Kundenrezension

21 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Vater, der nur das Beste wollte, 24. Februar 2009
Rezension bezieht sich auf: My Boy Jack (DVD)
Die wahre Geschichte hinter My Boy Jack bietet so viel argumentative Munition für die Anti-Kriegs-Bewegung, dass man sich fragt, warum dieses Drehbuch erst jetzt produziert wurde. England 1914: Der britische Schriftsteller und Nobelpreisträger befindet sich auf dem Höhepunkt seines Ruhmes; er ist gefragter Redner, Essayist und gefällt sich in der Rolle des Gewissens der Nation. Als der 1. Weltkrieg ausbricht, besteht für ihn kein Zweifel, dass es zu der zivilisatorische Mission Englands gehört, diesen Krieg gegen den Deutschen Konkurrenten mit voller Härte zu führen.
Dass sein eigener Sohn John (ja, sein Sohn hiess gar nicht Jack) ebenfalls wie alle anderen in den britischen Reihen dienen soll, ist für ihn eine Selbstverständlichkeit: Auch als John mehrfach wegen seiner schwachen Augen als untauglich abgelehnt wird, lässt der Vater nicht von seinen Idealen ab, und macht schliesslich seinen Einfluss bei den Generälen geltend, um John einen Posten zu verschaffen.
Es kommt, wie es kommen muss: Bei seinem ersten Fronteinsatz wird John als vermisst gemeldet, und als die Tage vergehen, muss sich sein Vater eingestehen, dass er möglicherweise an die falschen Ideale geglaubt hat.

Für eine Fernsehproduktion ist My Boy Jack in jedem Fall gehobener Standard: Das Drehbuch ist, erst bei der Eskalation des Konflikts zwischen Vater und Sohn, und später als sich die Eltern der schrecklichen Gewisseheit stellen müssen, frei von Schwulst und Flachheiten und die Kampfsequenzen aus den Schützengräben sind hochprofessionell inszeniert, und technisch auf höherem Niveau, als man von einer so kleinbudgetierten Produktion erwartet hatte. Auch das Ensemble macht seine Sache gut: David Haig spielt Rudyard Kipling dankenswerter Weise nicht als verbohrt-reaktionären Patriarchen und Rassisten (als der Kipling ja heute viel zu oft dargestellt wird), sondern als liebenden Vater, der in seiner eigenen nostalgischen Weltfremdheit das zerstörerische Potential des Weltkriegs deutlich unterschätzt; aber natürlich kommt keiner der Darsteller gegen Daniel Radcliffe an, der sogar eine verblüffende Ähnlichkeit zu seinem historischen Vorbild aufweist.

Als Anti-Kriegsfilm, der nicht nur eine wahre Geschichte erzählt, sondern diese auch mit geschickt herausgearbeiteten Charakteren und einer interessanten Rahmengeschichte unterfüttert, ist My Boy Jack in jedem Fall eine wohltuende Abwechslung gegenüber anderen Produktionen. Auch Bewunderer des Schriftstellers Kipling können einmal einen Blick riskieren, denn Werk, Leben und Fiktion werden hier meisterhaft miteinander verwoben.
Als weiterer Schritt zu einer möglichen literarischen Wiederentdeckung Kiplings ist dieser Film, der einer der größten Krisen seines Lebens ein Gesicht gibt, in jedem Fall wertzuschätzen: Denn Kipling hat den Tod seines achtzehnjährigen Sohnes nie verwunden, und danach viele seiner eigenen Standpunkte überdacht.
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 12.05.2011 09:26:34 GMT+02:00
Nangijala meint:
Tatsächlich ist Jack seltsamerweise ein beliebter Kosename für John. Genau so unlogisch wie z. B. Dick / Dickon für Richard aber was soll's. ;-)
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