Kundenrezension

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Konsequente Weiterentwicklung + richtig gute Innovationen., 10. März 2005
Rezension bezieht sich auf: Auf Sehnsucht Folgt Ernüchterung (Audio CD)
Das zweite Album der Regensburger Band um Frontmann Stefan Sigl ist eine konsequente Weiterentwicklung von Stärken und Ausmerzung von geringfügigen Mankos des Vorgängers. Das betrifft zunächsteinmal die Instrumentalisierung der Stücke die nun etwas stärker betont wurde, die Stücke wirken generell dynamischer und lebendiger ohne aber den charakteristischen Sound aufzugeben - ein wichtiger Schritt in de richtige Richtung.
Betrachtet man die einzelnen Stücke nach und nach mit etwas Distanz so kristallisieren sich einige Songs auf Anhieb heraus, manche andere haken sich aber scheinbar erst im hinterkopf fest um dann in aller Ruhe zuzuschlagen. Wenn man gerade im Zug sitzt und die Melodie von "Spiel des Lebens" summt weiss man wo der musikalische Hammer des Albums hängt: in eingängigen Melodien, einer charismatischen und wie gewohnt exzellenten Gesangsleistung und bewusst gewählten Texten die sich nicht zwangsläufig sofort erschließen. Allerdings muss man fairerweise auch erneut anmerken, dass die englischen Texte zwar an und für sich gut sind, sich dort aber dennoch einige kleine Patzer eingeschlichen haben - andererseits: das ist bei den meisten Texten englischsprachiger Musiker auch nicht viel anders, wäre aber in beiden Fällen vermeidbar. Wie auch schon der Vorgänger (das Debütalbum) ist der theatische Schwerpunkt auch in diesem Album Herr Sigls seelisches Innenleben, mal aus der einen, mal aus der anderen Perspektive, allerdings nun auch mit geringen Fremdeinflüssen und zwei "Fremdtexten" von Daniel Friedrich.
1. Ernüchterung (Intro) [1:36]
Ist ein Intro, da kann man weder viel besonders gut noch besonders schlecht machen, ein Intro halt.
2. Burning the sad souls [4:47]
Erneut der für Soul in Sadness charakteristische Querflöteneinsatz den man kaum lobend genug erwähnen kann, da er den Songs eine ganz wichtige zusätzliche Tiefe verleiht. Oberer Durchschnitt des Albums.
3. Lieblos [5:09]
Dieser Song bietet auf theatralisch-dramatische Weise Einblick ein sehr persönliches und unmittelbares Erlebnis mit einer angehörigen des anderen Geschlechts erzählen und bietet auch soundtechnisch ein Soul-in-Sadness-Novum: eine weibliche Stimme, noch allerdings im Hintergrund (mehr dazu etwas weiter unten bei "Alles Lüge"). Das tut nicht nur dem Song sondern dem Sound insgesamt gut, da somit die auch von Theatre of Tragedy wahrgenommene und dargebotene Distanz zwischen tiefer männlicher Stimme und klarer weiblicher Stimme ausgekostet wird. Gut.
4. Reflections (Mystery called love 2.1) [4:14]
Eine "Variation" des Vorgängeralbumsongs "Mystery called love"
Leider nicht so eingängig wie benannter Vorgänger bietet er aber
durchaus ein schönes Klangerlebnis, aber im Nachhinein verblasst er gegenüber den meisten anderen Songs dieses Albums. Das gilt besonders auch für den nun folgenden.
5. Spiel des Lebens [4:09]
Die Idee Daniel Friedrich als Gastsongwriter zu wählen war neben der Einführung der weiblichen Co-Stimme in "Alles Lüge" die beste Idee des Albums. Das stellt keinerlei Kritik an den Texten Sigls dar, im Gegenteil, sie fügen sich nahtlos in das Albums - bieten aber schlichtweg noch ein Bonus an Abwechslung. Alerdings - und das ist positiv gemeint - sollte man diesen Text mindestens zweimal bewusst hören um ihn auch zu verstehen, dann erschließt er sich aber unmittelbar. Zunächst empfand ich das Lied nur bedingt als eingängig (vielleicht aufgrund des Textes?), doch sobald dieser sich entfaltet hat bemerkt man dass sich die Melodie irgendwo eingebrannt hat. Eines der Highlights des Albums.
6. Das letzte Wort der Lust [4:06]
Ein Song rund um das Gefühl sich zu verlieren in einer Person, nicht zuletzt um den Alltag vergessen zu können - instrumenttechnisch ein Highlight, den Highlightstatus als Song verpasst man hier aber nur aufgrund des sperrigen Refrains.
7. Credo [3:41]
Hier wagt sich Soul in Sadness auf musikalisches Neuland, ungewohnt aber objektiv betrachtet nicht übel. Der Text ist stimmungsvoll und entstammt der Feder von Toni ("Mr Querflöte").
8. Hatred and forsaken [6:54]
Eines der Highlights der CD mit einem traumhaften Intro, eingängiger Melodie und dazu einem tiefgründigen Text wobei der Wechsel von Englisch/Deutsch den Song ungemein belebt. Rundum klasse, erwähnenswert auch der stärkere Gitarreneinsatz in diesem Stück.
9. Menschlichkeit? [5:33]
Ein musikalischer "Aufruf" an unqualifizierte Möchtegernmusikkritiker die ohne jedes Musikverstädnis dennoch versuchen Musik zu beurteilen, streng subjektiv und ohne Chance auf Fairnis, ein Musik gewordener Bewältigungsversuch einer zerbrechlichen Musikerseele, quasi der "Grotesksong" von Soul in Sadness. Oberes Mittelfeld.
10. Juliet [4:23]
Ein weiteres Highlight der CD, eine Selbstreflexionsballade über die Unfähigkeit das zu sagen was manchmal eben doch Worten bedarf. Objektiv betrachtet ein tragischer Song da die Wälle die man selbst errichtet auch nur von einem selbst niedergerissen werden können. Musikalisch der zweitbeste Song des Albums.
11. Last rare Tears [5:14]
In meinen Augen der schlechteste Song des Albums, da der Refrain schmerzlich vermisst wird und er musikalisch gesehen einfach zu langgezogen wirkt. Schlägt somit leider eine etwas negative Brücke zwischen zwei grandiosen Songs.
12. Alles nur Lüge [4:17]
Text: Daniel Friedrich, Leadgesang: Stefan Sigl, Co-Gesang: Sandra Stättle (Eternal Grieve), Resultat: "das" Highlight des Albums. Der Song macht alles richtig und nichts falsch - ein sehr schönes Intro, eine sehr eingängige Melodie, durch den Wechsel von Deutsch/Englisch sehr kurzweiliger Text, klasse Gesangsleistung und ein absolut starker Songtext. Das einzige Manko? Selbst mit 4:17 noch zu kurz - man will einfach noch viel mehr davon.
13. Zurück zu deiner Tür (outro) [3:10]
Das Outro in dem der "Protagonist" dieses Werks vor dem Nichts, dem Aus steht, körperlich wie auch seelisch.
Fazit:
Spätestens mit dieser CD sollte klar sein, dass Regensburg (k)ein schwarzes Loch ist musikalisch, jetzt gibt es nur noch zwei Hoffnungen für die Zukunft: echte statt programmierter Instrumente und ein konsequenter Gang in die eingeschlagene Richtung. Dort liegt in meinen Augen die musikalische Zukunft der Band - dieses Album macht sovieles richtig, dass ich abschließend nur zu der von mir vergebenen Wertung kommen konnte.
Bitte mehr davon, Gastgesang, deutsch/englische Texte, eingängige Melodien, ein zwei Fremdtexte und dazu eine gehörige Portion "ich hab euch alle lieb / leckt mich doch am ..."-Wechselbad-der-Gefühle-Innovation und der Nachfolger darf mit Spannung erwartet werden.
Sehr schön.
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