Kundenrezension

36 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Viel mehr als nur ein guter Western!, 17. August 2004
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: 12 Uhr mittags - High Noon (DVD)
Ein atemberaubend guter Film! Gibt es jemanden, der ihn noch nicht gesehen hat? Ein Vorzeige-Western! Großes Kino! Filmkunst! Ein typischer Western, der kein Western ist, wie Regisseur Fred Zinnemann selbst sagte, sondern ein Kommentar der Mc Carthy Ära, also der Zeit der Kommunistenverfolgung in den USA der 1950er Jahre. „12 Uhr mittags" hat bis heute nicht das geringste von seiner Genialität verloren. Das er in Schwarz-Weiß gedreht wurde, läßt ihn nicht unmodern aussehen. Ein Klassiker für die Ewigkeit! Die Geschichte um den aufrechten, pflichtbewußten, mutigen und grundguten Sheriff (ein brillanter Gary Cooper!), der seinen Mann steht und die Stadt verteidigt, in der er für Recht und Ordnung sorgen soll, ist immer wieder sehenswert. Ein Mann, der nicht viel redetet, sondern handelt. Etwas spießig ist er, aber doch ein strahlendes Vorbild. Was man von seinen „Hilfssheriffs" wahrlich nicht behaupten kann. Erst sagen sie ihre Hilfe zu, doch als es hart auf hart kommt, kneift einer nach dem andern. Aus Angst um ihr eigenes Leben, verraten sie ihren Sheriff und arrangieren sich lieber mit dem Verbrecher Frank Miller, der mit dem 12-Uhr-Mittags-Zug eintreffen wird und die kleine Stadt bereits zuvor terrorisiert hat. Neben dieser geistreichen Geschichte um Gut und Böse, Moral und menschliche Schwächen ist „12 Uhr mittags" aber natürlich auch ein spannender Western mit allem, was dazu gehört: Revolverhelden-Duelle, Pferde, Saloon, alles mit dabei!
Die technische Ausstattung dieser DVD ist sehr erfreulich. Der Titelsong „Do not forsake me" von Tex Ritter kann separat abgespielt werden, ein Wahnsinnsohrwurm! Es gibt zwar keinen Audiokommentar, dafür aber ein äußerst interessantes Interview mit Fred Zinnemann, das mehr Informationen enthält und mehr Spaß macht, als der Audiokommentar manch anderer DVD.
Wie alle großen, zeitlosen Geschichten, läßt auch „12 Uhr mittags" dem Zuschauer genug Raum, um seine eigenen Schlüsse zu ziehen. Es geht um Themen, die für jeden Menschen relevant sind. Frank Miller kann als Platzhalter für Hitler, Stalin, Mc Carthy oder jeden anderen stehen, der sich mit Hilfe von Angst und Terror andere Menschen untertan macht, die sich lieber verkriechen und anpassen, statt Konflikte auszutragen und für ihre Überzeugungen aufzustehen. Einer der besten Filme aller Zeiten!
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1-5 von 5 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 20.07.2010 15:19:36 GMT+02:00
Hi Junior-Soprano,

ich stöbere hier ein bißchen bei den Western herum und finde unversehens eine Rezension von Dir. Wußte gar nicht, daß Du Dich auch für Western interessierst. Aus Deiner Rez spricht jedenfalls Begeisterung für diesen großartigen Film, einen der besten dystopischen Western.

Allerdings hatte ich nie den Eindruck, als stelle sich Kane Miller, um Gefahr von der Stadt abzuwenden. Vielmehr glaube ich, er tut dies aus persönlichen Gründen, eben weil Miller ihm Rache geschworen hat, nachdem Kane ihn in seiner Eigenschaft als Sheriff von Hadleyville hinter Gitter gebracht hat. Dies läßt die Undankbarkeit und Feigheit der Stadtbewohner ja noch schlimmer erscheinen. Ich muß mir den Film mal wieder ansehen, denn vielleicht täusche ich mich ja auch.

Kennst Du eigentlich diesen Eastwood-Gespensterwestern? Er ist thematisch mit High Noon verknüpft und nebenbei einer meiner Lieblingswestern.

Ahoi-hoi, T.S.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.07.2010 19:02:55 GMT+02:00
Ahoi T.S.,

ein dystopischer Western? Na, Du kennst ja wilde Wörter. :-)

Ich mag die eher untypischen Western (High Noon, Spiel mir das Lied vom Tod, Liberty Valance).

Im Song Ordinary People gibt es auch eine schöne Anspielung von Neil Young auf High Noon.
Auch schön: die Simpsons-High-Noon Episode.

Deine Interpretation des Films ist wahrscheinlich schlüssiger als meine. Und das ist ja auch das schöne an der Kunst: sie regt zum Nachdenken an.

Den Eastwood-Film kenne ich noch nicht, denke ich.

Howdy Partner!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 27.07.2010 12:02:51 GMT+02:00
Hi Junior-Soprano,

für Western interessiere ich mich sehr, so daß ich auch schon mal das ein oder andere Buch zu diesem Thema lese - ich werde noch ein paar vorstellen - und eben auch so wilde Begriffe aufschnappe.

Die Simpsons-Episode über High Noon kenne ich gar nicht, da hast Du mich kalt erwischt. In welcher Staffel kommt die denn vor? Es muß ja eine von den neueren sein.

Wenn Du Dich für die untypischen Western interessierst, dann habe ich hier noch eine Empfehlung für Dich. Hast Du eigentlich noch andere Western rezensiert?

Hasta la vista, T.S.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 31.07.2010 10:36:27 GMT+02:00
Nein, das ist bislang der einzige Western, den ich rezensiert habe.
Die Simpsons-Episode enthält eine Szene, in der Homer in die Kirche kommt, um brave Bürger anzuwerben und niemanden findet, der ihm helfen will. Vielleicht habe ich das auch nur als High Noon Anspielung fehlinterpretiert. Müsste aus einer der neuen Staffeln sein.

Danke für die Film-Empfehlung!

Veröffentlicht am 11.01.2014 22:38:51 GMT+01:00
Dunkelziffer meint:
Der Film ist der INBEGRIFF des FILMS. Da muss man gar nicht auf das Genre schauen. Der Film ist ein ARCHETYP des FILMS. Dank Fred Zinnemann und der Auswahl seiner Darsteller. Über Gary Cooper müssen wir doch hier nicht diskutieren, oder? Grace Kelly war vielleicht ein Kunst- und Glücksgriff.

Der Film folgt einer strengen Dramaturgie, an der nicht nur William Shakespeare, sondern sicherlich auch unsere Jahrhundertgestalten Goethe und Schiller ihre wahre Freude gehabt hätten. Würden sie heute noch leben. Sturm und Drang: wo ist der Colt?

Das klassische Drama ist eng verheiratet mit dem Western. Hier und drüben geht es um Archetypen. Im Kino umgesetzt in Großaufnahmen. Davon hätten Goethe und Schiller gerne geträumt. Und jetzt springt Sergion Leone ins Bild: er raubt Goethe und Schiller den lang erträumten Auftritt. Nein - sie werden für höchstens 15 Minute berühmt sein.

Ich grüble über die Zeit: 15 Minuten sind eine kurze Zeit. Ich kneife mich in den Ringfinger und hoffe auf den nächsten Morgen.

Ich vergleiche das Ende von High Noon gerne mit dem Showdown in "Spiel mir das Lied vom Tod".

Es kann filmisch keine Alternative geben!

Nur den Tod. Auge in Auge. Henry Fonda und Charles Bronson.
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