Kundenrezension

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4.0 von 5 Sternen The Clans are marching 'gainst the Mainstream!, 2. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: The Clans Will Raise Again (Ltd. Digipak) (Audio CD)
Lange hat es nicht gedauert, bis nach den "Ballads" Grave Digger nun die Auferstehung der schottischen Clans verkündet. Im Vorfeld wurde bereits klargestellt, dass der Fan hier nicht das Sequel zu Grave Diggers unerreichtem Erfolgsalbum "Tunes of War" erwarten dürfte und dass es sich mitnichten um ein Konzeptalbum handeln würde.
Diese Flucht nach vorne wurde von den Grabgräbern wohl begangen, um bei den Fans keine Erwartungen zu schüren, die niemand hätte erfüllen können. Jetzt wo das Album draußen ist, stellt sich allerdings heraus, dass es sich sehr wohl um ein Konzeptalbum handelt, welches mal wieder die schottische Geschichte thematisiert und dass man es ebenso als direktes Follow Up zu den "Tunes" sehen darf.
Nach ein paar Durchläufen der CD stellt sich nun auch heraus, dass die Bedenken der Band unbegründet waren, und dass das teilweise neue Line Up um Chefgräber Chris Boltendahl nach den umstrttenen Alben der letzten Jahre wieder ein ordentliches Album vorgelegt hat, dass auch Fans der ersten Stunde zufriedenstellen wird. Wie schon beim letzten Album, den "Ballads" wird hier auf allzuviel soundtechnischen Schnickschnack verzichtet. Das Hauptohrenmerk liegt auf kraftvollen, treibenden Riffs und chorälen Refrains mit Ohrwurmgefahr. Was diese Scheibe aber nun seinem Vorgänger noch vorraus hat, sind anständige Songs, die auf den "Ballads" leider Mangelware waren.

Schauen wir uns die Songs mal im Detail an. Nach dem obligatorischen Bagpipe-Opener erwarten den Hörer mit "Paid in Blood", "Hammer of the Scots" und "Highland Farewell" gleich drei Highlights des Albums. Obwohl zwar keiner die Klasse des All-Time-Favourites "Rebellion" des "Tunes"-Albums erreichen kann, gehören die Stücke zu den stärksten, die Gravedigger in den letzten Jahren fabriziert haben.
Mit dem folgenden Titeltrack "The Clans will rise again" bricht diese hohe Leistung dann erstmal etwas ein. Obwohl der Song durchaus gelungen ist, fällt er gegenüber den bisherigen deutlich ab, da er weniger mitreißend ist und etwas zäh und uninspiriert wirkt.
Die nächsten beiden Stücke "Rebels" und "Valley of Tears" ziehen dann wieder an. Auch wenn sie keine lupenreinen Hits darstellen, besitzen sie doch genügend Schmiss um auf der Gravedigger-Skala fraglos zum oberen Drittel zu zählen.
Der Song "Execution" bremst das Album hier erstmal ein wenig. Das gemächliche Wehklagen eines Verurteilten ist zwar ganz kurzweilig, reißt einen aber auch nicht vom Hocker. "Whom the Gods love die young" ist ein weiterer Qualitätseinbruch, denn das eher langsamere Stück hat dem bisher größtenteils verwöhnten Zuhörer so gar nichts zu bieten und kann den anderen Stücken des Albums ebenso wie das vorherige "Execution" nicht das Wasser reichen.
Mit "Spider" geht es dann aber munter weiter. Das Tempo legt in diesem Song wieder zu und auch die Melodie weiß zu gefallen. Auch wenn der Refrain ein paarmal zu oft bemüht wird, schleicht sich dabei mitnichten ein Effekt des Satthörens ein.
Nach dem kurzen Instrumental "The Piper McLeod", folgt mit "Coming Home" wieder ein Albumhighlight. Sehr schöne Melodien und harter Sound lassen das Stück in der Oberliga spielen.
Danach folgt der einzige Totalausfall auf diesem Album. Die Ballade "When Rain turns to Blood" nervt gehörig beim ersten Höhren, und danach wirds nur noch schlimmer. Den Abschluss der CD bildet der Bonustrack(?) "Watch me die", ein Grave Digger-typisches Mittelklasse-Stück, welches das Album ohne Überraschungen ausklingen lässt.

Acht gute Songs, drei durchwachsene und nur eine Gurke heben das Album weit übers Genre-Mittelmaß hinaus. Mir persönlich fehlt zur Perfektion nur der Grave Digger-typische Oberkracher, den beispielsweise "Tunes" seinerzeit mit "Rebellion" bieten konnte. Sogar das "Rheingold" und das "Last Supper" hatten mit "Maidens of War" und "Grave in No Mans Land" Über-Hits, die noch in meinen Rotationen liefen, nachdem das jeweilige Album längst ad acta gelegt war. Andererseits bin ich durchaus damit zufrieden, mal keinen Glücksgriff auf einem Grave Digger Album zu haben, wenn sich dafür im Gegenzug auch die Untiefen in Grenzen halten, die ansonsten ordentliche Veröffentlichungen nach unten ziehen.
Womit ich auch gleich beim üblichen verdächtigen dieses Albums wäre: "When rain turns to Blood" ist der wiederholte Versuch der Band, eine Ballade einzuspielen. Und ehrlich Grave Diggers: Lasst es doch endlich einmal sein! Ihr hattet mit "Ballad of Mary" einen unglaublichen Glücksgriff und habt damit eine der besten Metalballaden überhaupt geschaffen. Aber jeder Versuch, diesen Erfolg zu wiederholen, ist bis jetzt in einer Katastrophe geendet! Ich denke noch immer mit Grausen an Siegfrieds Liebeserklärung an die Römer "Goodbye (sweet Romans)" ;-) welche dem "Rheingold" den Todesstoß versetzte.
Was ich vermisse, obwohl es die Leistung des Albums nicht schmälert, sind die Erklärungen und Hintergründe zu den Songs, die bei früheren Konzeptalben gang und gebe waren. Ein Lied macht gleich viel mehr Spaß, wenn man weiß, worum es dabei eigentlich geht! "Spider" habe ich zuerst für einen völlig bescheuerten Song über jemanden gehalten, der nicht Schlafen kann, weil er eine Spinne bekämpfen muss. Wenn man weiß, dass es sich tatsächlich um die Legende einer Vorhersehung handelt, die Robert the Bruce seinerzeit dazu veranlasste, seinen siegreichen siebten Kampf gegen die Engländer zu bestreiten, hört man den Song mit ganz anderen Ohren.
Ebenfalls vermisse ich die bei Grave Digger aus der Mode gekommenen Heroic Vocals. Seit Chris Boltendahl die Songs fast ausschließlich mit seinem Grölorgan Solo besingt, ist etwas von der Abwechslung verlorengegangen, die Grave Digger Publikationen hatten, auf denen auch hin und wieder einmal etwas klarerer Gesang vorkam. Zumindest ist dies eines der Mankos der letzten Alben und auch den "Clans" hätte ein zweiter Sänger der als glatterer Gegenpart zu Boltendahl fungieren kann, gut gestanden.

Fazit: Unterm Strich haben Grave Digger hier mMn das beste ALbum seit Jahren hingelegt. Der Großteil der Scheibe besteht aus guten Songs, die auch in einigen Jahren noch Spaß machen werden. Und bis auf eine Ausnahme fällt der Rest zumindest nie unters Mittelmaß. Eine solide Gesamtleistung also, die zwar nicht an alte Erfolge anknüpft, aber die Ausfälle der letzten Zeit locker hinter sich lässt. Würde man auf Biegen und Brechen einen Vergleich mit alten Grave Digger Alben ziehen, würde ich die "Clans" am ehesten auf einer Höhe mit "Excalibur" sehen.
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