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Kundenrezension

3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Der Osten ist rot, die Sonne geht aus" (Mao Zedong), 11. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Mit Konfuzius zur Weltmacht: Das chinesische Jahrhundert (Gebundene Ausgabe)
In "Mit Konfuzius zur Weltmacht - Das chinesische Jahrhundert" liefern Stefan Aust und Adrian Geiges einen Reportage-Ritt auf dem chinesischen Drachen. Gleichermaßen kompetent wie unterhaltsam führen die Autoren ihre Leser kreuz und quer durch ein Land, dessen Entwicklung der letzten zwei Jahrzehnte auch sie selbst immer wieder staunen läßt. Eine besondere Qualität resultiert daraus, dass die Autoren nicht nur eine historisch-politische Einordnung ihrer Beobachtungen anbieten, indem sie vermeintliche Parallelen zwischen dem untergegangenen chinesischen Kaisertum und der heutigen Rolle der "kommunistischen" Parteiführer in Peking diskutieren sowie die Rückbesinnung der chinesischen Gesellschaft auf die Lehren des Meisters Kong (Kong Fuzi, lateinisiert Konfuzius) beleuchten. Darüberhinaus kommen viele Chinesen zu Wort, denen die Autoren auf ihren Reisen begegnet sind. Aus den Schilderungen des Lebensalltags unterschiedlichster Zeitzeugen entsteht ein vielschichtiges Bild des heutigen Chinas.

Zur wirtschaftlichen Konkurrenz zwischen China und Europa:
"Der Kontrast könnte größer nicht sein. In Stuttgart protestieren "Wutbürger" gegen einen neuen Bahnhof, der seit 15 Jahren geplant ist. Monatelang dreht sich alles um den Protest der "Wutbürger" gegen das Projekt. Der Schutz des Juchtenkäfers, welcher zur Unterfamilie der Rosenkäfer gehört, wird vorgeschoben, um die Bauarbeiten zu stoppen. (...) In eineinhalb Jahrzehnten stampfen die Chinesen andererseits ganze Mega-Citys aus dem Boden. Während an Berliner Schulen der Unterricht im Chaos versinkt, erreicht Shanghai bei der Pisa-Studie Platz 1." (S. 12)

"Die deutsche Spaßgesellschaft ist unterlegen. Während man schon in chinesischen Kindergärten Englisch lernt, erheben Lehrerinnen an deutschen Vorschulen es zum Klassenziel, bis zehn zählen und den eigenen Namen schreiben zu können." (S. 85)

Natürlich sind diese Aussagen polemisch (wie man es von Aust auch nicht anders erwarten würde). Aber der Kern der Thesen wird dadurch nicht weniger wahr. Aust und Geiges liefern mit ihren Zuspitzungen hoffentlich Diskussionsanstöße, denn ohne Zweifel fehlt es uns in Deutschland an einem selbstkritischen Diskurs über die Herausforderung für unseren Wohlstand, welche aus dem chinesischen Aufstieg bereits heute resultiert. Westliche Überheblichkeit (als Folge von Unwissen) ist sicherlich die schlechteste Voraussetzung, um sich dieser Herausforderung zu stellen.

Zum Thema der Menschenrechte:
"Bei der Niederschlagung des sogenannten Boxeraufstands eroberten und plünderten Deutsche Peking, gemeinsam mit Japanern, Briten und weiteren westlichen Mächten. Aufgrund solcher Erfahrungen stoßen westliche Reden über Moral und Menschenrechte in China auf taube Ohren. Die Engländer etwa machten sich dort im 19. Jahrhundert vor alem als Drogendealer einen Namen." (S. 29) Aust und Geiges thematisieren Tibet, allerdings sicherlich nicht mit dem aus westlicher Sicht zu erwartenden Zungenschlag: "... die angebliche chinesische Besetzung Tibets ..." (S. 129).

Die Umweltsituation als Folge des wirtschaftlichen Aufstiegs wird an vielen Stellen des Buches betrachtet, am eindrücklichsten durch den Besuch des Dreischluchten-Staudamms und der größen Stadt der Welt Chongqing. Vielleicht wird in der Umweltpolitik die Schwarz-Weiß-Vermischung in der Bewertung des chinesischen Status quo am deutlichsten: Einerseits die totale Abhängigkeit Chinas von der Energieproduktion aus Kohle mit den daraus resultierenden katastrophalen Umweltfolgen, andererseits der Hinweis auf eine Investitionssumme von 540 Milliarden Euro (!) im 5-Jahresplan zur Förderung regenerativer Energien.

Das einzig aus meiner Sicht fehlende Thema dieses Reportage-Buches ist der schwelende Nationalitätenkonflikt in den zentralasiatischen Regionen Chinas, z.B. der immer wieder auflodernde Freiheitskampf der Uiguren, der den Autoren ein Besuch wertgewesen hätte sein sollen. An anderer Stelle merkt man dem Buch an, dass auch die Autoren der Geschwindigkeit der Entwicklung nur schwerlich folgen können. So wird eine Pekinger Universität mal mit ihrem chinesischen Namen, mal mit dem verwestlichten Namen bezeichnet, als wenn es sich um unterschiedliche Orte handeln würde. An anderer Stelle wird ein seit Jahren nicht mehr existentes DAX-Unternehmen als prominenter Kunde chinesischer Klimaanlagen angeführt.

Ich bin erst kürzlich durch China gereist und habe in Aust und Geiges Schilderungen vieles von dem wiederentdeckt, was mir anläßlich meiner eigenen Reise durch den Kopf gegangen ist. Allerdings ist die Perspektive der Autoren eine viel breitere als man sie als Privatreisender erlangen kann. Darüberhinaus waren gerade die Bezüge auf Konfuzius für mich sehr interessant, dessen Ideenwelt mir bisher unbekannt gewesen ist. Ich empfehle dieses Buch daher insbesondere China-Interessierten als Vorbereitung auf eine (erste) China-Reise.
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