!" beantworten. Das ist exzellente, brilliante und überaus eigenständige Rockmusik einer Band, die mir fortan sehr fehlen wird. Also, Punktabzug wofür?
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Kommentare

Von 1 Kunden verfolgt

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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 17.12.2013 23:53:59 GMT+01:00
O. Nephilim meint:
So ist es! :-) Schöne Rezension! Schon in Selims Solo-Album reingehört?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 18.12.2013 07:40:06 GMT+01:00
kwichybo meint:
Nein, bisher leider noch nicht. Die Scheibe soll aber ziemlich anstrengend sein, wie ich gelesen habe. Wahrscheinlich die passende Beschallung für Weihnachten! ;-)
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