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Kundenrezension

30 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Dystopie mit philosophischem Hintergrund, 20. November 2007
Von 
Rezension bezieht sich auf: Uhrwerk Orange (DVD)
Das Buch "Clockwork Orange" wurde im Jahre 1962 von Anthony Burgess in England veröffentlicht, die Verfilmung von Regisseur Stanley Kubrick kam 1971 in die Kinos. Die Geschichte spielt im Jahr 2018. Alex (gespielt von Malcolm McDowell) ist 15 Jahre alt und ein Psychopath, ein Gewaltverbrecher, und als solcher Anführer einer Jugendgang bestehend aus drei Mitgliedern, die in einer nicht näher benannten englischen Stadt in einer tristen und grauen Hochhaussiedlung ein trostloses Leben fristen. Dort vertreiben sie sich die Zeit mit Raub und Gewaltverbrechen: hilflose, alte Obdachlose schlagen sie ebenso zusammen wie die Einwohner fremder Häuser, bei denen sie unter dem Vorwand, dringend Hilfe zu brauchen, eingedrungen sind, und die sie anschließend berauben. Und natürlich vergewaltigen sie auch jede Frau, die ihnen in die Finger kommt. "Futuristisch" mutet dabei zunächst nur die - einheitliche - Kleidung der jungen Männer an: eine Art weisser Overall und ein Melonenhut als Kopfbedeckung sowie ihre Slangsprache "Nadsat", eine Art Mischung aus Englisch und Russisch. Sind sie einmal nicht auf einem ihrer Raubzüge, verbringen die jungen Männer ihre Zeit in der "Korona-Milchbar", wo man mit Halluzinogenen versetzte Milch bekommen kann.
Alex ist zwar ein ebenso psychopathischer Gewaltverbrecher wie seine "Droogs", seine Kumpanen, - im Grunde ist er sogar der brutalste von allen -, wähnt sich aber auch als kultivierter und intelligenter als diese, denn seine Lieblingsmusik ist nicht etwa Rock sondern Beethoven. Als einmal Alex' Führerschaft in Frage gestellt wird und er seinen "Droogs" mit äusserster Brutalität klarmacht, dass er und nur er der Führer der Bande sein kann, sorgen sie beim folgenen Raubzug, bei welchem sogar ein Mensch stirbt, dafür, dass die Polizei Alex als einzigen erwischt. In den Fängen der Justiz wird Alex zu 14 Jahren Haft verurteilt, hofft aber, vorzeitig auf freien Fuss gesetzt zu werden, indem er sich freiwillig einer neuartigen Therapie, die sich noch im Experimentierstadium befindet, unterzieht. Diese "Ludovico-Therapie" besteht im Grunde in einer klassischen pawlowischen Konditionierung: Alex bekommt ein Serum gespritzt, das ihm speiübel werden lässt, gleichzeitig wird er gezwungen (in Zwangsjacke und mit Klammern, die die Augen offen halten) sich Filme mit sexuellen und gewalttätigen Inhalten anzuschauen, so dass Alex Gehirn "lernt", auf jeden Impuls von Sexualität oder Gewalt sofort mit schwerer Übelkeit zu reagieren. Weil bei einigen Filmen als Filmmusik Beethoven gespielt wird, greift das Reiz-Reaktionsschema als "Nebeneffekt" bei Alex auch beim Hören seiner geliebten Beethovenmusik. So "reapariert" wird Alex in die Welt entlassen, die aber die gleiche geblieben ist. Bei seinen Eltern ist sein Platz inzwischen von einem anderen eingenommen worden, sie geben ihm, wenn auch ein wenig unbeholfen, zu verstehen, dass sie ihn nicht mehr wollen, so dass Alex von nun an zusehen muss, wie er alleine auf sich gestellt zurechtkommt. Auf der Strasse ist Alex, nun unfähig, auch nur die geringste Gegenwehr zu leisten, hilflos der Rache seiner früheren Opfer ausgeliefert.
Der philosophische Hintergrund, der auch im Film vom Gefängnispfarrer angesprochen wird, ist der, dass ein Mensch, der *keine Wahl* zwischen Gewalt und Nicht-Gewalt hat, nicht wirklich "gut" ist. Alex schlägt ja *nicht* etwa deshalb nicht mehr zu, weil er plötzlich Empathie für seine Opfer empfände, bzw. weil er zu einem "Gandhi" geläutert wurde, sondern deshalb, weil er konditioniert ist, nicht zuschlagen zu *können*. Der Staat, in dessen Auftrag Alex so konditioniert wurde, ist schon zufrieden, wenn Alex nicht mehr gewalttätig sein *kann*, aber dass Alex so selbst zum wehrlosen Opfer wird, ist dem Staat gleichgültig. Alex ist nach der "Ludovico-Therapie" ein "Uhrwerk Orange", ein durch Programmierung zu völliger Gewalt- aber auch Wehrlosigkeit gezwungener Mensch und also in einer gewalttätigen Welt im Grunde nicht mehr überlebensfähig. So erklärt sich dann auch das überraschende Ende des Films.
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