Kundenrezension

15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Handgemachtes von den Robotern, 16. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Random Access Memories (Audio CD)
Das Erscheinungsdatum dieses Albums liegt nunmehr 5 Monate zurück, ich denke das ist eine angemessene Zeit für eine ausführliche Rezension.

Irgendwie fühlt man sich mit diesem Album in ein kleines Aufnahmestudio in den 70er Jahren und gleichzeitig in ferne Zukunft versetzt. Es ist so schön, dass man es kaum für real halten kann. Ja, es ist wirklich eine Parallelwelt, in die Daft Punk uns hier versetzt. Eine Märchenwelt der Fantasie. Und das alles mit unfassbar frischen und klaren Klängen. Ein Jahrhundertwerk!
Ich werde jetzt nicht zu jedem einzelnen Titel etwas sagen, denn zu einigen wurde schon genug gesagt, aber das ein oder andere will ich doch noch hinzufügen.

Give Life Back To Music
Was für ein Einstieg! Der Start mit einem Offbeat verwirrt kurz, aber gleich danach findet man hier schon die erste Perle des Albums. „Haucht der Musik wieder Leben ein!“ - Diese Botschaft findet sich unmissverständlich auch in der Musik wieder: Echte Bandbesetzung (sicherlich ein kurzer Schock für die eingefleischten Fans), ein grooviges Gitarrenriff und eine wunderschöne (wenn auch vocoder-verfremdete) Melodiestimme. Und das von den zwei Herren, die jahrelang für außergewöhnlich elektronische, also quasi „menschenfremde“ Musik bekannt waren – eine respektable Kehrtwende.

Giorgio by Moroder
Mein absolutes Lieblingswerk auf dieser Platte. Zu Beginn erzählt Hansjörg „Giovanni Giorgio“ Moroder – einer der prägendsten Pioniere, wenn nicht sogar der Erfinder, der elektronischen Synthesizer-Disco-Musik – von den Anfängen seiner musikalischen Laufbahn: Mit 17 Jahren Vorsingen in Diskotheken, „about seven, eight songs“ - sicher noch ohne ein Vermögen damit zu verdienen. Doch aus diesem Jugendlichen wird einmal der Mann werden, der Soundtracks wie „What a Feeling“ und Disco-Klassiker wie „Reach Out“ und „I Feel Love“produzieren wird; ein Mann der mit Legenden wie Freddy Mercury und Elton John zusammenarbeiten wird – und mittlerweile selbst zur Legende geworden ist.
Der Song der zunächst mit einem klassischen Disco-Loop beginnt, entwickelt sich nach Moroders Verkündigung „Once you free your mind about a concept of harmony and music being correct, you can do whatever you want“ zu einem progressiven Mix aus E-Gitarre und kreativen Schlagzeug-Breaks (an dieser Stelle sei angemerkt, dass es sich bei dem Schlagzeuger um Sting-Drummer Omar Hakim handelt).

Touch
Dieser Song wurde von Daft Punk als das „Kernstück“ des Albums bezeichnet. Es erzählt in gewisser Weise das Leben des Komponisten Paul Williams, der auf diesem Track singt, nach: In einem Interview meinte er, er habe jahrelang ein typisches Starleben mit vielen Frauen und wenig Tiefgang geführt, und Daft Punk hätten es geschafft, ihn mit diesem Song emotional zu berühren: „Touch, where do you lead? I need something more“.
Das Stück fängt fast verstörend an, und baut auch im weiteren Verlauf eine irgendwie düstere Stimmung auf. Die Mischung aus elektronischen Klängen und akustischem Schlagzeug und Klavier, Bläsern und Gitarre ist atemberaubend, und sogar einen Chor tischen die französischen House-Pioniere am Ende noch auf, um plötzlich wieder zum stillen Intro zurückzukehren. Keine Minute klingt gleich.

Get Lucky
Der Radio-Hit. Und das zurecht. Nach langer Zeit mal wieder ein elektronischer Song im Radio, der nicht dem Mainstream verfallen ist. Der Titel „Get Lucky“ impliziert vielleicht bei manchen die Vorstellung billiger Gute-Laune-Musik, doch dieser Song ist musikalisch das genaue Gegenteil, wobei emotional eigentlich (bis auf das „billig“) genau das, denn eines macht er sicher: Gute Laune.

Contact
Eine originale NASA-Aufnahme von Eugene Cernan, Kapitän der Apollo-17-Mission, in der er von einem rotierenden „particle, that's nearby“ spricht, leitet diese sechs Minuten progressiven Luxuslärms von einem anderen Planeten ein. Dieser „particle“ könnte im Zusammenhang als Discokugel interpretiert werden. Ein würdiger Abschluss für ein grandioses Album.

Ich höre „Random Access Memories“ nun bereits seit Monaten rauf und runter und Langeweile kommt dabei wirklich nicht auf. Dieses Album ist für Musikliebhaber mit Genre-Experimentierfreudigkeit konzipiert. Lasst es euch auf den Ohren zergehen!
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Kommentare

Von 2 Kunden verfolgt

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1-3 von 3 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 20.01.2014 19:35:20 GMT+01:00
Pattex R. meint:
Guter Kommentar! Bei Contact hatte ich bei dem "particle that's nearby" an eine Szene aus dem Film zum Album Discovery gedacht bei dem die Angreifer sich durch eine beamenden Tunnel bewegen der als Ein- & Ausgang eine sich drehende Raute hat, die auch im Licht der Sonne funkelt wie ein Spiegel.

Veröffentlicht am 31.03.2014 11:08:00 GMT+02:00
H.Schwoch meint:
Eine würdige Rezension eines unglaublichen Albums. :-)

Veröffentlicht am 04.03.2015 09:08:06 GMT+01:00
ATQ meint:
Auch heute nach fast zwei Jahren ist dieses Album hörenswert. Sehr schön auf dem Punkt gebracht.
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