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38 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
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Rezension bezieht sich auf: Der Rote Löwe: Roman (Taschenbuch)
Diesen äusserst fesselnden, im Jahre 1946 veröffentlichten Roman könnte man, um schnell ein Bild zu geben, vielleicht als eine Mischung aus "Einweihung" und "Die Elixiere des Teufels" bezeichnen, was diesem Buch natürlich nicht gerecht werden würde, da es ein eigenständiges Meisterwerk ist, das seinesgleichen sucht.In kürzerster Zeit habe ich diesen Roman verschlungen, sowohl die Sprache, die Dialoge, die Charaktere, der allgemeine Aufbau, die Spannung und besonders das differenziert vermittelte tiefe Wissen haben mich sehr beeindruckt. Das Buch beginnt gleich sehr spannend im Jahre 1941 mit der Begegnung zweier Männer, die sich teils schon lange auf einen esoterischen Weg gemacht haben, um altes Wissen wiederzufinden und die in die irre geratene Menschheit zu unterstützen, wieder auf einen wahrhaftigen Pfad zurückzufinden. Der eine von ihnen ist sich des eigenen Weges der letzten 400 Jahre bewusst und hinterlässt seinem Gesprächspartner ein Manuskript, in dem er sein bewegtes Leben mit zahlreichen Wiedergeburten beschreibt. Dem 1535 geborenen Hans Burgner zu folgen, seine Kinderstube, sein innerers, selbstsüchtiges Streben nach Unsterblichkeit, Macht und sexuellen Abenteuern und seinen grauhenhaften Absturz mitzuerleben hat mich sehr in Bann gehalten. Es beginnt eine Reihe von weiteren Reinkarnationen, über deren Inhalt ich nur so viel sagen will, als dass es mir als Leser die Gelegenheit gibt, die verschiedenen Irrungen und Wirrungen, in die wir Menschen (aufgrund von alten Verletzungen) und daraus resultierenden Handlungen und Verblendungen geraten, so plastisch vor Augen geführt zu bekommen. Dabei ist es sehr faszinierend, die innere Entwicklung dieser Seele zu begleiten; aus seinen Fehlern lernt er, er wächst geistig und spirituel immer mehr heran und findet auch entsprechende Eltern, die ihn darin unterstützen, zu lernen, zu erfahren und innerlich zu heilen. Mária Szepes scheint selber schon weit in die Gefielde esoterischen Wissens vorgedrungen zu sein, anders kann ich mir nicht vorstellen, wie sie uns soviel Weisheit und tiefes altes Wissen vermitteln könnte. Uns, die wir über die vergangene Leben so wenig wissen, kann dies helfen, unser jetziges Leben in einem größeren Zusammenhang zu sehen und somit auch das vielfältige, häufig von geistiger Umnachtung gekennzeichnete Leben unserer Zeitgenossen zu verstehen. In diesem Zusammenhang sehe ich einen Schwachpunkt dieses Buches, da meiner Meinung nach zu unnachsichtig über diejenigen Menschen gesprochen wird, welche aufgrund ihrer egoistischen Selbstsucht nach Ruhm, Sex, Geld usw. "zu nichts als zu Asche werden". Da fehlt mir in diesem Buch etwas die Liebe, das Verständnis, das Mitgefühl, die moralische Messlatte wird sehr hoch gehängt - die Dualität von Gut und Böse ist in meinen Augen selbst eine lieblose Verdrehung der Wirklichkeit, die im Grunde viel mehr von Liebe und unsichtbarem Wachstum erfüllt ist, als uns manchmal Moralisten und Fundamentalisten weissmachen möchten. Auf die eben von mir erwähnten alten Verletzungen, die uns Menschen so sehr unsere falschen Vorstellungen von der Welt und dem, was sie im "Innersten zusammen hält" entwickeln lassen, wird also nicht eingegangen. Wie aber bei anderen spannenden Werken ist es also auch hier eine belebende Aufgabe des Lesers/der Leserin, den eigenen Standpunkt vor dem Hintergrund eines so guten, inspirierenden und anspruchsvollen Romans wie diesem zu erforschen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen Kommentare
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag:
12.07.2008 17:43:05 GMT+02:00
Frau Hartmann meint:
Ich habe das Buch soeben in der Originalsprache gelesen. Die Autorin ist am 3. Sept. 2007 im Alter von 99 Jahren verstorben und jetzt wurde Der rote Löwe als Lebenswerk in einer angeblichen vollständigen Fassung nochmal herausgegeben. Alleine schon die Aufmachung des Buches ist magisch anziehend. Die Sprache ist genial und ich befürchte, dass durch die deutsche Übersetzung möglicherweise einiges von der sprachlichen Differenziertheit verlorengeht. Was ich verblüffend finde: ich habe 100 %-ig deckungsgleiche Empfindungen, wie der Verfasser dieser Rezension. Er spricht mir aus der Seele, ich habe das Buch selber genau so erlebt, wie er es beschreibt. Und ich habe mir die Frage gestellt: wie konnte diese Frau damals schon so viel detailliertes Wissen um die Mysterien und so ein festes, unerschütterliches Weltbild haben? Es ist bewundernswert.
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