Kundenrezension

50 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Exzellent - die Erlösung für alle, die seit dem Ende von Deadwood verzweifelt an den Nägeln knabbern, 28. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Hell on Wheels - Die komplette erste Staffel [3 DVDs] (DVD)
Bis die DVD endlich erschienen ist, kann ich hier erst einmal nur auf die Qualität der Serie an sich eingehen. Und die ist so gut, dass ich sie gemeinsam mit Deadwood als derzeitige Referenz für eine Westernserie ansehe, die in jeder Hinsicht in der Lage ist, den Bedürfnissen eines Western-/Serienfans in Hinblick auf Authentizität, dramaturgisches Können und inhaltlichen Anspruch gerecht zu werden. Der Sender AMC hat damit nach "The Walking Dead" einmal mehr bewiesen, dass er Serien machen kann, die denen von HBO in nichts nachstehen.

Der Inhalt ist in der vorhandenen Zusammenfassung in der Produktbeschreibung bereits ganz gut umrissen. Ex Südstaatensoldat Cullen Bohannon sucht Rache - und findet einen Job. Und zwar beim Bau der transkontinentalen Eisenbahn. Die Beschreibung der mit dem Baufortschritt mitwandernden Kleinstadt als "Hölle auf Rädern" (Hell on Wheels) macht deutlich, mit Männern und Frauen welchen Kalibers es Mr. Bohannon zu tun bekommt. Gestrandete, Sadisten, Glückssucher, Kapitalisten, ehemalige Sklaven, Huren und Priester bilden eine Melange, in der man weder allein mit einer schnellen Waffe, noch ausschließlich mit Verstandeskraft lange überlebt. Aber zum Glück verfügt der verbitterte Cullen Bohannon über beides...

Die Kostüme sind exzellent und authentisch, alle Rollen bis in die Nebenrollen hinein perfekt besetzt und der allgemeine historischer Hintergrund wurde außerordentlich gut eingefangen. Natürlich diskutieren in US-Fanforen die Hardliner u.a. darüber, ob die eingesetze Lokomotive tatsächlich zu jener Zeit an jenem Ort über die Schienen gefahren ist, aber sowas kann man einer Serie wie dieser gern schenken, in der sonst alles einfach nur stimmig ist. Alle Darsteller agieren glaubhaft, alle sind facettenreich in ihren Motiven und ihrem Handeln. Jeder Folge besitzt ihre eigenen dramaturgischen Höhepunkte und doch arbeitet die ganze Staffel auf ihren eigenen Klimax hin. (Kleiner Ausblick: alles das, was die Serie so positiv heraushebt, bleibt auch in Staffel 2 erhalten. Doch die gibt es leider noch nicht auf Deutsch.)

Also: was Sie hier erwartet, ist eine kluge, spannende, überraschungsreiche Westernserie mit hervorragendem Ensemble in einem neuen, weil bislang noch kaum in diesem Genre in Szene gesetztem Setting, dem Eisenbahnbau. Sie enthält alle notwendigen Zutaten wie Machtkampf, Ehrenhändel, harte Männer und weiche Herzen, Indianer, Kavallerie, Niedertracht, Ehrenhaftigkeit, Liebe, Freundschaft, Hass und Humor - und natürlich ausreichend Pulverdampf.

Wer wie ich befürchtet hatte, dass nach Deadwood keine Westernserie mehr kommen würde, die den Ansprüchen von modernen Genrefans genügen könnte, der wird hier auf äußerst angenehme Art eines Besseren belehrt. Wenn jetzt noch die Serie "Copper" auf Deutsch erscheint, ist für mich das olympische Treppchen der aktuellen Serien zum Thema "USA um 1870" besetzt.

Nachtrag: nun ist sie ja endlich erschienen, die Serie. Über Bildqualität und Ton kann ich wenig fachliches sagen, ich kann bestenfalls über meine individuellen Eindrücke berichten und wie nicht anders zu erwarten ist beides brilliant.
Wichtiger ist für Blu Ray und DVD-Käufer wie mich jedoch die Info über enthaltenen Extras. Ich kann mich zumeist gar nicht genug über die Hintergründe, den Dreh und all die Details informieren, die ein Serienprojekt zu einem Genuss wie in diesem Fall gemacht haben. Und so kann ich nun auch endlich die Informationen zu den enthaltenen Extras nachholen.

Die Hell on Wheels Extras (alle sind deutsch untertitelt)

(Achtung: kann Hinweise auf die Handlung enthalten!)

"Eine Reise in die Vergangenheit: Making of" (16:45 min, enthält Interviews mit Regisseur und Mitgliedern des Produktionsteams

"Zugunglück: Vom Konzept zur Umsetzung" (3:25 min, leider sehr kurzes, aber dafür informatives Special über das Making of des Zugunglücks. Es ist grandios zu sehen, mit welchen Mittel die extrem gelungene Darstellung des Unglücks in der Serie erzeugt wurde)

"Mitten drin - Hell on Wheels" mit den folgenden Kapiteln
"Making of" (33 min)
"Die Charakere" (12 min, Kurzdarstellung der wichtigsten Hauptcharaktere)
"Episoden-Featurettes" (52 min, Hintergründe zu den einzelnen Episoden mit Äußerungen der Darsteller und des Produktionsteams)

Das o.g. "Making of" enthält die Kapitel
Über Hell on Wheels
Die Waffen
Der Kleiderschrank
Die Bedeutung der Eisenbahn
Die Entstehung des Zugs
Location & Set
Schmutzige Medizin

Es handelt sich hierbei um die Web-Features, die der Sender AMC mit Beginn der Serienausstrahlung ins Netz gestellt hat. Deutsche Zuschauer konnten (jedenfalls ohne Verschleierung der IP) nicht auf diese zwar nur kurzen, dafür aber sehr informativen Dokumentationen zugreifen. Das diese es nun in die Extras geschafft haben, ist sehr begrüßenswert. Waffeninteressierte kommen hier ebenso auf ihre Kosten wie Interessenten an den Kleidungsstilen usw.

Den Abschluss bildet das Kapitel:
"Hinter den Kulissen" (24 min, unkommentiertes, aber - soweit es die enthaltene Sprache betrifft - deutsch untertiteltes Begleitmaterial vom Dreh. Hier bekommt man einen sehr guten Eindruck, wie vergleichsweise unspektakulär die Rohdrehs ausssehen und wieviel vom der sehr überzeugenden visuellen Wirkung der Serie auf die Postproduktion zurückgeht.)
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1-4 von 4 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 03.04.2013 11:55:02 GMT+02:00
Immelmann meint:
Auch wenn ich HBOs "Deadwood" doch noch um einiges stärker halte, kann ich mich nur anschließen: "Hell on Wheels" ist rundum gelungen und Western-Fans unbedingt zu empfehlen. Szenerie, Inszenierung und Akteure sind allesamt hervorragend (allen voran natürlich "Chief O'Brien" Colm Meany). Und die deutsche Synchronisation ist sehr gelungen.

P.S.: Die von mir noch mehr geschätzte Serie "Copper" läuft derzeit in synchronisierter Fassung, eine DVD-Auswertung hierzulande ist also durchaus denkbar. Aber Vorsicht: Anders als bei "Hell on Wheels" ist die Synchro hier echt grausig.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.04.2013 12:37:10 GMT+02:00
Danke für den Hinweis auf die synchronisierte Fassung von Copper - und die Warnung vor deren offenbar leider schlechten Qualität.
Ich selber habe Hell on Wheels und Copper im Original mit Untertiteln gesehen und kann wie viele andere sicher auch nur den besonderen Genuss der vielen originalen Stimmen und Dialekte betonen.

Veröffentlicht am 28.03.2014 15:51:22 GMT+01:00
Marston meint:
Vielen Dank für diese Rezension. Ich bin ein großer Fan von Deadwood und habe mich bisher noch nicht an Hell on Wheels herangetraut, werde der Serie nun aber mal eine Chance geben. Beste Grüße

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 28.03.2014 17:25:06 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 28.03.2014 17:26:44 GMT+01:00
Schön, dass Sie den Weg zur Eisenbahn gefunden haben. Sie werden an der Serie Freude haben, aber meines Erachtens nur, wenn Sie diese nicht permanent an Deadwood messen. Es ist kein Ersatz und kein Nachfolger im engeren Sinne, Deadwood ist und bleibt sicher auf seine Art einzigartig. Hell on Wheels ist eine eigene Serie, ein ganz eigener Ansatz, hier wird ein anderes Western-Universum geschaffen. Und das spielt nicht in einer Stadt, diese differenzierten sozialen Aspekte wie bei Deadwood oder z.B. auch das Schwelgen des Auges in Kostümen (schon allein wegen der Hüte hätte ich die Serie schauen können), all das wird man bei HoW nicht so sehr finden. Dafür aber einen anderen, nicht weniger rauhen Aspekt der Eroberung des Westens mit Blick auf den Eisenbahnbau. Aber auf jeden Fall hat man auch hier vielfältige und wunderbar gespielte Charaktere zuhauf. Ich kenne aber auch "Deadwoodianer", die können einfach nichts anderes mehr gut finden, wei sie sich nicht mehr auf etwas anderes einlassen können. Und nur allein deshalb auf HoW zu verzichten, dass wäre wirklich schade. Und gemeinsam mit der Serie Copper hat man ein sehr schönes Panaoramabild der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts der USA von der Frontier über die Eisenbahn bis hin zur Ostküste.
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