Kundenrezension

63 von 65 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartiges Meisterwerk auf großartiger Bluray!, 31. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Metropolis (3 Discs, Special Edition) [Blu-ray] (Blu-ray)
Wie in anderen Amazon-Rezensionen zu lesen war, hatte die Bluray von "Metropolis" einen unglücklichen Start, da sie technische Defekte aufgewiesen haben soll. Defekte Exemplare waren zurückgenommen worden, und eine korrigierte Neuauflage wurde gepresst. Bei dieser Neuauflage endlich kann man bedenkenlos zugreifen. Sie ist ihr Geld vollauf wert. Der Film selbst ist ein großartiges Meisterwerk der Filmkunst, das auch heute noch ungeheuer beeindruckend ist. Über die Aussagen des Films wurde seit Jahrzehnten trefflich gestritten, aber ästhetisch, handwerklich und technisch ist der Film über jeden Zweifel erhaben.

Der Film ist auf dieser Bluray endlich in der fast vollständigen Originalfassung zu sehen, die im Januar 1927 in Berlin zu sehen gewesen war, bevor "Metropolis" für alle weltweiten Märkte (auch Deutschland) stark beschnitten wurde. Nachdem 2008 in Argentinien in einem Filmmuseum unversehends eine fast vollständige Kopie der Originalfassung ausgegraben worden war, konnte die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung mit diesem (leider stark beschädigten) Material den Film aufwendig restaurieren. Der Film ist jetzt 2:30 h lang, es fehlen etwa 8 Minuten. Bis auf die "argentinischen" Partien, die nicht mehr vollends "gesäubert" werden konnten und einige Bildfehler enthalten (Kratzer, Schlieren etc.), ist das Bild absolut brilllant. Die neu eingespielte, großartige originale Filmmusik, die damals von Gottfried Huppertz komponiert wurde, passt sich dem Film perfekt an. Film und Musik werden so zu einem wundervollen Genuss.

Die 3-Disc-Bluray gehört zu den besten, die ich in letzter Zeit erworben habe. Sie enthält dankenswerterweise ein Wendecover, ein umfangreiches Booklet und üppiges Bonusmaterial. Auf Disc 2 finden sich

- Metropolis: Die Restaurierung eines Filmklassikers (von Christian Ehrhardt, ca. 28 Min.)
- Metropolis Refound (Doku in argentinischem Spanisch mit dt. Untertiteln, sehr sehenswert, ca. 47 Min.)
- Die Reise nach Metropolis (von Artem Demenok, ca. 53 Min.)

Disc 3 enthält Arbeitsbeispiele zur Restaurierung, eine Bildergalerie und Mini-Features zur Tricktechnik; Letztere sind nur auf einem Computer mit Bluray-Laufwerk abspielbar. Die dritte Disc wirkt etwas mager, und ich frage mich, ob ihr Inhalt nicht mit auf die zweite Disc gepasst hätte, aber das ist letztlich ja egal.

"Metropolis" ist jedem Cineasten nur wärmstens zu empfehlen und hat auf dieser Bluray eine würdige Veröffentlichung erfahren. Ich hoffe, dass die Murnau-Stiftung in gleicher Weise auch Fritz Langs jüngst restauriertes, zweiteiliges "Nibelungen"-Epos von 1924 veröffentlicht.
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Von 5 Kunden verfolgt

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1-9 von 9 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 09.02.2012 23:17:01 GMT+01:00
K. Lösch meint:
Was meinen Sie mit "argentinischen" Partien ?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 10.02.2012 00:20:12 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 10.02.2012 08:27:09 GMT+01:00
Guten Abend :-)

Es ist so: damals (1927) war der Film kein großer Erfolg. Vielleicht lag es daran, dass die Menschen zu der Zeit keine Lust auf eine solche Thematik hatten, oder einfach von der gigantischen Länge (rund 2-30 Stunden Stummfilm ist doch nicht zu unterschätzen) genervt waren. Nach Ihrem Eintrag zu Urteilen haben Sie selbst heute Abend auf 3Sat den Film gesehen - ich auch ;-) - und haben vermutlich gemerkt, dass es doch ein wenig anstrengender als ein Tonfilm ist... und nun stellen Sie sich das einmal um 1927 vor!

Da sich das Thema im Nachhinein ja nicht mehr ändern lässt, hat man kurzerhand (nach ca. einem halben Jahr) diesem Meisterwerk mehr als 30minuten gestohlen. Nicht nur weggeschnitten sondern vollständig vernichtet!

"Wenn nicht damals ein kluger argentinischer Mann den Film relativ sofort nach dessen Uraufführung gekauft und mit in seine Heimat [Argentinien] genommen hätte, dann gäbe es KEINE vollständige Version dieses Filmes" .. ich "Zitiere" hier einmal die freundliche Dame, welche dies 2010, bei der Premiere des wiederhergestellten Filmes, auf Arte verlauten ließ.

Leider leider leider ist der argentinische Film in einem nicht mehr guten Zustand und enthält - wie Michael Haul bereits erwähnte - einige "unsaubere" Stellen - das hängt übrigens damit zusammen, dass die alten Filmrollen sogenannte "Zelluloidfilme" waren. Diese waren zum einen sehr gefährlich (leicht entflammbar - man erinnere sich nur einmal an die Szene aus "Inglourious Basterds", wo das Kino dank der Filme abgefackelt wird) aber waren auch - soweit ich informiert bin - "verderblicher" als die "Sicherheitsfilme" (die ab 1940 in Deutschland pflicht waren - da es mittlerweile sogar verboten war, mit den Zelluloidfilmen in die Untergrund-Bahn zu steigen).

Auf Wikipedia ist übrigens ersichtlich, wann welche Filmlänge verfügbar war. Und mit dem argentinischen Material kommen wir - dank der Murnau-Stiftung (benannt nach Friedrich Wilhelm Murnau ... der Regisseur (?) von "Nosferatu") - fast wieder auf die Ursprungslänge von 1927 :-)

Ich hoffe, Ihr Frage wurde geklärt?
Mit bestem Gruß

Veröffentlicht am 10.02.2012 18:25:53 GMT+01:00
M. Haul meint:
So ist es. Mit den "argentinischen" Partien meinte ich alle Szenen, die mit der stark beschädigten Filmkopie ergänzt werden mussten, die 2008 in Argentinien entdeckt wurde -- weil sie die einzige Kopie ist, die diese Szenen überliefert hat. Diese wiederentdeckten Szenen umfassen insgesamt etwa eine halbe Stunde. Für den Rest des Films standen schon seit Längerem weitaus bessere Originalnegative oder Kopien zur Verfügung. Etwa 8 Minuten fehlen jetzt noch vom Gesamtwerk, wie sich anhand zeitgenössischer Längenangaben des Films in Filmmeter und womöglich auch anhand der Partitur zur Filmmusik von Gottfried Huppertz rekonstruieren lässt.

Zur Filmlänge wäre noch anzumerken, dass der Film auf der Bluray mit einer Geschwindigkeit von in 24 Bildern pro Sekunde transferiert wurde. Es gibt jedoch auch Filmhistoriker, die die Ansicht vertreten, dass der Film von Fritz Lang mit nur 20 oder gar nur 18 Bildern pro Sekunde gefilmt worden sei (ein Artikel dazu ist z. B. auf Cinefantastique Online zu finden -- in Englisch). Mit diesen langsameren Geschwindigkeiten würden sich zeitliche Gesamtlängen von circa 3 Stunden beziehungsweise 3 Stunden und 20 Minuten ergeben. Wer hier Recht hat, kann ich nicht beurteilen. Diese Unwägbarkeiten sind aber vermutlich der Grund dafür, weshalb man in Filmlexika und Filmbüchern (auch älteren Werken) manchmal Gesamtlängenangaben von über drei Stunden finden kann.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 16.02.2012 13:51:35 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 16.02.2012 14:02:04 GMT+01:00
T. Kaiser meint:
Bei allem Respekt, aber hier stimmen gleich eine ganze Reihe von Dingen nicht.

"For the record": Die Länge hatte nichts mit dem Debakel an der Kinokasse 1927 zu tun; auch waren in den Augen und Ohren des damaligen Publikums Stummfilme ein EVENT, und keine anstrengende Sitzung, bei der man nicht dabei sein wollte. Tonfilm hatte Anfangs sogar große Probleme mit der Akzeptanz. Das sich das aus heutiger Sicht schwerer vermitteln läßt, liegt genau in der Gewohnheit an Dinge, die einem vetraut sind. So finden heutige Zuschauer eventuell das Konzept Stummfilm etwas anstrengend. Dies war, wie gesagt, damals nicht so, weil man (heute oft technisch sauber produzierten) Tonfilm nicht kannte und so auch keinen Vergleich hatte.
Außerdem waren Stummfilme dank der Titelkarten UNIVERSELL einsetzbar, und ohne Grenzen. Dies beweißt THE ARTIST wieder hervoragend. Diese "weltumspannende" Gemeinsamkeit verschwand mit dem Einzug des Tonfilms. Nein, dass der Film damals keinen Anklang fand, lang zumeist an der damals für viele zu "blümeranten" Botschaft, so wurde Lang damals u.a. stark für seine Naivität kritisiert. Die Kürzungen von METROPOLIS gingen im Übrigen auf die Anforderungen der US Verleiher Paramount und Metro zurück, die den Film so auch völlig in der Botschaft veränderten.

Bzgl. Nitro vs Safety(sicherheits) Film:
Der Zustand der argentinischen 16mm Kopie hat nichts mit der Frage Nitrofilm oder Safety zu tun, sondern dass der Nitro Print schlicht durch die andauernden Vorführungen EXTREM zerkratzt war, und durch die Umkopierung von 35mm Nitro auf ein 16mm Safety Element diese Kratzer "embedded", also einkopiert worden waren. Somit läßt sich photochemisch ABSOLUT NICHTS mehr korrigieren, was sonst zumindest in Teilen möglich hätte sein können. So ging es nur digital, und selbst hier (u.a. auch aus Zeitmangel, aber vor allem wegen der extrem schlechten Materiallage) nur mit sehr starken Einschränkungen.

Bzgl. Lauflänge:
Die "Filmhistoriker", die von 20 bis sogar 18 f/s sprechen/schreiben, haben offensichtlich keinen Zugang zum Original in irgendeiner Form - die Bewertungen bzw Analysen haben keinerlei Basis mit der Realität. Denn zum einen würde die Original-Partitur von Gottfried Huppertz überhaupt nicht machbar/einspielbar sein; Aussagen von Zeitzeugen, die den Film damals (übereinstimmend) mit ca. 148 Minuten angaben, widerlegen dies ebenfalls deutlich (und dies wird auch durch die Partitur bestätigt), und zudem: die Bewegungen sind bei 20 bzw 18 f/sec viel zu langsam.
Es gab, 2001, eine Abwägung zwischen 25f/s und 24f/s. Damals fehlten noch erhebliche Teile, die nun enthalten sind, und sie mit der Musik angeglichen worden sind (schnitttechnisch/laufzeittechnisch) so dass alles jetzt flüssig passt, in Bild und Musik.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 16.02.2012 18:58:43 GMT+01:00
Das mit der Länge hatte ich mal "ich-weiß-nicht-wo" gelesen. Da die Filme Herrn Lang's anscheinend länger waren als die meisten anderen.
Das mit dem Nitro habe ich wohl vollkommen falsch verstanden.

Ich bitte vielmals um Entschuldigung! Vielen Dank für die vielen Berichtigungen :-)

Veröffentlicht am 19.02.2012 16:59:43 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 19.02.2012 17:02:20 GMT+01:00
M. Haul meint:
@T.Kaiser, bezüglich der Filmlänge: Über Filme schrieben und schreiben sehr viele Autoren, und fehlinformierte Legendenbildung bleibt da nicht aus. Ich hatte in meinem Kommentar lediglich darauf hinweisen wollen, dass sich über "Metropolis" in der Literatur eine ziemlich hartnäckige Legende finden lässt, und zwar, dass der Film bei der Premiere drei Stunden oder sogar dreieinhalb Stunden lang gewesen sein soll (die letztere Angabe findet sich z. B. sogar immer noch in der IMDb). In der Erstauflage des "Lexikon des Science Fiction Films" von Hahn/Jansen ist sogar von sieben (!) Stunden die Rede. Man mag sich wundern, woher diese falschen Zahlen ursprünglich kommen, aber eine Möglichkeit wäre, dass sie durch die Annahme anderer Projektionsgeschwindigkeiten zustande gekommen sind. Der von mir erwähnte Artikel auf Cinefantastique Online vertritt genau diese - offenkundig falsche - Vermutung. In dem Artikel wird immerhin auch, wenn auch nur oberflächlich, darauf eingegangen, dass die Murnau-Stiftung eine ursprüngliche Projektions-Geschwindigkeit von 20 bzw. 18 Bildern pro Sekunde für falsch hält.

Bleibt also festzuhalten, dass der Film ursprünglich etwas mehr als zweieinhalb Stunden lang war und nach der jüngsten Restaurierung nun höchstens noch acht Minuten fehlen. Wenn ich recht erinnere, wird die letztere Zahl im Bonusmaterial der Bluray genannt -- anderswo habe ich auch von nur fünf fehlenden Minuten gelesen. Entscheidend dürfte jedoch die Größenordnung sein: Es sind nun nicht mehr größere Teile des Films, die verschollen sind.

Veröffentlicht am 29.03.2012 17:07:45 GMT+02:00
Swissangel meint:
Ich habe bereits die UK blu-ray in einem schönen Schuber, mit den selben Bonis.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 01.07.2012 13:19:37 GMT+02:00
J. B. meint:
Welche Version aus UK ist das? Die deutsche Version hat 3 Blurays und die in UK nur eine.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 01.09.2012 11:00:32 GMT+02:00
@ Anton Beat Riess:
Nein, die UK-Blu-ray enthält als Extras "nur" die Doku "Eine Reise nach Metropolis" und einen Audiokommentar.
Die deutsche Veröffentlichung hat da mehr zu bieten (abgesehen vom Audiokommentar).
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