Kundenrezension

141 von 168 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Drama und Charakterstudie über die Abgründe menschl. Natur, 18. November 2003
Rezension bezieht sich auf: Das Lied von Eis und Feuer 01: Die Herren von Winterfell (Taschenbuch)
Es fällt nicht leicht, dieses Buch zu beurteilen. Zunächst muss ganz klar gesagt werden, dass es sich um kein klassisches Fantasywerk handelt. Es gibt keine glorreichen Protagonisten, keine Helden, keine Bösewichte, keine exotischen Abenteuer und Schauplätze, fast keine nichtmenschliche Rassen und Kreaturen. Das Buch ist eine Geschichte über Charaktere, die in einer mittelalterlichen Welt leben. Es ist eine Studie über menschliche Perversität, Verrat, übelste Morde und verbitterte Protagonisten. Die Story selber tritt dabei in den Hintergrund und hat eher eine untergeordnete Funktion. Vielmehr geht es darum, bittere und üble menschliche Schicksale zu beschreiben. Da werden Kinder vergewaltigt und ermordet, es herrscht Inzest, Brutalität und Erbarmungslosigkeit. Einige Leser könnten Martin literarischen Sadismus vorwerfen, andere loben seinen Realismus und linguistische Intensivität.
Freunde klassischer Fantasy vermissen das Abenteuerliche und Romantische sowie die epische Geschichte. Martin kaschiert seine etwas zu dünne Story mit unzähligen, komplexen Handlungssträngen und Protagonisten. Für viele Leser könnte der Spaß bei der x-ten Kinderschändung und dem erneuten Tod eines Protagonisten aufhören.
Auch Anhänger von Sword&Sorcery werden schlecht bedient. Kampfszenen gibt es nur vereinzelt, Magie zu Beginn überhaupt nicht.
Dennoch übt das Buch eine gewisse (fast voyeuristische) Faszination auf den Leser aus. Es ist ungeheuer spannend und motivierend - die einzelnen Handlungsstränge sind im Episodenstil, wie in einer Seifenoper miteinander verknüpft (Martin war Drehbuchautor für Horrorgeschichten). Trotz der intensiven-, dramatischen Elemente wird man unterhalten.
Fazit: Kein Buch für Romantiker und Leser, die „gute" Enden mögen oder Heldensterben verabscheuen. Vor allem kein Buch für 13-jährige, die von „Herr der Ringe" fasziniert waren und eine Nachfolgegeschenk wünschen. Kein Buch für Abenteuerfanatiker, die es lieben, neue Welten zu erkunden und fantastische Ideen erwarten. Für diesen Personenkreis ist das Buch 1 Stern wert.
Geeignet für Fans düsterer und dramatischer Geschichten, für Leser, die eine Demonstration mittelalterlicher, menschlicher Abgründe mögen, 5 Sterne.
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Kommentare

Von 2 Kunden verfolgt

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1-5 von 5 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 01.11.2009 00:52:19 GMT+01:00
sunshine meint:
danke für den hinweis, für welchen lesekreis die empfehlung genau wieviele sterne beträgt :-)

Veröffentlicht am 13.01.2010 13:27:39 GMT+01:00
John Snow meint:
Also zuerst einmal finde ich es erfrischend das Martin die ausgetretenen Fantasy Pfade verläßt und eine eher realistische Geschichte schreibt. Eben keine Geschichte, wo eine Heldengruppe von A nach B läuft, unterwegs das Zauberschwert findet und den bösen König besiegt. Das alles begleitet von übermächtigen, allwissenden und unsterblich Elben.
Zweitens finde ich, dass diese Rezession den Eindruck vermittelt, dass permanent Kinder vergewaltigt würden, was definitiv nicht stimmt. Diese Darstellung bezieht sich wahrscheinlich auf den Daenerys Plot, die als 14 Jährige verheiratet wird, damit ihr Bruder einen Verbündeten bekommt. Der Sex mit ihrem Ehemann ist jedoch nicht durch Gewalt erzwungen, wohl aber aus heutiger Sicht moralisch mehr als zweifelhaft. Andererseits im Mittelalter aber nicht unüblich.
Was die Gewalt- und Sex-Szenen im Allgemeinen angeht, ist natürlich richtig, dass Martin hier kein Blatt vor den Mund nimmt. Inzest gibt es übrigens nur zwischen einem Geschwisterpaar und sowas gab es meines Wissen auch schon in einer bekannten dt. Daily Soap.
Und so viel Hauptcharaktere sterben gar nicht. Aber es soll ja nicht zu viel verraten werden.

Veröffentlicht am 27.11.2011 10:55:42 GMT+01:00
Simurgh meint:
"Kein Buch für Abenteuerfanatiker, die es lieben, neue Welten zu erkunden und fantastische Ideen erwarten. Für diesen Personenkreis ist das Buch 1 Stern wert."

SEltsam, dass es mir dann trotzdem so gut gefallen hat. Es kommt ganz darauf an, was man sich unter "phantastisch" vorstellt. Schließlich gibt es auch so etwas wie den phantastischen Realismus, dem sich Martin eindeutig verschrieben hat.

Veröffentlicht am 30.05.2012 22:46:26 GMT+02:00
Miss Waikiki meint:
Also für mich steht und fällt es immer mit dem Schreibstil, ob ich ein Buch gut finde oder nicht. Bei anderen Autoren hätte ich mir jetzt gedacht... "Alter, bring mal endlich Fantasy rein. Zauberer, Vampire, Hauptsache irgendwas". Aber hier habe ich das gar nicht vermisst, weil die Handlung auch mit wenig Fantasy spannend war. Ich fand es dafür sehr authentisch geschrieben (habe gewisse Dinge nachgeschlagen und herausgefunden, er hat wohl sehr gut recherchiert).

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 19.04.2013 11:23:51 GMT+02:00
Macros meint:
Sehr gute Rezension - trifft auch genau meinen Eindruck. Ein gutes Buch, jedoch nicht das, was man von einem Fantasyroman erwartet.
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