Kundenrezension

35 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Fern jeden kritischen Gedankens, 4. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Entdeckung des Higgs-Teilchens: Oder wie das Universum seine Masse bekam (Gebundene Ausgabe)
Zuerst die gute Nachricht: Wer noch nicht viel Ahnung hat vom Higgs-Teilchen, dem Higgs-Feld und dem gesamten sogenannten Higgs-Mechanismus, der der Materie, wenn freilich auch nur in der Größenordnung von einem Prozent, ihre Masse geben soll, der oder die ist mit diesem Büchlein, auf dessen in großen Lettern gesetzten Seiten sich nicht allzu viele Wörter finden, gut bedient. Abgesehen von den ersten beiden Kapiteln, die, geschrieben von Harald Lesch und dem Philosophen Matthias Helsen, völlig überflüssig sind, wird in den nachfolgenden Abschnitten der, ich sage mal: Stand der Wissenschaft in Sachen Higgs-Boson wohlinformiert, klar und verständlich und gelegentlich sogar richtig gut geschrieben dargestellt – und zwar, sehr erfreulich, von jungen Studenten Leschs, die sich so ihre ersten Meriten als Wissenschaftsautoren verdienen konnten.
Aber das war es dann leider auch schon. Der genannte offiziöse Stand der Wissenschaft in Sachen Higgs-Boson wird in keiner Weise infrage gestellt. Der Sammelband, eine einzige Hymne an den „großartigen Erfolg“ (S. 19), das „triumphale“ Ereignis (S. 21) der „Entdeckung des Higgs-Teilchens“ (Titel), ist frei von jedem kritischen Gedanken. Und kritische Fragen drängen sich jedem überzeugten Realisten und Physikalisten (so würde ich mich selbst einschätzen), der sich intensiver mit der Sache beschäftigt hat, en masse auf.
Zunächst jedoch ein paar Klarstellungen: Das Higgs-Boson wurde definitiv nicht „entdeckt“. Durch den hochenergetischen Zusammenprall von Protonen im LHC wurden Teilchentrümmer PRODUZIERT, die als Zerfallsprodukte des Higgs-Bosons (das aufgrund seiner absurd geringen, nahezu irreal kurzen Lebenszeit von nur 10^-22 Sekunden nicht direkt nachgewiesen werden konnte) INTERPRETIERT wurden – herausgefiltert aus einem schier unglaublich großen Informationssalat, einem gewaltigen Ozean an Daten, an dessen Oberfläche das Higgs-Boson wie eine kleine Welle, besser: wie eine winzige Kräuselung erscheint. Nur einer der Detektoren des LHC produziert pro Sekunde (!) 40 Terabyte Daten – was der Speicherkapazität von 40 derzeit üblichen PC-Festplatten entspricht! Pro Sekunde! Und der LHC läuft, mit Unterbrechungen, seit 2008! Man fand in der grafischen Darstellung der produzierten Ereignisse einen „kleinen Hügel“ (S. 130) bei ca. 126 GeV (der Masse-Einheit in der Teilchenphysik), der dann als Higgs-Boson interpretiert wurde – obwohl die Theorie, wie freimütig zugestanden wird, die Masse des Higgs-Bosons überhaupt nicht (wie übrigens auch sonst keine) voraussagen konnte! Und immer noch nicht kann!
Mir fehlt hier der Platz, noch viele, viele andere notwendige kritische Anmerkungen zu machen. Ich möchte deswegen nur noch kurz auf eine kritische Arbeit des Physikers Alexander Unzicker verweisen, die unter dem Titel „The Higgs Fake“ kürzlich erschienen ist. In ihr geht Unzicker mit dem Hype um das Higgs-Boson und mit der gesamten Teilchenphysik, deren krönender Abschluss das Higgs-Boson sein soll, hart ins Gericht. Hier zumindest eine kurze Zusammenfassung (meine Übersetzung folgt direkt hinter dem Zitat): „To summarize, the standard model of particle physics has nothing to say about the contradictions of electrodynamics, nothing about masses, nothing about ratios of masses, nothing about lifetimes, nothing about the fine structure constant, nothing of the relation to gravity, nothing about the deeper reason of spin, nothing about radioactivity, nothing on the nature of space, time and inertia. Whatever pseudo-problems particle physicists may tackle, a theory that says nothing about those fundamental issues is crap.“ (S. 29 f.) (Um es zusammenzufassen: Das Standardmodell der Teilchenphysik hat nichts zu sagen über die Widersprüche der Elektrodynamik, nichts zu Massen, nichts über Massenrelationen, nichts zu Halbwertzeiten, nichts über die Feinstrukturkonstante, nichts (zu ihrem Verhältnis) zur Gravitation, nichts über den tieferen Grund des Spins, nichts zur Radioaktivität, nichts zur Natur des Raumes, der Zeit und der Massenschwere bzw. -trägheit. Mit welchen Pseudoproblemen sich Teilchenphysiker auch immer beschäftigen, eine Theorie, die zu solch fundamentalen Fragen nichts zu sagen hat, ist Schrott.“
Das ist in der Tat ein vernichtendes Urteil! Umso mehr sollte man Unzickers detaillierte Begründungen dieses Urteils gelesen haben – als kleines Gegengift quasi zum hier rezensierten Sammelband von Lesch & Co.
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1-10 von 11 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 18.12.2013 04:56:17 GMT+01:00
Stimmt. Relativitätstheorie, Quantenmechanik... Alles Stuss. Danke für diese wohlfundierte Aufklärung. Leider sind Sie natürlich nicht in der Lage auch nur in Ansätzen die statistische Auswertung auch nur in Ansätzen inhaltlich zu kritisieren.

Irgendwie erweckt Ihre Rezension bei mir den Eindruck: Klein Hänschen kann sich das alles nicht vorstellen, daher muss das ja Unsinn sein.

Veröffentlicht am 18.12.2013 13:53:39 GMT+01:00
Schon klar. Wenn ein Buch seine eigene Grundidee nicht in der Luft zerreißt, dann kann es ja auch nicht richtig sein.

Was macht das Buch? Sie sagen es selbst: "..... Stand der Wissenschaft in Sachen Higgs-Boson wohlinformiert, klar und verständlich und gelegentlich sogar richtig gut geschrieben dargestellt...."

Und wie wäre es, wenn damit der Sinn des Buches auch schon komplett erschöft ist. Wäre vorstellbar, dass es Menschen gibt, die gerne informieren oder sich informieren, ohne dass sogleich mit dem Hammer auf alles eingedroschen und klitzeklein gehauen wird?

Sie erwarten ein komplett stimmiges Ergenbnis? Eine, sagen wir allumfassende Wahrheit? Kein Problem, ich lege die Bibel oder den Koran als Nachtlektüre an. Wärend man dort mit allumfassenden Geschichtchen fabuliert, geht man in der Wissenschaft immer Schrittchen für Schrittchen vor, immernoch.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 18.12.2013 16:27:45 GMT+01:00
Hallo Herr Christoph Seufert, Sie schreiben: "Relativitätstheorie, Quantenmechanik... Alles Stuss." Wo steht das geschrieben in meiner Rezension? Sie schreiben weiter: "Leider sind Sie natürlich (!! E.S.) nicht in der Lage auch nur in Ansätzen die statistische Auswertung auch nur in Ansätzen inhaltlich zu kritisieren." Woher wollen Sie das wissen? Woher sind Ihnen meine Kenntnisse in Sachen Mathematik oder Statistik bekannt? Wie hätte ich diese in einer kurzen Rezension vermitteln können? Sie titulieren mich als "klein Hänschen", also - das versteht man umgangssprachlich darunter - als kleinen dummen Jungen (interessant, dass Amazon solche Beleidigungen durchgehen lässt). Sind Sie der große Hans, der Wissende, der sich vorstellen kann, wie aus dem astronomisch großen Datenberg, den der LHC über Jahre angehäuft hat (unter Volllast produziert der LHC 600 Millionen Protonen-Kollisionen PRO SEKUNDE - und das über JAHRE), wenige Hundert Higgs-Bosonen HERAUSINTERPRETIERT wurden - mehr wurden nämlich nicht produziert? Sie Lichtgestalt! Warum halten Sie mit Ihren geistigen Fähigkeiten so hinter dem Berg? Warum äußern Sie keinen einzigen Inhalt, keine einzige inhaltliche Kritik an dem, was ich in meiner Rezension wirklich gesagt habe? Warum greifen Sie stattdessen allein meine Person an? Sie Lichtgestalt, kommen Sie doch heraus mit Ihrem Wissen! Lassen Sie uns partizipieren an der Genialität Ihrer inhaltlichen Argumente!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 18.12.2013 16:29:05 GMT+01:00
Hallo Herr oder Frau "Fastlink", es gibt für Sie also nur die völlige Abwesenheit von Kritik (und Selbstkritik), was ich an dem Buch von Lesch & Co. kritisiert habe, NACHDEM ich es gelobt habe für die korrekte Darstellung des "Standes der Wissenschaft", oder ein "in der Luft zerreißen", ein "mit dem Hammer auf alles eindreschen und klitzeklein hauen"? Etwas Vernünftiges dazwischen ist Ihnen also unvorstellbar? Wo hätte ich in meiner Rezension ALLES kleingedroschen? Und wo hätte ich in ihr eine "allumfassende Wahrheit" eingefordert? Sind Sie ganz sicher, dass sie der Wissenschaft und Wahrheitsfindung dienen, wenn Sie mit solchen unwahren Unterstellungen und frei erfundenen Aussagen arbeiten?

Veröffentlicht am 25.12.2013 19:08:37 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 25.12.2013 19:09:34 GMT+01:00
G. Mackowiak meint:
Ach, ein Unzicker-Jünger. Das sagt an sich schon alles. Ist etwa so, als wenn ein Dänikenfan ein Archäologiebuch kritisiert.
Tut mir leid, Ihre "Rezension" ist nicht mehr als nur eine Peinlichkeit.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 26.12.2013 11:59:40 GMT+01:00
Hallo Herr oder Frau Mackowiak, Ihr Kommentar zu meiner Rezension ist frei von jedem inhaltlichen Argument. Stattdessen denunzieren sie mich als "Unzicker-Jünger" und "Dänikenfan". Ist Ihnen das nicht etwas peinlich, dass unter Ihrem Namen eine inhalts- und argumentationsfreie Denunziation einer Person im Internet nachzulesen ist? Wäre ich Harald Lesch, ich würde mich für Unterstützer wie Sie, Herr oder Frau "Fastlink" oder Herr Christoph Seufert (siehe die Kommentare weiter oben) in Grund und Boden schämen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 28.12.2013 23:48:17 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 30.12.2013 21:54:51 GMT+01:00
C. Krebs meint:
Ich sag nur "des Kaisers neue Kleider".
(Fast) keiner traut sich zu sagen, dass (zumindest seiner Meinung nach) etwas Mist ist, sonst kommen sofort einige daher, die ihm Dummheit vorwerfen.
Schön dass es einige Mutige gibt, die sich davon nicht abhalten lassen!

Veröffentlicht am 30.12.2013 18:48:41 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 30.12.2013 18:49:10 GMT+01:00
Klaatu meint:
Der Kommentar ist durchaus gelungen, und muss gestehen das Buch nicht mal gelesen zu haben.
Ich bin aber auf der Suche nach einem solchen und da will ich auch Kritisches zum Thema finden.
Wie soll ich mir den sonst eine Meinung bilden, ... oder soll ich das gar nicht?

Veröffentlicht am 27.02.2014 09:55:21 GMT+01:00
RuhigBleiben meint:
Sehr geehrter Herr Scheunemann,

natürlich ist es Ihr gutes Recht Scheibstil, Art der Wissensvermittlung zu kritisieren. Gut auch, dass Sie Ihre inhaltlichen Kritikpunkte sachlich begründen. Eine entscheidende Frage stellt sich mir als Physiker doch, wie ein Gymnasiallehrer Alexander Unzicker auf dem aktuellen Stand der Teilchenforschung stehen und ein derart vernichtendes Urteil fällen kann, zumal er sich auch noch auf anderen Fachgebieten tummelt. Ich kopiere einmal den Wikipedia-Eintrag:
>>studierte ab 1985 Physik und Rechtswissenschaft an der Universität München und erlangte 1993 das Diplom in Physik und das Staatsexamen in Rechtswissenschaft. 2001 promovierte er in Neurowissenschaften am Institut für medizinische Psychologie der Universität München. Unzicker arbeitet als Gymnasiallehrer in München.<<

Hochachtungsvoll Ruhigbleiben

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 28.02.2014 10:28:46 GMT+01:00
RuhigBleiben meint:
Sehr geehrter Krebs,

>>Ich sag nur "des Kaisers neue Kleider". <<

Woher haben Sie die umfangreichen Kenntnisse, die Sie zu einem solchen Urteil kommen lassen? Natürlich kann man als Leser Schreibstil und Anschaulichkeit kritisieren, aber was bringt Sie in die Lage, den Inhalt zu kritisieren? Welche Kenntnisse weisen Sie auf?

Ich finde es als Physiker ratsamer, dass man nur über Themen schreibt, die man versteht und wo man das nötige Grundwissen hat. Da man nicht überall in der Physik auf dem neuesten Stand sein kann, werde ich mich nicht soweit aus dem Fenster lehnen wie Sie. Vor allem würde ich Bücher lesen, bevor ich diese beurteile.

Hochachtungsvoll Ruhigbleiben
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