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Kundenrezension

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Verheerende Verletzung der Kinderseele - erschreckend gut erzählt, 20. Februar 2013
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Häschen in der Grube: Roman (KiWi) (Taschenbuch)
Ich las das Buch vor einigen Wochen und musste es erstmal verdauen, bevor ich es rezensieren konnte. Da ich in meinem Leben viel mit Mädchen und Frauen zu tun hatte/habe, die von Missbrauch betroffen sind, war ich einfach neugierig, wie man so eine Erfahrung überhaupt in einem Buch zu beschreiben/erzählen vermag. Für mich war es immer etwas Unaussprechliches, denn sobald man es ausspricht, ist es ja gar nicht mehr so schlimm, oder so ähnlich.
Achtung "Spoiler", sofern bei so einem Buch das überhaupt so sagen kann, zumal "spoil" verderben heißt......
Das Buch beginnt mit einem großen Tamtam - ein Exhibitionist, der sich am Waldweg, dem täglichen Weg der beiden Mädchen, einen runterholt und die Mädels bedroht. Doch das ist nur der harmlose Einstieg in die Geschichte. Was wirklich passiert: Emma kommt aus einem eher lockerem Haushalt mit alleinerziehender, junggebliebener Mutter, Julia kommt aus behüteten (sollte man meinen!) Verhältnissen mit ordentlichem Haushalt, mit perfekt geschminkter Mutter, erfolgreichem Vater und kleinem Bruder. Die Autorin beschreibt zuerst die innige Freundschaft der Mädchen, die sich alles anvertrauen. Irgendwann ändert sich Julia. Sie wird schwer krank und kommt länger nicht zur Schule. Ihre Mutter schirmt sie ab, in der vermeintlichen Absicht ihr zu helfen. Julia erzählt nichts mehr ihrer Freundin. Diese, selbst erst 12 Jahre alt, glaubt es hat mir ihr zu tun und erkennt die Warnzeichen nicht, dass Julia immer mehr von der Aussenwelt abdriftet. Erschwerend kommt hinzu, dass sich während Julias Krankheit und physischer Abwesenheit ihre Freundin Emma zum ersten Mal verliebt hat und mit ihren Schmetterlingen im Bauch auf einer ganz anderen Welle schwebt. So merkt sie es kaum, dass Julia neben ihr untergeht und mit dem Ertrinken kämpft. Also so bildlich drückt die Autorin das jetzt nicht aus, sie hat viel, viel bessere Worte dafür. Als Leser/in wird man richtig hineingezogen. Julia verliert mehr und mehr sich selbst und weiß nur noch, dass sie nicht mit ihrem Vater alleine sein möchte, der sie allabändlich zwingt mit ihm in die neu gebaute Sauna zu gehen. Doch sie hat keine Zuflucht mehr, denn sie hat auch Emma - an einen Jungen -verloren.
Dann kommt es zum - offensichtlichen - Eklat: Julia wird von einem älteren Schüler vergewaltigt und so fliegt der väterliche Missbrauch endlich auf, weil die untersuchende Ärztin alte Narben feststellt.
Da atmet der/die Leser/in endlich auf, denn jetzt ist die Chance gegeben, dass alles wieder gut wird. Nichts dergleichen.
Und zuvor muss man sich noch mit der versuchten polizeilichen Anzeige herumschlagen, wo der Polizist unwillig ist, die Vergewaltigung überhaupt aufzunehmen. Die Geschichte spielt in den 80iger, da war es auch in Teilen Österreichs so, dass man - als Frau - eine Vergewaltigung nicht anzeigen konnte, vielleicht wäre das anderes gewesen, wenn ein Mann dabei gewesen wäre. Und hoffentlich ist es jetzt, 2013, anders.
Jedenfalls kommt alles ans Licht, die Mutter von Julia verhält sich total richtig, indem sie ihre Sachen packt und das große, schöne, perfekte Haus verlässt. Zusammen mit Julia schlüpft sie vorerst bei Emmas Mutter unter. Dann macht sie eine - meiner Meinung nach -Dummheit, sie brennt des nächtens die Sauna ab, den Ort des Vergehens. Dadurch kommt sie ins Gefängnis, und somit fordert der Vater seine Tochter zurück. Der Vater hat Macht, er ist beim Männerklub (Name vergessen), kennt alle einflussreichen Männer. Natürlich glaubt niemand, oder will niemand glauben, dass er seine Tochter missbraucht hatte. Also wird der Ruf von Emmas Mutter zerstört und sie verliert beide ihrer Jobs. Julia muss nicht mehr zurück zu ihrem Vater - Gottseidank sollte man meinen - und kommt in eine betreute Wohngemeinschaft und damit vom Regen in die Traufe. Sie hat ihren Körper schon längst abgespalten und dort geht der Missbrauch weiter - wenigstens nicht durch einen der Betreuer sondern durch einen Drogendealer, der die anderen beiden dort wohnenden Mädchen mit Pillen versorgt. Die Autorin zeigt, wie ein bereits gebrochenes Kind in die Pllenszene abrutscht um wenigstens irgendwann ein Glücksgefühl zu spüren und wie sie weiterhin vergewaltigt wird. Die BetreuerInnen merken sehr wohl, dass etwas nicht stimmt, doch die Kleine hat nicht mehr den Mut irgendetwas preiszugeben und hält eine Fassade aufrecht. Nur als sie einmal von Emma besucht wird, da gibt es einen Hilfeschrei, doch Emma fährt wieder weg. Das letzte Kapitel habe ich dann nicht mehr so recht verstanden, vielleicht war es die Absicht der Autorin, dass man es frei interpretieren könnte.
Andererseits weist der Prolog vor den letzten Seiten daraufhin, dass Julia tot sei, was hieße, dass Emma, ihre Freundin, ihrer beider Zufluchtsstätte im Wald - einen großen, alten Baum, alleine umsägt u. Julia bloss in ihrer Vorstellung dabei ist.
Alle Menschen, die jemals mit von Missbrauch betroffenen Mädchen und Frauen zu tun haben, sollten dieses Buch lesen. Vielleicht bekommen sie dadurch einen Einblick in die verheerende Verletzung der Seele, die ein Missbrauch bewirkt.
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