Kundenrezension

216 von 241 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Scrubs macht glücklich ...", 19. September 2011
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Scrubs - Die Anfänger (Die komplette Serie + exklusive Bonus Disc) [32 DVDs] (DVD)
... So wurde es in einem der Kommentare dieser Rezension geschrieben - und ich glaube, schöner kann man es nicht ausdrücken.

Etwas über ein Jahr ist es nun her, dass ich alle Episoden von Scrubs mehrfach gesehen-, und die erste Version dieser Rezension hier veröffentlicht habe. In diesem einen Jahr habe ich die Serie weiterhin ungefähr einmal alle 2 Monate komplett durchgeschaut, und die Faszination ist heute noch gleich groß wie damals.

Nun habe ich diese Rezension nochmal komplett überarbeitet, da ich zum Einen ein paar Fakten aus den Kommentaren übernehmen wollte (also nicht wundern wenn dort teilweise nochmal das gleiche steht), und ich zum Anderen der Überzeugung bin, dass ich mittlerweile besser ausdrücken kann, warum Scrubs für mich - noch immer - die mit Abstand beste TV Show aller Zeiten ist.

ÜBER MICH
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Eins vorweg: Ich bin eigentlich kein Mann der großen Worte, noch würde ich mich selbst als übermäßig sentimental bezeichnen (was diesen langen Text hier erklären würde). Eigentlich bin das überhaupt nicht ich. Es war vorher noch nie, noch NIE auch nur annähernd der Fall, dass mich irgendwas - egal was - so fesseln konnte wie diese Serie.
Ich möchte mit dieser Rezension versuchen, bestmöglich darauf einzugehen, wie Scrubs dies bewerkstelligt, und warum es für mich so einzigartig ist. Warum ich es mir immer und immer wieder ansehen will, und was genau diese Faszination ist, von der ich rede. Nach dieser langen, unterhaltsamen Zeit, die ich mit Scrubs verbracht habe, werde ich tatsächlich das Gefühl nicht mehr los, es der Serie irgendwie schuldig zu sein.

Was nun folgt ist natürlich nur meine persönliche Meinung, und Meinungen gehen bekanntlich auseinander. Und auch wenn die meisten, die das hier lesen werden, Scrubs bereits mehr oder weniger gut kennen ... vielleicht kann ich doch dem Einen oder Anderen etwas Neues erzählen, und ihn/sie zum Kauf dieser grandiosen Serie bewegen (nicht dass es mir etwas bringen würde, aber vielleicht hat diese Person dann genauso viel Spaß daran wie ich, und dann hat sich dieser Text ja schon gelohnt).

Warum ist nun Scrubs für mich so besonders?
Diese Frage kann ich am besten beantworten, indem ich kurz beschreibe, wie ich meine allererste Runde durch die Scrubs Episoden empfand.
Wie ich damals, in jener heißen Sommernacht, im Bett vor dem Einschlafen noch eine Folge dieser TV Show “Scrubs” anschauen wollte, die ich bei Amazon als Blindkauf bestellt hatte. Ich kannte die Serie damals überhaupt nicht, ich wusste nur dass es in einem Krankenhaus spielt und Zach Braff’s (J.D.) Gesicht hatte ich mal in einer Fernsehzeitung gesehen.
Ich schaue schon seit recht langer Zeit vor dem Einschlafen gerne noch eine Folge einer TV Show. Perfekt zum Abschalten, zum müde werden. Daher kenne ich mittlerweile auch relativ viele Serien.
An diesem Abend sah ich zum ersten Mal Scrubs. Ich habe in dieser Nacht nicht geschlafen.

Es war so anders als alles, was ich bis dahin gesehen hatte. Es fing mich sofort ein. Von Anfang an war da dieses Gefühl der Ungezwungenheit und Einzigartigkeit. Ich konnte regelrecht spüren, wieviel Spaß die ganze Crew bei den Dreharbeiten gehabt haben musste (dies wurde mir beim Ansehen der DVD Extras durch und durch bestätigt - doch dazu später mehr). Die ganze Crew wirkte sofort wie eine Familie, in die man sich selbst als Zuschauer vor dem Fernseher sofort eingeladen und willkommen fühlt.
Es brachte mich dazu, noch eine Episode zu starten, und dann noch eine - ich wollte überhaupt nicht mehr aufhören. Nach ein paar Stunden, also etwa ab der Mitte der 1. Staffel, war ich regelrecht besessen. Ich schaute die ganze Nacht durch, bis irgendwann der Wecker klingelte, und ich aufstehen musste wegen Arbeit.
Selbstverständlich machte ich an diesem Tag früher Schluss ... und kaum war ich zu Hause angekommen, ging’s dann direkt weiter, bis früh in den Morgen hinein, wo ich dann irgendwann bei noch laufendem Fernseher weg döste, und die wohl unruhigsten paar Stunden Schlaf meines Lebens hatte. Bis sich der Wecker wieder meldete ...

Diese Besessenheit (um es jetzt nicht direkt “Sucht” zu nennen), hielt bis zum Ende der 8. Staffel an. Nach dem grandiosen Finale war ich dann so hin und weg, dass ich nichts besseres zu tun wusste, als - nach dem kurzen, enttäuschenden Abstecher zu Season 9 (mehr dazu später) - wieder bei Staffel 1 von vorne zu beginnen.

Aber warum genau Scrubs? Was genau unterscheidet nun Scrubs von anderen Serien?
So einiges. Scrubs macht vieles anders als alle Serien, die ich kenne - und das macht es fantastisch. Ich habe relativ lange gebraucht um herauszufinden, was denn nun genau die Besonderheiten sind - denn nicht alle sind sofort offensichtlich.

In dem nun folgenden Abschnitt versuche ich es so gut es geht zu erklären, auch anhand von Beispielen (was Spoilergefahr bedeutet - aber ich gehe mal davon aus dass jeder, der hier noch nicht aufgehört hat zu lesen, die Serie ohnehin schon mehr oder weniger gut kennt).

1.) DIE DARSTELLER
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In so ziemlich jeder Show (oder auch in jedem Film) gibt es ein- oder zwei Charaktere, die ich gerne als “Showrunner” bezeichne. Für mich bedeutet das, dass der/die Darsteller/in wirklich perfekt in die Rolle passt und diese so gut darstellt, wie es sonst niemand könnte - und die Serie somit nicht das selbe wäre.
Ich gebe ein paar Beispiele aus ein paar bekannten Serien: Jon Cryer als “Alan” in Two and a half Men - es ist unglaublich, wie er sich diese Rolle zu Eigen macht. Ed O’Neill als “Al Bundy” in Married... with children. Bryan Cranston als “Hal” in Malcolm in the middle, sowie als “Walter White” in Breaking Bad. Jim Parsons als “Sheldon” in The Big Bang Theory, Michael Richards als “Kramer” in Seinfeld ... bei all diesen genannten Beispielen spielt ab einem gewissen Punkt nicht mehr primär der Schauspieler den Charakter, sondern die Figur verwandelt sich mehr und mehr in den Schauspieler, der die Rolle dann so richtig ausleben kann. Die ganze Serie profitiert dann davon.

Bei Scrubs trifft diese wunderbare Chemie zwischen der Figur und dem/der Darsteller/in auf JEDEN zu, selbst auf die Nebencharaktere. Es gibt z.B. meiner Meinung nach einfach keinen besseren Darsteller als Sam Lloyd für Ted. Robert Maschio als "Todd" - perfekt. Der ganze Cast macht sich den jeweiligen Charakter zu Eigen und nimmt somit Einfluss auf die Entwicklung der Show.
Kurzum: Jeder hat durch seine eigenen Stärken/Schwächen, Vorlieben und Ideen dazu beigetragen, dass Scrubs so ist wie es ist. Wären einige Charaktere mit anderen Darstellern besetzt worden, wäre Scrubs eventuell eine ganz andere Show geworden.

2 Beispiele dafür:
J.D. war ursprünglich als relativ cooler junger Kerl geplant (meiner Einschätzung nach wie "Ted" aus How I met your mother). Zach Braff war es, der dieser Figur diesen liebenswürdigen femininen, fast hilflosen Touch einhauchte (und mal ehrlich: was wäre wohl ein J.D., der Bier statt Appletini’s trinkt?)

Auch verschiedene Eigenschaften und Verhaltensmuster von Dr. Cox kamen nicht von den Autoren, sondern von John McGinley. Etwa die Tatsache, dass er ein “Heart of Gold” hat, also einen weichen Kern (laut ihm wäre Cox sonst einfach nur ein A****loch gewesen, das einfach nur uninteressant gewesen wäre, womit er meiner Meinung nach absolut recht hat). Auch dass er J.D. ständig Mädchennamen gibt kam von ihm. Er hat es in der Pilotfolge ausprobiert weil er dachte das passt, was den Autoren gut gefiel, also wurde es beibehalten.

Ich erlaube mir aber dennoch, zwei Charaktere ganz besonders hervorheben, und da ja ohnehin gerade von ihm die Rede war, setze ich hier gleich mit ihm fort: John C. McGinley als Dr. Cox.
Die Person Perry Cox ist wohl eine der faszinierendsten und interessantesten TV-Charaktere des letzten Jahrhunderts. Einfach alles an ihm ist unglaublich spannend, die ganze Serie lebt von dieser hoch interessanten Beziehung zwischen ihm und J.D.. Schon zu Beginn der 1. Staffel wird er (unfreiwillig) eine Art Vaterfigur für J.D., der sich nichts sehnlicher wünscht, als eine Umarmung, eine Berührung, wenigstens ein Lob oder sonst irgendeine Art von Zuneigung von seinem großen Vorbild - bekommt sie jedoch nicht.
Und doch kommt ein- bis zweimal pro Staffel zwischen all den Gemeinheiten der weiche Kern von Dr. Cox zum Vorschein, wodurch er eine unglaublich tiefe Persönlichkeit bekommt.
Man wünscht sich ständig, er würde J.D. doch einfach mal zeigen, wie er in Wahrheit über ihn denkt. Ihm einfach mal auf die Schulter klopfen oder ihm nach dem Tod eines Patienten Mut zusprechen. Selten aber doch passiert das dann tatsächlich (in der Regel dann wenn er erkennt, dass J.D. WIRKLICH Hilfe braucht, beispielsweise ist er nach dem Tod von JDs Vater für ihn da), und diese Momente sind dann einfach nur großartig.

Dass diese Figur so toll funktioniert ist, wie ich finde, zu einem großen Teil auf die (gerade in dieser Rolle) UNFASSBAREN schauspielerischen Leistungen von McGinley zurückzuführen. Dr. Cox ist zweifellos die Rolle seines Lebens. Ohne einen Darsteller wie ihn würde diese Figur (glaube ich zumindest) nicht funktionieren. Egal wo, wie und wann Dr. Cox erscheint, ob launisch, zynisch, verzweifelt, oder völlig am Boden, McGinley macht das in einer Perfektion, die ich zum letzten Mal bei Michael Emerson in LOST gesehen habe (er spielte Benjamin Linus). Vor allem seine langen Monologe in Kombination mit seinen unglaublichen, stets passenden Gesichtsausdrücken lösen Kinnladeneffekt ohne Ende aus.
Kurzum: Diese Kombination zwischen Cox und McGinley ist (in meinen Augen) der Träger der Serie, DIE Art von Schlüsselfigur, die man sonst nirgends findet. Die emotionalsten Momente der Serie entstehen sehr oft durch ihn. Ich weiß nicht, was es ist, aber er hat es. Und das hebt ihn für mich persönlich nochmal eine Stufe über die enorm guten Leistungen der anderen Darsteller, und das will echt was heißen.

Es gibt nämlich noch jemanden, den ich besonders hervorheben möchte - und das ist Neil Flynn als Hausmeister.
Die Gründe dafür sind jedoch anders als bei Dr. Cox. Es ist nicht so, dass Neil Flynn in dieser Rolle so wie John McGinley alles und jeden mit schauspielerischer Leistung erschlägt (muss man fairerweise anmerken). Der Grund warum Neil trotzdem ein unschlagbarer Showrunner ist, ist die Tatsache, dass es den Hausmeister (zumindest in dieser Form) nicht geben würde, wäre er nicht von Neil Flynn verkörpert worden. Ursprünglich war er nur für die Pilotfolge als Gast-Star geplant, kam dann aber mit seinen paar Sätzen (Penny in der Tür) bei den Zuschauern so gut an, dass er kurzerhand unter Vertrag genommen- und seine Rolle ausgebaut wurde.
Und genau DAS, genau DIESER Umstand drückt so gut wie nichts anderes aus, was Scrubs für mich so besonders macht. Diese anfangs erwähnte Zwangslosigkeit. Das “Hauptsache Spaß” Motto. “Hey, das hat Spaß gemacht, können wir das so beibehalten? Wir machen das schon irgendwie!” (wie gesagt, man kann das als Zuschauer spüren!)

Im Falle des Hausmeisters wirkt sich diese Zwangslosigkeit so aus, dass über seinen Charakter ganz simpel ausgedrückt nie nachgedacht wurde - was zum Beispiel erklärt, warum niemand seinen Namen kennt. Nicht weil es so geplant war, sondern weil es sich einfach so ergab und letztendlich einfach beschlossen wurde, es bis zum Ende so beizubehalten.
Folglich hatten die Autoren mit ihm auch alle Freiheiten der Welt. Man weiß ja nie, ob er gerade die Wahrheit sagt oder lügt. Niemand kennt ihn wirklich. Er ist einfach da, wenn man ihn gerade überhaupt nicht braucht. Immer auf der Lauer, immer undurchschaubar, immer fies.
Das Verrückte aber ist: die Zuschauer lieben ihn. Obwohl er zu 99% einfach nur völlig durchgeknallt und gemein ist. Aber ähnlich wie bei Dr. Cox gibt es da dieses Fenster, dieses eine Prozent, wo er tatsächlich mal Gefühle zeigt (etwa sein Date mit Elliot, als er ihr am Ende sein Herz ausschüttet, oder seine Hochzeit am Ende von Season 8 ... heartbreaking!)

Bill Lawrence erwähnte mal, dass “Scrubs wohl die einzige TV Show wäre, bei der sich ein Hausmeister, der nur für die Pilotfolge geplant war, durch reine Willenskraft am Ende der Show in den Main Cast hoch gearbeitet hat.”
Und wenn man sich die DVD Extras ansieht, wird einem auch bewusst, wie unglaublich der Mann in dieser Rolle ist: Ladies and Gentlemen: Mr. Neil Flynn.
Wann immer er bei den Audio Kommentaren in einer Szene auftaucht wird erwähnt, dass er ein wahrer Meister der Improvisation ist. Er macht auch nach wie vor nebenbei professionelle Improvisations-Theater (sucht mal auf youtube nach “Bear Shark Mice”!), und auch bei den Making-Of’s merkt man das an jeder Stelle. "Alternative Dialoge" zeigen mehrere Aufnahmen von verschiedenen Szenen. Zuerst das Original, dann einige alternative Takes. Ist Neil in so einer Szene dabei ist es oft so, dass er von Take zu Take einen komplett anderen Text sagt, und jede Geschichte ist noch konfuser als die vorige. In der Regel brechen nach dem "Cut!" alle rund herum in schallendes Gelächter aus.
Das Beste daran: vieles davon wurde tatsächlich in die fertige Episode geschnitten. Jedesmal, wenn ich eine dieser Szenen dann später wiedermal sehe, denke ich: "oh mein Gott, diese ganze Geschichte ist gerade in DIESEM Moment in seinem Kopf entstanden ... und wahrscheinlich gibt es noch 7 andere Takes in denen er etwas komplett anderes sagt..."

Bill Lawrence lässt öfters mal Sätze fallen wie (bei einer Episode ziemlich am Anfang von Scrubs) "da hat Neil noch hin und wieder das gesagt, was wir ins Script geschrieben haben", oder "dieser Satz stand übrigens genau so im Script, obwohl Neil ihn gesagt hat". Gerade in den späteren Staffeln wusste er angeblich hin und wieder nicht, welchen Text er laut Script überhaupt sagen sollte. Er stellte sich nur hin und redete irgendwas. Die Autoren erzählen, dass sie in den Scripts der späteren Seasons ein paar mal aus Zeitdruck gar nicht mehr wirklich über Neil's Text nachdachten. Sie schrieben dann eine Zeile für ihn, und dann dahinter "(or whatever Neil says)", oder gar einfach nur "Neil says something".

Nicht zu vergessen die unglaublich witzige Gesichtsakrobatik, die dieser Mann beherrscht. Er schafft es, jeden beliebigen Satz in nahezu jeder Situation witzig klingen zu lassen. Dabei kann ich nicht einmal sagen, wie er das anstellt. Er kann es einfach.

Und natürlich ist da noch der Rest des Casts:
Ken Jenkins als Bob Kelso - so gut dass die anderen am Set zeitweise wirklich vor ihm Angst hatten. Judy Reyes (Carla), die nach Ihrem Vorsprechen aus dem Stand weg für die Rolle engagiert wurde. Sarah Chalke und Sam Lloyd (Elliot und Ted), die eigentlich in jeder guten Komödie vorkommen müssten. Und natürlich die anderen "Newcomer" der Show wie Donald Faison und Zach Braff (J.D.), der vorher vergleichsweise wenig Erfahrung hatte - und für den diese Serie (absolut berechtigt) der Durchbruch war.

2.) DER INHALT / DIE AUTOREN / “DRAMEDY”
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“Showrunner” kann es nur geben, wenn auch die Autoren mitspielen und den Charakteren die dazu notwendigen Freiheiten lassen. Dies haben die Scrubs Autoren - wie wir jetzt schon wissen - mit Bravour gemeistert.
Doch das ist noch lange nicht alles.

Versteht mich bitte nicht falsch - ich mag auch Comedys wie Al Bundy, Two and a half men oder King of Queens - aber diese Serien sind für mich halt eher zum “Hirn abschalten”. Eine gute Handlung steht eindeutig im Hintergrund, eine durchschnittliche Episode beschränkt sich oft nur auf sowas wie “Charlie will Chelsea heiraten, landet aber dann mit einer anderen im Bett”. Dafür werden möglichst viele Punchlines eingebaut, die den Zuschauer zum Lachen bringen sollen.
Ich will hier bewusst dazu erwähnen dass ich das NICHT abwertend finde - denn wie gesagt, ich schaue auch diese Serien sehr gerne. Es ist halt nur anders.
“Schlechter” ist es eigentlich nur in dieser Hinsicht, dass TV Shows dieser Art kaum einen Wiedersehwert bieten. Kennt man die Witze, ist es beim 2. Mal nicht mehr lustig. Man sieht sich also eine Folge an, hat seinen Spaß dabei, und das war’s dann. Anschließend denkt man nie wieder darüber nach.

Bei Scrubs hingegen sollte man “Hirn abschalten” unbedingt vermeiden, da es unglaublich viele Geschichten erzählt. Geschichten, die man einfach nicht mitbekommt, wenn man es nur “nebenbei” anschaut.
Das Besondere hierbei ist, dass Comedy und Drama so nahtlos und perfekt miteinander verbunden werden, wie ich das vorher nicht einmal ansatzweise für möglich gehalten hätte.
Oft sitzt man emotional mitgenommen und mit feuchten Augen vor dem Fernseher, nur um 20 Sekunden später laut loslachen zu müssen (der nächste Brüller lässt in der Regel nicht lange auf sich warten). Ebenso natürlich umgekehrt: diese kleinen Momente, wo einem fast das Herz in die Hose rutscht. Wo eine vorher scheinbar belanglose Nebengeschichte plötzlich völlig ernst/emotional/traurig wird.

Dass dieses “Dramedy” (wie es mittlerweile offiziell bezeichnet wird) so unglaublich gut funktioniert ist für mich sehr faszinierend, es ist etwas, das ich vorher noch nie bei Filmen oder Serien gesehen habe. Absolut ein weiterer Punkt, der Scrubs so einzigartig macht.

Aber auch abgesehen von dem “Dramedy” Effekt sind die einzelnen Episoden unglaublich intelligent geschrieben. So werden in so gut wie allen Folgen 3 bis 4 verschiedene Handlungsstränge erzählt. In der Regel sind das Geschichten/Probleme von verschiedenen Charakteren, die - zumindest macht es am Anfang den Anschein - völlig unabhängig voneinander sind und nichts miteinander zu tun haben ... bis am Ende der Episode plötzlich ganz geschickt aus diesen ganzen Einzelteilen ein komplettes Puzzle zusammengesetzt wird, und man als Zuschauer wirkliche Botschaften mit auf den Weg bekommt.

In diesen Momenten setzt das “Boah, da hat er recht, das muss ich mir merken!” Syndrom ein, und man hat tatsächlich das Gefühl, etwas gelernt zu haben.
Und es geht sogar noch weiter: man nimmt diese Botschaften wirklich mit in den Alltag.

Das beste Beispiel hierfür ist zweifellos die Episode “Mein Schmetterling”. In dieser Episode wird eindrucksvoll dargestellt, wie das bloße Auftauchen eines Schmetterlings die Handlung komplett verändert (einigen ist das wohl auch als “Butterfly Effect” bekannt).
Am Anfang setzt sich der Schmetterling auf die Brust einer Frau, woraufhin die Handlung in Variante 1 erzählt wird. Nach der Hälfte der Episode wird “zurück gespult” zu der Stelle wo der Schmetterling erscheint. Dieser setzt sich nun aber auf die Brust eines Mannes, und Variante 2 der Handlung startet - vom Inhalt her die gleiche Geschichte wie in Variante 1, der Ablauf verändert sich aber komplett.

Durch diese Episode habe ich gelernt, mit Komplikationen im Alltag besser umzugehen. Wenn mir zum Beispiel mal das Auto nicht anspringt (Schmetterling -> Frau) ... vielleicht hätte ich einen schweren Unfall gehabt, wenn ich gefahren wäre (Schmetterling -> Mann)?
Man weiß es natürlich nie, aber das ist wahrscheinlich auch besser so. Es ist aber auf jeden Fall etwas wert, wenn man darüber nachdenken kann. :-)

Noch erwähnenswert betreffend Inhalt: Von Zeit zu Zeit parodiert sich Scrubs gnadenlos selbst, was bei mir anfangs besonders laute Quietscher auslöste. Beispiel gefällig?
Beim Vorspann hängt J.D. ein Röntgenbild auf und schaltet das Licht an, woraufhin man erkennt, dass das Bild verkehrt rum hängt. Das war nicht beabsichtigt, und die Crew erhielt eine Menge E-Mails von Ärzten, die darauf hinwiesen. Bei irgendeiner Episode in der Mitte der Serie (ich glaube Staffel 5) dauert der Vorspann ein paar Sekunden länger - das Bild wird nochmal abgenommen mit den Worten “hey, das ist ja verkehrt. SO muss es gehören!” - und es wird dann natürlich richtig aufgesteckt .... Herrlich!!

Außerdem kommt Scrubs ganz ohne diese falschen, eingespielten Lacher aus, die in anderen Sitcoms Gang und Gebe sind, und einfach irgendwie künstlich die Witze markieren.

3.) VISUELLE COMEDY / SLAPSTICK
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Hauptkriterium Nr. 1, um sich die Serie immer und immer wieder anzusehen!
Der beste verbale Witz der Welt - so lustig er auch sein mag - er ist es nur ein einziges Mal. Wenn man ihn dann nochmal hört, ist die Spannung bzw. der Überraschungseffekt weg, man lacht nicht mehr darüber.
Nicht so bei visueller Comedy.

Ich weiß nicht, wie oft ich bei all diesen Scrubs-Slapstick Elementen die Rewind Taste gedrückt habe, um eine bestimmte Szene 10 bis 15mal hintereinander anzuschauen.
Ich finde es unbeschreiblich komisch und lustig, wenn Figuren gegen Türen rennen, mit dem Fahrrad gegen eine Wand oder in einen Strauch fahren, irgendwo drüber stolpern oder dergleichen.
Und das passiert bei Scrubs an jeder Ecke. Oft wird hier sogar wirklich schamlos übertrieben. So kommt es schon mal vor, dass J.D. sich in einem Vorhang verfängt, sich dann so halbwegs befreien kann, stolpert, und mit dem Kopf eine Glasscheibe einschlägt. Dann kommt natürlich irgendein blöder Spruch von ihm, er dreht sich um, und bekommt als Draufgabe völlig unkommentiert noch eine Tür ins Gesicht -> fantastisch.

Besonders glänzt hier der Protagonist J.D., der für diese Slapstick Einlagen wohl geradezu geboren wurde. Keiner stößt sich den Kopf cooler an einer Lampe als er. Keiner läuft hilfloser gegen eine Glastür als er. Beides hat er in der Pilotfolge eindrucksvoll bewiesen, woraufhin laut dem Erfinder Bill Lawrence vermehrt solche Szenen eingebaut wurden (ein weiteres Indiz für “die Show wäre mit einer anderen Besetzung nicht die selbe”).
Aber auch Sam Lloyd (Ted) und Sarah Chalke (Elliot) punkten in dieser Disziplin voll und ganz - gerade bei Ted unterstreicht dies ganz hervorragend seine Erbärmlichkeit :-)

Ich kann es nicht fassen, dass dies in anderen Serien nicht auch in diesem Ausmaß eingesetzt wird, denn für mich ist Slapstick ohne Zweifel die größte Erstickungsgefahr überhaupt. :D

4.) DER SOUNDTRACK
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Genau genommen müsste dieser Punkt eigentlich an erster Stelle stehen. Tut er aber nicht, denn ich wollte die Liste mit den offensichtlichsten Punkten beginnen.
Fakt ist aber: Musik verstärkt Emotionen wie sonst NICHTS auf dieser Welt. Musik kann alles ausdrücken: Heiterkeit, Traurigkeit, Angst, .... Es gibt nichts, das es nicht gibt.

In Scrubs gibt es (nach meinem Geschmack) gute Musik, und davon wirklich viel. Bill Lawrence erwähnte, dass beim Soundtrack ganz gerne Songs von Bands genommen wurden, die “keine Nummer Eins Hits haben, aber eigentlich welche haben müssten”. Es sind aber auch viele bekannte Namen in dieser langen Liste enthalten -> angefangen von NENA (ja, Nena!) über U2, R.E.M, Coldplay, Foo Fighters, Offspring ...

Das alles wird dann noch ergänzt von Ted’s Band “The worthless Peons”, die es auch in Wirklichkeit in dieser Besatzung gibt (heißen “The Blanks”), und die auch hin und wieder zur Soundtrack Genialität beitragen (beispielsweise am Ende der Episode “My Way Home” mit dem Titel “Somewhere over the rainbow”).

Wer auch immer die Musik in all den einzlenen Folgen ausgewählt hat, müsste eigentlich mit Auszeichnungen regelrecht überschüttet werden. Denn gerade bei den traurigen/emotionalen Momenten passt der Song stets so gut, dass ich oft schon alleine deswegen die Szene noch einmal ansehe.
Meine beiden Paradebeispiele dafür: als in Staffel 6 Laverne stirbt (KEANE - A Bad Dream), sowie das Serien Finale mit den Zukunftsvisionen (PETER GABRIEL - Book Of Love).

In beiden Beispielen ist der ausgewählte Song einfach unersetzbar. Ein richtiger kleiner Musik-Showrunner sozusagen :-). Gerade beim Finale steuert es zu den an sich lustigen Bildern den emotionalen, traurigen Part bei ... was mich jetzt direkt zum nächsten - und letzten - Punkt bringt (WAS für ein Übergang!!):

5.) DAS FINALE
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Kein Ende einer Serie ohne einem großen Finale - diesen Anspruch stellte ich natürlich auch an Scrubs. Während die letzte Episode von vielen anderen Serien einfach nur eine beliebige Folge XY ist, nach der eben einfach nicht mehr weitergemacht wurde, ist das Ende von Scrubs (Season 8!) grandios in Szene gesetzt:

J.D. verlässt das Sacred Heart Hospital, um seiner Rolle als Vater gerecht zu werden und näher bei seinem Sohn zu leben. Anders als ich eigentlich erwartet hatte, fällt der Abschied relativ normal aus, der Alltag im Krankenhaus geht seinen ganz normalen Weg - eine großartige Entscheidung der Autoren. Das Ende, das man dann als Zuschauer eigentlich erwartet, passiert in einer von JDs Fantasien: er geht den letzten Gang entlang, und alle, mit denen er im Sacred Heart zu tun hatte, kreuzen seinen Weg (warum auch immer da die Haupt-Charaktere fehlen, das versteh ich bis jetzt nicht, aber egal).
Zurück aus dieser Fantasie dreht er sich nochmal um und steht in einem leeren Gang.
Daraufhin läuft seine mögliche Zukunft wie ein Kinofilm vor ihm ab, dieser Szene wurden mehrere Minuten dieser Episode zugeschrieben. Untermalt von dem vorhin erwähnten großartigen Soundtrack ist es so unglaublich schön und traurig zugleich, dass man nicht weiß, ob man lachen oder weinen soll - meist passiert mir an dieser Stelle beides gleichzeitig (seine Zukunfts-Visionen sind der Brüller!)

Abgerundet wird diese Folge von Dr. Cox, als man - endlich - aus seinem Munde hört, dass J.D. "der beste Arzt sei, der jemals hier gearbeitet hat". Dass er der einzige Arzt gewesen sei, der sich jemals so viel um die Patienten gekümmert hat, wie er selbst. Und dass er ihn mochte, dass er sein Freund sei.
Über die ganzen Staffeln hinweg habe ich immer gehofft, dass dieser Moment kommt. Ja viel mehr, ich habe ihn mir sehnlichst herbei gewünscht. Hätte dieser Moment gefehlt, hätte das für mich ein flaues Gefühl über die ganze Serie hinterlassen. Doch plötzlich war er da. Als ich diese Stelle zum ersten Mal sah, spritzten mir die Tränen wohl fast waagrecht aus den Augen.

Aber hey .. Halt .. Moment mal! Season 8 ist ja gar nicht das Ende von Scrubs!
Doch, für mich ist es das. Und ich will euch auch verraten, warum:

SEASON 9
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Weshalb ich immer nur von Season 1 bis 8 schreibe? Nun ja, alles oben stehende gilt eben nur für Season 1 bis 8. Denn jetzt kommt noch das leidige Thema: Season 9.
Ich habe ehrlich versucht, sie mir objektiv anzusehen, nachdem ich im Vorfeld bereits viel negative Kritik darüber gelesen habe.
Aber so sehr es mich auch selbst schmerzt (schließlich steht ja noch immer "Scrubs" drauf): das war wohl nichts.
Alles wirkt sehr künstlich aufgesetzt - alles, was Season 1 bis 8 für mich ausmacht, findet man in Season 9 nicht mehr: kaum noch Slapstick (war da überhaupt irgendwas? keine Ahnung), die neuen Charaktere harmonieren überhaupt nicht miteinander. Dr. Cox hat sein "Golden Heart" wohl verkauft, zumindest zeigt er es in dieser Season überhaupt nicht.
Stattdessen nur langweilige Love-Storys der 4 neuen Hauptdarsteller, die zudem überhaupt nicht zueinander passen.
Lucy (der Ersatz von J.D.), die auch den Off-Text spricht, ist ein schüchternes, Pferde-liebendes Mädchen, das aus irgendeinem Grund ständig mit Cole (dessen Figur einfach NUR sinnlos und peinlich ist) ins Bett springt, und sich dabei ständig selbst fragt, warum sie das eigentlich macht. Die anderen beiden, Denise und Crew, passen genauso wenig zusammen.
Das grandiose Finale der 8. Staffel wurde somit einfach kaputt gemacht - denn Season 9 hat kein Ende, nach 13 Episoden wurde es wieder eingestellt.
Es wirkt, als hätte man auf die Schnelle eine neue Handlung gebraucht und alles schnell, schnell, schnell zusammen geflickt.
Die Charaktere aus Season 1-8 kommen dabei nur noch gelegentlich vor, nur noch Dr. Cox und Turk sind regelmäßig dabei, jedoch auch viel zu wenig, um das Schiff noch vor dem Untergang retten zu können.

Somit zeigt Season 9 eindrucksvoll, wie man es NICHT macht, und liefert stattdessen (leider) ein weiteres Indiz für “die Show wäre mit einer anderen Besetzung nicht die selbe” ...

DIE DVD EXTRAS
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Nach dem Genuss der Serie kann ich auch jedem die DVD Extra's ans Herz legen, sie sind gut zusammengestellt, relativ umfangreich und sehr interessant.
Man erfährt Dinge wie zum Beispiel:

- Zach Braff hat bei einigen Episoden Regie geführt, bzw. sie produziert - eine beachtliche Leistung für den damals 27jährigen.
- Ken Jenkins (Bob Kelso) ist laut dem Rest der Crew derjenige, der im wirklichen Leben seiner Rolle am wenigsten enspricht. Er ist der "netteste Mensch des Universums"
- Wenn Robert Maschio (Todd) irgendwo auf der Straße von Männern erkannt wird, wollen diese immer ein High-Five (die 'Flosse'). Frauen fragen ihn hingegen ständig immer nur nach Zach Braff. Robert entspricht außerdem im wahren Leben seiner Rolle am ehesten.
- alle an der Show beteiligten verstanden sich am Set ausgezeichnet. Wäre das bei jemandem nicht der Fall gewesen, hätte er die Show verlassen müssen (Regel: "keine A****lö**er am Set")
- bei seiner ersten Audition in New York verschwitzte Zach Braff fast den Termin. Er hatte die ganze Nacht durch gefeiert und kam dann völlig unvorbereitet zum Vorsprechen - woraufhin er abgelehnt wurde. Einem glücklichen Zufall verdankte er es, dass er die Rolle dennoch bekam:
bei einem späteren Casting in L.A. war eine andere Besatzung anwesend, die nicht wusste, dass er eigentlich schon abgelehnt wurde.
- Neil Flynn sprach eigentlich für die Rolle des Dr. Cox vor.
- Jordan Sullivan, die Ehefrau von Dr. Cox, ist im wahren Leben mit dem Erfinder der Show (Bill Lawrence) verheiratet.
- für die Statisten Rollen wurden überwiegend Verwandte und Bekannte der Crew angeheuert. Viele von ihnen bekamen dann später mal ein bisschen Text in diversen einzelnen Szenen.
- Elliot war in der Pilotfolge noch als zickige Tussi geplant, was der Figur aber nicht genug Tiefe verliehen hätte. So wurde sie erst ab der 2. Episode etwas tollpatschiger.
- Zach Braff und Donald Faison (Turk) sind - seit sie sich durch Scrubs kennengelernt haben - nun auch im wahren Leben die dicksten Freunde.
- (von mir geschätzte) 95% der Aufnahmen wurden direkt im Krankenhaus, oder in einem 'Umkreis von 100 Metern' gedreht, darunter auch die Wohnung von JD und Turk, die Wohnung von Dr. Cox, das Star Bucks Cafe usw. Diverse Krankenhausräume wurden dafür hervorragend umgebaut.

DIE DVD BOX
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Am Ende noch kurz etwas zur DVD Box an sich:

- viele (witzige) Extras wie Outtakes, Behind the Scenes, ebenfalls gibt es zu vielen Episoden Audio Kommentare von Producern und Schauspielern - sehr empfehlenswert zu sehen.
- sehr gute deutsche Synchronisation
- Bonus DVD mit einem Quiz Spiel mit Todd (nur englisch)
- das Bild von Season 8 ist leider nur 4:3, obwohl es im Fernsehen in Widescreen ausgestrahlt wird
- die Bildqualität ist leider ziemlich schlecht. Gerade auf einfärbigen Hintergründen einer Szene wuseln die Ameisen nur so rum (mit verschiedenen DVD Playern getestet). Dies ist somit mein einziges Manko.

FAZIT
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Abgesehen von Season 9 ist Scrubs ein Meisterwerk, wie es in keinster Weise besser sein könnte. Noch nie zuvor (auch nicht danach) habe ich so ein perfektes Gesamtpaket gefunden.
Seitdem ich Scrubs kenne, habe ich vermehrt TV Shows geschaut, auf der verzweifelten Suche nach irgendwas vergleichbarem. Aber keine andere Show setzt die oben genannten Elemente auch nur halb so gut um.

Und das sind die Gründe, warum Scrubs “so glücklich macht”. Es hat mich verändert, und mir eine lange, unterhaltsame - ja sogar lehrreiche Zeit beschert. Und dafür möchte ich allen Machern der Show einen großen DANK aussprechen. Aber auch wenn wohl keiner davon jemals diesen Text hier lesen wird, bin ich froh, ihn geschrieben zu haben.
Denn vielleicht finden dadurch noch mehr Menschen ein ähnliches Geschenk wie ich.

“Eine Scrubs Episode zu starten fühlt sich an, als würde man von einem Urlaub wieder nach Hause kommen. Dieses “AAaaaah” Gefühl. Unabhängig davon, wie oft man unterwegs ist - man fühlt es jedesmal. Und auch wenn man den Text bereits förmlich mitsprechen kann - es ist trotzdem immer wieder schön, nach Hause zu kommen.”
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Kommentare

Von 9 Kunden verfolgt

Sortieren: Ältester zuerst | Neuester zuerst
1-10 von 35 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 30.10.2011 14:35:46 GMT+01:00
Johnny Curuba meint:
Sehr gute Rezension!
Hat mir sehr viel spass gemacht beim lesen. Habe während ich 2 Wochen krank war jeden Tag scrubs reingezogen. Ich schätze in dieser Zeit die Serie mehr und mehr.
Kann es sein das auf Pro7 nicht wirklich alle Folgen laufen? Bin deshalb auch an der kompletten Staffel interessiert.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 06.11.2011 19:08:11 GMT+01:00
Macks meint:
danke, hat auch einiges an Zeit gebraucht zum schreiben :) ob auf Pro7 alle Folgen laufen oder nicht weiß ich nicht. Ich sehe selten fern ohne bereits vorher zu wissen, was ich mir anschauen will (folglich fast nur DVDs)

Veröffentlicht am 15.01.2012 01:34:33 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 15.01.2012 16:10:03 GMT+01:00]

Veröffentlicht am 08.02.2012 15:35:49 GMT+01:00
Sirius-sx meint:
Tolle Rezension! Kann mich da nur anschließen. In meinen Augen ist Scrubs die beste Serie aller Zeiten (außer Season 9 natürlich).
Nur in einem Punkt stimme ich nicht ganz zu. Scrubs hat zum Ende hin leider stark abgebaut. Besonders die letzte Staffel (Season 8) verlor viel von seinem ursprünglichen Charme, da viele neue (wie ich finde unsympathische und überflüssige) Charaktere vorkamen und alle nur noch auf Familie und Heirat ausgelegt waren. Schade.
Aber ansonsten stimme ich voll und ganz zu. Die Rezension ist wunderbar, hat echt Spaß gemacht zu lesen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 15.02.2012 00:20:43 GMT+01:00
Macks meint:
Hallo Sirius,

vielen Dank für dein Statement :)
Es stimmt schon, dass sich die Serie mit der Zeit - und gerade mit Season 8 - verändert hat. Nach 8 Jahren Produktion ist das aber einfach so. Ob man sich mit diesen Veränderungen anfreunden kann oder nicht, ist natürlich jedem selbst überlassen - Geschmäcker sind und bleiben halt einfach verschieden.

Ich kann dazu eigentlich nur so viel sagen:
bevor ich diese DVD Box gekauft habe, kannte ich Scrubs nicht (und zwar ÜBERHAUPT nicht, das einzige das ich kannte war das Gesicht von Zach Braff und dass es in einem Krankenhaus spielt :-)). Ab ungefähr der Mitte der 1. Staffel war ich vollkommen besessen und konnte nicht mehr aufhören, weiter zu schauen. Ich habe mir alle Episoden aller 9 Staffeln in nur einer Woche angeschaut - trotz Arbeit untertags. Jetzt darfst du dir ausrechnen, wieviel Schlaf ich in dieser Woche (nicht) hatte. Was mich noch immer fasziniert, denn eigentlich bin das überhaupt nicht ich. Es war vorher noch nie, noch NIE auch nur annähernd der Fall, dass mich irgendwas, egal was, so vor den Fernseher fesseln konnte (ich hatte bis vor kurzem über 4 Jahre lang nichtmal einen Fernsehanschluss). Auch kann ich mich nicht daran erinnern, vorher jemals bei einem Film oder einer TV Show geheult zu haben. Bei Scrubs flossen mir die Tränen hin und wieder literweise über's Gesicht.

Und diese Besessenheit (um es jetzt nicht direkt "Sucht" zu nennen), hielt bei mir ohne abzunehmen bis zum Ende der 8. Staffel an. Nach dem Finale war ich dann so hin und weg, dass ich nichts besseres zu tun wusste, als - nach dem kurzen, enttäuschenden Abstecher zu Season 9 - wieder bei Staffel 1 von vorne zu beginnen.

Erst viel später wurde mir bewusst, dass das Besondere gar nicht die "großen" Geschichten sind. Es sind diese kleinen Momente. Mir rutschte das Herz in die Hose, als sich beispielsweise Judy Reyes (Carla) von Nurse Roberts verabschiedete, als diese im Sterben lag. Und ich dann bemerkte, dass im Auge von Aloma Wright (die Nurse Roberts spielte), plötzlich eine Träne sichtbar wird, weil es auch bei den Dreharbeiten so emotional war (ja, das ist wirklich in der ausgestrahlten Fassung zu sehen).
Oder als der Hausmeister, den man bis dahin nur als absoluten Fiesling kennt, plötzlich und eigentlich völlig unerwartet anfängt, Elliot sein Herz auszuschütten.

Und die von dir erwähnte Season 8 strotzt geradezu mit diesen kleinen Momenten. Denk zum Beispiel an die Stelle, als Dr. Kelso J.D. klarmacht, dass ER jetzt gegenüber dem neuen Chefarzt Dr. Cox die Position einnehmen muss, die Cox vorher zu Kelso hatte. Obwohl J.D. weiß, dass Cox - um dessen Freundschaft er immer so gekämpft hatte - ihn dafür hassen wird ("will he at least be grateful?" "No. He's gonna hate you for it") opfert er dies zum Wohle des Krankenhauses und der Patienten.
Oder Dr. Cox, der sich eingesteht dass Turk der beste Mann für den Posten als Chef-Chirurg ist, und ihn letztendlich befördert. Dann auch noch zugibt, wie er wirklich über J.D. denkt. Vom eigentlichen Finale ganz zu schweigen.

Ja, Season 8 ist anders. Insgesamt gesehen weniger Comedy, dafür mehr Emotionen. Aber für mich auf keinen Fall schlechter als die vorigen Staffeln.

Veröffentlicht am 17.02.2012 16:23:20 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 17.02.2012 16:24:19 GMT+01:00
T. H. meint:
Das hier ist mein erster Kommentar zu irgendeiner Rezension auf Amazon.

Ihr Text ist wirklich unglaublich treffend. Als ich bei dem Abschnitt über Perry mit "Man wünscht sich ständig, er würde JD doch einfach mal zeigen, wie er in Wahrheit über ihn denkt. Ihm einfach mal auf die Schulter klopfen oder ihm nach dem Tod eines Patienten Mut zusprechen." angekommen war, musste ich an genau die gleiche Szene denken, die sie augenblicklich danach erwähnt haben. Der Tod des Vaters von J.D.

Vieles von dem, was sie hier über die Besetzung, etc. erzählt haben, wusste ich überhaupt nicht. Dankeschön.

Für mich ist Scrubs - mittlerweile - auch die wirklich beste Serie, da ich es so liebe, dass sich an vielen Enden der Folgen die gesamte, lustige Grundstimmung auf einen Schlag in ein ernstes Thema übergeht, bei dem man manchmal an das eigene Leben und eigene Erlebnisse erinnert wird. Das ist einfach der Grund, wieso diese Serie so unglaublich heraussticht. Zudem entwickeln sich die Charaktere einfach weiter, man sieht es an ihnen. In anderen Serien bleiben sie immer gleich, immer starr. Und das vermitteln Sie hier anderen Personen in dieser Rezension unglaublich gut.

!SPOILER!
Für mich sind die zwei besten Folgen übrigens die allerletzte Staffel, eben wegen dem Ende mit dem Vorhang, sowie die Folge als Cox nicht wirklich realisiert, dass sein Freund verstorben ist, und sie am Ende auf der Beerdigung stehen. Die Stelle, als J.D. sagt "Wo denken Sie eigentlich wo Sie sind?" war echt die Härte". Habe es bis jetzt noch nicht geschafft, die Folgen zu sehen, ohne dabei Tränen in den Augen zu haben.
!SPOILER ENDE!

Das hat in anderen Serien bis jetzt nur die Folge in How I Met Your Mother geschafft, in der es um die Tragödie mit Marshall und seinem Vater geht.

Wenn ich Ihnen auf Basis ihrer Ansichten zu Scrubs einen Film empfehlen würde, dann wäre es "#9". Ich denke, dass ihnen dieser gefallen könnte. Man geht an den Film auch - ich zumindest - mit anderen Ansichten heran, und das Ende ist wirklich sehr ergreifend. Zudem gibt es dort auch verschiedene Rollen wie den Kämpfer, den Held, den Ängstlichen, etc.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 17.02.2012 22:03:17 GMT+01:00
Macks meint:
Hallo,

wow, ich dachte nicht dass meine Rezension auf so große Anerkennung stößt - danke für das Lob :-)
Ich habe sehr lange gebraucht, diese Rezension zu schreiben. Immer wieder umgeschrieben, korrigiert etc. Am Ende stellte ich dann fest, dass es einfach unmöglich ist, die Serie so zu beschreiben dass es meinen Gedanken gerecht werden könnte.

Die Informationen, die Sie angesprochen haben, stammen allesamt aus den DVD Extras (das meiste davon aus den Audio Kommentaren der einzelnen Episoden), oder aus verschiedenen Quellen im Internet. Ich kann nicht gewährleisten, dass alle Informationen so richtig sind. Zwar wurde es auf jeden Fall so gesagt oder geschrieben, aber vielleicht war es übertrieben oder sollte ein Witz sein o.ä.
Ich hoffe zwar nicht, aber nachdem ich ja bei den Dreharbeiten (leider!) nicht dabei war, kann ich nur spekulieren.

Wenn Sie solche Informationen interessieren, kaufen Sie sich auf jeden Fall die DVDs (falls noch nicht geschehen) und sehen Sie sich die Extras an, sowie die Audio Kommentare. Es ist einfach nochmal ein Stück toller, die Serie mit diesen Informationen im Hinterkopf zu sehen. Auch wenn es nur kleine Dinge sind. Ich liebe es einfach zu wissen, dass diese Szene, die ich mir gerade ansehe, zu 100% improvisiert war und nie im Script stand.
Oder dass bei der Szene, die ich mir gerade ansehe, Zach Braff's Eltern in der Stuhlreihe hinter ihm zu sehen sind. Dass die Bahamas Folgen in Season 8 deshalb gemacht wurden, weil die Eltern von Bill Lawrence ein Haus dort haben ("Hope Town" ... das Paradies auf Erden). Dass der Mann, der sich zu dem Bahama-Mama trinkenden Bob Kelso an die Bar setzt und mit ihm zu reden beginnt, der Vater von Bill Lawrence ist. Dass der Barkeeper, der die Bahama Mama's mixt, auch in Wirklichkeit dort arbeitet.
... Dass es Ted's Band wirklich in dieser Form gibt, und sie wirklich so singen können wie in der Show (heißen in Wirklichkeit natürlich nicht "worthless Peons" sondern "The Blanks"). Und dass sie bei der Hochzeit von Carla und Turk tatsächlich den Beatles Song "eight days a week" selbst singen, obwohl es exakt wie das Original klingt. Dass sie von Bill Lawrence "entdeckt" wurden, als sie bei der Scrubs Weihnachtsfeier (wie man auch immer das bei den Army's nennt) den Titelsong "Superman" gesungen haben. Der Vorschlag für den Titelsong "Superman" wiederum kam von Zach Braff, dessen guter Freund Joshua Radin einige der emotionalsten Songs für die Serie schrieb bzw. zur Verfügung stellte - unter anderem "Winter", das bei der von Ihnen erwähnten Folge mit Ben's Begräbnis am Ende gespielt wird.

Diese Episode (ist übrigens Season 3, nicht Season 8 :-)) sollte eine Anspielung auf den Film "The Sixth Sense" sein, in dem ja Bruce Willis den ganzen Film über eigentlich bereits tot ist, der Zuschauer realisiert es aber erst am Ende. Bei mir hat es hervorragend geklappt (ich habe nicht bemerkt, dass Ben plötzlich ohne Kamera herum läuft, obwohl er sie laut vorheriger Aussage "bis ans Ende seines Lebens" bei sich tragen wird). Somit war ich auch sehr verblüfft, als Cox und J.D. plötzlich am Friedhof standen, und sich nicht so wie erwartet auf der Geburtstagsfeier von Cox's Sohn Jack befinden (dass sie schwarz angezogen sind ist mir beim 1. mal ansehen auch nicht aufgefallen :))

Ja, auf jeden Fall einer der traurigsten/emotionalsten Scrubs Momente. Diese Episode zeigt außerdem noch etwas anderes ganz tolles an Scrubs -> die Gast-Stars. Ben wird von Brandon Fraser gespielt, der ja wohl fast jedem ein Begriff sein sollte. Im Laufe der Show gab es sehr viele Gast-Stars, was ich auch großartig finde. Ich sprang fast an die Decke, als plötzlich Michael J. Fox durch die Tür spazierte (auch hier sind die Hintergrundinformationen wieder toll: Michael ist schon sehr lange ein guter Freund von Bill Lawrence, der ihn schon vorher öfters gefragt hatte, ob er denn nicht einen Gastauftritt machen wollte. Irgendwann meldete sich Michael bei Bill und sagte "hey, ich fühle mich fit. Ich mache es.").

Und ja, Sie haben recht. Am Ende wird's fast immer nachdenklich. Ganz enorm bei Episoden wie z.B. "Mein Schmetterling / my Butterfly". Wo gezeigt wird, wie das bloße Erscheinen einen Schmetterlings die ganze Geschichte total verändern kann. Am Ende sitzt man da und denkt "Woah ... es stimmt wirklich", und man wird wirklich nachdenklich -> großartig.

Danke für den Tipp mit dem Film. Ich werde mal schauen ob ich mir den über Apple TV ansehen kann :-)
Wenn noch jemand Tipps hat für ähnlich geniale Serien wie Scrubs - immer nur her damit bitte!! :)

Veröffentlicht am 06.03.2012 13:18:18 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 06.03.2012 17:25:08 GMT+01:00
Ich lese sehr viele Rezensionen, aber diese hier ist mit Abstand die beste, die ich jemals gelesen habe!
Eine größere Liebeserklärung kann man einer Serie gar nicht machen!

Ganz, ganz herzlichen Dank für dieses Lesevergnügen und die Hintergrundinfos!!!!

Eigentlich ist Deinen Worten nichts mehr hinzuzufügen.

Meine Tochter (12) hat mich mal gefragt, warum ich Scrubs so liebe und ich konnte nur eines antworten: SCRUBS MACHT GLÜCKLICH!!!!!!

Danke, für diese tolle Rezension und ganz liebe Grüße

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 06.03.2012 19:25:18 GMT+01:00
Macks meint:
gern geschehen, aus diesem Grund habe ich diese Rezension ja geschrieben ;-)

seit ich Scrubs kenne, habe ich vermehrt TV Shows geschaut, auf der verzweifelten Suche nach irgendwas vergleichbarem.
Und ich glaube jetzt zu wissen, warum ich immer und immer wieder zu Scrubs zurückkehre, und warum es nicht langweilig wird, egal wie oft ich die einzelnen Episoden bereits gesehen habe.

Allem voran - wie bereits erwähnt - das PERFEKTE Casting für die einzelnen Charaktere. In so gut wie allen anderen Serien ist es so, dass es einen (vielleicht auch zwei oder drei) "Showrunner" gibt, also eine Figur bzw. eine(n) Darsteller(in), die unglaublich gut sind. Wo der/die Darsteller/in wirklich perfekt in die Rolle passt und diese so gut darstellt wie es niemand sonst könnte - ohne denen diese Serie nicht das selbe wäre. Ich gebe mal ein paar Beispiele aus ein paar bekannten Serien: Jon Cryer alias "Alan" in Two and half men - es ist unglaublich, wie er sich diese Rolle zu Eigen macht. Alan wäre nicht Alan, würde er nicht von Jon Cryer gespielt werden. Ed O'Neill als "Al Bundy" in Married... with children. Bryan Cranston alias "Hal" in Malcolm in the Middle, sowie als "Walter White" in Breaking Bad (übrigens ein echter Geheim-Tipp!). Bei all diesen genannten Beispielen spielt nicht der Schauspieler den Charakter, sondern die Figur verwandelt sich in den Darsteller. Es passt 100% zusammen, die ganze Serie lebt dann davon. Alle anderen Darsteller in diesen Shows - so gut sie auch sind (und ich will damit jetzt wirklich nicht sagen, dass sie schlecht sind, im Gegenteil -> die meisten davon sind hervorragend!) - sie wären auf jeden Fall ersetzbar.
Bei Scrubs trifft diese wunderbare Chemie zwischen der Figur und dem/der Darsteller/in auf JEDEN zu, selbst auf die Nebencharaktere. Es gibt meiner Meinung nach (und nochmal: es ist nur meine persönliche Meinung!) keinen besseren Darsteller als Sam Lloyd für Ted. Robert Maschio als "Todd" - perfekt. Der ganze Cast macht sich den jeweiligen Charakter zu Eigen.

Unmittelbar damit zusammenhängend ist die großartige visuelle Comedy, und seien es nur Gesichtsausdrücke. Niemand kann so hilflos cool wirken wie Zach Braff, wenn er eine unglaublich coole Meldung schieben will, sich dabei aber gleichzeitig als totaler Feminist gibt. J.D. war ursprünglich als relativ cooler junger Arzt geplant (meiner Einschätzung nach wie "Ted" aus How I met your mother). Zach Braff war es, der dieser Figur diesen liebenswürdigen femininen, hilflosen Touch einhauchte. Das Ganze geht dann weiter zu den genialen Slapstick Elementen. Auch hier punktet Zach Braff wieder voll und ganz. Keiner stößt sich den Kopf cooler an einer Lampe als er. Genauso sind die Stürze von Sarah Chalke (Elliot) und Sam Lloyd (Ted) einfach nur grenzgenial.

Und noch eins der wichtigsten Dinge: der Soundtrack.
Unfassbar, wie genial die Musik in allen Episoden ausgewählt wurde. Man nimmt es zwar nur unterbewusst wahr, aber es ist wohl einer der wichtigsten Bestandteile überhaupt.

Keines dieser genannten Elemente wurde in anderen Serien auch nur halb so gut umgesetzt wie in Scrubs. Und das ist der Grund, warum Scrubs "so glücklich macht". Es ist einfach mehr als nur die selben Jokes immer wieder zu hören, weil es einfach so viel zu sehen und zu hören gibt.

Wenn ich andere Serien schaue, und dann zwischendurch wiedermal eine Scrubs Episode starte, ist es so, als würde ich nach einem Urlaub wieder nach Hause kommen. Dieses "AAaaaah" Gefühl. Auch wenn ich den Text bereits förmlich mitsprechen kann. Es ist immer wieder schön, nach Hause zu kommen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 07.03.2012 10:39:50 GMT+01:00
Und wieder kann ich alles was du schreibst nur unterstreichen!
Besonders das mit den Darstellern, die perfekt in die Rollen passen. Ich könnte hier noch Boston Legal (meine zweitliebste Serie, die leider auch eingestellt wurde) hinzufügen. James Spader als Alan Shore und William Shattner als Denny Crane sind genial besetzt, ebenso wie Christian Clemenson als Jerry Espenson. Bei allen drei Rollen kann ich mir einfach keine anderen Darsteller vorstellen. Andere in dieser Serie sind austauschbar.

(Danke übrigens für den Tipp zu "Breaking Bad"!)

Und du hast Recht, bei Scrubs trifft die Nichtaustauschbarkeit (herrlich blödes Wort) wirklich auf alle Haupt- und Nebendarsteller zu.
Und die Comedy-Elemente, von Slapstick, bis zur Mimik der Charaktere sind genial. Natürlich stößt sich keiner so cool der Kopf an einer Lampe wie Zach Braff. In der Szene, in der er hinter Dr. Cox steht und zum ersten und einzigen Mal hört, was dieser wirklich über ihn denkt, ist es genial, wie er sich bei seinem Abgang die Hände am Türrahmen stößt. Die Szene ist derart rührend und dann verlässt J.D. beglückt den Raum: "Er hält mich für einen außergewöhnlichen, Au, Menschen!"
Das ist göttlich und bei dieser Szene, auf die man eigentlich die ganze Serie über gewartet hat, steigen einem die Tränen hoch und wieder kann man gar nicht losheulen, weil man sofort wieder grinsen muss. Dieses Hin und Her der Gefühle erwischt einen in dieser Serie immer wieder und das schafft keine andere Serie.

Mit diesem Gefühl des "Nachhausekommens" triffst du es auf den Punkt. Auch wenn man nur vor dem Fernseher sitzt, man gehört dazu, man fühlt sich, als wäre man selber ein Teil der Sacred Heart Famile und DAS macht glücklich, auch bei der x-ten Wiederholung!
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