Kundenrezension

24 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen gute Diskussion, aber leider keine Lösung, 9. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Ökonomie von Gut und Böse (Gebundene Ausgabe)
In diesem Buch geht es um die Wechselwirkung zwischen den Wirtschaftswissenschaften auf der einen und der Ethik auf der anderen Seite. Muss Wirtschaft sich an eine Ethik halten oder nützt das nichts? Und was versteht man unter dem Guten und dem Bösen?

Zunächst werden diese Fragen im historischen Zusammenhang diskutiert. Dazu dienen das uralte sumerische Gilgamesch-Epos, Altes und Neues Testament, antike griechische Philosophie und Philosophen der Neuzeit (Descartes, Mandeville, Smith). Hier sieht man, dass die Menschen der Antike von der Wirtschaft und den Städten verunsichert waren. Ob die städtische Zivilisation gut oder schlecht war, wurde immer anders gesehen. In der Neuzeit wurde alles mechanistischer gesehen; teils sollte die Gesellschaft wie ein Uhrwerk funktionieren.

Der thematische Teil des Buches befasst sich u. a. mit Gier, Fortschritt, Träumen, Wissenschaft und Wahrheit. Dabei geht es immer darum, ob die unsichtbare Hand des Marktes eine Ethik benötigt oder ob eben alles automatisch abläuft.

Man sieht, dass die Wirtschaftswissenschaften keine Naturwissenschaften sind (Menschen sind eben keine unbelebte Materie). Deshalb sind allzu vereinfachende Konzepte wie der Homo oeconomicus (der allwissende Mensch, der allein nach dem Nutzen schaut), mathematische Gleichungen und Ökonometrie (statistische Verfahren) nicht sehr sinnvoll. Wo bleiben die Träume oder Triebe der Menschen? Die kann niemand prognostizieren...

Als Lösung zur Finanzkrise wird zur Verringerung der Schulden aufgerufen. Außerdem sei die Marktwirtschaft diskreditiert (wenngleich der Marxismus keinesfalls funktionieren kann).

***

Mir hat das Buch teilweise gut gefallen. Der Autor rätselt, warum die Gesellschaft immer mehr Wirtschaftswachstum will und dazu immer mehr Schulden benötigt. Das müsse man jedenfalls in den Griff kriegen. Die Lösung liegt im aktuellen keynesianisch-monetaristischen Paradigma der Wirtschaftswissenschaften: Zur Senkung der Arbeitslosigkeit braucht man Wachstum. Wachstum erzeugt die Zentralbank über eine Ausweitung der Geldmenge, was über die Geschäftsbanken die Verschuldung erhöht. Warum der Autor sich manchmal auf Hayek und Mises beruft, aber dann deren Konjunkturtheorie vergisst, ist mir ein Rätsel.

Ayn Rands Philosophie, der Objektivismus, wird als "Reduktionismus und radikaler Egoismus" beschrieben. Dass dazu eine quasi naturrechtliche Ethik (Freiheit, Eigentum, Arbeit, Ehrlichkeit) gehört, wird verschwiegen.

Die Frage, was im Bereich der Wirtschaft gut oder böse ist, wird meiner Meinung nach nicht beantwortet. Der Autor schließt, dass Theorien nützlich sein müssen und es nichts bringt, nach einer wahren Theorie für alles zu suchen.
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Kommentare

Von 1 Kunden verfolgt

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1-4 von 4 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 27.03.2012 18:16:26 GMT+02:00
Der Andi halt meint:
gute Rezension

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 30.03.2012 23:51:53 GMT+02:00
Lulu meint:
Ich schließe mich dem Urteil an: gute Rezension.

LG Lena

Veröffentlicht am 18.05.2012 16:59:58 GMT+02:00
khongtu meint:
Der Autor rätselt, warum die Gesellschaft immer mehr Wirtschaftswachstum will und dazu immer mehr Schulden benötigt.

Die Antwort findet man z.B. in "Ken Fisher - Das zählt an der Börse".
"Wir alle wollen reicher werden"

Veröffentlicht am 20.06.2012 12:04:46 GMT+02:00
P. Schmitz meint:
"Der Autor rätselt, warum die Gesellschaft immer mehr Wirtschaftswachstum will und dazu immer mehr Schulden benötigt."

Die Ursache dafür ist das Zinssystem. Da alles Geld als verzinster Kredit in Umlauf gebracht wird, wird immer mehr Geld geschuldet als existiert. Ein Drittel aller Kosten, die wir zu tragen haben, kommen durch Zinsen zustande. Nur die reichsten zehn Prozent profitieren vom Zins, der Rest zahlt drauf. Und das auch, wenn man keine eigenen Schulden hat: Der evtl. persönliche Zinsertrag - auf Sparguthaben etwa - liegt bei den unteren 90% der Einkommensskala unter dem, was man durch seine täglichen Ausgaben an Zinsen entrichtet.
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