Kundenrezension

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Kunstwerk vom Regisseurgenie Tarantino!, 19. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Kill Bill: Volume 1 (DVD)
Einer der meistverkanntesten Filme überhaupt: "Kill Bill". Quentin Tarantino, Regisseur der Klassiker "Reservoir Dogs", "Pulp Fiction" und "Jackie Brown" produzierte dieses kunstvolle Filmmeisterwerk. Die Idee der Verfilmung der Buchvorlage "The Bridge" hatte er schon zur Zeit von "Pulp Fiction" und fragte Uma Thurman damals, ob sie "Die Braut" spielen würde und zum Glück sagte sie zu. Anfangs war "Kill Bill" als ein Film gedacht, aber Tarantino wollte nicht noch mehr Szenen kürzen, also entschloss er sich Vol. 1 und Vol. 2 daraus zu machen, eine kluge Entscheidung. So erschuf er zwei geniale Werke über einen brutalen Rachefeldzug einer gedemütigten Frau...

Die Geschichte ist simpel: "Die Braut" war früher Mitglied einer Killerorganisation, unter der Leitung von Bill. Sie stieg aus und wollte ein normales Leben führen und heiraten, aber ihre alten "Freunde" statteten ihr einen Besuch ab und Bill selbst erschoss seine geschwängerte Freundin. Doch sie überlebt und wacht nach vier Jahren aus dem Koma auf und schwört Rache!

Definitiv kann man sagen, dass "Kill Bill" Tarantinos emotionalstes und bestes Werk ist, auch wenn viele "Pulp Fiction" für Quentins besten Film halten. "Kill Bill" beinhaltet, im Gegensatz zu seinen früheren Werken, eine große Geschichte mit viel Tiefe. "Die Braut" ist der Mittelpunkt der Geschichte und Dreh- und Angelpunkt.
Aber "Kill Bill" ist nicht nur eine gute Story: Das was den Film ausmacht, ist die Machart, die Optik und die Erzählweise. Kenner werden wissen, wie der Kultregisseur seine Werke inszeniert. Eigenartige, aber effektive Kameraperspektiven, wenige Schnitte und verrückte Stilmittel. "Kill Bill" ist voll davon: Unmögliche Kamerapositionen, wie der Blick von oben in eine Wohnung, Farbspiele, wie der Wechsel zwischen Schwarz- weiß und Farbbild oder auch der grandiose Einsatz von Anime.
Die Szene, in der Oren IshiiŽs Herkunft gezeigt wird, ist komplett animiert und im Animestil gezeichnet, also ein Trickfilm (für Nichtkenner). Dadurch verliert der Film aber keineswegs an Intensität, sondern behält seine Atmosphäre und Brutalität.

Ein Stichwort: "Kill Bill Vol. 1" ist im Gegensatz zu Vol. 2 extrem brutal und gewalttätig. Noch nie spritzte so viel Blut über die Leinwand und noch nie so gut: Tarantino wollte ein Denkmal für die damaligen Schmuddelfilme setzen und das gelingt ihm perfekt. Nicht nur das seine (wirklich rasante) Action überaus überdreht ist, sie ist auch toll inszeniert. Der Kampf gegen die "Crazy 88" ist echt verrückt. Dass dabei Physik und Logik kaum Rollen spielen, ist jedem spätestens nach der ersten Szene egal. Tarantino wollte keine Dokumentation über die Mafia oder einen realistischen Thriller drehen, sondern eine Hommage an die damalige Zeit, mit unzähligen Zitaten und Ideen. Genau hier scheiden sich auch die Geister: Jemand der konkrete Gewaltdarstellung verabscheut und Nichts für Splatter übrig hat, der wird sich auch nicht mit "Kill Bill" anfreunden. Hier ist der Geschmack gefragt, auch wenn Einige dies als geschmacklos ansehen... Ich persönlich sehe es als Kunstwerk an, die schon mehrfach genannte "Ästhetik der Gewalt". Und deswegen und auch durch die extreme Übertreibung, ist "Kill Bill" ein Film, der sich selbst parodiert, aber auch zeitgleich eine eigene Ernsthaftigkeit besitzt. Ich merke gerade, wie schwierig es doch ist, diesen Film exakt zu beschreiben, denn ich erkenne immer wieder, wie genial dieses Werk eigentlich ist.
Liebhaber von Martial Artsfilmen kommen dazu auch auf ihre Kosten, denn hier bekommt man spektakuläre Schwertkämpfe geboten, die genauso durchgeknallt, wie beeindruckend sind!

Kurz zwischendurch: Ja, diese Version ist die "zensierte" Version, aber die ist auch besser. Ich habe den Film in beiden Versionen gesehen, auch in der, wo der Kampf gegen die "Crazy 88" in Farbe ist. Allerdings wirkt diese Szene zu abgedreht, weil sie noch einige Sekunden länger ist. Aber der Film wurde am Ende so geschnitten und bearbeitet, wie er hier zu sehen ist, das heißt, dass das Blut in vielen Einstellungen tatsächlich nur Wasser ist. In der Farbversion sieht man dies mehrmals, weshalb die Szene an Intensität verliert. Ich persönlich rate zur "normalen" DVD, die reicht vollkommen aus!

Wichtig für einen guten Tarantinofilm sind natürlich wieder die messerscharfen und genialen Dialoge: "Rache ist wie ein Wald. Und in einem Wald kann man sich verirren."
Kein Klischeebrei, kein sinnloses Gequatsche, alles in "Kill Bill" klingt bis ins kleinste Detail durchdacht, allerdings ist Vol. 2 der dialoglastigere Film von beiden.

Wie bei allen Filmen von Tarantino, werden auch die Schauspieler in "Kill Bill" gefordert und dürfen ihr wahres Talent zeigen. Allen voran Uma Thurman, der ich ohne Nachzudenken einen Oscar für ihre grandiose Darstellung gegeben hätte! Unglaublich, was für eine Arbeit in ihrer Rolle steckt, denkt man allein an die Schwertkämpfe, die sie lernen musste. Besonders in Vol. 2 wird man sehen, was für ein körperlich anstrengender Dreh das gewesen sein muss!
Aber auch David Carradine (dessen Gesicht man witzigerweise in Vol. 1 nie sieht) oder Lucy Liu zeigen ihre Talente, besonders Liu passt perfekt in ihre Rolle.

Was mich ebenfalls fasziniert hat, ist wieder der fabelhafte Soundtrack. Die Musik aus Tarantinos Sammlung passt wie die Faust aufs Auge. Enio Morricone ist einer von seinen Lieblingskomponisten, weshalb auch einige Stücke dieses Musikgenies in "Kill Bill" Platz fanden und die Szenen auf eine ganz andere aber faszinierende Art untermalen. Die Musik dient als weiteres Stilmittel für die abgedrehte Aufmachung des Films, weil sie sehr ironisch und eher unpassend eingesetzt wird, aber dadurch so ungemein passt.

Ja, ich sehe diesen Film als Kunst- und Meisterwerk an. Niemand muss das so sehen, wie ich, weil "Kill Bill" definitiv keine Massenware ist. Wer auf leichte und unkomplizierte Hollywoodkost ist, der wird hiermit Nichts anfangen können. Wer aber anspruchsvolle (ja, anspruchsvoll!), makabere und brutale Filme mit einer ordentlichen Portion schwarzem Humor mögen, die werden "Kill Bill" lieben. Ich würde sogar soweit gehen zu sagen, "Kill Bill" ist einer der besten Filme aller Zeiten und jetzt schon Kult.
Aber bloß nicht im Fernsehen angucken: Wer eine verstümmelte und schlecht geschnitte Version dieses Geniestreichs sehen will, nur zu, aber ich rate auf jeden Fall zur DVD!
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