Kundenrezension

9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen What a beautiful garbage., 7. September 2005
Rezension bezieht sich auf: Bleed Like Me (Audio CD)
Es ist erstaunlich wie sehr sich die Geister bei diesem Album scheiden. "Bleed Like Me" wurde von der einen Seite als "reifste und intensivste" Arbeit in den Himmel gelobt, andere stampften es in den Boden und meinten, die Band wäre endgültig in die "Ideenlosigkeit" abgedriftet und zu einer "konventionellen Rockband" geworden. Und dann gab es noch diejenigen, denen das Album so ziemlich egal war. Denn - wer hätte noch gedacht, dass es diese Band überhaupt noch mal schafft: "Schön, dass es sie noch gibt." Klingt etwas bemitleidenswert, doch das Quartett selbst sind sich darüber im klaren, dass es eigentlich erstaunlich ist, dass sie nach all den Pannen und Beinahe-Trennungen wieder zusammengefunden haben um eine neue CD aufzunehmen.
Und was für eine! "Bleed Like Me" war für mich die Einstiegsdroge - ja, ich bin süchtig. Und zwar nach "Garbage"! Was für einen Glücksgriff ich damals gemacht habe, als ich die CD gekauft habe, wusste ich gar nicht. Genauso wenig kannte ich die Band selbst. Aber: nur wenig andere Alben haben es geschafft mich so sehr und so lange zu faszinieren. Somit hat sich "Bleed Like Me" einen Ehrenplatz in meiner CD-Sammlung erbeutet...
"Bad Boyfriend" rast beim erstmaligen Hören doch eher an mir vorbei, zu sehr bin ich von "Run Baby Run" mitgerissen, ein eingängiger Refrain, eine wunderbare Stimme - eine bezaubernde Shirley Manson. Überhaupt haben die folgenden Musikstücke ihre Originalität und Kreativität der sympathischen Frontfrau der Band zu verdanken, dessen Gesangskraft und Lyrik (sofern man es so nennen will) schon oft sehr gelobt wurde. Und das mit Recht! Um ehrlich zu sein: "Bleed Like Me" lebt von dem Flair der rockigen Shirley, von dem erotischen Touch ihrer zärtlichen Stimme - und - so sehr ich das Talent der drei Musiker auch schätze; ohne diese schottische Diva, hätte "Garbage" als Band gar keine Existenzberechtigung.
Da werden einen tief einschneidende Textpassagen aus dem namensgebenden Song "Bleed Like Me" vorgesungen, Ärger und Verzweiflung im elektronischsten (und meiner Meinung nach auch stärksten) aller Stücke "Metal Heart", dann wird schreiend zur Revolution aufgerufen, because "Sex Is Not the Enemy"! Rockig weiter singt Shirley Manson durch "Boys Wanna Fight" und während man sich fragt, wie man es nur so lange ohne diese Band ausgehalten hat lässt eine leise Stimme mit der ergreifenden Ballade "Happy Home" das Album ausklingen.
Wow - noch mal. Der zweite Durchgang eröffnet einem weitere Einblicke, plötzlich ragt auch das vorerst enttäuschende "Why Do You Love Me?" hervor; erstaunlich, wie viel Elan und Schwung in die einzelnen Rocksongs gepackt wurde. Und dann doch etwas langsamer mit "It's All Over But The Crying", was sich nach dem 2.Mal gleich besser anhört. Und noch mal. Und noch mal. "Bleed Like Me" hat sich lange in meinem CD-Player gehalten wie schon lange kein Longplayer.
Und doch, Kritik. Meinem Erachten nach, war das Album einfach zu kurz. Schnelle Gittarrenriffs, vorantreibende Drums, eine motivierte Stimme - und wieder von vorne. Ob es nun wirklich eine zu kurze Spieldauer ist, oder ob die knapp 46 Minuten einfach zu viel Freude bereiten und so umso schneller vorbei sind...irgendwie hatte ich noch nicht genug. Aber wozu gibt's die Repeat-Taste? Nach mehrmaligen Reinhören kristallisieren sich dann aber auch die eindeutigen Favoriten heraus und viel wird sich vom Gesamteindruck nicht ändern; die Songs die man am Anfang schon super fand, wird man auch öfter hören, die die schon zu Beginn bröckelten, können ihren ersten Eindruck oftmals nicht widerlegen. Natürlich gibt's da Ausnahmen wie "Bad Boyfriend" oder "Right Between The Eyes", aber im Gegensatz dazu wirkt "Why Don't You Come Over" fast schon unoriginell und nicht auf dem Niveau des restlichen Albums.
Konventionell? Nein. Das ist "Garbage" mit ihrem neuen Album sicher nicht. Genauso gut könnte man ihre anderen Alben als amerikanischen Mainstreamrock bezeichnen. Doch, wissentlich sind sie einer der originellsten und auch schrägsten Bands des etwas angestaubten Alternative-Rock. Dass das vor allem Shirley Manson zu verdanken ist, wissen "Garbage". Auch, dass sie zu einen der Besten gehören. Das ist mir spätestens nach dem Besitz des "Version 2.0" Album bewusst. Dass ihr neustes Werk vielerorts so schlecht aufgenommen wurde, mag daran liegen, dass man nach so langen Warten, Bangen und Hoffen doch vielleicht etwas mehr erwartet hatte. Letztendlich ist es immer ein "Schade", dass den Kritikern über die Lippen rutscht - doch eben auch das Bangen um die Band erfreut umso mehr, wenn man dieses, trotz allem ausgezeichnete Album hört. Auch wenn man später noch das Gefühl hat, dass das noch lang nicht alles war, was "Garbage" bieten können.
Deshalb nur die 4 Sterne. Ja, wäre es eine Newcommerband, hätten sie die volle Punktezahl in der Tasche. Aber, hey, das sind Garbage - das perfekte Album, à la Version 2.0 zu toppen - wenn das jemand kann, dann diese Band! An Originalität, Kreativität, sexy Gesangskraft, tiefensinnigen wie auch rockigen Texten, musikalischen Elan fehlt es nicht, egal in welche Richtung es geht. Somit ist "Bleed Like Me" ein solides, gut produziertes und überhaupt tolles Album, eigentlich genau wie man es von ihnen kennt und kennen lernen mag.
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