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Hanebüchene Kindertümelei,
12. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Amadeus Moll und die Welt der Musik mit CD (Gebundene Ausgabe)
Also dieses Buch ist echt peinlich. Meinen Eltern war's peinlich es mir vorzulesen, mir war's peinlich - dem Autor muss es auch peinlich gewesen sein. Anders kann ich mir das gar nicht erklären.
Zur Geschichte: Der kleine Maulwurf Amadeus wächst in einer musikalischen Familie auf. Von der Wiege bis zur Bahre (so lange geht die Geschichte zum Glück nicht) wir musiziert und "alle sind glücklich". Dauernd sind alle glücklich - aaaah, ich werd verrückt.
Amadeus ist furchtbar ehrgeizig und lässt seine Freunde links liegen um zu üben, es geht ja um ein Stipendium für die Musikhochschule! Schließlich verliebt sich Amadeus in ein hübsches Maulwurfsmädchen aus dem Chor und bringt ihr ein Ständchen unterm Fenster. Leider kommt es zu einem Missverständnis und Amadeus ist am verzweifeln. Aber zum Glück gibt's doch noch ein Happy-End mit ner ollen Hochzeitsfeier. Das ist ja das schönste und wichtigste im Leben!
Einige Reime sind furchtbar bemüht (oder sehr sehr "unrein"): "Frosch sitzt am Cello - und alle sind froh!"
Die Darstellung der Figuren ist sehr kindertümelnd - ach herrjeee, die Biedermeierklamotten. Die Figuren sind auch sehr stark an die Tiere aus "Der Wind in den Weiden" angelehnt. Das Frauenbild ist unter aller Kanone (während die Familie musiziert, steht Mama Maulwurf im Glockenkleid an der Spüle und klappert beim Abwasch mit den Tellern - ihr musikalischer Beitrag?!).
Hier kommt Musizieren überhaupt nicht positiv rüber sondern nur peinlich und verkrampft.
Die ganze Darstellung ist sehr operettenhaft (im durch und durch negativen Sinne).
Es hat auch nicht viel mit musikalischer Früherziehung zu tun, nur zu sehen, wie einzelne Instrumente aussehen (zumal die Abbildungen der Instrumente nicht besonders sind...). Hier gibt's keinerlei Möglichkeiten aktiv etwas selbst zu gestalten. Hier geht es lediglich um fürchterliche Erwachsenenwünsche, die ein kleines Komponistenwunderkind in Frack herbeisehnen. Vorgefertigte Wunschvorstellungen biederer Erwachsener werden einfach nur mit dusslig-dämlichen Texten garniert.
Es kommt zu keinerlei Konflikten (abgesehen vom kurzen Liebesleid, das die operettenhafte Struktur nur stützt). Amadeus hat nie "keine Lust" zu Üben o.ä., sondern ist stets beseelt von dem Gedanken Komponist zu werden. Das ist einfach nur eine unrealistische Darstellung.
Die CD ist auch ein Riesenquatsch: Die Erzählerstimme klingt wie eine Oliver-Kalkofe-Verarschung. Man kann beim Anhören keinen klaren Gedanken fassen, weil man völlig unmotiviert durch ein "buntes Potpourri" unterschiedlichster Stile gejagt wird.
Bin schon ganz wirr im Kopf davon, deshalb müsst ihr meine konfuse Rezension entschuldigen...
Puh, also ich fand das alles sehr anstrengend.
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