Kundenrezension

2 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Man muß wissen was man sieht...., 6. Juli 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Fall Liebknecht/Luxemburg (DVD)
Diese DVD verdient eigentlich 5 Punkte, doch wäre auf der anderen Seite 1 Punkt auch gerechtfertigt.

5 Punkte weil: Das Fernsehspiel ist hervorragend inszeniert, alle, durchweg alle, Rollen sind mit hervorragenden Schauspielern besetzt. Die Inszenierung ist spannend und bis zu einem gewissen Grad auch informativ. Es kommt keine Langeweile auf, alles ist spannend und dramaturgisch sehr clever aufgebaut. Von dieser Sichtweise aus ist das Fernsehspiel ein spannender Genuß.

Und im wesentlichen stimmen auch die Fakten: Heute kann kein Zweifel mehr daran bestehen bestehen, wer Luxemburg und Liebknecht umbrachte.

Dennoch bleibt das Fernsehspiel ein Beispiel für ein politisch einseitiges Agitpropspektatkel. Liebknecht und Luxemburg waren schlimme Doktrinäre, die ohne zu zögern ganz Deutschland für ihr linke Diktatur in Brand gesteckt hätten. Doch wie sympathisch werden sie von ihren - zugegeben vorzüglich agierenden - Schauspielern dargestellt. Und Benrath gibt einen eisigen Pabst - bei dem der von links geschulte Zuschauer schon den Typus des SS-Schlächters erkennen kann, der dann ca. 10 Jahren später auch auftaucht. Im Kern läuft es darauf hinaus: Dumpfe Landsknechtcharaktere töten zwei Menschen, die zum Hochadel des Geistes verklärt werden. Noch heute, 2012, ist eine große politische Stiftung nach Luxemburg benannt, eben der Luxemburg, unter der wahrscheinlich bei einem Sieg der Spartakisten - und das heißt, der russsischen Bolschwiki - die bürgerliche Lebenswelt ausgelöscht worden wäre. Damit soll nicht gesagt werden, dass die Morde rechtens waren, doch wie viele Russen heute hätte sich nicht einen Pabst, einen Souchon etc. gewünscht, die das gleiche mit Lenin und vor allem Trotzki 1917 getan hätte. Was wäre Rußland erspart geblieben. Damit soll nichts erklärt oder gerechtfertigt werden, aber der "Fall Liebknecht-Luxemburg" ist ein virtuoses Beispiel dafür, wie die Geschicht verdreht werden kann, ohne die Tatsachen im eigentlichen zu fälschen. Die Geschichte ist ganz ganz selten nur weiß oder nur schwarz. Meistens ist sie immer tiefgrau. Aber es ist zu einfach, diejenigen, die Liebknecht und Luxemburg aus dem Weg schafften, als tumbe Gestalten, als Vertreter einer untergangenen Welt zu sehen. Und wären Luxemburg und Liebknecht nicht heute auch, Vertreter einer untergangenen Idee????
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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 20.04.2014 16:22:14 GMT+02:00
Lars Munten meint:
Viel begriffen hast du anscheinend nicht.
Es sind genau jene Leute die Sozialisten von Anfang an verfolgten, ermordeten und sie maßgeblich in diese diktatorische Ausrichtung trieben.
Was geschieht denn mit Bewegungen die aus einem demokratischen Ursprung heraus ständig von den damaligen Regimen niedergeschlagen wurden.
Dennoch scheint deinem "rechts geschulten Geist" das differenzieren nicht gestattet zu sein.
Gerade eine Luxemburg hat bei allem was sie mitmachen mußte immer vor jener diktatorischen Ausrichtung gewarnt und geriet in heftigen Streit mit der Linie Lenins, wobei sie zwar ganz klar auf der einen Seite eine gewisse Notwendigkeit, aber auf der anderen Seite auch schon die spätere Katastrophe kommen sah.
Aber sowas wollt ihr ja nicht hören, denn ihr lebt in eurer einseitigen Gedankenwelt alle Sozialisten auf eine Stufe zu stellen und sie pauschal zu Diktatoren zu verklären.
Da kann man die Mörder von Pabst über Hitler bis Pinochet schon mal in Schutz nehmen, da es ja für das größere Ziel der Ausschaltung von Linken geht...schon klar.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.04.2014 18:12:15 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 25.04.2014 08:00:24 GMT+02:00
Billy Budd meint:
Hallo, Herr Munten,

vielen Dank für Ihre geistreichen Beitrag. Er zeigt, dass Sie innerhalb des linken Lagers sicherlich nicht zu den besten Analytikern gehören. Ich danke Ihnen für die gelungene Demonstration geistiger Schlichtheit.
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