Kundenrezension

11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Update: Achtung, Stromschläge!! || Für Anfänger und Walker akzeptabel, für fortgeschrittene Läufer nahezu unbrauchbar, 14. Dezember 2011
Rezension bezieht sich auf: Christopeit elektrisches Laufband TM 1 (Ausrüstung)
UPDATE 27.12. (nach ca. 3 Monaten Nutzung)
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Nun werde auch ich (wieder) von den schon von anderen Rezensenten beschriebenen Stromschlägen heimgesucht. Und zwar bei Berührung sowohl der Handpulsmesser als auch des Kunststoffgehäuses des Trainingscomputers. Das lässt sich auch kaum vermeiden, denn aufgrund der nicht variierbaren Programme (siehe weiter unten in der Rezension) muss ich bei allen Trainings die Geschwindigkeit manuell verändern. (Nämlich mindestens nach Warm-Up und vor Cool-Down, in vier von fünf Fällen aber auch zwischendurch hin und wieder). Und dabei jedes mal einen gewischt zu kriegen, finde ich nicht allzu ererfreulich.

Dieser Effekt trat direkt nach dem Aufbau bereits auf, hat sich dann aber gelegt. Nun ist er seit einigen Tagen wieder da - und zwar ohne dass ich etwas verändert hätte. Auch nicht nur vereinzelt, sondern regelmäßig. Das Erdungskabel ist fest mit der Erde verbunden, das Laufband selbst steht auf einer nicht leitenden rutschfesten Matte, und die Kleidung/Schuhe, die ich trage, sind normale Sportsachen. Die Entladungen sind dann auch nicht nur leicht, sondern tun schon ordentlich weh - von dem Schrecken mal ganz abgesehen, wenn man nicht mit so einem Schlag rechnet.

Liebe Leute, mit diesem Laufband wollte ich eigentlich etwas FÜR und nicht GEGEN meine Gesundheit tun... - Reduktion von 3 auf 2 Sterne.

Weiter geht's mit der ursprünglichen Rezension.

Nach einer längeren Sportpause von zirka zwei Jahren habe ich diesen Herbst wieder mit dem Laufen angefangen. Ich würde mich noch nicht als fortgeschrittenen Läufer bezeichnen, aber schon als ambitionierten Wiedereinsteiger. In den letzten zwei Monaten bin ich je nach Lust und Laune zwischen drei und sechs Mal pro Woche gelaufen; und da möglicherweise irgendwann doch mal der Winter kommt und ich nicht auf Schnee und Eis laufen möchte, habe ich mir für mein Hobbyzimmer das Laufband zugelegt. Was meines Erachtens das Laufen im Vergleich zu vielen anderen Sportarten so angenehm macht, ist die Tatsache, dass man gerade als Anfänger und Wiedereinsteiger schnell Erfolge erzielt. So laufe ich beispielsweise nach nur zweieinhalb Monaten Training 10 km ohne größere Anstrengungen und Schmerzen locker in einer Stunde (allerdings draußen und nicht auf dem Laufband).

Und dies ist auch der Punkt, an dem dieses Laufband klare Grenzen setzt.

Aber vorher noch einige allgemeine Dinge, die mir aufgefallen sind. Nach der gewohnt unkomplizierten Lieferung von amazon.de (obwohl diesmal durch Hermes) ging es an den Aufbau. Mit wenigen Handgriffen war das Laufband innerhalb von einer guten halben Stunde einsatzbereit. Der Trainingscomputer sollte eigentlich mit vier Schrauben an die entsprechende Adapterplatte angeschraubt werden, allerdings war die Bohrung so ungenau (Abweichung mehr als 1 cm!), dass ich ihn nur mit zwei Schrauben befestigen konnte. Sieht etwas blöd aus, hält aber und erfüllt seinen Zweck. Der Betrieb ist vom Motor her relativ leise. Es empfiehlt sich allerdings, eine Unterlage unter das Laufband zu legen, denn auf meinem absolut planen Laminatboden verrutscht es schon nach wenigen Minuten. Die Größe der Lauffläche ist gerade noch ok. Ich messe 174 cm Körpergröße und bin entsprechend schmal, so dass es noch geht.

Die einstellbaren Geschwindigkeiten sind im manuellen Modus frei einstellbar bis zu 12 km/h (entspricht 5 min/km) in 0,1 km/h-Schritten. Was die vorprogrammierten Laufprogramme betrifft ' NAJA. Innerhalb dieser Programme wird die vorher eingestellte Trainingsdauer, zum Beispiel 30 Minuten, in mehrere gleich lange Splits geteilt. Die maximale Geschwindigkeit bei diesen Splits ist allerdings 8 km/h (entspricht 7:30 min/km). Das ist eine Geschwindigkeit, die für Anfänger schon ganz okay ist, in der Fortgeschrittene aber höchstens die Grundlagenausdauer 1 trainieren können. Auch die maximale Geschwindigkeit von 12 km/h ist für Fortgeschrittene viel zu langsam, um bspw. einen Intervalllauf zu trainieren.

Was mir an dem Computer außerdem nicht gefällt, ist, dass man keine Möglichkeit hat, ein eigenes Programm mit individuellen Geschwindigkeiten und individueller Dauer der Splits einzustellen. Warum ich das vermisse, erläutere ich weiter unten im Exkurs Trainingsziele.

Negativ ist mir am Trainingscomputer weiterhin aufgefallen, dass der Pulsmesser sensationell unbrauchbar ist. Die Zahl, die nach Auflegen der Hände auf die entsprechenden Elektroden aufgelegt wird, angezeigt wird, kann ungenauer nicht sein. Während meine EGK-genaue Pulsuhr zum Beispiel konstant 145 anzeigt, springt der auf dem Computer angezeigte Puls mal von 70 auf 90 und dann zurück auf 78 und auf 85. Egal, was auch immer angezeigt wird, ist einfach falsch und Lichtjahre von der Realität entfernt. Da hätte man lieber ganz darauf verzichten sollen. Die Möglichkeit, einen Brustgurt anzuschließen, besteht nicht.

Ebenso daneben liegt der integrierte Kalorienzähler. Wenn ich nach einem Training realistischer Weise um die 600 Kilokalorien verbrannt haben müsste, werden auf dem Display des Computer gerade mal 300 angezeigt. Wie man es auch dreht und wendet, es müssen einfach mehr sein.

Obwohl der Motor relativ leise ist, gefällt er mir trotzdem nicht so gut, denn er reagiert sehr langsam. Möchte ich zum Beispiel die Geschwindigkeit von 12 auf 8 km/h reduzieren, dauert es so lange, dass ich bis dahin schon 150 Meter gelaufen bin. Das müsste auch ein wenig schneller realisierbar sein, ohne dass es zu abrupt zu einer Abbremsung kommt.

Auch wenn es nicht unbedingt notwendig ist, wäre eine Vorrichtung zum Abstellen oder Einhängen einer Getränkeflasche sehr schön gewesen, aber die gibt's hier leider nicht.

Um meine Bewertung näher zu erläutern, beschreibe ich nachfolgend kurz zwei Trainingsziele mit der entsprechenden Trainingsmethode. Wer es nicht so genau wissen will, überspringt es einfach und hat nur die Details verpasst.

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Kurzer Exkurs Trainingsziele:

Für tendenziell untrainierte Anfänger ist ein übliches Trainingsziel, 30 Minuten im Dauerlauf ohne Pause laufen zu können. Dies trainiert man, indem man die sogenannte Grundlagenausdauer 1 (GA1) stärkt. Dabei wird insbesondere auf die Herzfrequenz geachtet, die innerhalb bestimmter Grenzen liegen sollte ' nämlich in etwa zwischen 60 und 70% des Maximalpulses. Der Maximalpuls errechnet sich durch die einfache Formel 220-Alter. Ich zum Beispiel bin 30 Jahre alt, dementsprechend liegt mein Maximalpuls bei 190. Das heißt, mein GA1-Band liegt zwischen 114 und 133 Schlägen pro Minute. Die sind relativ schnell erreicht, bei Anfängern meistens schon beim Walken oder beim Wechsel zwischen Laufen und Gehen. Wer keinen Pulsmesser besitzt, erkennt es daran, dass er sich beim Laufen ganz entspannt und ohne Anstrengung unterhalten kann. Eine Atmung (Ein- oder Ausatmung) wird in etwa alle vier Schritte vollzogen, also zum Beispiel vier Schritte ein- und dann vier Schritte ausatmen. Bei weniger Schritten ist der Puls deutlich zu hoch. Wenn man so trainiert, sind schnell Fortschritte erkennbar, und schon beim vierten oder fünften Training merkt man deutlich, wie weniger anstrengend es ist.

Fortgeschrittene, die mehr tun wollen als 'nur' etwas für ihre Gesundheit und allgemeine Fitness zu tun, haben die GA1 sehr gut im Griff. Für diejenigen, denen es nicht mehr darum geht, die Distanz von 10 km überhaupt zu schaffen, sondern auch die Zeit zu verbessern und den Körper auf Wettkampfgeschwindigkeit vorzubereiten, gilt ein anderes Training. In dem Fall wird die GA2 trainiert, dieses Band geht von 80 bis 90% des Maximalpulses. Bei mir wäre das also zum Beispiel von 152 bis 171 Schläge pro Minute. Eine Möglichkeit ist zum Beispiel das Intervalltraining. Dabei läuft man in mehreren Splits unterschiedliche Geschwindigkeiten. Das sieht zum Beispiel so aus, dass man nach einer gewissen Aufwärmphase 1:30 Minuten volle Lotte Gas gibt und dann 1:00 Minute bei ruhigem Lauf regeneriert; dann wieder anderthalb Minuten Vollgas, dann wieder eine Minute langsam und die Herzfrequenz reduzieren.

Es gibt auch eine Übergangsstufe GA 1/2, auf die ich hier aber für die Rezension nicht näher eingehen möchte.
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Wie gut ist das Laufband also für welche Form von Training geeignet?
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Für Anfänger, die einfach ein bisschen für die allgemeine Fitness tun möchten:
(+) Mehrere vorprogrammierte Trainingsprogramme, die die Geschwindigkeit zwischen 1 und 8 km/h in nicht variablen Schritten verändern
(+) Möglichkeit, die Geschwindigkeit, die Trainingsdauer und die Strecke frei einzustellen
(o) Relativ schmales und kurzes Laufband. Wie geeignet es ist, hängt von Körpergröße, Schrittweite, Lauftechnik etc. ab.
(o) Wenige Extras, zum Beispiel keine Halterung für ein Getränk oder einen mp3-Player
(-) Pulsmesser und Kalorienzähler viel zu ungenau, um zum Beispiel ein gezieltes Fettverbrennungstraining ohne weiteres Equipment zu absolvieren

Für Fortgeschrittene, denen es nicht reicht, ein Mindestmaß an Kondition zu besitzen, sondern für die auch Geschwindigkeit und Zeit eine Rolle spielen:
(o) Für GA1 und entspannten Dauerlauf in Ordnung. Zwischenspurt nur bis 12 km/h möglich.
(-) Bei höheren Geschwindigkeiten ist das Laufband für weitere Schritte zu kurz
(-) Um beim Laufen etwas zu trinken, ohne auf den Rand zu treten und zu stolpern, ist es zu schmal.
(-) Bei einem Training von mehr als einer halben bis Dreiviertelstunde empfiehlt es sich einfach, zwischendurch etwas zu trinken ' mangels Halterung muss man es woanders abstellen.
(-) Pulsmesser und Kalorienzähler absolut unbrauchbar, für gezieltes Training Pulsuhr mit Brustgurt unerlässlich
(-) Keine Möglichkeit, ein individuelles Trainingsprogramm zu erstellen
(-) Intervalltraining kaum möglich, da der Motor zu langsam die gewählte Geschwindigkeit anpasst

Unterm Strich befinde ich das Laufband selbst für nicht mehr als zwei Sterne würdig. Wenn man aber den relativ günstigen Preis mit einbeziehen möchte, ist ein dritter Stern drin.

Als ambitionierter Wiedereinsteiger bin ich persönlich ein bisschen enttäuscht von dem Laufband. Zwar habe ich für den Preis nicht viel erwartet, aber etwas mehr hätte es schon sein dürfen.
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