Kundenrezension

8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wie kann die Welt in einem Buch verschwinden?, 11. April 2006
Rezension bezieht sich auf: Das Buch in dem die Welt verschwand (Taschenbuch)
Wolfram Fleischhauers Titel zu dem Buch hat mich eigentlich am meisten gereizt und ich habe mich lange mit dem Kauf zurück gehalten. Letztlich habe ich, wie fast immer, doch einfach wissen müssen, was sich dahinter verbirgt.
Das Buch spielt eigentlich 1836, erzählt aber einen Rückblick der zentralen Figur auf das ereignisreiche Jahr 1780.
Nicolai Röschlaub ist der Hauptakteur dieser Geschichte; ein junger Arzt mit vielen guten frischen Ideen. Leider holt er sich sehr schnell eine blutige Nase, weil sein Temperament beim Fürsten zu Fulda zu schnell mit ihm durchgeht. Gedemütigt landet er in Nürnberg, auf einem mehr oder minder unspannenden Posten, ohne Aussicht auf Wohlstand oder eine fulminante Karriere als Mediziner.
Doch irgendjemand ist ob der Vorgänge in Fulda auf den Jungen Physikus aufmerksam geworden. Eines Nachts wird er auf das Schloss des Grafen Alldorf zitiert. Der Kammerdiener Selling, der Apotheker Zinnlechner und der Gutsverwalter Kalkbrenner empfangen ihn dort. Dank Nicolais Einfallsreichtum finden Sie den Grafen, um dessen Wohlergehen sich die beiden erstgenannten sorgen; allerdings nur noch tot.
Gemeinsam mit dem Apotheker untersucht Nicolai noch in derselben Nacht den Leichnam
des Grafen und macht dabei eine seltsame Entdeckung. Gemeinsam mit dem Wissen um den Tod der gesamten Familie Alldorf (kurz zuvor sind schon Sohn, Tochter und Frau verstorben) und die mysteriösen Besucher der vergangenen Monate, von denen Zinnlechner berichtet, ist Nicolais Interesse mehr als geweckt. Doch als der Justizrat vom Reichskammergericht in Wetzlar, Giancarlo Di Tassi, ihn um Mithilfe bei der Aufklärung des Todes bittet, bleibt Nicolai zunächst mit seiner Kreativität etwas in der Defensive. Zu sehr, sind ihm die Vorgänge von Fulda noch in Erinnerung....
Doch die Ereignisse überschlagen sich. Die drei Herren, die Nicolai auf Schloss Alldorf empfangen haben, sind alle verschwunden. Wenig später wird Selling tot aufgefunden. Aufgrund erster Hinweise sieht es so aus, als habe Zinnlechner, allein oder in Mit-Täterschaft, Selling ermordet und aufs grausamste zerstückelt. Bei der Leiche wird eine vollkommen verstörte Frau gefunden, die keine Aussage mehr machen kann. Nicolai verliebt sich stehenden Fußes in sie. Die näheren Hintergründe zu dem Tod der Familie Alldorf (vor allem des Grafen und seines Sohnes) entblättern sich nach und nach. Zu allem Überfluss gibt es noch eine unerklärliche Serie sehr außergewöhnlicher Postkutschen-Überfälle und die Entdeckung überaus mysteriöser, dubioser und krimineller Machenschaften des verstorbenen Grafen.
Nicolai tritt in einen Vertrag mit Di Tassi, der den jungen Lizensiat auf ewig zur Verschwiegenheit über die Vorgänge und das Wissen verdammt, welches ihm nun zu Teil werden wird. Die ersten Verdächtigungen gehen in Richtung einer Sekte, die sich Illuminaten nennt. Ehe Nicolai es sich versieht ist er in der Welt der Geheimbünde verstrickt. Er erfährt, dass seine bisherige Arbeit als Arzt ihm dabei sehr nützlich sein kann. Ein brutaler Selbstmord und die Suche nach einer riesigen Summe Geldes macht die ganze Situation nicht gerade einfacher.
Das verstörte Mädchen, Magdalena, kommt wieder zu Sinnen; doch von der anfänglichen Annahme ihrer Unschuld rückt Nicolai nach und nach ab. Seine Verliebtheit umnebelt immer wieder seine Sinne, aber nicht zuletzt Magdalena versucht ihn zu klarem Denken zu bewegen, obwohl sie scheinbar nicht mit offenen Karten spielt und damit selbst zur Verschleierung beiträgt. Er traut niemandem mehr, er stiehlt und lügt damit er der einzigen wirklichen Wahrheit auf die Spur kommen kann und verliert sich selbst fast dabei.
Er will herausfinden, wie genau es zu Maximilian Alldorfs (der Sohn des Grafen) Tod kam, denn darin sieht er den Schlüssel zu all den Fragen, die mit jeder Antwort mehr werden. Immer undurchsichtiger wird das Netz, in dem er sich gefangen sieht und immer wahnwitziger werden seine Entdeckungen. Belogen und gehetzt versucht er herauszufinden, worum es wirklich geht. Ist es eine Krankheit, geht es um Politik oder ist letztlich alles ein wirtschaftliches Komplott? In der letzten Station seiner Reise finden sich die Antworten und auch die Aufklärung, was es mit dem Titel dieses Buches auf sich hat....
Es ist nicht so, dass ich nicht mehr über das Buch schreiben kann, aber ich möchte, wie immer bei den Krimis, nicht zu viel vorwegnehmen. Ich finde, dass es den Spaß am Lesen nimmt, wenn man schon zu sehr ins Bild gesetzt wird.
Fakt ist, dass ich Wolfram Fleischhauer für mich entdeckt habe. Der Roman ist sehr gut geschrieben und befreit einen kaum mehr, wenn man sich erstmal darauf eingelassen hat. Das Ende ist fantastisch und entschädigt für das manchmal doch ziemlich auf die Spitzte getriebene Verschwörungs-Thema. Letztlich kann man tatsächlich aus diesem Krimi auch etwas für sein Leben mitnehmen; ein bisschen Philosophie, das man gerade bei den Verschwörungs-Theorie-Thrillern oft vermisst. Zudem spielt sich so halb im Hintergrund eine wunderbar tragische Liebe ab. Also für jedermann / -frau etwas.
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