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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
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Rezension bezieht sich auf: Let England Shake (MP3-Download)
Ich weiß nicht, wie lange PJ Harvey schon Musik macht. In Bezug auf ihr musikalisches Schaffen bin ich ein echter Spätzünder. "Let England shake" ist das erste Album von ihr, das ich mir zugelegt habe. Aufgrund von Empfehlungen und Probehören war ich irgendwie davon angetan und habe mir das Album als MP3 runtergeladen."Let England shake" ist eine Abrechnung mit England, PJ Harvey singt von Krieg, Leid, Tod, Blut ... . Beim ersten Durchhören (wenn man noch nicht so auf die Texte achtet, sondern einfach die Musik wirken lässt) fällt dies nicht auf. Musikalisch klingen viele der Titel federleicht, manche gar beschwingt und fröhlich und so bildet die Musik einen starken Gegensatz zu den Texten und der Botschaft des Albums. Die Musik ist weitesgehend handgemacht und lebt größtenteils von schönen Klängen (Akustikgitarren, Klavier, Schlagzeug, Bläser...), Bässe und hektische Grundsounds sind praktisch nicht vorhanden. Bei vielen Titeln wird PJ Harvey von einem männlichen Gesangspart verstärkt, so dass man die meisten Titel als Duette bezeichnen kann. Let England shake - Beschwingt beginnt das Album, herrlicher Sound der verspielt wirkt, Gitarren und Schlagzeug stehen dezent im Hintergrund. PJ's Stimme klingt großartig und die Melodie bleibt gleich hängen. The last living rose - Mit Pauken, Schlagzeug und einem monotonen Gitarrenelement entsteht ein marschähnlicher Sound. Melodie und Stimme klingen anklagend, klar und deutlich singt PJ Harvey ihre Botschaft an beautiful England. The glorious land - Relativ flott ist der Sound unterwegs, coole Gitarrenmelodie im Sound, eigentlich schon fast gut tanzbar. Die Abrechnung mit dem großartigem Land hat eine exzellende Melodie und groovt ordentlich. Auffällig sind die scheinbar zufällig eingestreuten Feldtrompetenklänge. The words that maketh murder - Scheinbar leicht und beschwingt groovt dieser Titel, schöne Gitarren- und Bläserklänge im Sound. Auch hier wieder eine eingängige und exzellende Melodie, super gesungen. Textlich böse und traurig, Soldaten die durch Anweisungen zu Mördern werden. All and everyone - Hier klingt's dann auch wie die Botschaft, düster und getragen. Die Gitarren sind plötzlich etwas bedrohlicher und lauter als bisher, gequälte Bläserklänge und langgezogene Orgelklänge tragen ebenfalls zur finsteren Stimmung bei. Die Melodie setzt sich aus Einzelteilen zusammen die scheinbar gegensetzlich klingen. Großartiger Titel, der allerdings etwas Zeit braucht um zu überzeugen. On battleship hill - Das ist mein Albumhighlight. Der Sound schwebt locker und flockig beschwingt und reißt sofort mit. Erstaunt war ich über das gewaltige Stimmpotenzial der Sängerin beim einleitenden Gesangspart, der einfach wunderschön ist. Mit Ausnahme dieser Einleitung ist der Titel aus einem Fluss und von so außerordentlicher Schönheit, dass ich gar nicht aufhören kann von ihm zu schwärmen. England - Etwas schräg und verschoben klingt "England". Der Song konzentriert sich auf den Gesang und die Stimme von PJ. Entsprechend minimalistisch ist der Sound, der nur aus Akustikgitarre und diversen Hintergrundgesängen besteht. Gegen Ende türmt sich der Titel zum Finale regelrecht auf. In the dark places - Hier klingts wie ein klassischer Rock-Poptitel, schöner Sound mit diversen Einflüssen. Die Melodie plätschert ein wenig vor sich hin, bis beim Zwischenteil das große Erwachen kommt und der Song zu Höchstform aufläuft. Bitter branches - Offensiver Gitarrenrock, der auf's Wesentliche beschränkt scheint. Besonders cool: Immer bevor es Miss Harvey richtig krachen lässt erklingt ein soundreduzierter ruhiger Part. Geil. Hanging in the wire - Dieser Titel lebt von einer offensiven Klavierbegleitung und einem verträumten Schlagzeugsound. Stimmlich ruhen PJ Harvey und ihr männlicher Gegenpart in sich. Entspannend und schön. Written on the forehead - Etwas befremdlich und entrückt klingt hier der Sound, sehr gewöhnungsbedürftig sind die Hintergrundgesänge die im Gegensatz zur Hauptmelodie stehen. Irgendwann singt PJ Harvey die Hintergrundmelodie mit und macht so aus dem Song eine Einheit. Schräg aber gut. The colour of the earth - Song und Sound erinnern an eine vertonte Erzählung. Ein wenig erinnert mich dies an so manches Mittelalterfestival. Beindruckend ist die Steigerung des Sounds gegen Ende. The colour of blood is red. Der größte Vorteil sind wohl die schönen, eingängigen Melodien der Titel. So fällt es leicht sich auf die Musik des Albums einzulassen. Zudem sind die Songs größtenteils relativ kurz gehalten (um 3 Minuten) und erhalten so eine angenehme und spritzige Kürze, endlose Refrains oder Instrumentalsessions sind Fehlanzeige. Fast schaue ich ein wenig verschämt, dass ich diese großartige Sängerin erst jetzt für mich entdeckt habe, doch bekanntlich ist es nie zu spät für Neues. Nun gilt's für mich auch die anderen Werke von PJ Harvey kennenzulernen, ich bin schon gespannt, ob die Musik darauf ähnlich großartig ist. Von diesem Album bin ich jedenfalls durchweg begeistert und angetan. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen Kommentare
Von 1 Kunden verfolgt
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag:
12.07.2011 20:53:51 GMT+02:00
F. Stromberg meint:
Ich würde empfehlen bei den neueren Werken anzufangen und sich dann zeitlich an die Anfänge ranzutasten. Ansonsten wäre der stilistische Bruch vielleicht zu schwer zu ertragen. Also nicht direkt mit "Dry" oder "To bring you my Love" weitermachen. Ansonsten wünsche ich viel Spass beim Entdecken.
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