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Kundenrezension

5 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Bescheidene Erklärungen, 27. März 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Evolution des Menschen (Beck'sche Reihe) (Taschenbuch)
Der Autor, ein Biologieprofessor, versucht das Menschsein mit den Mitteln der Biologie zu erklären. Wie er gleich zu Anfang auf Seite 7 klarstellt, sind für ihn Menschen "eine Tierart unter vielen". Diese begrenzte Sichtweise ist sowohl die Stärke als auch die Schwäche des Buches. Zunächst das Positive: Thomas Junker schreibt lebendig und anschaulich. Er bemüht sich ernsthaft um Antworten, ist dabei aufgeschlossen und denkt wissenschaftlich.

Das Problem besteht darin, dass es eine biologische Evolution des Menschen im Sinne des Buchtitels gar nicht mehr gibt. Selbstverständlich ist für wissenschaftlich denkende Menschen Darwin die Grundlage für die Entwicklung der Lebewesen und auch des Menschen. Doch als die Menschheit Ackerbau und Viehzucht erlernt hatte, bekam die Evolution eine neue Qualität. Jetzt stand nicht mehr das individuelle Überleben im Vordergrund - gesellschaftliche Faktoren gewannen Bedeutung. Es setzten sich diejenigen Völker durch, die besser produzieren konnten, militärisch siegten oder besser organisiert waren. Die Gene wurden unwichtig. Wenn wir heute Bücher lesen können, dann nicht etwa, weil die Analphabeten ausgestorben wären.

Wenn ein Biologe über die Evolution des Menschen schreibt, kann er eigentlich nur die Entstehung des Menschen meinen, also die Entwicklung von den gemeinsamen Affen-Vorfahren bis zum Jetztmenschen. Doch auch hier ist die Biologie nur ein Faktor von vielen. Sprache, Feuer, Werkzeuge, das sind alles kulturelle Errungenschaften und nicht durch die Biologie bestimmt, abgesehen vom Gehirn. Zur Analyse der menschlichen Gesellschaft hat Junker den falschen Werkzeugkasten.

Wenn ein Chemiker, also ein Fachmann auf dem Gebiet der unbelebten Natur, über biologische Zusammenhänge schreibt, kann das zwar durchaus interessant sein, denn die Biologie baut auf der Chemie auf. Aber die Grenzen der Erkenntnis sind klar. Ähnlich verhält es sich hier, wo ein Biologe über gesellschaftliche Zusammenhänge zu schreiben versucht. Er kommt dann zu Aussagen wie der, dass die menschliche Sexualität nicht domestizierbar wäre (S. 77), dass Schimpansen wertvolle Kunst schaffen könnten (S. 92) oder dass Höhlenmenschen ihre Wände bemalten, um Reproduktionspartner zu beeindrucken (S. 107).

Es ist schade, dass das Buch in dieser Hinsicht unvollständig ist, denn die offenen Fragen geben religiösen Spinnern und Esoterikern unnötigen Raum. Doch wenn Thomas Junker der Entwicklung der Menschheit näher kommen will, müsste er über das Gebiet der Biologie hinaus gehen und sich mit politischen und gesellschaftlichen Fragestellungen befassen.
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Kommentare

Von 1 Kunden verfolgt

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1-9 von 9 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 23.03.2011 10:51:08 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 23.03.2011 11:00:25 GMT+01:00
dare100em meint:
"Die Gene wurden unwichtig."

Das wird heute politisch korrekt so gesehen, was es aber nicht wahrer macht. Auch die Aussage, "das es eine biologische Evolution des Menschen [...] nicht mehr gibt" ist nicht halbar. Sie unterliegt nur anderen Selektionskriterien wie früher. Aber es gibt sie schon noch und was eine Umkehrung der natürlichen Selektionskriterien durch moderne "Wohlstandsgesellschaften" bewirkt, werden wir bald Alle spüren.

Siehe z. B.:
--> Rost: Intelligenz - Fakten und Mythen
--> Chochran, Harpending: The 10000 Year Explosition - How civilisation accelerated human evolution
--> Herrenstein, Murray: The Bell Curve - Intelligence and class structure in American life

Veröffentlicht am 09.05.2012 12:03:22 GMT+02:00
R.P. meint:
Der evolutionäre Ansatz ist keineswegs auf Gene beschränkt. Es gibt mittlerweile evolutionäre Ansätze in vielen Wissenschaften, und es ist nicht einzusehen, dass gerade die Gesellschafts- und Geisteswissenschaften nicht davon profitieren sollten.
Dieser Ansatz hat sich bisher als recht fruchtbar und vielversprechend erwiesen. Das ist auch der Weg, frommen Spinnern, wie das der Rezensent formulierte, den argumentativ ohnehin schwankenden Boden unter den Füßen wegzuziehen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.02.2013 08:19:57 GMT+01:00
truckle meint:
Gene sind für den Menschen heute nicht unwichtig geworden, und auch die biologische Evolution des Menschen findet weiterhin statt. Aber in allen anderen Punkten hat der Rezensent recht. Die Biologie hat uns herzlich wenig über die gesellschaftliche Entwicklung des Menschen zu sagen. Kultur ist keine neue Form der Evolution. Evolution erfordert ein Genom als genetisches Gedächtnis, welches notwendigerweise zufälligen Mutationen unterliegt. Gehirn und gesellschaftliches Bewusstsein funktionieren grundsätzlich anders.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.02.2013 09:11:04 GMT+01:00
R.P. meint:
Ein viel zu enger Evolutionsbegriff. Evolution ist jeder Vorgang, bei dem ein wie auch immer gearteter "Mechanismus" besteht, der aus zufällig generierten Varianten diejenigen auswählt, die in einer näher zu bestimmenden Weise, erfolgreich sind.
Dazu gab und gibt es für den gesellschafts- und geisteswissenschaftlichen Bereich den Begriff des "Mem", das einige strukturelle Analogien aufweist zum Gen. Auch hier werden einige Meme aufgrund ihrer Eigenschaften in der kulturellen Umgebung begünstigt. Der eigentliche "Mechanismus", oder mathematisch ausgedrückt "Algorithmus", hat hier nichts mit Mikrobiologie zu tun, und doch ist die Analogie zur biologischen Evolution ein fruchtbares Paradigma.

So hat auch der führende Neo-Darwinist R.A. Fisher die konkrete biologische Evolution von dem - viel allgemeineren - Prozess der selektiven Reproduktion klar unterschieden.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 15.11.2013 19:49:27 GMT+01:00
truckle meint:
R.P., ihre Definition von Evolution betrifft ganz sicher nicht "Meme" (bedeutet - in etwa -Gedanken). Gedanken werden offensichtlich nicht zufällig generiert und verbreitet. Das Problem sind sogenannte Definitionen und Begriffe, die in Wahrheit nichts konkret fassbares beschreiben wie "Mechanismus", "Mem" und "Algorithmus" in ihren Kommentar, die sie deshalb sehr zu recht in Anführungszeichen gesetzt haben. Evolution wird heute gern allgemein in Sinne von Entwicklung interpretiert. Ich ziehe die enge Definition als biologische Evolution vor.

Veröffentlicht am 29.07.2015 11:52:16 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 29.07.2015 12:51:16 GMT+02:00
abifiz meint:
Das "Evolutions"-Begriff des Rezensenten ist vorsintflutig und unangemessen. Ähnliches gilt für seine Vorstellung von "Biologie".

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 29.07.2015 11:59:42 GMT+02:00
Meinen Sie meine Rezension oder einen Kommentar?

Veröffentlicht am 29.07.2015 12:54:03 GMT+02:00
abifiz meint:
@Oliver Völckers
Mit "Rezensenten" meinte ich den Rezensenten, das heißt Sie.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 29.07.2015 12:57:49 GMT+02:00
Danke für die Antwort. Könnten Sie konkretisieren, was Sie meinen? Wie verstehen Sie denn "Evolution" und "Biologie", und meinen Sie, dass sich meine Definition dieser Begriffe von dem üblichen unterscheidet?
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