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Kundenrezension

23 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr schöne Erste und ein sehr gut gemachtes Hörbuch, 17. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Welt Und Traum-Sinfonie 1 (Mahler,Gustav/Handstein,Jörg) (Audio CD)
Gustav Mahler hielt ich bis vor 1 1/2 Jahren für vollkommen überschätzt. Dass seine Symphonien ständig auf den Spielplänen auftauchten war für mich ein stetes Ärgernis. Da kamen mal interessante Dirigenten und Orchester in meine Nähe und was spielten sie? Mahler?! Da gehe ich nicht hin, wird ohnehin kein schöner Konzertabend, dachte ich. Dabei kannte ich Mahler überhaupt nicht.

Dauerhaft so engstirnig will man ja dann doch nicht sein, also habe ich auf ARTE dann mal doch nicht weggeschaltet als Claudio Abbado mit dem Festival of Lucerne Orchestra Mahlers Erste aufführte. Nein, es war keine Liebe auf das erste Hören, sondern mehr ein "Das hätte ich mir schlimmer vorgestellt!" Besonders der abrupte Schluss hatte es mir angetan. Der nächste Schritt erfolgte mit Giuseppe Sinopoli via youtube. Mein Favorit blieb der Schlusssatz. Sinopoli hebt zum Ende beinahe ab und sieht danach aus als sei er einen Marathon in Rekordzeit gelaufen. Mit Simon Rattle und der Digital Concert Hall der Berliner Philharmoniker lernte ich die Erste dann endgültig lieben. Mit Paavo Järvi kam dann die zweite dazu. Durch die letztes Jahr herausgekommene Mahler-Gesamtedition kamen die übrigen Symphonien dazu. Von der ersten besitze ich mittlerweile Aufnahmen von Sinopoli (Philharmonia Orchestra), Bernstein (Cocertgebouw), Kubelik (BR-Sinfonieorchester), Norrington (SWR-Sinfonieorchester), Ozawa (Boston Symphony) sowie einen Radio-Mitschnitt von Simon Rattle (Berliner Philharmoniker).

In der Weihnachtszeit entdeckte ich in der Oper in München dann dieses CD-Set. Mariss Jansons' Interpretation von Mahlers Erster gefiel mir beim ersten Hören gar nicht. Es fehlte mir einfach das Temperament, die Geschwindigkeit und die Kraft im Finale. Den Schlusssatz halte ich auch nach wie vor für nicht vollkommen gelungen. Anders verhält es sich mit den anderen Sätzen.

Der erste Satz ist wunderbar weich, ohne dadurch irgendwie kitschig zu werden; warmer Streicherklang, klar artikulierte, aber gar nicht schrille, effektgierige Holzbläser, insgesamt ein sehr transparenter Orchesterklang. Die Atmosphäre ist eher intim, ich habe das schon temperamentvoller und reißerischer gehört. Vielleicht kommt auf die letztgenannte Art die Mahler'sche Ironie noch ein bisschen besser zum Tragen. Aber mir gefällt Jansons' tendenziell etwas samtpfötigere Herangehensweise sehr.

Für den 2. Satz liebe ich die Aufnahme von Rafael Kubelik mit dem gleichen Orchester sehr. Jansons hat ein deutlich niedrigeres Tempo gewählt, wodurch es m.E. fast etwas zu ernst klingt. Was mir an dieser Aufnahme auch im 2. Satz gefällt ist die Tatsache, dass das Orchester hier nicht übertrieben wuchtig klingt. Das erleichtert vielen feinen Details die Entfaltung.

Der dritte Satz ist zunächst ebenfalls sehr weich und warm gezeichnet, das Tempo natürlich niedrig. Die ersten Klezmer-Einschübe (z.B. ab 2:55) werden aus meiner Sicht etwas zu schnell gespielt, wodurch es fast nach Jazz klingt. Ansonsten besticht auch dieser Satz durch Transparenz und die eher intime, weniger effektgierige Atmosphäre. Im Klezmer-Teil zum Schluss ist mir das Blech ein wenig zu laut, die Klarinetten zu leise. Aber sonst ist das in Ordnung, bis auf den Finalsatz eine sehr gute Einspielung von Mahlers Erster.

Im übrigen ist der Finalsatz auch nicht einfach "Schrott". Die letzten Minuten sind mir halt etwas zu langsam und zu temperamentsarm und ich kenne ihn halt noch "knalliger", was aus meiner Sicht auch der Komponistenintention näher kommt. Vielleicht kommt es dem Anfänger auch entgegen, was Jansons hier macht. Der Beginn des Finalsatzes wirkt für denjenigen, der Mahler kaum kennt wohl eher verstörend. Das ging, wie im Hörbuch zu hören ist, schon dem Publikum der Erstaufführungen in den diversen Orten so. Dennoch: ich bleibe dabei, es darf und soll aus meiner Sicht ruhig etwas heftiger zugehen im Finalsatz.

Das spannendste an diesem CD-Set ist aber die Dokumentation. In Hörspielform werden Stationen von Mahlers bewegtem Leben beleuchtet. Sie dürfen mich gerne belehren, aber ich habe bisher nichts in dieser Richtung auf dem Markt gefunden. Allein für diese Pioniertat gebührt dem BR großes Lob. Was Sie auf diesen CDs finden ist keine gelehrige, auf Musikanalyse sich versteifende Musikerbiographie. Es ist auch keine der zahlreich für andere Komponisten verfügbaren Einstiege für Kinder. Ob jemand, der überhaupt nichts über Mahler weiß Freude an dieser Biographie hat, kann ich nicht ganz beurteilen. Ein wenig Vorwissen hatte ich eben doch schon, so dass mir vielleicht die eine oder andere Anspielung deutlich schneller klar wurde als dem kompletten Anfänger. Auch glaube ich, dass es ganz gut ist, wenn man schon ein ganz klein wenig mit Mahlers Musik vertraut ist. Um so besser, dass seine erste Symphonie gleich mitgeliefert wurde.

Wissen über die Musikstücke wird eher en passant über die Biographie mitgegeben. Vermutlich waren die Autoren der Meinung, dass mitgelieferte Werkeinführungen zu den Symphonien den Rahmen des Projekts sprengen würden. Das ist einerseits verständlich. Gut möglich, dass sich zu den Mahler-Symphonien so viel sagen ließe, dass man ein vergleichbares Box-Set zu jeder Symphonie füllen könnte. Aber dennoch ein wenig mehr zu den Hintergründen der wichtigsten Werke wäre manchmal doch wünschenswert gewesen. Im wesentlichen erschöpft sich das hier doch mit Vermutungen über den Zusammenhang von Biographie und Werk. Ich bin nicht Mahlerkenner genug, um zu beurteilen, ob sich das bei ihm besonders anbietet. Ein wenig skeptisch bin ich auch. Bei Komponisten, die ich besser kenne weiß ich, dass solche scheinbar klaren Zusammenhänge manchmal auch reine Mythen sind, die sich die Forschung manchmal anhand zweifelhafter Quellen zusammengereimt hat.

Aber gut, auch die Anekdoten muss man kennen und es wird hier auch keineswegs mit der Spekulation übertrieben. Schwerpunkt ist die Charakterisierung der Person Gustav Mahler und seines Lebens. Insgesamt fand ich das Hörbuch sehr informativ. Es ist außerdem hervorragend gestaltet, mit sehr guten Sprechern und schönen, klug gewählten, wenn auch leider viel zu wenig erläuterten Musikbeispielen.
Es ist also nicht so, dass gar keine Wünsche offen blieben, aber insgesamt möchte ich dieses CDs sehr loben, ich bereue den Kauf nicht mal ansatzweise und kann sie wärmstens Weiterempfehlen.
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1-4 von 4 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 31.01.2011 20:43:00 GMT+01:00
bowedmyhead meint:
Verstehen Sie mich bitte nicht falsch: so fasziniert ich Ihre Rezensionen lese, kommt mir dennoch häufig die Aussage eines Freundes in den Sinn:" bei amazon rezensieren oft Leute, die dafür von irgendeiner Seite (z.B.Verlage) bezahlt werden". Sie schreiben so gut und so viel, daß mein Mißtrauen entfacht wurde.... Was sagen Sie?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 01.02.2011 11:48:54 GMT+01:00
Kritiker sind eitel! Das betont Joachim Kaiser immer wieder gerne. Mein Narzissmus und meine Hybris gehen nicht so weit, dass ich mich diesem vergleichen möchte, aber in diesem Punkt unterscheidet sich der Hobby-Kritiker nicht von der nach Reich-Ranicki in Deutschland wohl zweitprominentesten Figur der Zunft. Insofern muss ich, vielleicht zu meiner Schande, gestehen, wie sehr mich Ihre Verdächtigung gefreut hat.

Ist es sinnvoll, wenn ich auf meine Schwächen verweise? Dass ich nur kleine Teile der musikalischen und literarischen Fachsprache sicher verwenden kann und z.B. von Harmonielehre nur ein Wissen besitze, dass vielleicht wohlwollend für eine 2 im Schulmusikunterricht reichen würde? Dass meine Rezensionen stilistisch vermutlich auch einige Mängel aufweisen, wie z.B. zu lange und komplizierte Sätze, zu viele Wiederholungen und dass viele insgesamt so lange sind, dass nur der hochmotivierte und -interessierte Leser sich das in Gänze antun wird?

Sie könnten sagen: die Verlage sind klug und wissen, dass ein ordentlich allgemeingebildeter, aber fachlich bestenfalls mittelmäßiger Rezensent das Publikum weitaus besser erreicht als ein brillanter Feuilletonist, den eh nur eine kleine Fachgemeinde vollkommen versteht (und selbst die muss sich bei so mancher Idiosynkrasie furchtbar anstrengen, denke ich) und der sich auch nicht mehr vom Olymp des Wissens an die Basis der Kunden begeben kann. Gerade Ihre Schwächen machen Sie glaubwürdiger, könnten Sie mir vorhalten.

Für wen schreibe ich denn Ihrer Meinung nach? Ich hatte immer erwartet, dass mir meine enthusiastischen Rezensionen der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen nicht "abgekauft" werden, zumal ich CDs und DVDs dieses Ensembles auch mit Begeisterung in Rezensionen von Konkurrenzprodukten verlinke. Kriege ich von denen Geld oder sonst irgendwelche Vergünstigungen für meine Rezensionen? Nein, die Beethoven-CDs und einige Konzerte des Orchesters haben mich wirklich einfach derart überwältigt, dass ich seither ein (vielleicht fast zu unkritischer) Anhänger von Järvi und der Kammerphilharmonie geworden bin und wenn ich dann mitbekomme, dass sich Karajans Beethoven immer noch mit Abstand am besten verkauft und Thielemanns Beethoven zum Jahrhunderzyklus geschrieben wird, dann möchte ich einfach dagegenhalten und den Interessierten klar machen, dass es etwas anderes gibt, dass für den einen Geschmack wirklich besser ist und vielleicht als exzellent gemachtes Kontrastprogramm auch den Karajan-Thielemann-Geschmack eine gute Ergänzung ist.
Dies nur als Beispiel.

Nein, ich bin ein Psychologie-Student kurz vor dem Schluss, der sich mit seiner Diplomarbeit rumquält, die leider nicht nur sprachliches Vermögen verlangt und bei der leider auch niemand kleine Paarhunderwörterausschnitte als "hilfreich" kennzeichnet und der deswegen gerne mal abschweift, Musik hört, Bücher liest und darüber schreibt. Ich lese gerne gute Rezensionen, bei denen mir klar wird, warum jemandem ein Buch oder eine CD gefällt und bei dem ich auch ein wenig erahnen kann, welchen Hintergrund der Rezensent, damit ich abschätzen kann, ob er vielleicht ähnlich "tickt" wie ich.
Ich lese natürlich auch Feuilleton-Rezensionen und kenne zumindest einige der einschlägigen Klassikhomepages. Aber mit Profis ist es manchmal schwierig. Warum soll ich meinethalben einem Joachim Kaiser folgen? Der Mann macht seit mehr als einem halben Jahrhundert nichts anderes als Bücher lesen, Musik hören und privat spielen, ins Theater und in die Oper gehen und darüber schreiben. Gut möglich, dass er mir nicht nur hinsichltich der Erfahrung, sondern auch hinsichtlich psychischer Eigenschaften wie der Intelligenz überlegen ist. Kann der noch wissen, was mir gefällt? Im Konzert oder vor dem CD-Spieler sitze dann wieder ich mit meiner Intelligenz, meiner Bildung und meiner Hörerfahrung und ich höre anders.

So schreibe ich schlussendlich vielleicht aus Spaß und Freude, ich fürchte auch aus Eitelkeit, aber eben auch mit der Motivation, dass ich hoffe, dass der Amazon-Kunde sich vielleicht durch meine "irdischeren" Rezensionen, mit kleinen und vielleicht manchmal auch unterirdisch großen Fehlern besser informiert fühlt, weil ich als Autor ihm näher bin als die großen Feuilletonisten. Geld bekomme ich von keinem Verlag, keinem Orchester, keiner Zeitung, keinem Theater, Konzerthaus o.ä. bzw. sofern Sie es direkt auf die Rezensionen beziehen von niemandem. (Woher dann? Sie dürfen zwischen BaFöG, Elternhaus und Nebenjobs, die nichts mit den Amazon-Rezensionen zu tun haben wählen).

Ob Sie das nun glauben, bleibt natürlich Ihnen überlassen. Sie können ja in die weitere Beweisaufnahme eintreten und Fragen stellen. Unabhängig davon: danke für Ihren Kommentar und weiterhin viel Spaß beim Lesen meiner Rezensionen und der Rezensionen der vielen tapferen Mitrezensenten, unter denen es viele gibt, die weitaus besser schreiben.

Veröffentlicht am 08.03.2011 00:56:41 GMT+01:00
gemihaus meint:
redundant-süffisantes geschwätz, das sich - unfreiwillig-unbedacht - daselbst kommentiert:
> Gustav Mahler hielt ich bis vor 1 1/2 Jahren für vollkommen überschätzt. Dass seine Symphonien ständig auf den Spielplänen auftauchten war für mich ein stetes Ärgernis. Da kamen mal interessante Dirigenten und Orchester in meine Nähe und was spielten sie? Mahler?! Da gehe ich nicht hin, wird ohnehin kein schöner Konzertabend, dachte ich. Dabei kannte ich Mahler überhaupt nicht. <
kultur-name dropping auf tv-youtube niveau - da sieht doch der alte kaiser mehr als uralt aus, von
mahlers welt ganz zu schweigen - traurig, aber up-to-date leider wahr.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 08.03.2011 16:16:08 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 08.03.2011 16:44:51 GMT+01:00
Schöner, temperamentvoller Kontrapunkt zum überschwänglichen Lob von bowedmyhead! Übertrieben haben vermutlich beide, mindestens ein bisschen Recht haben wohl ebenfalls beide.
Danke für Ihren Beitrag, gemi-b!
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