Kundenrezension

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4.0 von 5 Sternen Kann Gary Grant ein Mörder sein?, 17. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Verdacht (DVD)
Dieser sanfte Psychothriller aus dem Jahre 1941 lebt von der Darstellung der Hauptdarsteller Gary Grant und Joan Fontaine. Wie kann eine reizende Frau wie Lina Aysgarth nur glauben, dass ihr verliebter Ehemann John, sie des Geldes wegen vergiften will? Der Altmeister Alfred Hitchcock lässt keine Gelegenheit aus, die Gedankengänge der zunehmend verzweifelten Ehefrau überzeugend darzustellen und die Spannung subtil zu steigern. Gebannt starrt man als Zuschauer ebenso wie Joan Fontaine auf das Glas, welches der besorgte Gary Grant eben als Schlummertrunk auf den Nachttisch gestellt hat, bevor er das Zimmer verließ. Unheilvoll schimmert der Inhalt des Glases, welches der Regisseur wegen des Effekts mit einem leuchtenden Lämpchen ausstattete.

Die erste Begegnung zwischen John und Lina findet im Zug statt. Es ist schon ein Kunststück die Schönheit Joan Fontaines zu verbergen und hier erfolgt der Versuch mit einer großen, unattraktiven Brille, einer unkleidsamen Frisur und altjüngferlicher Kleidung. Komplett gemacht wird der Eindruck eines Blaustrumpfs durch das aufgeschlagene Sachbuch auf dem Schoß der sittsamen Dame. Doch jemand wie der erfahrene Playboy John Aysgarth lässt sich nicht so leicht täuschen. Auch Linas Gedanken sind nicht so sachlich, wie es den Anschein haben mag. In ihrem Buch verborgen liegt ein Bild eines attraktiven Mannes und wie die Betrachterin erschreckt und etwas verwirrt feststellt, handelt es sich um den Portraitierten um eben den Herrn, der ihr jetzt gegenüber sitzt. In der nächsten Szene erlebt Aysgarth seine Zugbegleiterin in einem ganz anderen Licht. Während er umschwärmt von den Damen bei einer Reitveranstaltung umherschweift, fällt sein Blick auf die kühne Reiterin auf einem temperamentvollen Pferd. Wie er feststellt, handelt es sich tatsächlich um die nüchterne Mitreisende im Zug und sein Interesse an der jungen Dame ist eindeutig geweckt.
Nachdem Aysgarth mit Miss McLaidlaw einen zweisamen Sparziergang unternommen hat, statt mit ihr brav zur Kirche zu gehen, kehrt die sonst so brave Lina sehr verwirrt nach Hause zurück. Bevor sie das Haus betritt wird sie Zeuge eines Gesprächs ihrer Eltern, die in ihr schon eine alte Jungfer ohne Heiratschancen sehen. Ein wenig trotzig und mit neuer Hoffnung auf Liebe beseelt, beginnt Lina nun entschlossen, ihr Glück voranzutreiben. Am Jägerball sieht sich die erstaunte Gesellschaft einer völlig veränderten Miss McLaidlaw gegenüber, die sich bereitwillig von John Aysgarth entführen lässt. Die beiden Verliebten heiraten überstürzt und verbringen leidenschaftliche Flitterwochen an den romantischsten Plätzen in Europa.
Als John seine Ehefrau schließlich in das Haus führt, welches er für sie beide gemietet hat, glaubt sie, dass ihr Glück vollkommen wäre. Doch schon sehr bald stellt sich heraus, dass John nicht nur über seine Verhältnisse lebt, sondern auch bedeutende finanzielle Sorgen hat. Es ist ausgerechnet Johns alter Freund Beaky Thwaite, der die junge Ehefrau über ihren Mann aufklärt. Lina stellt fest, dass ihr geliebter Ehemann einige Geheimnisse vor ihr hat und dass seine finanziellen Probleme so groß sein müssen, dass er nicht einmal davor zurückschreckt, hinter ihrem Rücken wertvolle Erbstücke ihrer Familie zu verhökern. Lina steigert sich in ihrer Besorgnis immer mehr in die Hysterie hinein und nicht einmal das an sich harmlose Hobby ihres Mannes, Kriminalromane zu lesen, scheint ihr jetzt bedeutungslos zu sein. Wie weit wird John Aysgarth gehen, um seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen? Würde er tatsächlich den Tod seines besten Freundes und vielleicht sogar den Tod seiner Ehefrau in Kauf nehmen?

Die Romanvorlage sah ein anderes Ende der Geschichte vor und Hitchcock selbst soll mit dem Filmschluss nicht ganz zufrieden gewesen sein. Tatsache ist jedoch, dass die Auflösung die psychologische Komponente des Werkes verstärkt.
Der Fokus der Betrachtung liegt sehr stark auf der weiblichen Hauptdarstellerin, die wirklich alles für ihre Rolle gibt. Ihr Selbstbild wird hauptsächlich durch ihre Umwelt geprägt. Durch die eher negativen Signale ihrer wohlmeinenden Eltern hat sie sich in die Rolle der langweiligen Jungfer gefügt. Allerdings verraten uns kleine Details die geheimen Leidenschaften der jungen Frau, die sehr nahe an der Oberfläche brodeln und nur darauf warten, entdeckt zu werden. Dem erfahrenen Frauenkenner John ist es ein Leichtes, die junge Frau zum strahlen zu bringen und dass er sich in die hinreißende Lina verliebt, ist für den Zuschauer keine große Überraschung. Für Lina selbst ist diese Liebe allerdings ein großes Wunder und ihr Selbstbewusstsein ist noch nicht so stark, für den Schlag, den sie erhält, als sie hinter die Fassade des respektablen Ehemannes blickt. Da sie selbst unsicher ist, gelingt es ihr ebenso wenig den Charakter von John zu durchschauen, wie ihre eigenen Motive zu reflektieren. Für sie wird ihr Ehemann zunehmend zu einem Fremden, von dem sie sich zwar angezogen fühlt, wodurch aber ihre Furchtgefühle zusätzlich verstärkt werden. Da durch den eingeschränkten Blickwinkel auch für den Zuschauer John Aysgarth immer undurchsichtiger wird, fühlt man zunehmend mit Lina und wartet gespannt auf die Auflösung der Geschichte.

Fazit: Das intensive Spiel von Joan Fontaine und Gary Grant ist ein Fest. Dieses Paar sollte man sich nicht entgehen lassen!

Die DVD-Ausgabe enthält jedoch nur die deutsche Sprache.
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