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27 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Homo sexualis und Bio-Politik, 1. Juni 2006
Von 
Rezension bezieht sich auf: Sexualität und Wahrheit: Erster Band: Der Wille zum Wissen (suhrkamp taschenbuch wissenschaft) (Taschenbuch)
"Dispositiv" heisst nach Foucault eine Diskursformation, in der Macht, Recht und Wahrheit verknüpft und Praktiken institutionalisiert sind, die menschliches Begehren und gesellschaftliche Not befriedigen. Foucaults zentrales Interesse gilt dem Sexualitätsdispositiv. Er analysiert den Weg, uns als Wesen mit einer Sexualität zu verstehen und zu definieren, uns auf unsere Neigungen und Lüste hin zu kontrollieren, Verhaltensweise zu isolieren, zu klassifizieren und zu problematisieren: Homosexualität, Masochismus, Masturbation. Schlussendlich bleibt die Frage, wie wir dazu gebracht werden, unserer Lust ein System und eine Norm zu geben. Die Lust wird, und das ist die zentrale Leistung eines Dispositivs, nicht unterdrückt, sondern gestaltet. Das Sexualitätsdispositiv entwickelte sich, weil der Sex gleichzeitig den Zugang zum individuellen Körper und zur Bevölkerung ermöglicht, weil über die Erzeugung und Organisation einer Sexualität wirksam das Leben auf ökonomische Zwänge hin gestaltet werden konnte. Damit sind Individuation und Sozialisation konvergent.

Im letzten Kapitel seines Werkes nähert sich Michel Foucault dem Recht über den Tod und der Macht zum Leben. Aus historischem Blickwinkel entwickelt er den Versuch, moderne Bio-Macht als Ergebnis der absoluten souveränen Macht, dem Recht über den Tod, zu definieren. Denn Macht ist nicht etwas, was man erwirbt, wegnimmt, teilt, was man bewahrt oder verliert; Macht ist etwas, was sich von unzähligen Punkten aus und im Spiel ungleicher und beweglicher Beziehungen vollzieht. Für Foucault hat Macht keine Substanz, sondern wird als eine Kraft begriffen, die durch die Subjekte wirkt und Effekte in der Gesellschaft bewirkt. Bis zum 18. Jahrhundert hatte sich der Begriff Macht im Sinne einer Erzwingungschance auf den Staat bezogen (Machiavelli, Hobbes, Kant). Foucault aber sieht den Staat nur als einen Punkt im Netz der Machtbeziehungen, nicht aber als Quelle der Macht, denn diese hat für ihn keine Lokalisation, sondern konstituiert sich in Form eines komplexen Netzes von Strategien und Taktiken in der Multiplikation von Einzelstrategien. In Form zahlreicher Beispiele werden die Thesen des Autors transparent. Dieses Werk ist ein Begleiter von Giorgio Agamben Buch "HOMO SACER". Agamben entwickelt mit und um Foucault eine Zusammenführung der Verhaltensweisen und Bestimmungen von vogelfrei (Sacer) und souverän, welche letztendlich in die Idee der Bio-Politik aufgehen konnte. Das ursprünglich nackte Leben ist in beiden Werken über die Berührung mit der Wahrheit auf den Punkt gebracht.

Foucault ist viel beachteter Philosoph. Sein zu früher Tod hat manchen Gedanken offen lassen müssen.
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1-3 von 3 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 09.09.2009 09:28:24 GMT+02:00
Klaus-Dieter meint:
"Dispositiv" heisst nach Foucault eine Diskursformation, in der Macht, Recht und Wahrheit verknüpft und Praktiken institutionalisiert sind, die menschliches Begehren und gesellschaftliche Not befriedigen."

Tolle Definition, nach Meister F. ist ein "Dispositiv" also etwas, das aus verschiedenen Elementen besteht, die irgendwie zusammen gehören. Worin die Verknüpfung und Institutionalsierung besteht, bleibt dunkel. Irgendwie stellt sich der Eindruck ein, dass F. sich einfach ein Wort ausdenkt, es irgendwie durch andere Wörter definiert, und alle Welt geht plötzlich davon aus, dass es sowas wirklich gibt.

Sankta Simplicitas...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 09.09.2009 18:17:42 GMT+02:00
kpoac meint:
Nun, der Einfalt zu Liebe der Hinweis, dass ein Wort für etwas entsteht und man ihm, dem Wort, dann eine Bedeutung gibt. So sind wohl einige Worte entstanden. Keineswegs eine Apologie auf Foucault, nur zur Erklärung ein Blick auf Wikipedia:
http://de.wikipedia.org/wiki/Dispositiv

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 09.09.2009 18:18:01 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 09.09.2009 18:19:02 GMT+02:00
kpoac meint:
siehe zuvor,
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