Kundenrezension

10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Dienst nach Vorschrift statt Mut und Espirt - schade, 6. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Broken Crown Halo (Limited Edition im Digipak) (Audio CD)
Bei jetzt sieben veröffentlichten Alben muss man Lacuna Coil natürlich längst zur festen Größe im internationalen Rockzirkus zählen. Anzumerken ist diesbezüglich natürlich, was manch europäischem Fan seit geraumer Zeit etwas sauer aufstößt, nämlich dass die Italiener sich etwas zu sehr auf den amerikanischen Markt konzentrieren und die heimatlichen Breitengrade zu kurz kommen. Und diese Meinung kann man verstehen, denn insgesamt scheinen Cristina Scabbia und ihre Jungs in den USA längst weitaus präsenter zu sein als etwa hierzulande, und dass die erste Tour nach Veröffentlichung - natürlich - eine ausgedehnte US-Tour ist, passt ebenfalls ins Bild.

Vor diesem Hintergrund ist ein Album wie "Broken Crown Halo" sicherlich keine Überraschung und auch die Wahl des Produzenten ist naheliegend. So hat man sich die Dienste von Jay Baumgardner gesichert, dem Mann, der schon bei so manchem Megaseller der US Billboard Charts seine Finger im Spiel hatte, man denke nur an die großen Erfolge von Bands wie Papa Roach, Godsmack, Coal Chamber, Ugly Kid Joe, Alien Ant Farm und zu guter Letzt natürlich auch noch das Evanescence Debüt "Fallen", das bis heute satte 17 Millionen Mal über die weltweiten Ladentische ging. Nicht die schlechteste Referenz also für Lacuna Coil, die zumindest aus einer artverwandten Richtung kommen. Angesichts vergangener Hitsalven und des klangvollen Namens auf dem Produzentenstuhl darf man von "Black Crown Halo" dann doch ein bisschen enttäuscht sein. Über weite Strecken klingt dieses Album nämlich eher uninspiriert, man könnte auch von Dienst nach Vorschrift sprechen, denn den Italienern geht fast sämtlicher Esprit ab. Stattdessen zitiert man lieber munter die ultra tiefen Gitarren und Uffta-Bassläufe von Korn, nachzuhören in "Infection" sowie "Die and rise", wobei vor allem letzteres mit seiner unüberhörbaren New Metal-Kante etwas aus der Zeit gefallen wirkt und somit wenigstens zwölf Jahre zu spät kommt, um den Fan wirklich hinterm Ofen vor zu locken. Von diesem recht ernüchternden Gesamteindruck lässt sich dann auch die Produktion des zuvor viel gelobten Knöpfchendrehers Baumgardner nicht ausnehmen, denn "Black Crown Halo" klingt irgendwie überraschend platt, vor allem aber komplett leblos, möglicherweise gar ein Stück weit tot produziert. Wirklich emotional wird es nur ein einziges Mal, nämlich bei der abschließenden Halb-Ballade "One cold Day", in der man den Tod des ehemaligen Gitarristen Claudio Leo verarbeitet, der 2013 überraschend verstorben ist.

Irgendwie kriegen Lacuna Coil am Ende zumindest noch halbwegs die Kurve mit ihrer neuen Platte, was vor allem der recht gelungenen Einstiegs-Troika bestehend aus "Nothing stands in our Way", "Zombie" und "Hostage to the Light" zu verdanken ist, auch weil das Gesangsduo Cristina Scabbia/Andrea Ferro hier mehr zeigt als die unerwartete Durchschnittskost auf manch anderem Track. Trotzdem zeigt "Black Crown Halo" deutlich zu wenig für eine Band mit diesen Fähigkeiten und diesem Anspruch. Es mangelt merklich am Mut, etwas zu riskieren, was einen matten, selten bis kaum aufregenden Geschmack hinterlässt. Sehr schade.
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Von 2 Kunden verfolgt

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1-6 von 6 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 10.04.2014 02:57:19 GMT+02:00
Julian K. meint:
Dem stimme ich so grob zu. Das Album ist wirklich hörbar, wenn man mal was für Zwischendurch braucht, aber man merkt eindeutig, dass hier die Herren Gitarristen - oder wer auch immer für den Songaufbau, die Riffs, das Arrangement etc. zuständig ist - keine Ideen haben. Vor allem die Riffs sind so ausgelutscht, da wundert es kaum, wenn immer die gleichen Riffs einfach in unterschiedlichen Tonarten und elektronischen Spielereien durchgenudelt werden.
Das Mixing finde ich jetzt auch nicht so prickelnd. Ab und zu fehlt der Druck an wichtigen Stellen und die Solis sind teilweise zu leise abgemischt mMn.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 10.04.2014 17:11:59 GMT+02:00
So sehe ich das auch. Klar kann man sich die Platte anhören, gar keine Frage. Aber wirklich aufregend finde ich sie nicht. Die Gitarren hat man 1000 mal gehört, manches wirkt wie von der Korn-Restrampe und der Sound überzeugt mich auch nicht, weil einfach jedes Leben fehlt. Wenn man das mal mit der warmen Produktion von zB "Comalies" vergleicht, ist das ein Unterschied wie Tag und Nacht. Wie schon geschrieben: Mir fehlt es ganz klar an Feuer und Esprit. Das hat man alles einfach schon um ein vielfaches besser gesehen von LC...

Veröffentlicht am 11.04.2014 20:14:10 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 11.04.2014 20:14:32 GMT+02:00
Gute und konstruktive Besprechung einer Platte, von der auch ich mir etwas mehr erwartet hätte. Ich bin Lacuna Coil und ihrem Schaffen gegenüber sehr offen und positiv gestimmt und will diese Band wirklich mögen. Gleichzeitig denke ich aber auch oft, dass viele Ideen nicht zu Ende gedacht und musikalische Höhepunkte aus mir unerfindlichen Gründen konsequent umgangen werden.

Andererseits gibt es aber auch regelmäßig die berühmten Silberstreife am Horizont zu entdecken, und in diesem Fall ist das für mich ganz klar "Hostage To The Light" - was für eine Hymne! Dieser Song ist sicher das Ergebnis des durchaus vorhandenen Händchens für Songwriting, der individuellen Klasse der Musiker (allen voran Frau Scabbia und ihre beeindruckende Stimme) und des amerikanischen Hitproduzenten - trotzdem (oder gerade deshalb?) stellt sich die Frage, warum der Rest der Platte dann nur "ganz okay" geworden ist.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 11.04.2014 23:50:36 GMT+02:00
Geht mir auch so, grundsätzlich haben LC bei mir schon einen Stein im Brett, aber auf diesem Album sind die wirklichen Highlights einfach viel zu rar gesät, um wirkliche Begeisterung hervorzurufen - zumindest über längere Zeit. Da ist doch verdammt viel Einheitsbrei und eben Dienst nach Vorschrift dabei, was nicht der Anspruch der Band sein kann. Gleiches gilt für die offenbar viel zu lustlos ausgeliehenen Korn-Elemente, die auch auf dem (nicht mehr ganz so) neuen Hauptmarkt USA nicht für uneingeschränkte Begeisterungsstürme sorgen werden.

HTTL ist natürlich ein Highlight, ganz klar. Diesem Song und 2-3 anderen ist es zu verdanken, dass man "Broken Crown Halo" überhaupt noch etwas positives abgewinnen kann. Das ist schon eine Überraschung, nicht nur wegen der eigenen Ansprüche und Standarts, sondern auch wenn man sich vor Augen führt wer da auf dem Produzentenstuhl saß. Der Mann hat immerhin beim modernen Klassiker "Fallen" von Evanescence seine Finger im Spiel gehabt - und das ist nur die Spitze des Eisbergs. Übrigens finde ich auch die Gesangsleistung von Andrea / Cristina diesmal nicht durchgehend überzeugend. Andrea gibt ständig den Aushilfs-Nick-Holmes (Paradise Lost) und CS streut bisweilen ganz schön viel Mittelmaß ein. Irgendwie ein komisches Album, kann das sein?

Jedenfalls höre ich mir da lieber die neue Platte von Delain an. Die geht zwar in eine etwas andere Richtung (weniger Alternative, mehr Symphonic), ist dafür aber mit Hits am Fleißband gespickt und überzeugt zu jeder Sekunde.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 30.07.2014 03:04:38 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 30.07.2014 03:29:56 GMT+02:00
Quark meint:
Was an "Fallen" v. Evanesense nur so toll ist? Ich höre das Ding immer wieder, aber es gefällt mir einfach nicht.
Q.

Nachtrag:
So, jetzt hab ich mir das angehört. Ich finde es laaangweiliiig. Hat für mich nichts mit Metal zu tun.
Die Stimme von dem Jungen ist nix. Das selbe Desaster wie bei Nightwish, wo auch sehr gute Sängerinnen mit einem untalentierten Typ kombiniert wurden, der die ganzen Songs verschandelt.
Gruß Q.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 26.08.2014 20:58:51 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 26.08.2014 20:59:04 GMT+02:00
@ Quark: Gefallen muss einem ein Album nicht zwangsläufig, das gilt auch für "Fallen". Ganz klar, das ist Geschmackssache. Meiner Meinung nach ist die Platte trotzdem ein moderner Klassiker und ein durchaus einflussreiches Album für die 00er Jahre. Die Verkaufszahlen waren ja nun jetzt auch nicht von Pappe, also müssen Evanescence mit der Scheibe irgendwas richtig gemacht haben ;).

Aber zurück zu BCH: Bzgl männlicher Gesang liegen wir auf einer Wellenlänge, das hat man von Andrea Ferro schon deutlich besser gehört. Aber - wie gesagt - auch Cristina hat hier nicht ihr stimmliches Filetstück auf den Teller gepackt. Die Platte ist zwar absolut hörbar, aber dabei genau so schnell wieder verschwunden wie man sie sich angehört hat.
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