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4.0 von 5 Sternen Berliner Schnauze in den 30ern, 19. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Goldstein: Gereon Raths dritter Fall (Gebundene Ausgabe)
Abraham Goldstein- ein Jude aus Amerika... ein Gangster- kommt nach Berlin. Warum? Das würde die hiesige Polizei gerne herausbekommen, und beschließt, den Mann 24 Stunden überwachen zu lassen. Beauftragt mit diesem Job wird Gereon Rath, seines Zeichens Kommissar. Doch eine Überwachung in den späten Dreißigern ist nicht so einfach, wie man sich das vorstellt. Kein Handy, kein Fax, kein PC, heute wohl kaum noch vorstellbar. So geschieht unweigerlich, was geschehen muß- Goldstein verschwindet.

Doch die Hauptgeschichte ist eine ganz andere... Alexandra und Benny, zwei Jugendliche von der Strasse, gehen regelmäßig auf Klau-Tour, diesmal ins KaDeWe. Doch es geht schief, Benny stürzt von der Hausfassade und stirbt. Doch Alexandra hat etwas gesehen, was sie niemandem erzählen kann, denn sie weiß, dass es Mord war.

Es hat etwas länger gedauert, um herauszubekommen, was diese beiden Geschichten miteinander zu tun haben. Und ich muß sagen, es war auch nicht so ganz einfach, dahinter zu kommen, weil das Ganze zu Beginn sehr undurchsichtig war. Volker Kutscher bringt den Leser in ein Berlin, das man sich heute nur schwerlich vorstellen kann. Kurz vor Beginn des 2. Weltkrieges ist das Leben der jüdischen Mitmenschen schon sehr schwierig, sich so unauffällig wie möglich zu verhalten die beste Lösung, um dem Nazi-Regime zu entkommen. Überall herrscht Unruhe, es kommt zu Auseinandersetzungen auf offener Strasse. Es ist der Polizei untersagt, sich der SS anzuschließen, um so neutral wie möglich zu erscheinen. Doch wie überall gibt es auch bei der Berliner Polizei schwarze Schafe...

Mein Fazit

Es ist ein Krimi, ohne Frage, aber nicht im üblichen Sinne. Der Leser bekommt einen Einblick in die Unterwelt des Verbrechens, entdeckt Korruption, politische Ereignisse rücken näher. Das Gesamtbild kommt sehr realistisch rüber, es ist interessant aufgebaut und durchaus glaubhaft recherchiert.

Kutscher baut die Spannung langsam, aber kontinuierlich auf, und schafft es, sie auch zu halten. Die Personen sind lebendig dargestellt, so dass man sich als Leser ein plausibles Bild machen kann.

Und trotz der vielen kleinen Nebenschauplätze bleibt das eigentliche Geschehen übersichtlich. Lediglich Mr. Goldstein kam mir zeitweise etwas zu kurz, zu gerne hätte ich mehr von ihm erfahren.
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 19.09.2011 15:32:25 GMT+02:00
Nekü meint:
Frau Murach, der Krimi spielt zu Beginn der 30er Jahre. Die Nazis waren noch gar nicht an der Macht. Reichskanzler Brünning war gerade dabei, die Volkswirtschaft mit Vollgas gegen die Wand zu fahren, um den Franzosen zu zeigen, dass Deutschland nicht weiter ausgepresst werden könne. Das ist der Hintergrund des hochpolitisierten Berlins, das uns der Autor präsentiert. Juden hatten es zu der Zeit nirgendwo auf der Welt leicht. Es gab 1931 dort noch keine sichtbaren Signale, die man als politisch interessierter Jude unbedingt hätte beachten müssen, denn die Alternative Emigration sah zu dem Zeitpunkt noch nicht besser aus. Insofern bedient der Autor zumindest hier ein Klischee.
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