Kundenrezension

112 von 120 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Professor bürstet gegen den Strich, 1. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Kopf schlägt Kapital. Die ganz andere Art, ein Unternehmen zu gründen. Von der Lust, ein Entrepreneur zu sein. (Gebundene Ausgabe)
Das Buch ' noch vor der derzeitigen Krise geschrieben ' ist ein lebhaftes Plädoyer für Ideen und Visionen statt BWL und Management. Im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen hat Faltin als Initiator der 'Teekampagne' gezeigt, wie man ein Projekt zum wirtschaftlichen Erfolg führt. Hart geht er dabei mit den Institutionen und Fördermechanismen ins Gericht, die von potentiellen Unternehmensgründern vor allem einen ausgereiften Businessplan verlangen, eigenwillige Persönlichkeit dagegen eher als Störfaktor betrachten. Dagegen setzt Faltin seine Analyse, in einem von Überangeboten gesättigten Markt auf das Besondere zu setzen; auf das, was den Kunden einen wirklich wahrnehmbaren Vorteil bringt (z.B. erstklassigen Tee zu einem günstigen Preis, unter Verzicht auf eine unüberschaubare Auswahl). Diese Idee klar herauszuarbeiten, sich dann aber die zur Umsetzung benötigten Teilleistungen, die nicht zum Kernauftrag gehören, auf dem Markt von hocheffizienten Spezialisten einzukaufen (Abrechnung, Versand, Verpackung), ist sein Erfolgsrezept. Spöttisch warnt er Gründer speziell in der Anfangsphase vor der Vergötzung des Instruments BWL, von dem die eine Hälfte selbstverständlich, die andere unverständlich sei (S. 79). Niedriger Fremdkapitaleinsatz, originelles, klar auf einen Kundennutzen fokussiertes Marketing, qualifizierte Aufgabendelegation sowie Skalierbarkeit sind die Maßstäbe, die ihm zufolge sich mit gesundem Menschenverstand umsetzen lassen. Nicht die grundlegende, bahnbrechend neue technische Innovation (die vor dem Markterfolg bereits durch eine noch bessere überholt sein kann) eignet sich zur Unternehmensgründung, sondern eine gut durchdachte Idee, wie aus der Fülle des Vorhandenen etwas Neues mit hohem Kundennutzen zusammen gestellt werden kann.
Abschreckend ist für ihn das oft kolportierte Bild, ein Unternehmer müsse sich als Sklave seiner selbst sechzehn Stunden am Tag mit allen Aspekten seiner Firma abplagen ' und so meist scheitern. Dafür hebt er hervor, welch beflügelnde Wirkung die Umsetzung eines eigenen Projektes (oder sogar die Gründung eines eigenen Unternehmens) z.B. auf seine Studenten habe. Zu dieser Persönlichkeitsbildung gehört auch ein themenfokussierter Blick, der plötzlich alles, was mit dem Projekt zusammen hängen könnte, aufsaugt und verarbeitet, sodass das diesbezügliche Lernen mit einem ungleich höheren Effizienzgrad erfolgt. Generell plädiert Faltin für eine stärkere Eigenverantwortung, für das Nutzen des eigenen Potentials statt des zum Scheitern verurteilten Versuches, unsere wirtschaftliche Vormachtstellung in der Welt durch Kleben an den alten Wirtschaftsstrukturen zu erhalten. Wohin das führt, illustriert er am Niedergang der Kautschuk-Stadt Manaus.
Am Ende des Buches ergänzt er seine spannenden Ausführungen durch ein Interview mit Mohammad Yunus, der für sein Projekt der Kleinkredite den Friedensnobelpreis erhielt, und schließt: 'Wenn selbst islamische Frauen unter extrem ungünstigen gesellschaftlichen Bedingungen in einem stark unterentwickelten Land erfolgreich zu Entrepreneuren werden können, sollte man erwarten, dass dies bei uns unter den doch viel besseren Voraussetzungen erst recht möglich ist.'
Ein lesens- und beherzigenswertes Buch.
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Kommentare

Von 1 Kunden verfolgt

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1-4 von 4 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 05.10.2009 15:05:41 GMT+02:00
K. Ursula meint:
schade, ohne Absätze schlecht zu lesen, so daß ich nicht weiß, ob oben ja oder nein anzukreuzen.
Das passiert öfter. Warum nur macht man so wenig Absätze??
UKirschner

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 30.10.2009 11:38:03 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 30.10.2009 11:38:33 GMT+01:00]

Veröffentlicht am 27.06.2010 23:46:16 GMT+02:00
Habe es heut am Strand gelesen. Gut zusammengefasst! Bin noch ganz beseelt von diesem Mutmacher-Buch. Leben wir unsere Fähigkeiten. Mir hat man in einem Selbständigen-Assessment-Center damals ein fehlendes Selbständigen-Gen attestiert. Blödsinn! Ich bin jetzt seit 10 Jahren selbständig.

Veröffentlicht am 25.08.2012 21:23:27 GMT+02:00
Infoschriften zur sicheren Existenzgründung - Soziale Sicherheit für Existenzgründer: Konzept der nebenberuflichen Existenzgründung und sozialen Sicherheit für Beschäftigte und Arbeitslose
Grundsätzlich finde ich "Mutmachbücher" empfehlenswert! Noch besser wären für mich - und andere - sogenannte "Machbarkeitsbücher" - weil Kapital eben doch eine Rolle spielt.
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