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Kundenrezension

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Der Widerspenstigen Zähmung!, 4. September 2012
Von 
Rezension bezieht sich auf: Walhalligalli (Audio CD)
Der neue Longplayer "Walhalligalli" hat einen großen Vorteil: Er ist nicht mehr so frech und anrüchig wie man es von der Band bisher gewohnt war.
Allerdings hat die Scheibe auch einen großen Nachteil: Sie ist nicht mehr so frech und anrüchig wie man es von der Band bisher gewohnt war.
So kann man also die neuentdeckte Züchtigkeit von "Feuerschwanz" als Fortschritt oder eben als Manko sehen, je nachdem, wie man bisher zu den feuchtfröhlichen Lyrics der Erlangener Mittelalterband stand.

Als vor einigen jahren Bands wie "In Extremo" das Mittelalter wieder salonfähig machten, erlebte der Mittelalterrock seine Glanzzeit und scharte einige hochwertige Bands in seinem Fahrwasser. Leider wurde der Mittelaltersound innerhalb weniger Jahre so populär, dass er schon bald unter den Bands, die ihm eientlich ihren rasanten Aufstieg verdankten, als Mainstream verpönt war. Es begann eine Flucht zur "ernsthaften" Kunst, mit der ehemalige Mittelaltergrößen wie "In Extremo", "Subway to Sally" oder "Schandmaul" allerdings ihr eigenes Grab schaufelten und zwischen der Masse an handelsüblichen Rock- und Folkbands in der Bedeutungslosigkeit versanken.
Als "Feuerschwanz" in dieses Vakuum 2004 hineingesogen wurde, war die Band für viele kaum mehr als eine alberne Möchtegernmittelalter-Partyband, die niemand ernstnahm und die ihr anspruchsloses und meist alkoholisiertes Publikum lediglich mit dümmlichen Zoten und schlüprigen Songs bei der Stange hielt.
Was man dabei aber nicht übersehen durfte, war, dass abgesehen vom Inhalt der Songs, der Rest, sämtliche hohen Ansprüche an den Mainstream erfüllen konnte, die das mittelalterverwöhnte Publikum inzwischen an die großen Acts stellte. Die Band hat gute Sänger mit ausdrucksstarken und charakteristischen Stimmen zu bieten und der Sound hat zudem das Potential sämtliche Genregrößen in die Tasche zu stecken!
Und so entwickelte sich "Feuerschwanz" vom ordinären Geheimtipp mit Ballermann-Attitüde zum vollwertigen Top Act im Bereich "Munteres Mittelalter ohne historischen Anspruch". Solang man sich nicht daran störte, dass die Lyrics des Öfteren unter die Gürtellinie gingen und die Themengebiete Saufen und Kopulation einen nicht unbeträchtlichen Teil der Songs dominierten, bot die Combo um Frontrecke Feuerschwanz erstklassiges Entertainment.

Auf dem neuesten Album wurden allerdings Anzüglichkeiten jeglicher Art auf ein Minimum zurückgefahren. STattdessen dominieren übliche klassische Mittelalter-. bzw. Sagenthemen neben den obligatorischen Trink- und Partysongs und einer kleinen Prise Kapitalismus- und Gesellschaftskritik. In einigen Songs besingen die Barden offensichtlcih eigene Erlebnisse im und um das Leben als faherender Sänger herum. Ob nun dem Frontmann seine bessere Hälfte die Wohnung umdekoriert, man nach seinem Gig einem One-Night-Stand hinterhertrauert, oder man bei der Ode an die bandinterne Geigenspielerin streng darauf achtet, sie bloß nicht in etwaige Anzüglichkeiten des Songs mit zu verstricken, je persönlicher die Songs werden, desto uninteressanter werden sie.

Das Stück "Mach dich frei" eröffnet den Longplayer und präsentiert sich als dabei schmissiger und dezent frivoler Opener. Gleich zu Beginn erwartet den Hörer hier eines der besten Stücke des ALbums.
Es folgt die "Schlammschlacht" und der rockige Song über Anarchie und ein bisschen Gesellschaftskritik weiß ebenfalls zu begeistern.
In "Johanna" kommt gleichnamiges Bandmitglied zu Ehren. Der solide SOng über ein Schäferstündchen rückt die Fidlerin allerdings aus dem Mittelpunkt auf den Platz der Erfüllungsgehilfin zurück. Aus Rücksicht auf die Kollegin muss sie lediglich als Schlosserin und für die musikalische UNtermalung herhalten.
Der "Metnotstand im Märchenland" ist ohne sein Video leider nur noch halb so lustig. Die angedeutete Kapitalismuskritik(Metspekulanten sind für den Notstand verantwortlich) hätte ruhig weiter vertieft werden können.
Die "Mieze für immer" entpuppt sich als astreine Peter Fox-Parodie. Leider ist der Text des Songs so öde unoriginell geraten (Mann trifft Frau - Frau ist heißer Feger - Mann mag Frau ), dass man eher von einem Cover, als von einer Parodie sprechen muss. Da kann man genausogut das Original hören, schade um die vertane Chance, denn die Idee an sich ist wirklich gut.
Beim "Geizhals" ist der Titel Programm. Der durchwachsene Song berichtet vom Schicksal dass einen erwartet, wenn einem der schnöde Mammon das wichtigste auf der Welt ist.
Die "Spielmannsträne" beweint in dieser passablen Ballade den One-Night-Stand des Protagonisten, dem diese am Morgen nach seinem Spielmannsauftritt wohl wieder abhanden kam.
"Genoveva" hingegen hat wohl die Angewohnheit die heiligen vier Wände des Frontsängers mit allerlei Kitsch zu verunstalten, weshalb dieser sich genötigt sieht, sich trotz seiner Zuneigung zur besungenen Dekoratöse sich ihrer zu entledigen. Das Song ist an sich ganz munter geraten, aber die Witze über Räucherstäbchen und Windspiele nutzen sich relativ schnell ab. Das Ganze mutet eher wie eine musikalische Entschuldigung an eine real existierende Person an.
"Nimmerland" hingegen ist ein recht origineller Song über die Realitätsflucht vom drögen Arbeitsplatz in die farbige Welt der Phantasie. Es fällt dem Hörer sicher nicht schwer, sich mit dem Protagonisten zu identifizieren, bloß warum dieser partout nicht Dornröschen küssen will, erschließt sich mir nicht. Ein bisschen flotterer Takt und der Song wäre ein Klassiker geworden.
"Aurum Potabile" besingt ohne künstlerische Höhepunkte ein wenig alchemistisches Wirken, im mittelmäßigen "Bandit" erfahren wir von den Gefahren des Glücksspiels, das trockene und unwitzige "Der Hengst" handelt von einem Schlachtross das seinen Lebensabend als Zuchthengst verbringen darf und mit "Rübezahl" bekommt der gleichnamige Riese einen ziemlich langweiligen Song spendiert.
Nach einem vielversprechenden Auftakt und einem durchwachsenen Mittelteil fällt das Album also gegen Ende hin recht auffällig völlig ab, "Das niemals endende Gelage" kann hier als mäßig amüsantes Trinklied auch nicht mehr viel retten.

Sämtlichen Songs ist gemein, dass sie für Feuerschwanz-Verhältnisse erstaunlich brav und zurückhaltend daherkommen. Auch der gewohnte Biss in den SOngs ist wenn, dann höchstens ansatzweise vorhanden.
Und so präsentiert sich die Band auf dem neuesten Output "WalHalliGalli" als züchtiges Zerrbild seiner selbst. Die Songs spielen noch immer in der oberen Liga, die Verquickung von Mittelaltermusik mit modernem Rock gelingt der Truppe so perfekt, wie man es eigentlich von Genregrößen mal gewohnt war.
Nur leider zeigt sich der Aufstieg in die Seriösität als drohender Abstieg in die Mittelmäßigkeit. Einerseits haben die schlüpfrigen und derben und manchmal auch sehr albernen Texte in der Vergangenheit sicher zahlreiche Hörer abgeschreckt, andererseits sind sie schon immer das Markenzeichen von "Feuerschwanz" gewesen und auf der schicklichen Ebene büßt die Band einiges ihrer Originalität ein.
Das zeigt sich im direkten Vergleich mit dem Vorgängeralbum: Keiner der Songs auf "WalHalliGalli" ist so frech wie beispielsweise "Wunsch ist Wunsch" oder "Maria" und kein Song kann den Witz von beispielsweise "Der Henker" erreichen.

Da die meisten Alternativen im Mittelalterbereich inzwischen entweder als hochgestochene Liedermacherei oder als bierernste Folklore daherkommen, hält "WalHalliGalli" zumindest die Fahne der mittelalterlichen Spaßgesellschaft weiterhin hoch.
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