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5.0 von 5 Sternen STEVE LUKATHER - EVER CHANGING TIMES - TOTO-Gitarrist (erneut) auf Solo-Pfaden, 22. Februar 2008
Rezension bezieht sich auf: Ever Changing Times (Audio CD)
STEVE LUKATHER ist den meisten Musikfans als Gitarrist der AOR-Legende TOTO bekannt. Dabei hat der Mann, den viele für den besten Rock-Gitarristen der Welt halten (so antwortete niemand Geringeres als EDDIE VAN HALEN einmal in einem Interview auf die Frage, wie man sich als bester Rock-Gitarrist der Welt so fühlt, mit: Fragen Sie STEVE LUKATHER), eigentlich schon alles erreicht: Grammys, Nummer 1-Alben, Top-Hits am laufenden Band und eine treue Fangemeinde in aller Welt. Eigentlich könnte sich LUKATHER mit 50 Jahren einmal zurücklehnen und sein persönliches Glück (seit kurzem vervollständigt Töchterchen Lily die Familie) genießen. Dennoch kann LUKE nicht aufhören und produziert mit schöner Regelmäßigkeit Alben, die der Konkurrenz die Schamesröte ins Gesicht treiben müssten - sei es mit TOTO, in Kollaboration mit Größen wie etwa LARRY CARLTON oder aber Solo.

Mit EVER CHANGING TIMES hat sich LUKE nach mehr als zehn Jahren mal wieder einem Solo-Album in der Tradition von LUKE (1997) gewidmet, das hauptsächlich einfache" (und einfach schöne) Rock-Songs beinhaltet. Der Mann weiß einfach, wie man Songs schreibt. Dabei verzichtet LUKE auf allzu ausufernde Solo-Passagen, bei diesem Album stehen die Lieder im Vordergrund. Aber keine Angst, immer wieder lässt der Gitarren-Hexer die Saiten glühen. Veredelt wird das Werk durch die hervorragenden Mitstreiter, die LUKE um sich geschart hat: LELAND SKLAR am Bass (der schon TOTO bei der FALLING IN BETWEEN-TOUR aushalf), Schlagzeuger ABE LABORIEL JR., Keyboarder JEFF BABKO und seinen Sohn TREVOR, der einige Gitarrenpassagen eingespielt hat - irgendwie scheint sich Talent doch zu vererben. Dabei kommen LUKATHER einmal mehr seine guten Kontakte innerhalb der Musikszene von Los Angeles zugute. Denn SKLAR mit seinem wunderbaren knarzenden Bass-Sound (vor allem bei dem wunderbar groovigen JAMMIN WITH JESUS), die absolute Groove-Maschine LABORIEL (der schon mit so unterschiedlichen Musikern wie STING, PAUL MCCARTNEY, SEAL, STEVE VAI und MANHATTAN TRANSFER zusammen spielte) und der eher Jazz-inspirierte BABKO holen das Beste aus LUKATHER raus und geben ihm auch das Beste was sie zu bieten haben. Als Gastmusiker konnten unter anderem JOSEPH WILLIAMS & STEVE PORCARO (beide ex-TOTO), PHIL SOUSSAN (ex-OZZY OSBOURNE) und STEVE WEINGART (vor allem Projekte Jazzern wie DAVE WECKL, JOHN PATTITUCI aber auch ROBBEN FORD, TONY MACALPINE) gewonnen werden.

Die Musik bewegt sich - wie kaum anders zu erwarten - zwischen dem was LUKE mit TOTO seit mehr als 30 Jahren so erfolgreich produziert und seinem letzten Album LUKE. Ehrliche und schnörkellose Rockmusik (die ein oder andere exzellente Ballade ist selbstverständlich auch dabei). Keine Exzesse mit vertrackten Rhythmen und jazzigen Einflüssen wie bei CANDYMAN, sondern einfach nur vier Musiker, die zusammen eine gute Zeit haben (was man EVER CHANGING TIMES jede einzelne Minute anhört).

EVER CHANGING TIMES ist ein Opener, wie er im Buche steht - packend, rockend und getragen von einer wunderbaren Melodie mit einem typischen LUKATHER-Solo zur Krönung.

THE LETTING GO klingt ein wenig nach BOTTOM OF YOUR SOUL von TOTOs letztem Album FALLING IN BETWEEN, eine schöne Halb-Ballade getragen von Klavier und Akustikgitarre - eine potenzielle Hit-Single (so sich denn eine Radiostation traut auch mal ehrliche handgemachte Musik zu spielen).

NEW WORLD kommt im Vers sehr laid back daher mit einer angezerrten funky Rhythmusgitarre und in der Bridge dann eher ruhigen Passagen, bevor LUKE und seine Jungs im Refrain Gas geben - die wunderbare Gesangsmelodie macht den Song zu einem Hörgenuss und Live-Favoriten, der ruhig auch bei künftigen TOTO-Touren zum Einsatz kommen dürfte.

TELL ME WHAT YOU WANT FROM ME kommt zunächst ruhig und entspannt daher ehe die Band dann in der Hinleitung zum Refrain das Brett auspackt. Hier sind leichte PINK FLOYD-Anleihen in den Keyboard-Soundscapes auszumachen, die dann im wunderbaren Kontrast zu der sehr harten Gitarre stehen.

I AM ist meines Erachtens nach der schwächste Song des Albums, erneut sehr ruhig gehalten, sehr harmonisch aber ohne große Spannung und Überraschungen - mit etwas mehr als drei Minuten auch der kürzeste Song.

JAMMIN WITH JESUS macht dann aber das kleine Zwischentief mehr als vergessen - toller Groove, Hammond-Sounds, knarzender Bass, Gospel-Chor im Refrain und tolle Gitarrenarbeit - ein perfekter Song und das beste Stück des Albums.

STAB IN THE BACK ist Steves Verbeugung vor seinen musikalischen Vorbildern STEELY DAN - ein lässiger Groove, perfekt aufeinander abgestimmte Instrumental-Einsätze - eben typisch FAGEN und BECKER - dazu ein überraschender heftiger Einsatz" - besser hätte es das Original wohl auch nicht hinbekommen.

NEVER ENDING NIGHTS klingt wieder wie eine typische LUKATHER-Ballade, sehr ruhig und getragen mit sehr eingängigem Gesang (aber nicht eingängig wie DJ ÖTZI - sondern wie von TOTO-Balladen gewohnt) mit einem Solo, das für Gänsehaut-Gefahr sorgt und für einen hohen Verbrauch an Wunderkerzen und Feuerzeugen weltweit sorgen dürfte.

ICEBOUND klingt soundtechnisch ein wenig nach CANDYMAN (eine Mischung aus HERO WITH A 1000 EYES und SONG FOR JEFF vielleicht), klasse rockige Gitarrenmelodie und dann immer wieder laid back (erneut fast STEELY DAN-mäßig) mit schönen abwechselnden Soli von Keyboards und Gitarre - Fusion at its Best.

HOW MANY ZEROS klingt ein wenig nach den frühen BOZ SCAGGS (vielleicht ein wenig mehr Rock als BOZ, aber das ist ja auch ein LUKATHER-Album) - wieder ist der Beat sehr laid back mit schönen Breaks und verschlepptem Rhythmus, zudem sehr interessante Keyboard-Sounds, toller Chor-Gesang und ein typisches LUKATHER-Solo (kurz aber knackig)

THE TRUTH ist das einzige Instrumental auf dem Album, vorgetragen von Klavier (mit einigen Streicher-Sounds im Hintergrund) und Gitarre, wobei LUKE einmal mehr alle Register seines Könnens zieht. Ein toller Abschluss für das Album.

Viele der Songs auf EVER CHANGING TIMES hätten auch gut von TOTO stammen können (wen wundert's - ist doch LUKATHER einer der Hauptsongwriter der Band), dennoch klingen die Songs anders, eigenständig, großartig - eben typisch LUKE.
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