Kundenrezension

40 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Enttäuschend, 27. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Der dunkle Thron: Historischer Roman (Gebundene Ausgabe)
Ich habe auch die anderen Bücher von Rebecca Gable gelesen, und insbesondere die "Waringham"-Reihe hat mir bisher sehr gut gefallen. Doch leider kann der "Der dunkle Thron" dabei nicht mithalten. Das liegt vor allem daran, dass eine wirklich packende und dramatische Handlung fehlt.

Während sich die früheren Waringhams mit dem Schwert in der Hand für König und Vaterland mitten ins Kampfgetümmel stürzten, hält sich Nicholas, der aktuelle Lord Waringham, aus Politik und Intrigen weitgehend heraus. Nach 100 Seiten denkt man sich "so, jetzt ist die Einführung wohl vorbei, jetzt könnte es ja mal losgehen". Aber es geht nicht los, dem Buch fehlt irgendwie ein packendes Motiv, und daher besteht die Handlung zum Großteil aus belanglosem Alltagsgeschehen: Nick besucht Prinzessin/Lady Mary in ihrem jeweiligen Exil und tauscht mit ihr Neuigkeiten aus, Nick reitet nach Waringham, Nick besucht seine Pferdezucht, Nick reitet nach London und inspiziert sein Waisenhaus, Nick reitet wieder nach Waringham usw. usw. Von den Ereignissen der "großen" Politik erfährt Nick (und damit der Leser) in den meisten Fällen nur indirekt und in groben Zügen aus dem Mund anderer.

Trifft Nick doch mal auf König, Königin, Lordkanzler oder sonst einen Mächtigen, benutzt er die Gelegenheit, sein Gegenüber durch respektlose Bemerkungen gegen sich aufzubringen - nicht gerade ein Zeichen von Intelligenz. Landet er dann als Verräter oder Ketzer im Tower, ist es für den Leser geradezu eine willkommene Abwechslung von dem sonstigen Alltagstrott.

Sehr schlicht und platt ist auch die Darstellung der zahlreichen Figuren geraten. Nur bei Nick selbst und bei Prinzessin Mary macht die Autorin sich die Mühe einer einigenmaßen nachvollziehbaren Charakterzeichnung. Fast alle anderen sind auf bloße Namen reduziert, sogar Nicks unmittelbare Verwandte wie seine Schwester und seine Kinder. Ab und zu werden sie mal erwähnt und dürfen vielleicht einen Satz sagen, aber das war's auch schon. Und die meisten Personen aus Nicks Umfeld verhalten sich über einen Zeitraum von 20-30 Jahren immer nach Schema F: Mary vertraut auf Gott und geht beten, die Stiefmutter ist böse und gehässig, Chapuys weiß über alles Bescheid etc.

Fazit: Verglichen mit seinen Waringham-Vorfahren ist Nicholas eine langweilige (und mir persönlich unsympathische) Hauptfigur, und Heinrich VIII, seine Ehefrauen und sonstige Akteure auf der politischen Bühne wie Wolsey, Cromwell, Norfolk usw. bleiben blasse Randfiguren. Dadurch treten auch die dramatischen Umwälzungen in England zu dieser Zeit weitgehend in den Hintergrund und werden nur sehr grob beschrieben.
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Kommentare

Von 1 Kunden verfolgt

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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 28.09.2011 12:21:20 GMT+02:00
Marcella Heer meint:
Stimmt. Diesen Kommentar kann ich nur unterstreichen. Ich habe jetzt ca 1 Drittel des Buches gelesen und bin nur sehr mäßig begeistert. Das liegt allerdings auch daran, dass ich mit Mary Tudor nie etwas anfangen konnte. Ich bin nicht gerade ein Fan der "Bloody Mary", und finde es daher nervig, dass ausgerechnet die Hauptperson dieser Bücher sich so für sie einsetzt. Ich hätte es lieber gehabt, wenn er schon früh ein Beschützer der zukünftigen Elisabeth geworden wäre.

Veröffentlicht am 29.09.2011 10:50:46 GMT+02:00
Neferti meint:
Zwei Sterne sind vielleicht ein oder zwei zu wenig, aber grundsätzlich muss ich leider dem Tenor der Rezension zustimmen: Es ist nicht wirklich was los in dem Buch, auch wenn ich es ohne Pause eingesaugt habe.
Im Verhältnis zu "Hiobs Brüder", die ich direkt davor gelesen habe, fällt dieser Roman leider sogar sehr ab.
Ich habe auch ein Problem damit, Nik sympathisch zu finden, er ist überheblich und motzig und die Verachtung für seine bäuerliche Gemalin (und mag sie noch sosehr der Zeit entsprechen) macht ihn in meinen Augen zu einem ***.
Trotzdem bleibt Rebecca Gablé meine liebste Historien-Autorin. Weiter so (aber halt bissi besser als der Thron vielleicht :-))!
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