Kundenrezension

38 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Der Soundtrack zur Oberflächlichkeit, 6. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Ultimative Chartshow-Synthie-Pop Hits (Audio CD)
Und mit Oberflächlichkeit ist durchaus nicht das (auch erweiterte) Musikgenre gemeint, sondern die vorwiegend substanzlose Verpackung und Präsentation, ganz in Format-Medien-Güte.
Natürlich darf man von einem Sendeformat, das sich schon reisserisch als "Ultimative Chartshow" anbiedert, keine allumfassende und fundierte Aufbereitung eines musikalischen Sach-, bzw. Spartenthemas erwarten - dient dieses doch vornehmlich zu mehr oder weniger profaner Massenunterhaltung (inkl. Werbung, Selbstdarstellung und dem Promoten abgewrackter ehemaliger Popgrössen, die nicht merken, dass auch mal gut ist mit dem Eigenrevival mit Untoten-Charme).
Aber auch das hätte man noch mit ein wenig mehr Anstand (und Witz: ein augenzwinkernder Charme der Selbstironie wäre gewesen, sich der Erwähnung des "Music for the masses"-Album von Depeche Mode als Referenzaussage zu dieser Sendung zu bedienen...) hinbekommen können. Spricht die zweifelhafte Platzierung der "Hits" schon Bände - welche Eintagsfliegen und neueren semibekannten Eurotrash-Elektro-Sperenzien, die definitiv nicht die Kriterien des Synth-Pop erfüllen, sollen tatsächlich erfolgreich gegen "Giganten" wie Kraftwerk, Depeche Mode, O.M.D. oder New Order angestunken haben, bzw. diese noch übertrumpft haben? Amüsant! Amüsant, aber eher doch im Grunde ein Ärgernis, das bemühte Hervorzerren einer durchschnittlichen "Nur"-Popband wie Roxette. Der Einsatz von Keyboards macht aus Musikern noch keine Elektropopper. Dazu bedarf es eindeutig einer vollkommen anderen Ästhetik und stilprägender Herangehensweise - aber bitte, wenn man bei RTL der Auffassung ist, Roxette (und auf CD) Fleetwood Mac (!) zu adden, dann sind am Ende Emerson Lake and Palmer, Genesis und Konsorten auch noch Synth-Pop-Bands und Rick Wakeman der Posterboy des Genre...
Wobei wir auch bei einem weiteren Knackpunkt dieses Sende-Formates wären, wie kann man nur Studiogäste einladen, wahre "Experten" geradezu, die eine gewisse rockistische Zurschaustellung der eigenen latenten Abneigung gegen das Musikgenre permanent verströmen mussten (jaja, AC/DC und Motörhead bringts - und Marc Almond ist ja schwul, was für eine total neue Erkenntnis...). Auch hier wäre ein fundierterer Umgang mit dem musikalischen Schwerpunktthema Pflicht gewesen. Historisch sinnvolle Hinweise auf Vorreiter der elektronischen (Pop-)Musik, bzw. des Synthpop wie z.B. Can, Tangerine Dream, Cabaret Voltaire, The Normal, Fad Gadget, etc. hätten der Sendung mehr als gut getan. Hinzu noch ein wenig ernstzunehmende Instrumentenkunde (kein albernes Herumgespiele) für Laien - man lernt doch gerne hinzu, auch RTL-Gucker können das...
Alles Fehlanzeige - und hier das "ultimative" Produkt im Schlepptau: eine Kompilation, die aufgrund allseits bekanntem Materials, vollkommen thematisch unpassenden Materials und liebloser Kraut-und Rüben-Auswahl vollkommen überflüssig ist. Am Genre interessierte Neueinsteiger lockt man damit nicht, sondern führt sie in die Irre - und "altgedienten" Synth-Pop-Fans stehen vor Grausen die Haare zu Berge: Roxette und Fleetwood Mac, also ehrlich...
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Von 1 Kunden verfolgt

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1-4 von 4 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 07.03.2011 11:18:26 GMT+01:00
Marlene Klaus meint:
Danke, Bender Rodriguez "B.R.", für diese ausführliche Stellungnahme, der ich mich komplett anschließe!
Gruß
Marlene

Veröffentlicht am 07.03.2011 11:18:28 GMT+01:00
Marlene Klaus meint:
Danke, Bender Rodriguez "B.R.", für diese ausführliche Stellungnahme, der ich mich komplett anschließe!
Gruß
Marlene

Veröffentlicht am 09.03.2011 21:27:01 GMT+01:00
Mapro meint:
Alles schön und gut und auch richtig. Nur ist Oliver Geissen kein Musikhistoriker und der Sinn der Sendung ist ja auch nicht, wissenschaftliche Abwandlungen über die Entstehung des Synthie-Pops vor intellektuellem Publikum abzuhalten. Es geht hier nunmal nur ums liebe Geld, Punkt. Wenn die CD (oder die Sendung) eine Doktorarbeit zum Thema "Verwendung synthetischer Klänge in der populären Musikwelt" wäre, hätte sie in Bayreuth (oder sonstwo) nie die Anerkennung gefunden, da es sich hier eindeutig um eine Themaverfehlung handelt (und zudem könnten Plagiatsvorwürfe aufkommen, denn die meisten Titel befinden sich bereits auf anderen Chartshow-Samplern). Ich bin begeistert, dass es bis dato 9 mal nur einen Stern (und nicht mehr) als Wertung gegeben hat, denn nie hatte das "Volk" so Recht wie hier.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 10.03.2011 19:57:24 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 10.03.2011 20:03:09 GMT+01:00
Mapro, ich bin beileibe kein kulturpessimistischer und -kämpferischer Kapitalismusverächter (ich höre ja schliesslich auch mit Wonne u.a. Synth-POP ;-) ). Wer Pop halbwegs versteht, der toleriert selbstverständlich auch Profit zu ziehen aus dieser Kunstform - es ist nur legitim (und wer nichts an seiner Kunst verdient, der verliert am Ende noch das Interesse an dieser - wieviel hervorragende Musik entging uns vielleicht aufgrund "brotloser Kunst"? ...). Letztendlich sind auch "subversive" Strömungen wie die geplante musikalische Kommerzialisierung mancher Underground-Künstler (siehe z.B. den "conform to deform"-Gedanken von Cabaret Voltaire - d.h. mit zunehmend stromlinienförmig werdender Oberflächen-Undergroundkunst den Mainstream zu unterminieren) Mittel und Wege, die Charts zu knacken und somit die "Message" in die Mitte der Gesellschaft zu tansportieren.
Klar, das muß nicht das Thema einer reiner TV-Unterhaltungssendung sein - und gegen Unterhaltung der Unterhaltung wegen ist ja auch prinzipiell nichts einzuwenden (Pop sollte auch Unterhaltung darstellen - wenn nebenbei noch Kunst produziert wird, so dient das einem durchaus positiven Kosten-Nutzen-Effekt... ;-) ).
Aber wer sich an einem doch ziemlich in gewissen stilistisch abgesteckten Grenzen bewegenden Spartenthema (das jedoch eigentlich einfach zu handeln ist) wie Synthpop so verhebt und dieses kolossal an die Wand fährt, der muß mit Kritik rechnen - und der Musikverlag, der wider besserem Wissen (und Gewissen? - wenn davon noch was übrig ist...) solch eine unprofessionelle Compilation veröffentlicht, der vergeht sich grob fahrlässig an der Musikhistorie!
Schlimm genug ist doch die bereits verfälschte Wahrnehmung der Popgeschichte durch das Massenpublikum - man muß dies doch nicht noch forcieren. Und schon mal gar nicht, wenn man anfängt, vollkommen unpassend Synthpop gegen die leidige Renaissance des bocklangweiligen Radio-Classic-Rock (eben Roxette, Fleetwood Mac und die offensichtlichen Favs der "Mundstuhl"-Studiogäste - ohje, wieso ist sowas wieder "salonfähig" geworden, Sender wie "Radio BOB" lassen grüssen...) auszuspielen. Was sollte das? Und letzlich stellt sich dann auch die Frage nach dem Sinn (u.a. des künstlerischen "Nährwertes") dieser verkorksten CD zur verkorksten Sendung...
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