Kundenrezension

14 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein neues Kapitel..., 16. Oktober 2010
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Arcania: Gothic 4 (Videospiel)
Bevor ich mich in große Erläuterungen stürze, möchte ich kurz und knapp meine persönlichen Pro und Contras für Gothic 4 auf der Xbox 360 darstellen.

Pro:

- eine große und sehr schön gestaltete Welt mit ausgefeilter Grafik
- (bis auf die Menschen) sehr gelungene Darstellung von Tieren, Bäumen und Gebäuden
- ansprechende musikalische Begleitung
- gute (und teilweise ungewollt unterhaltsame) Synchronisation
- leicht zu erlernendes Kampfsystem
- flüssiger Übergang zwischen Höhlen und der Welt
- Wiedersehen mit alten Bekannten (Originalstimmen)
- sehr flüssig gestalteter Übergang in der Geschichte von Gothic

Contra:

- kein Schwimmen und Klettern -> Meere und Gebirge begrenzen die Umgebung, somit keine frei begehbare Welt
- keine Reaktion der NPCs auf Aktionen wie Stehlen, Wohnungen betreten, Waffe zücken
- gewöhnungsbedürftige Gestaltung der Menschen (teilweise zu plump, undefiniert)
- Skillbaum ist arg umgstaltet und wird "alten" Fans zu schaffen machen
- geradlinige Story
- monotone Gesprächsverläufe (meist nur ein oder zwei Auswahlmöglichkeiten als Antworten)
- eintönige Nebenquests

Warum gebe ich bei diesen Contra Punkten 4 Sterne? Abgesehen davon, dass dieses Spiel den Namen "Gothic 4" nicht tragen sollte, handelt es sich um ein gutes, wenn auch etwas zu geradeliniges Spiel. Warum es den Originalnamen nicht hätte tragen sollen, liegt einfach daran, dass der erfahrene Gothic-Spieler hier nicht mehr viel von dem findet, was er aus den vorangegangenen Teilen kennt. So gibt es keine Lehrer mehr und keine Gilden. Man folgt einem klar festgelegtem Storymodus, der zwar im Lösen von Problemen meist zweierlei Lösungswege aufbietet, die sich aber (so zumindest meine bisherige Spielerfahrung) nicht auf die Geschichte selbst auswirken. In gewisser Weise erinnert Arcania an Two Worlds. Charaktere sind plötzlich leuchtend umrandet, Symbole schweben über den Köpfen derer, die einem eine Aufgabe geben. Geschmackssache...man kann es auch abschalten im Menü.
Die Welt ist klar in abgesteckte Abschnitte eingeteilt, die man ohne Lösen des Hauptquests nicht verlassen kann...bedenkt man die Größe dieser einzelnen Abschnitte, muss man allerdings keine Angst haben, in winzigen Leveln umherzulaufen. Ist dies eine Verschlechterung im Vergleich zur freien Welt von Gothic 1,2 oder 3? Es ist anders, auf jeden Fall und gewöhnungsbedürftig allemal.
Die Fortsetzung der Geschichte hingegen macht auf mich einen interessanten und schlüssigen Eindruck. Statt den alten Helden in neue, ungläubliche Höhen zu skillen, muss man einen Schafhirten ausbilden, der sich in Punkto "Große Klappe" hervorragend mit seinem Vorgänger messen kann. Alte Bekannte wie Gorn, Diego, Lester, Lord Hagen und Lee sind natürlich mit von der Partie und haben zudem ihre alten Stimmen beibehaltn.

Oftmals wurde hier in den Rezensionen gesagt, dass man Arcania als Beleidigung für die Fans empfände, weil es nicht den Erwartungen entspräche. Gothic sei nicht mehr Gothic, alles Verrat und Betrug und warum boykottieren wir nicht gleich Jowood? Was die Kritiker an dieser Stelle meines Erachtens nach vergessen: Jowood hat mit Gothic 3 und Götterdämmerung den ersten Tiefpunkt dieser Reihe eingeläutet, zumindest nach meinem Geschmack. Furchtbar viele und gravierende Fehler, die den Spielverlauf behinderten...alles nach dem Motto "nach zwei erfolgreichen Teilen unbedingt den dritten nachschieben" Das Ergebnis war ein unfertiges Spiel, Punkt aus! Und dann die Übergangsgeschichte mit dem Namen Götterdämmerung...ein Schlag ins Gesicht!
Dieses Spiel ist sicherlich kein Meilenstein in der Geschichte des Rollenspiels und durch den völligen Wandel von uneingeschränktem Handeln auf eine linear verlaufende Story, die nicht einmal 30 Stunden dauert,ist Gothic 4 nicht das, was die Fans unter diesem Namen erwartet haben.
Meine Meinung dazu? Jowood hat Arcania nicht voll entfaltet, sondern es bei einer einfachen Basis belassen, die definitiv Reserven besitzt. Man lernt recht einfach, auf welchem der drei Wege man kämpft (Nahkampf, Fernkampf, Magie). Man wird eine große, abwechslungsreiche Welt eingeführt, die man erst im Laufe des Hauptquestes ganz erkunden kann und es erwarten eine Gegner, die man nicht immer durch ein schlichtes "Draufdreschen" bezwingen kann. Hin und wieder werden Videosequenzen eingespielt, deren Grafik zwar etwas weich wirkt, aber sie setzen Akzente in diesem Spiel. Ich halte Teil 4 durchaus zugute, dass die schrecklichen Darstellungen der Kreaturen aus Teil 3 überarbeitet wurden und die Bestien dadurch ein grafisch ansprechendes und realistisches Äußeres besitzen.

Jowood hat sich auf Veränderungen eingelassen, die sich jenseits der Gothic-Originale befinden. Die Quest beschränken sich im Gegensatz zu der bunten Mischung aus der Vergangenheit, bestehend aus Holen, Bringen, Kämpfen, Erkunden und Jagen (hin und wieder verbunden mit etwas Geschick und Trickserei) auf Töten und Sammeln. Das ödet nach einer Weile an, zumal der Hauptgegner hier der Goblin ist.
Talente wie Stehlen, Schmieden, Schürfen existieren nicht mehr. Es ist schade, dass die Umwelt nicht mehr darauf reagiert, wenn man Truhen öffnet oder mit gezogener Waffe durch die Gegend läuft. Das sind Markenzeichen eines Rollenspieles unserer Zeit und die dürfen nicht fehlen!

Diese Negativaspekte teile ich mit vielen Gothic-Fans, aber im Gegensatz zu den Fanatikern sehe ich ein Spiel, welches nur unter dem Namen "Arcania" ein wunderbares, kurzweiliges Rollenspiel geworden wäre. Denn im Gegensatz zu seinem jüngsten Vorgänger enthält es wenige Fehler und überzeugt (mich) in der Fortführung der Geschichte.
Man sollte sich nicht einfach von den vielen "Ein-Stern" Bewertungen abschrecken lassen, denn diese beziehen meist, wie oben erläutert, auf den Verlust des Gothic-Charakters. Dieses Spiel lohnt sich definitiv auch für die unerfahrenen Rollenspieler und bietet abwechslungsreiche Unterhaltung.
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Kommentare


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1-8 von 8 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 17.10.2010 19:08:10 GMT+02:00
T-Pain meint:
bugfrei?
die schatten sind teils echt fürchterlich bzw. am flackern ohne jede bewegung der person.
ich will das spiel nicht schlecht machen, mir gefällt es, aber daran sieht man, das die entwickler sich keine mühe gegeben haben.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 17.10.2010 19:59:34 GMT+02:00
Peter Wilke meint:
Wie gesagt, fehlerfrei ist es nicht, aber viellecht entgegen der allgemeinen Meinung, empfinde ich unter dem Begriff "Bug" radikalere Fehler wie Gegenstände, die in der Luft schweben, das Hineinlaufen in Wände, das Verhaken bei Sprüngen etc. Flackernde Schatten sind meiner Meinung nach hinnehmbar, betrachtet man die Fehler der letzten beiden Vorgänger...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 17.10.2010 20:54:50 GMT+02:00
Antje Schulz meint:
Ich finde das Game auch toll. Bugs hat es trotzdem: Als ich auf einem Fels war und weiter gelaufen bin, befand ich mich auf einmal einige Meter über dem Boden. Dann, später im Spiel schwebten die leichen dieser wespenviecher ebenfalls über dem Boden. Wenn man vor einer Mauers steht, und die Kamera dreht, sieht man auf einmal in den Kopfinnenraum des Helden...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 17.10.2010 21:43:27 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 17.10.2010 21:44:31 GMT+02:00
Peter Wilke meint:
Bei so viel Widerspruch von zwei Usern geb ick mich geschlagen ;-)
Ist mir persönlich noch nicht aufgefallen bzw. ick hab das noch nicht erlebt. Ick bin auch nicht von Jowood engagiert, um Gothic 4 schön zu reden, aber ich bin nach Götterdämmerung so sehr geschädigt, dass ick nicht mehr an das perfekte Spiel glaube und solche "kleinen Fehler" gerne übersehe, solange der Gesamteindruck stimmt und sie mich nicht im Spielverlauf behindern. Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 19.10.2010 16:07:48 GMT+02:00
K. Wagner meint:
Tut mir leid das Spiel ist schon super grausam.......ok die Ruckler sind nach dem Patch fast weg aber...wenn man das Spiel mit einem Dragon Age vergleicht....tut mir leid für mich grad mal 4 von 10 punkte.

Veröffentlicht am 01.01.2011 00:32:40 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 02.01.2011 00:56:26 GMT+01:00
Eljoris meint:
"Dieses Spiel ist sicherlich kein Meilenstein in der Geschichte des Rollenspiels und durch den völligen Wandel von uneingeschränktem Handeln auf eine linear verlaufende Story, die nicht einmal 30 Stunden dauert,ist Gothic 4 nicht das, was die Fans unter diesem Namen erwartet haben. "

Auch unter Berücksichtigung des Zusammenhangs, in dem die zitierte Aussage der Rezension steht, mutet es mehr als nur befremdlich an, wenn man angesichts dieses Eingeständnisses noch zu einer Bewertung mit vier Sternen gelangen kann!

"Denn im Gegensatz zu seinem jüngsten Vorgänger enthält es wenige Fehler und überzeugt (mich) in der Fortführung der Geschichte."

Es ist angesichts der G3-Katastrophe eine Selbstverständlichkeit, dass das Spiel bugfrei ist; vor dem desaströsen Hintergrund kann dieser Sachverhalt nicht als positives Qualitätsmerkmal betrachtet werden.

Von welcher "Fortführung der Geschichte" kann bitte schön die Rede sein? Sie ist derart rudimentär ausgefallen, dass zwischen den bekannten Notenstufen "ungenügend" und "mangelhaft" allenfalls letztere in Betracht kommen kann! Wer diese Beurteilung beanstanden möchte, möge zumindest darum bemüht sein, die nötigen Belege anzuführen, was allerdings mangels Sachsubstanz nicht eingelöst werden kann. Wer die Serie und Arcania kennt, weiß, dass die zitierte Aussage schlichtweg nicht haltbar ist.

"Ein neues Kapitel..."

So lautet der Titel der Rezension, und da ich ihn Ernst nehme, kann ich nur hoffen, dass die Orientierung am mainstream sich nicht auf weitere Spiele bzw. ihre Fortsetzungen auswirkt! "Arcania" sollte vor allem Jowood und auch anderen Entwicklern als warnendes Beispiel dienen, dass Niveausenkungen sich nicht immer auszahlen und entgegen der Geschäftserwartung einen hohen Preis zur Folge haben können: den Verlust eines Großteils der ursprünglichen Zielgruppe, die durch die Verschiebung auf sog. "Casual Gamers" kaum aufgefangen werden kann! Wenn mit "Arcania" innerhalb der Gothic-Serie ein "neues Kapitel" aufgeschlagen worden ist, dann kann es nur ein sehr trauriges bzw. dürftiges sein: für Gothic im Besonderen - denn es ist leider tot! - und RPG's im Allgemeinen, sofern sich andere Entwickler ähnlich abstruse Strategien zu eigen machen sollten wie Jowood. Ausgereifte Rollenspiele, die diese Bezeichnung auch verdienen, mögen jenseits solcher Machwerke den Spielemarkt bereichern, ohne von ebenso verflachenden wie verfehlten Marketingstrategien à la "Gothic 4" ausgebremst zu werden!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 04.06.2011 17:46:54 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 03.10.2011 17:26:16 GMT+02:00
Peter Wilke meint:
Du meine Güte, in welchem System befinden wir uns? Dem der einheitlichen und unumstrittenden Meinung eines Einzelnen?

Wenn Ihnen meine Rezension nicht passt, versuchen Sie mir bitte nicht Ihre Meinung aufzudrücken, wie ich zu bewerten habe, sondern setzen Sie einfach einen Klick bei "Diese Rezension half mir nicht weiter".

Meiner Meinung nach gibt es bedeutend schlechtere Spiele als Arcania, was Inhalt und Darstellung betrifft, und mindestens ebenso viele, die Gothic 4 übertreffen. Und natürlich möchte jeder Spieler, dass seine - und nur seine - Vorstellung eines Spiels befriedigt wird... Wenn Gothic 4 also nicht all diese Erwartungen einhält und sich sogar noch traut, einen anderen Hauptcharakter einzusetzen, schreien die alteingesessenen Fans in Stammtisch-Manier auf und beschweren sich bei Jowood...

Meine Rezension und auch meine Meinung beinhalten, dass dieses Spiel mir Unterhaltung bot und ICH mit der Fortführung der Geschichte soweit einverstanden bin. Ihre eigene Meinung in allen Ehren, aber anstatt meine Meinung anhand persönlicher Empfindungen in den Dreck zu ziehen, versuchen Sie sich doch lieber an Ihrer eigenen Rezension bezüglich dieses Spiels.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 28.09.2011 23:23:43 GMT+02:00
Jaymz meint:
Mir hat diese Arcania - Rezension von Raven gut gefallen.
Endlich mal jemand, der nicht nur den alten Gothic Teilen hinterhertrauert, sondern objektiv das Produkt bewertet.
Einfach aus Protest gegen die engstirnigen Kritiken der Ur -Gothiker werde ich mir Arcania jetzt auch zulegen, bätsch !
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