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5.0 von 5 Sternen Rhapsody auf dem Höhepunkt ihres Schaffens, 4. Oktober 2004
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Symphony Of Enchanted Lands II - The Dark Secret (Audio CD)
Das neue Rhapsody-Album ist zweifellos das bisher stärkste. Mit der Entwicklung zum ernsten, epischen, dramatischen und erwachsenen barockhaltigen, opernlastigen Film Score Metal ist Rhapsody endgültig die erste Wahl für diejenigen, denen reiner Metal zu dumpf und reine Klassik zu langweilig ist. Der Stil der Band ist unvergleichlich; die angeblich zahlreichen „Kopien" existieren nicht. Gäbe es sie, müssten sie sich alle an dieser neuen Referenz im Bereich des klassisch angehauchten Metals messen lassen. Die über 70 Minuten mit Orchester, Chor und einem gesanglich stark verbesserten Fabio Leone sind extrem kurzweilig und anspruchsvoll und vergehen wie im Flug. Erfreulich ist auch, dass „Synthis" nur sehr spärlich und vor allem passend eingesetzt wurden. Zu den Songs im Einzelnen (in Klammern die ungefähre Länge):
„The Dark Secret/Ira Divina" (4:12): Sprechintro mit Christopher Lee (hat eine tolle Stimme, aber ich wünsche mir stellenweise eine klarere Aussprache), der abgelöst wird von sensationellen Chören, die von Bläsern und Streichern begleitet werden. Noch besser als die Einleitungen „In Tenebris" und „Lux Triumphans" auf den Vorgängeralben.
„Unholy Warcry" (5:53): Längere Version mit einer (wie bei allen bereits auf „The Dark Secret" erschienenen Songs) noch klareren Produktion. Typische singleauskopplungsfähige Rhapsody-Mid-Tempo-Hymne mit Chor und Streichern im Hintergrund. Neu an dieser Version ist das Weglassen des ersten Teils der Sprecheinleitung im Vergleich zur „The Dark Secret" - Version; der zweite Teil wird in den ausgedehnten Mittelteil integriert, der mit viel (leider zum Teil unpassendem) E-Gitarrengefrickel aufwartet. Gutes Lied, aber die kürzere („The Dark Secret" -) Version gefällt mir besser, da sie eingängiger ist.
„Never Forgotten Heroes" (5:32): Einleitung mit Glockengeläut, mysteriösen Chören und Pianoklängen, nimmt dann Tempo auf und wird zu einer tollen Rhapsody-Hymne mit einem der besten Refrains auf der CD.
„Elgard's Green Valleys" (2:19): Kurzes, harmonisches Flöten- und Solo-Streicher-Instrumental mit Vögelgezwitscher und kurzer Sprechpassage. Ganz nett, hätte aber nicht unbedingt sein müssen.
„The Magic Of The Wizard's Dream" (4:29): Beste Rhapsody-Ballade überhaupt! Mischung aus „Wings Of Destiny" und „Lamento Eroico" mit Flöte, Piano, Streichern, einem mitreißenden (im Background mehrstimmigen) Refrain und einer tollen Gesangsleistung.
„Erian's Mystical Rhymes" (10:31): Dreiminütiges Mörder-Intro mit Wolfsgeheul, Wind, Monsterstimme, Chören, Streichern, Bläsern, Drums; entwickelt sich zum getragenen Stampfer. Exzellente Soli, zwei Minuten vor Schluss fröstelnder Sprechpart mit Bläsern im Hintergrund, wird immer verstörender und geht in ein Gänsehaut-Outro mit Flöte und Klavier über. Starker Song.
„The Last Angels' Call" (4:36): Flotte Rhapsody-Hymne mit dem eingängigsten (mehrstimmigen) Refrain auf der CD; interessant: Die instrumentalen Veränderungen im Hintergrund. Der Song erinnert an „Power Of The Dragonflame" und wäre am ehesten als Single-Auskopplung geeignet.
„Dragonland's Rivers" (3:44): Beginn mit Wassergeplätscher, kurzer Sprechpassage und schnaufenden Drachen (knapp eine Minute), dann setzt die Flöte ein. Balladeske Entwicklung hin zum erwachsenen „Forest Of Unicorns". Erneut mehrstimmiger Refrain, dann Ausklang mit Gitarrengezupfe, Wassergeplätscher und Vögelgezwitscher. Hörenswert und beruhigend, aber sicher kein Höhepunkt.
„Sacred Power Of Raging Winds" (10:05): Einer der stärksten Songs: Anfängliche Sprechpassage (erneut Christopher Lee), der Wind weht, treibende Drums und E-Gitarre setzen ein, wobei das Tempo jedoch immer wieder durch kleine Beruhigungspassagen gedrosselt wird. Im Refrain wird der Chor hervorragend eingesetzt. Anschließend kommen die beiden Höhepunkte des Songs: Zum einen ein mitreißendes Sing-Sprech-Duell zwischen Fabio Leone und einer monsterartigen Stimme, begleitet vom Chor, der weiblichen Stimme und vom gesamten Orchester; zum anderen ein 4-Minuten-Solo, das wirklich alles hat und aus dem die Streicher am Anfang, die wahnsinnig schnell gespielte Barock-Flöte im Mittelteil und das Duell zwischen Streichern und E-Gitarre am Ende hervorstechen. Nach dem Solo wird mit einer genialen Abwandlung des Refrains (die sogar besser ist als dieser) erneut zu jenem übergeleitet, ehe der Rest dem Chor vorbehalten ist.
„Guardiani Del Destino" (5:50): Italienischsprachige Version von „Guardians Of Destiny" („The Dark Secret"). Mit Flöte und Streichern im Hintergrund ist der Song sehr getragen, steigert sich aber immer wieder zeitweise ins Dramatische mit einem exzellenten Chor. Und das Solo mit Piano und Akustikgitarre passt wunderbar. Unterschiede zur englischsprachigen Version: Ausgedehntes Intro mit wehendem Wind und sich zu Wort meldenden Krähen (wenn ich mich nicht irre), Verstärkung des Frauenanteils im Chor und minimale zusätzliche bzw. abgewandelte Chorpassagen. Die englischsprachige Version klingt zwar besser auf ihren Text abgestimmt als die italienischsprachige Version, dafür gewinnen die italienischen Lyrics zusammen mit dem ansprechenden Gesang von Fabio Leone dem Song ganz neue Facetten ab. Sicher einer der ausdrucksstärksten Songs auf der CD.
„Shadows Of Death" (8:12): Filmreifer Beginn mit dem Einsatz von mehreren Bläsern, die dann von E-Gitarre und Drums unterstützt bzw. abgelöst werden (eine Minute lang); entwickelt sich dann zu einem getragenen, aber auch vertrackten Song mit sehr anspruchsvollen Soli. Fabio Leone und der Chor wechseln sich hinsichtlich des Gesangs größtenteils ab, während die Stimmung allmählich düsterer wird („Perhaps never to return alive"). Schön: Das Outro von „Erian's Mystical Rhymes" wird wieder aufgegriffen. „Shadows Of Death" zündet von allen Songs am spätesten und ist gerade deswegen eine Perle.
„Nightfall On The Grey Mountains" (7:19): Beginn mit Wind, Wolfsgeheul, mysteriösen Stimmen und anschließend einsetzenden, wieder sehr gelungenen Chören (zwei Minuten lang). Erneut ein sehr getragener Song, der jedoch exzellent zur Gesamtstimmung passt. Rhapsody macht also nicht den Fehler, unbedingt den längsten Song am Ende aufzubieten oder gar die „obligatorische Abschlussballade". Der Refrain ist wieder einmal mehrstimmig und dabei verträumt und entschlossen zugleich. Alle hervorzuhebenden Elemente auf dieser CD vereinen sich noch einmal in diesem Abschlusstrack. Mit einem neuerlichen „Perhaps never to return alive" beginnt der Chorausklang. Am Ende sind wieder (ähnlich auch wie bei „Gargoyles, Angels Of Darkness") Wind, Wolfsgeheul und mysteriöse Stimmen zu hören, und man selbst ist in sich gekehrt und wird ehrfürchtig und mitgenommen zurückgelassen.
Worte sind zu schwach zum Beschreiben (und 1000 sind vor allem zu wenig), also lasst euch einfach von diesem Meisterwerk bezaubern. Für diejenigen, die auch auf das Drumherum stehen, gibt es übrigens auch eine Limited Edition mit DVD (mit diversen Videoclips zu „Unholy Warcry" und dergleichen).
Diese CD könnte der Beginn einer neuen Ära von Rhapsody und des klassisch inspirierten melodischen Metals allgemein sein. So möge sie es dann auch sein.
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