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Schönes Gerät zum Medienkonsum, aber bei weitem keine eierlegende Wollmilchsau ...,
4. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Apple iPad 1 24,6 cm (9,7 Zoll) Tablet 32GB WiFi, UMTS (Personal Computers)
Da ich kein Fan von übereilten Rezessionen bin und gerne warte, bis sich die oft anfängliche Euphorie gelegt hat, nun meine Meinung zu diesem Apfel-Produkt.
Mittlerweile nutze ich und mein Partner das iPad in der Version mit UMTS und 32GB Speicher seit etwas über einem Monat.
Unsere Erfahrung mit Apple ist begrenzt auf iPods und gelegentliche iPhone- und Macbook-"Fummeleien" im Bekanntenkreis.
iTunes und die Geschäftspolitik und Preispolitik für Zubehör, haben uns oft von Käufen abgeschreckt.
Aber da sind die Ansichten und Geschmäcker verschieden.
Es ist für uns kein vollwertiger Ersatz für ein Netbook oder gar ein Notebook oder einen Computer, schon deshalb nicht, weil man eines dieser Geräte zum registrieren und einrichten benötigt.
Aber das möchte es scheinbar auch gar nicht sein und somit füllt es eine Lücke, die vorher für die meissten wohl keine war ... aber genau da liegt der Reiz.
Nach dem Kauf stand fest, dass ganz dringend eine ordentliche Tasche und ein gutes Mikrofasertuch Einzug halten müssen.
Anders ist das iPad für mich nur bedingt verwendbar, denn geschützt sollte das empfindliche Gerät werden und geputzt werden muss es ständig.
Der Preis ist sicherlich kein Schnäppchen, aber nach dem ersten Vergleich mit Produkten/Lösungen anderer Hersteller erscheint er gar nicht mehr so sehr hoch gegriffen, eben typisches Apple-Niveau.
Eigentlich stand auf unserer Einkaufsliste das WeTab, doch leider ist es bis jetzt (und wird es vielleicht nie) nicht der angekündigte Hit.
Auch das Achros 9 bot einfach nicht die Mischung aus Leichtigkeit, Verarbeitung, Vielfalt, Bedienbarkeit und Qualität wie der Apple-Pendant und die "kleineren" Modelle am Markt bieten für mich nur einen eingeschränkten Nutzen bzw. sind eher die absolut mobilen Begleiter (z.B. Dell Streak).
Als Ergänzung zum Netbook wäre auch ein guter eBook-Reader super gewesen, denn die Schärfe und Augenfreundlichkeit ist einfach genial, aber ohne zuschaltbare aktive Beleuchtung und mit dem etwas begrenztem Funktionsumfang, war es dann doch nicht das Mittel der Wahl.
Für mich sollte es ein Gerät sein, dass hauptsächlich folgende Funktionen abdeckt.
-Internet & Mail
-eBooks, PDFs, Zeitschriften, etc.
-Multimedia (Audio, Video, Bilder)
-Unterhaltung (Spiele, etc.)
Das alles aber angenehm und sinnvoll mobil nutzbar (nicht wie auf unseren 3,5"-Handydisplays) und ausdauernd (mindestens die Ausdauer unseres Netbooks ~ 7-8 Stunden) sein, sowie dennoch transportabel und ermüdungsfrei bedienbar (so leicht und schlank wie möglich).
Es standen noch einige weitere Kriterien auf dem Wunschzettel, aber leider gab und gibt es kein Gerät das für uns das perfekte Tablet wäre.
Also hieß es Kompromisse machen und das Gerät wählen das uns am ehesten zusagt.
Trotz Skepsis wegen der "nur" 32GB Speicherplatz, ist bisher die Sorge unbegründet, da trotz etlicher Apps und Daten noch fast 20GB frei sind (allerdings wird auch viel über das Netzwerk gestreamt).
Einschätzung:
+ Verarbeitung, Baugröße, Optik, Haptik
+ Akkulaufzeit (realistisch zwischen 9-12 Stunden)
+ Display (kontrastreich, hell, blickwinkelstabil)
+ lautlos und kühl
+ Bedienung (präziser Touchscreen, oft selbsterklärend, schnell und unkompliziert)
+ Einsatzmöglichkeiten (ja, es gibt für fast alles eine App, auch zum "arbeiten")
+ "Usability" im Alltag (z.B. die blitzschnelle Einsatzbereitschaft)
+ Apps --> Vielfalt, Installation, Performance, usw.
+ flotter Prozessor und Grafikchip, ausreichend Speicherplatz
o Preis
o lange Ladezeit des Akkus (und Inkompatibilität mit vielen USB-Ports)
o fehlender USB-Port (auch wenn nun Dank App fast alles direkt vom NAS kommt)
o fehlendes Flash (obwohl es weit weniger stört als Anfangs vermutet, dank HTML5)
o Zubehörpreise (gerade die originale Tasche war schon sehr ernüchternd)
o Zubehör (z.B. Video-Adapter, warum kein HDMI und warum keine HDCP-Unterstützung?)
o Apps-Beschreibung oft dürftig (viele kostenfreie Apps sind leider Blender, das Angebot an sich reicht von genial bis Schrott)
o sehr schnell verschmutzendes Display
o Lautsprecher/Sound (Lautstärke und Klang in Ordnung, aber leider nur Mono und ungünstig platziert)
o kein Caching im Browser und schlechtes Tabbing (App-Alternative brachte Besserung)
- zu stark spiegelndes Display (lässt sich oft durch die Helligkeit kompensieren, aber nicht immer)
- Lieferumfang (OVP, iPad, Software, Ladekabel und Netzadapter --> selbst ein Mikrofasertuch fehlt!)
- iTunes auf Windows-Systemen (ein träger Krampf)
- Einschränkungen des iOS und der iTunes-Software (durch Apps zum Glück teils umgehbar)
- Zeitaufwand für Backup & Synchronisation (mehrere Stunden)
- Verwaltung mehrerer Apple-Geräte (haben noch iPods und seit dem iPad Account-Probleme)
- kein Multitasking (immer die Apps neu öffnen wenn man kurz eine andere verwendet hat nervt)
- Arbeitsspeicher mit 256MB knapp bemessen
- Kein Erweiterungsslot (z.B. für SD-Karten zur Speichererweiterung)
- teure Garantieverlängerung (99€! Wieso keine 2 Jahre inklusive?)
... sicherlich gibt es noch mehr Pro & Kontra, aber dabei möchte ich es vorerst belassen.
Eine Kamera fehlt mir nicht und obwohl es als eBook-Reader gern noch leichter sein dürfte, kann ich gut damit leben, so könnte es noch seitenweise weitergehen ... :)
Wenn diese Gängelung seitens Apple nicht wäre, könnte ich das iPad lieben (also mit offenerem BS und ohne iTunes, etc.).
So verwende ich es häufig und gern und weiß die Vorteile gegenüber anderen Geräten zu schätzen (kurz was im Internet schauen? --> in sekundenschnelle aus dem Standby geweckt! Termine nachschauen, Adresse suchen, Bilder zeigen, Handbuch/Konfigurations-PDF nachschlagen? --> blitzschnell und sehr komfortabel! Ein Spielchen spielen? --> gerade Adventures und Knobelspiele verzaubern, einfach toll!
Da kommt in "Konsum-Belangen" auch das Netbook nicht mit (vor allem beim surfen und lesen).
Allein schon die 768Pixel Breite (hochkant) sind ein deutlicher Pluspunkt beim lesen von eBooks, Zeitschriften oder was auch immer gegenüber Geräten mit 600Pixeln.
Auch das geschlossene System kann ein Vorteil sein, z.B. beim Thema Sicherheit (Schadsoftware, etc.) ist so ein iPad deutlich unkomplizierter als ein Windows-Gerät, was für viele Durchschnittsanwender sicherlich kein Nachteil sein dürfte.
Sobald es aber ums produzieren geht, kann nichts über die Beschränktheit dieses Multimedia-Gadgets hinwegtäuschen.
Davon abgesehen das viele der angebotenen Apps zu eingeschränkt und/oder zu teuer sind, versagt hier auch die Rechenleistung und Bedienung.
Auch wenn die angebotene Tastatur oder Tastatur/Dock-Kombination einen hochwertigen Eindruck macht und sehr schnelles tippen zulässt, fehlt die Möglichkeit zur Hochkant-Positionierung und die Kompatibilität zu Medien, Dateien und Formaten.
Da greife ich lieber zu einer besser geeigneten Alternative, bevor ich mich quäle!
Mein Fazit über das Produkt fällt also keineswegs durchweg, aber doch überwiegend positiv aus.
Es ist kein Allheilmittel und kein Gerät für jedermann, für einige ist es überflüssig und so mancher wird es nach anfänglicher Euphorie in der Ecke verstauben lassen.
Das ändert nichts daran, dass Apple ein wirklich gutes Produkt abliefert und nicht zu viel verspricht (man aber wohl scheinbar oft zu viel erwartet), ich habe das Gefühl ein relativ ausgereiftes Produkt in Händen zu halten.
Wer sich informiert und genau das sucht wofür das iPad so wunderbar geeignet ist, ein Tablet für Kommunikation und Medienkonsum, ein Unterhaltungs-Gadget für daheim und unterwegs, eine Technik-Spieleri mit durchaus praktischem Nutzen (sofern man diese Anforderungen hat und es sinnvoll in seiner Umgebung einsetzen kann, z.B. WLAN, Netzwerkspeicher, UMTS-Flat), der kann mit der ersten iPad-Generation wohl wirklich glücklich werden.
Man sollte nur nicht dem Hype verfallen und in das Teil mehr hinein interpretieren als es wirklich hergibt (wäre dann schade um die enttäuschten Erwartungen und das rausgeworfene Geld).
Aber die Diskussion über Sinn und Unsinn gab es ja schon oft, z.B. bei den Netbooks, die für viele auch zu nichts zu gebrauchen waren.
Dabei habe ich mein Netbook seit Oktober 2008 und bin nach wie vor sehr zufrieden und nutze es beruflich wie privat intensiv (trotz aller "Einschränkungen").
Aber das ist das schöne, keiner wird zum Kauf von irgendwas gezwungen und die Bedürfnisse unterscheiden sich massiv.
Allen zufriedenen Nutzern wünsche ich viel Spass mit ihrem Tablet, allen Interessenten viel Erfolg bei der Entscheidungsfindung und allen die nichts mit so einem Teil anfangen können, wünsche ich einfach nur einen schönen Tag.
Danke fürs lesen, ich hoffe es konnte jemandem bei der Qual der Wahl helfen.
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