Kundenrezension

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ganz schwacher Abschied, 11. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Forbidden (Audio CD)
Das Black Sabbath - Album "Forbidden" erscheint 1995 unter keinen guten Vorzeichen. Die Nu Metal - Welle beginnt zu Rollen und kaum einer will mehr alte Metal - Hasen hören, die wieder und wieder ihren brandheißen, aber eben doch längst bekannten Cocktail aus tonnenschweren Lava - Riffs und bösen Satanstexten mischen.

Nach etlichen Besetzungswechseln am Mikrofon steht für "Forbidden" Tony Martin zum fünften und letzten Mal an selbigem. Seine Stimme klingt so klar und kraftvoll wie eh und je, doch die 10 Songs der mittlerweile 17. Studio - LP der Engländer sind seiner Stimmkraft nur sehr bedingt gewachsen.

Gewohntes dröhnt zu Beginn aus den Boxen: Der schwerfällige, düstere Doomer "Illusion of Power" passt zu Black Sabbath wie die Faust auf's Auge. Als jedoch plötzlich aggressive Rap - Parts von Ice - T einsetzen, reagiert so mancher eingefleischter Metal - Fan befremdlich. Ich meine diese in der Sabbath - Historie einmalige Symbiose aus Metal und Rap klingt ganz interessant, gibt dem Song einen speziellen touch. Leider ist der Opener nicht mehr als Mittelmaß.

So wie auch die Single "Get a grip". Sie enthält ein gutes Midtempo - Riff, mehr aber auch nicht. Das Zeichentrick - Video hierzu verschreckt ebenfalls die Fans.

Einer der wenigen Höhepunkte ist die Halb - Ballade "Can't get close enough". Zunächst beginnt sie getragen und emotional, ehe sie sich in einen groovenden Midtempo - Kopfnicker verwandelt. Fegt angenehm durch die Gehörgänge.

Doch schon "Shaking off the Chains" lässt den guten Eindruck verblassen, als habe es ihn nie gegeben. Ein laues Riff und ein nerviger Refrain - für mich gar der schwächste Black Sabbath - Titel überhaupt! Etwas derart schwaches habe ich von den jeweiligen Mannen um Tony Iommi noch nie gehört.

Die obligatorische Bombast - Ballade "I won't cry for you" wirkt zwar etwas aufgeblasen, gehört aber aufgrund der emotionalen Gesangsleistung von Tony Martin zu den stärkeren Kompositionen des Albums. Berührend und eingängig - davon hätte man sich auf "Forbidden" mehr gewünscht.

Solide geht es weiter mit dem Midtempo - Groover "Guilty as hell". Ordentlich, aber nichts besonderes.

"Sick and tired" fährt die gleiche Schiene und ist mit seinen 70er Gesangslinien durchaus bemüht, schafft aber auch nicht mehr als solides Mittelmaß.

So wie auch "Rusty Angels", das jedoch einen interessanten Refrain besitzt, welchen ich mir gerne anhöre. Sehr melodisch.

Mein Liebing dieser Platte ist der Titelsong "Forbidden". Hier groovt es an allen Ecken, auch der Refrain bleibt im Gedächtnis. Starke Nummer!

An den monströsen Schluss - Track "Kiss of death" muss man sich aber erst gewöhnen. Zunächst wirkt er wenig spektakulär, wenn man ihn jedoch ein paar Mal gehört hat wird deutlich, dass er am ehesten an das heran kommt, was man gemeinhin als Stärke Black Sabbaths bezeichnet. Er ist eine düstere, schwerfällige Doom - Hymne, der zumindest künstlerisch annehmbar gestaltet wurde und an einigen Stellen sogar mitreisst.

Leider ist "Forbidden" das einzige Black Sabbath - Album, das man als wirklich schwach bezeichnen kann und ich war fast verleitet, ihm nur 2 Sterne zu geben. Doch dies käme einer Majestätsbeleidgung gleich...

Außer den drei Titeln "Forbidden", "Can't get close enough" und "I won't cry for you", die jedoch im Vergleich zum Gesamtwerk der Briten eher im Mittelfeld angesiedelt wären, weiß keine der 10 Kompositionen zu überzeugen.

Und das, obwohl absolute Profis am Werk waren. Gitarrist und Gründungsmitglied Tony Iommi versammelt das "Tyr" - Lineup um sich, das heißt Tony Martin als Sänger, Neil Murray am Bass und Cozy Powell am Schlagzeug - doch leider können sich diese musikalischen Genies nicht zu einem Meisterwerk befähigen. Soundtechnisch ist "Forbidden" durchaus okay, lediglich Powell's pentrante, "harte" Bass - Drum nervt etwas.

Leider lässt das Songmaterial derart zu wünschen übrig, dass man "Forbidden" als das schlechteste Werk im langen Schaffen von Black Sabbath bezeichnen muss.

Logischerweise verkündet Iommi nach der Veröffentlichung des Werkes auch das Ende der Metal - Legende - zumindest was Studio - Alben angeht.

Bereits 1998 kehren die Engländer jedoch mit einer Live - Scheibe zurück -überraschenderweise in der Originalbesetzung der ersten 8 Alben aufgenommen, die sie zum größten Metal - Act aller Zeiten gemacht hat. Die beiden darauf enthaltenen Studio - Bonustracks können allerdings auch nur mäßig überzeugen und es benötigt weitere 9 Jahre, ehe drei richtig gute, neue Studio - Kompositionen von Black Sabbath erscheinen - diesmal mit Ronnie James Dio als Sänger.

Fatalerweise ist ausgerechnet das letzte Album "Forbidden" auch das Schwächste von Black Sabbath und lässt daher wenig Spielraum einer Auflösung entgegen zu argumentieren. Wo der Vorgänger "Cross Purposes" noch Hoffnung machte, ist nun die Luft raus.

Zuletzt schließt Tony Iommi eine Studio - LP in der Originalbesetzung nicht mehr aus - wann diese jedoch erscheinen wird, bleibt nach den jüngsten Entwicklungen völlig unklar.

Eines bleibt aber bestehen: Der Eindruck, dass Black Sabbath einen derart laschen Abgang nicht verdient haben...
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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 12.07.2014 00:14:29 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 12.07.2014 00:15:02 GMT+02:00
Relayer meint:
Was für ein blöder Schwachsinn: Wann haben Black Sabbath jemals 'böse Satanstexte' intoniert! Hör' mal richtig hin, Du Nase.

Das gilt für alle kleinen Pseudo/Nachwuchsokkultisten: ich muss euch Allen leider diese Illusion nehmen.
Black Sabbath singen keine Satansbotschaften, haben sie nie! Vom ersten Album an geben Gesellschaftskritik, ehrliche Texte über Einsamkeit und Isolation, und vor allem PAZIFISTISCHE Botschaften den Ton bei Sabbath an. 'Children Of The Grave': Was glaubt IHR denn, wovon dieser Song handelt? Es ist 'ne FRIEDENSBOTSCHAFT! "Geht sorgfältig mit unserer Welt um, sonst sind eure Kinder, 'Kinder Des Grabs'! Oder 'War Pigs': Versteht sich eigentlich schon fast von selbst; Korrupte Politiker, perverse und feige Generäle, die ihre Soldaten in den Tod schicken...

Tut mir leid, für Eure kleinen, einfältigen Satansfantasien müsst ihr euch schon dümmere Bands suchen.

Veröffentlicht am 12.07.2014 00:17:48 GMT+02:00
Relayer meint:
Tony Martin ist ein lausiger Sänger, die Sabbath Alben mit ihm zählen zum schwächsten Material der Band und das liegt an seinem Metal-Klischee Gesang.
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