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Kundenrezension

39 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen There Will Be Blood - und jede Menge Zähflüssigkeit, 29. Juli 2008
Von 
Rezension bezieht sich auf: There Will Be Blood (DVD)
Mit seinem neuesten Film realisierte Regisseur Paul Thomas Anderson ("Magnolia", Magnolia - Arthaus Premium Edition (2 DVDs)) den Upton Sinclair-Roman "Oil!" von 1927, in dem dieser von der rücksichtslosen Karriere eines Unternehmers im kalifornischen Ölgeschäft des frühen 20. Jahrhunderts berichtet.
Im Film heißt dieser Mann Daniel Plainview (Oscar-prämiert: Daniel Day-Lewis). Seine Karriere nimmt ihren Ausgang im Jahre 1898, zu einer Zeit, in welcher der große Klondike-Goldrausch bereits vorbei ist und nur noch wenige Enthusiasten nach Gold und Silber schürfen. Doch aus der Suche nach Silber wird das Entdecken eines umfangreichen Erdölvorkommens: Nachdem Plainview erste Gewinne erwirtschaften konnte und den sozialen Aufstieg bewerkstelligt hat, begibt er sich 1911 in das Wüstenkaff Little Boston, dessen Untergrund einen hochwertigen Ölschatz zu beherbergen scheint, dessen er sich zusammen mit seinem minderjährigen Sohn bemächtigen will. In Gestalt des Laienpredigers Eli Sunday (Paul Dano) tritt ihm allerdings ein ausgesprochener Gutmensch und sein fortan erbittertster Widersacher entgegen...

"There Will Be Blood" wartet mit zahlreichen Kontrasten auf. Allein schon die Bildsprache könnte gegensätzlicher nicht sein: Ein ums andere Mal finstere Erdlöcher und die bedrohliche Dunkelheit der Nacht, dann wieder gleißendes Tageslicht, das eine zumeist trostlos-karge, wüstenartige Landschaft ausleuchtet; die Kameraleute haben hier ohne Frage sehr gute Arbeit geleistet.

Dennoch mangelt es dem Film im Ganzen an einer guten Portion inhaltlicher Dynamik; seine epische Dauer trägt dazu bei, dass viele vermeidbare Längen Einzug halten, die nicht durch mitreißende Handlungsbausteine "gestopft" wurden. Plainview bei seinen diversen Verhandlungen mit anderen "Oil men" zu beobachten, ermüdet irgendwann doch sehr. Einzig sein Sohn, der zwischenzeitlich durch einen Unfall ertaubt ist, verleiht der Handlung an manchen Stellen eine gewisse Anspannung - seine Leinwandpräsenz zwischen Lethargie und Auflehnung ist beachtlich. Dass Daniel Day-Lewis mindestens ebenso bemerkenswert agiert, ist auch klar. Er versieht seine Rolle mit einem Höchstmaß an Authentizität und als Zuschauer fühlt man sich beinahe schon eingeschüchtert von der dominanten, impulsiven Besessenheit, mit der Plainview seine akribisch gesetzten Ziele sukzessive verwirklicht.

Dennoch bleibt die schwelgerische Erzählweise des Films zu bemängeln; im Ganzen fehlt einfach der gewisse Biss, die gewisse Wendung, eine deutlichere Aussage. So bleibt der Film unbefriedigend, zumal der Konflikt mit dem Prediger zwar eine moralische Komponente in Plainviews Leben einbringt, sein Charakter aber dennoch auf beinahe schon unheimliche Weise abstoßend und kalt verbleibt. Es ist diese offenkundig unsympathische Art, die einen als Zuschauer davor zurückschrecken lässt, sich mit der Hauptfigur des Films näher befassen zu wollen.

Mein Resümee läuft aus diesen Gründen auf 3 von 5 Punkten hinaus: Der Film ist zwar außergewöhnlich, aber insgesamt auch zu sperrig und unausgewogen.
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1-10 von 10 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 14.08.2008 17:25:34 GMT+02:00
Eine ausgewogen differenzierte Betrachtung des Filmes, der leider genau an den beschriebenen Stellen krankt. Teils ist er wirklich groß der Film und überwältigt mit seinen Bildern, teils fehlt es an einer Handlung und so beobachtet man fasziniert und abgestoßen zugleich den Niedergang von Daniel Plainview.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 17.08.2008 23:10:41 GMT+02:00
Askadar meint:
Danke für Ihr Feedback; wie auch schon in meiner Rezension zum Ausdruck gebracht, fehlt mir schlichtweg die Identifikationsmöglichkeit hinsichtlich der Hauptfigur des Films: Plainview stößt einen grundsätzlich ab. Ein eindeutiges dramaturgisches Manko, das den Film zumindest auf dieser Ebene herunterzieht.

Veröffentlicht am 18.08.2008 17:37:43 GMT+02:00
Daniel B. meint:
herrgott, es geht in diesem film nicht darum, sich mit der figur zu identifizieren! schon mal daran gedacht, dass daniel day-lewis die rolle ebenso angelegt hat? er spielt einen schlechten und durchtriebenen charakter, und als solcher will er auch wahrgenommen werden.
und es ist ja geradezu herrlich ironisch: askadar's heiße luft (sprich: seine rezension) zeigt, dass es dem schauspieler gelungen ist.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 19.08.2008 12:32:49 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 19.08.2008 16:49:57 GMT+02:00
Marcus G. meint:
Was ist Ihr Problem, Herr Bluemel? Wenn sich jemand ausnahmsweise nicht der Schwemme an Lobpreisungen über dieses Möchtegern-Meisterwerk anschliesst und sachliche Kritik äußert, so kann es sich dabei Ihrer Meinung nach bloß um heiße Luft handeln?

Ich persönlich schliesse mich askadars Resümee an. Dass die Amis den Film in ungeahnte Höhen jubeln ist verständlich: Die sind so verliebt in das bisschen Geschichte, das sie haben - das verlangt schon der Nationalstolz. "There will be Blood" glänzt mit außerordentlichen schauspielerischen Leistungen, gar keine Frage! Die Handlung jedoch ist eine prätentiöse, aufgedunsense und über weite Strecken schnarchlangweilige Geduldsprobe. Ich zitiere Mick LaSalle vom San Francisco Chronicle: "there should be no need to pretend 'There Will Be Blood' is a masterpiece just because Anderson sincerely tried to make it one." Besser könnte ich es nicht ausdrücken.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.08.2008 18:05:09 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 20.08.2008 18:12:03 GMT+02:00
Askadar meint:
Ich teile Ihre Ansicht. Allein der mediale Hype, der den Film bereits vor seiner Weltpremiere begleitet hat, hat viele - vor allem amerikanische Rezensenten - für sich gefangen nehmen können und "There Will Be Blood" jede Menge unkritische Laudatien eingebracht. Mich zumindest hat der Film über weite Strecken mehr als nur ermüdet, aufgrund seiner monotonen Konstruiertheit beinahe schon verärgert; von einem Meisterwerk kann hier keine Rede sein, jedenfalls nicht, wenn man den Film unvoreingenommen analysiert. Ihn am laufenden Band mit allerlei Superlativen zu überschütten und in eine Reihe mit Klassikern wie "Casablanca" einzusortieren, macht das Ganze auch nicht besser.

Ich werde mir den Film auf keinen Fall ein zweites Mal antun; im Übrigen war ich mit meinen 3 von 5 Punkten nun wirklich noch gnädig.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 29.08.2008 18:52:17 GMT+02:00
Jax meint:
Askadar, ich möchte Ihnen zu dieser hervorragenden Rezension gratulieren, obschon ich manches nicht so kritisch sehe wie Sie.

Veröffentlicht am 25.11.2008 13:39:20 GMT+01:00
SR meint:
Wie man leicht erkennen kann, ist dies eine ziemlich unpopuläre Meinung. Nichtsdestotrotz teile ich sie beinahe vollständig. Ich war selten von einem Film so enttäuscht wie von TWBB. Was natürlich nicht bedeutet, dass er zu den schwachen Filmen zählt, beileibe nicht, aber meine Erwartungshaltung war so hoch, dass der Film scheiterte. Vielleicht musste er es sogar. Ich mag PTA als Regisseur, seine Stilmittel gehören sicherlich zu den besten aller zeitgenössischen Regisseure. Und sehr früh hörte ich Lobpreisungen darüber, wie viel sich der Film bis zum ersten Dialog nimmt. Vergleiche mit Kubricks 2001 und Leones Spiel mir das Lied vom Tod wurden laut - immerhin sind auch 40 Jahre seit den beiden Klassikern ins Land gegangen.
Hier liegt dann in der Tat (m)ein Problem. PTA versuchte nicht nur, einen guten, großen oder großartigen Film zu schaffen - er schien bemüht, DEN Monumentalklassiker des frühen 21. Jahrhunderts zu schaffen. Und das war einfach ein bisschen zu ehrgeizig. Nichts gegen eine langsame Erzählstruktur, nichts gegen die Charakterstudie eines einzelnen Menschen - aber ähnlich wie sich Kubrick bei "Barry Lyndon" ein wenig zum Selbstzweck verlaufen zu haben schien, erging es meiner Ansicht nach PTA bei diesem Film. Etwas "weniger" wäre hier "mehr". Unterm Strich bleibt ein guter Film mit großartigen Momenten - dessen eben großartige Momente aber in der Länge ein wenig untergehen und den Streifen so hinter die individuellen Erwartungen zurückfallen ließen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 12.05.2009 13:00:09 GMT+02:00
Mich stößt Plainview nicht grundsätzlich ab denn ich sehe in ihm ganz gut das er lediglich durch Prägung zu dem geworden ist was er ist.

Veröffentlicht am 27.05.2009 01:55:44 GMT+02:00
Es mag seltsam anmuten, aber ich kann mich sehr gut mit Plainview identifizieren. Er mag die falschen Mittel einsetzen, um seine Ziele zu erreichen, aber zum Teil liegt dies doch auch an der bigotten Gesellschaft begründet, in der er lebt. Daß er heuchlerische Typen wie Eli, die ihren Nutzen aus der Leichtgläubigkeit der Menschen ziehen, sofort durchschaut und ihn intellektuell wie physisch auflaufen lässt, macht mir Plainview sehr sehr sympathisch. Plainview mag Eli in vielem sogar ähnlich sein, wenn er Farmern ihr Land zu einem Spottpreis abluchst, so wie Eli seine Anhänger auf Basis der Religion ausnutzt, trotzdem ist er ihm absolut überlegen, weil er sein Geschäft auf der Realität aufbaut, anstatt wie Eli in selbstgeschaffenen Wunschwelten zu leben. Plainviews Kälte ist nur bewunderswerte Klarheit im Denken und Konsequenz im Handeln. Und noch etwas: Ich weiß nicht, wie deutlich die Wendung und Aussage Ihrer Meinung nach noch sein sollen...der Drainage-Dialog ist doch eine Wendung erster Güte, der Totschlag Elis eine Aussage kaum mächtiger vorstellbar! Muß man alles zerreden, bis der letzte Zuschauer das Kino verlässt und den Film und seine Intention und einfach alles drumherum verstanden hat? Ich finde, daß dieser und andere Filme vor allem aus ihrer verstörenden Widersprüchlichkeit ihre Spannung beziehen, aus den gebrochenen Charakteren, die nicht einfach in ein Gut-Böse Schema einzuordnen sind, aus den offen gelassenen Handlungssträngen und dem Mangel an sicheren Antworten, die einen als Zuschauer noch lange nach dem Kinobesuch zum Nachdenken zwingen und Ausgangspunkt für großartige Diskussionen sein können.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.08.2009 18:50:16 GMT+02:00
Dr.Dave meint:
Ein Film kann auch dann ausgezeichnet sein, wenn man sich nicht mit einer "Figur" identifizieren kann - ansonsten könnte man gleich das halbe Kunstkino als minderwertig aburteilen (und dann hätte man schlichtweg vieles nicht verstanden). In diesem Sinne finde ich den Kritikpunkt nicht einleuchtend. Mich hat der Film sehr überzeugt.
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