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Kundenrezension

19 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Überraschung eingetreten: erreicht das Niveau von "Blackbird"!, 10. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: AB III (Audio CD)
Die Ansichten der Hörer und Hörerinnen zu "AB III" gehen deutlich auseinander, aber eines ist unbestritten: das letzte Album von Alter Bridge, "Blackbird", der direkte Vorgänger dieses Werks, war und ist eine Meisterleistung; für mich das beste Album der letzten Jahre.
Diese Erwartungshaltung verhindert auch, dass man sich dieser Scheibe unbefangen nähert: "Rise Today", "Brand New Start", "Buried Alive", "Wayward One" usw. waren unvergleichliche Topkompositionen gewesen. In so einem Fall hats der Nachfolger immer schwer; man denke etwa an "Led Zeppelin III", das - nunmehr als musikhistorischer Meilenstein anerkannt - seinerzeit als klar hinter "LZ II" abfallend von der Kritik niedergeschrieben wurde.

Mein erster Gedanke nach dem ersten Hördurchlauf war denn auch: 3 Punkte, mehr geht nicht.
Na komm schon, der nächste Gedanke, gib dem Werk eine Chance.

Und nun, nach weiteren 3,4 Hördurchgängen mein Fazit: Um nichts schlechter als der Vorgänger!

Weswegen? Deswegen:
* Zuallererst die Kompositionen: War das erste Album der Band "One Day Remains" noch vom Gitarristen Mike Tremonti im Alleingang geschrieben worden, hatte sich bei "Blackbird" Sänger und Gitarrero Myles Kennedy beteiligt; nun wirkt das Ganze noch homogener, flüssiger.
"Coeur D'Alene" etwa ist ein harter Gassenhauer im Stile von "Metalingus", eines der besten Stücke des Albums; "Isolation", auch heavier als von "Blackbird" gewohnt, stößt ins gleiche Horn. "Life Must Go On" wiederum gemahnt an "In Loving Memory" vom ersten Album (und ist eine schöne Ballade), "Breathe Again" klingt stark nach dem legendären "One By One". So könnte jeder Song aufgezählt, mit dem Backkatalog verglichen und beschrieben werden. Jedenfalls: Was bei Alter Bridge immer gefangen nimmt, ist die Verknüpfung nötiger Härte, handwerklicher Finesse mit unglaublichem Ohrwurmcharakter. Gerade auch hier gilt: Die Songs, gerade auch einzelne Stellen (die berühmten Breaks und Bridges von Kennedy) setzen sich im Gehör, im Gehirn fest und lassen nicht mehr los. Zurück bleibt ein Grinsen im Gesicht.
* Die Experimentierfreude: Sonst keine Stärke der Band, hier schon: Anstatt sich auf Bewährtes zu verlassen, wagt man hier - und gewinnt. Beispiel: "Ghost Of Days Gone By" hebt an wie eine Teenie-College-Unbeschwertheit, wie wir derartige etwa von Weezer kennen, schlägt jedoch zur Mitte in ein bösartiges Stück Black Sabbath um: harte, monolithische Gitarrenwände lassen jede Hoffnung abprallen, ehe die Agonie sich wieder im (wunderschönen) Chorus auflöst. Der Einstieg "Slip To The Void" birgt schon gewaltiges Risiko in sich, die Hörgewohnheiten der Fans zu verstören, klingt doch der Beginn stark nach Depeche Mode (in Dave Gahans "Personal Jesus"-Zeit); ein weiterer Song, der bandtypisch noch regelrecht explodieren sollte. "Words Darker Than Their Wings" verdient besondere Hervorhebung: hier am Mikro, neben Myles Kennedy - ja, richtig, Mike Tremonti! Ein Duett von AB - unerwartet, aber stimmig, Stimmung: Rückblick alter Cowboys auf Erlebtes. Anhören! Nicht zuletzt:
* Perfekte Musiker! Gerade Mike Tremonti als anerkannter Gitarrengott zwischen Zakk Wylde und Joe Perry versteht sein Geschäft. Auch Myles Kennedy, zweifellos einer der aktuell besten Rocksänger, hat die Kooperation mit Slash sichtlich gutgetan, zumal er nun - stärker als in "Blackbird" - mit der Leadgitarre in den Vordergrund tritt: Das Solo von "All Hope Is Gone" trägt unverkennbar seine Handschrift (deutlich dunkler und voller klingt hier die PRS von Kennedy gegenüber jener von Tremonti, bluesiger und sustainreicher der Stil).
* Insgesamt düsterer und nachdenklicher, abgeklärter und reifer der Charakter des Albums. Die Band lässt das Publikum mitwachsen (Tip: "Show Me A Sign"). "Wonderful Life", wunderschön melodiös, klingt demgemäß wie ein Abgesang auf glorreiche Zeiten; ein Vergleich zu "Night Prowler", der Abschiedsvorstellung des großartigen Bon Scott (AC/DC-Ursänger) von der Weltbühne, ist angebracht (nur stimmungsmäßig und qualitativ; der Band wünschen wir kein vergleichbares Ende!).
* Und, was einige wohl zum Schluß verleitet, alle Songs würden sich hier gleich anhören: Die Band wollte ein Konzeptalbum herausbringen. Ähnlich Green Day, sollte jeder Song seine Geschichte erzählen, durchgängig jedoch sollte ein roter Faden die einzelnen Songs strukturell verbinden. Der Vorwurf, ein Song klinge wie der andere, ist für mich daher abzuändern in: Ein Song knüft am anderen an und führt diesen fort. Geschmackssache, diese Einschätzung, freilich; nur wird man in der Kunst immer darauf angewiesen sein, nach Geschmack zu urteilen.

Meinen Geschmack jedenfalls triffts. Klare Kaufempfehlung: Ein Muss für Fans, ein dringender Tip für anspruchsvolle Rockhörer.
Für mich erreicht dieses Werk das Niveau des großartigen Vorgängers "Blackbird", vielleicht ist "AB III" sogar besser; fragt mich in einigen Monaten, dann werd ichs wohl wissen.

Für viele ist Alter Bridge die beste Rockband der Welt. Dem kann ich nur zustimmen - und freue mich auf das Livekonzert in Kürze!
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Kommentare


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1-6 von 6 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 10.10.2010 23:37:37 GMT+02:00
Alter! er heißt Mark Tremonti ;-)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 11.10.2010 07:44:36 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 11.10.2010 07:45:11 GMT+02:00
avvocato meint:
sch...; Danke für den Hinweis! Ich glaub sein Bruder ist Mike (Manager oder so), bitte um Nachsicht!

Veröffentlicht am 13.10.2010 13:45:12 GMT+02:00
avvocato meint:
Jetz bin ich mir übrigens sicher: BESSER als Blackbird!!!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 13.10.2010 22:39:21 GMT+02:00
Mischa meint:
Never...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 15.11.2010 08:07:20 GMT+01:00
avvocato meint:
Ich korrigiere mich: nach dutzendfachem Hören von III und Blackbird find ich doch letzteren um eine Spur besser: insgesamt bleibt für mich ein nachhaltigerer Eindruck, auch einzelne Songs auf III (I Konw It Hurts, Fallout, Make It Right) können mit dem Restniveau nicht mithalten. Das gabs beim Vorgänger nicht, hier sind nur absolute Hits versammelt

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 13.02.2011 14:36:33 GMT+01:00
M. Strysewske meint:
Ich bin nach wie vor der Meinung, dass AB III noch ein Stück besser ist als Blackbird. Auch ich brauchte 2, 3 Durchgänge, bis ich richtig reingekommen bin, aber AB III ist musikalisch echt nochmal etwas genialer als der nahezu perfekte Vorgänger.
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