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Kundenrezension

12 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Bet', Kindchen, bet', morgen kommt der Schwed', 27. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: Carolus Rex (Digi Book mit Bonus CD) (Audio CD)
Auf vier Studioalben haben die Schweden bisher Kriege und Konflikte der Neuzeit besungen und sich damit erfolgreich eine Nische im Powermetal gesichert, die üblicherweise ausschließlich entweder von Schotten oder aber von Tempelrittern dominiert wird. Die durchweg hohe Qualität der Kompositionen haben im Zusammenspiel mit dem Originalitätsfaktor der Lyrics zum rasanten und verdienten Aufstieg Sabatons in den letzten Jahren geführt.
Auf dem neuesten Longplayer wird nun mit dem Aufstieg Schwedens unter der Herrschaft des Königs Karl XII im Großen Nordischen Krieg von 1700 bis 1721 ein wenig schwedischer Nationalpatriotismus zelebriert. Dabei wird erwartungsgemäß ein wenig über das Ziel hinausgeschossen. Zugegeben, Schweden hat für einige Jahre die Herrschaft über die gesamte Ostsee errungen, aber ob man deshalb gleich von einem Imperium sprechen muss? Auch darauf, dass zuvor im 30jährigen Krieg eine schwedische Armee auf dem Weg nach Österreich auch gleich München vereinnahmte, wird im übrigens sehr schön gestalteten Booklet hingewiesen. Nun gut, sei es dem Heimatland der Elche und der Sägespänemöbel die kleine Übertreibung gegönnt, zudem der thematisierte Krieg zur Zeit des Hochbarocks in den Songs durchaus interessant und hörenswert geschildert wird.

Zum Album selbst kann man nach ein paar Durchläufen allerdings bereits enttäuscht sagen, dass Sabaton auf dieser Scheibe es nicht schaffen, den hohen Standard ihrer bisherigen Veröffentlichungen zu halten. Zeigte "Coat of Arms" bereits in Ansätzen dass die Combo um Sänger Broden an die Grenzen ihrer Kreativität stieß, präsentiert sich die neue Scheibe über Schwedens Glanz und Gloria zu sehr als Konstrukt aus altbekanntem Melodien in neuen Gewand, lässt die gewohnte Abwechslung, sowie die sabatontypische Wucht vermissen und bietet dazu keinerlei Überraschungen. Die Songs protzen zwar mit ordentlich Bombast, klingen aber einander alle zu ähnlich.

Die gesungene Geschichtsstunde beginnt solide mit "The Lion from the North", welcher frappierend an "Coat of Arms" erinnert und zu den Songs gehört, in denen Sabaton mit bekannten Stilmitteln noch Punkten kann.
Es folgt mit "Gott mit uns" der einsame Höhepunkt des Albums. Ein paar mehr von solchen Ohrwürmern hätte die Scheibe dringend nötig gehabt.
Das zeigt das folgende "A Lifetime of War", diese zähe Ballade langweilt beim ersten Hören und fängt nach mehreren Durchläufen gar an zu nerven. Sabaton hat mit "Rise of Evil" oder "Gallipoli" gezeigt, dass sie auch langsame Stücke mit der nötigen Wucht präsentieren können. Bei "Lifetime" gelingt das leider nicht.
Mit "1648" und "The Caroleans Prayer" folgen zwei Stücke, die im Grunde zwar von Sabatons typischem Stil geprägt sind, aber dennoch irgendwie unmotiviert vor sich hin dümpeln und nur schwer zünden.
Der Titelsong "Carolus Rex" hebt das Niveau dann ein bisschen, bevor mit "Killing Ground" gleich wieder ein überaus durchschnittlicher Sound in der Tracklist folgt.
"Poltava" und "Long Live the King" sind dann kurz vor Ende des Albums zwei Stücke die nochmal zeigen, dass Sabaton es durchaus besser können, aber mit "Ruina Imperii", dem einzigen Song, der nicht vom schwedischen ins englische umgetextet wurde, erreicht der Longplayer seinen End- aber auch traurigen Tiefpunkt. Das Stück löst "Wehrmacht" als schlechtester Sabatonsong überhaupt ab.
Es folgt als Bonus das Amon Amarth-Cover "Twilight of the Thundergod", welcher wie das Album im Ganzen ebenfalls nur im Durchschnitt bleibt. Im Grunde genommen klingt er wie das Original, nur mit weniger Wumms.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Sabaton sich auf "Carolus Rex" sich zu wenig Mühe bei den Kompositionen gegeben haben und anstatt in neue Melodien zu setzen, sich zu sehr auf die Lyrics konzentriert haben. Zugegeben, die Geschichte um König Karl XII und den Großen Nordischen Krieg ist gut recherchiert und die Band schildert die thematisierten Ergeignisse in den jeweiligen Songs anschaulich und detailiert. Aber dieses textliche Gesamtkonzept wird lediglich mit altbekannten, zigmal durchgekauten Songstrukturen umhüllt, die man alle irgendwie von Sabaton schonmal gehört hat, nur eben besser.
Den einzelnen Tracks fehlen eindeutig ein paar unverwechselbare Hooklines, die ihnen ein wenig Individualität verleihen.
Zudem versuchen Sabaton den schwedischenationalen Patriotismus des neuen Albums mit allerhand epischen Stilmitteln zu untermauern. Hier begehen sie, wie viele Metalbands in solchen Situationen zuvor, den Fehler, Epik mit Gemächlichkeit zu verwechseln. Viele Stücke auf "Carolus Rex" sind langsamer als gewohnt, weisen zähe Passagen auf und im Großen und Ganzen werden die Chöre einfach zu oft bemüht.
Einzig bei "Gott mit uns", welches als positive Ausnahme hervorsticht hat man das Gefühl, Sabaton hätten hier das Gaspedal gefunden. "A Lifetime of War" und "Ruina Imperii" sind hingegen gute schlechte Beispiele für die Schwächen des Albums.

FAZIT: Solides Powermetal Album, das allerdings weit hinter Sabatons Möglichkeiten zurückbleibt. Die hervorragenden Lyrics werden von wenig mitreissenden Melodien getragen, denen ein bisschen Abechslung gut gestanden hätte. Eine Handvoll Ohrwürmer hätte die Schwedenscheibe dringend nötig gehabt, stattdessen verliert sich Sabaton zu oft in banaler Epik, welche die Bedeutsamkeit der Texte unterstreichen soll, dabei aber oftmals schlicht und einfach Langeweile erzeugt. "Carolus Rex" präsentiert sich zwar als durchaus gutes Powermetal-Album, als Sabaton-Longplayer rangiert es allerdings lediglich im Mittelfeld. Die alten Schweden spielen ihre Stärken hier nicht aus, sondern verlassen sich zu sehr auf die vermeintlich epische Wirkung von Schunkelmelodien und Chören. Dadurch fehlt es den Stücken letztlich sichtlich an der gewohnten Power.
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Von 1 Kunden verfolgt

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1-5 von 5 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 29.05.2012 17:30:27 GMT+02:00
Raphael meint:
Es ist ja gut dass Sie Ihre eigene Meinung hier vertreten. Aber ich denke dass Sie bei einigen Ihrer Aussagen der einzige sind.
Bei 'A Livetime Of War' hatte ich am ganzen Körper Gänsehaut, genau so wie bei 'Carolus Rex', und ich höre beide Lieder mittlerweile schon zum 10. Mal und Langweilig werden sie auf keinen Fall.
'Gott Mit Uns' ist eine richtige "Hymne" um es mal so auszudrücken. Ein richtiger Ohrwurm wie die beiden vorher genannten Songs auch.
Bei 'Killing Ground' wird man regelrecht aufgepumpt. Und das Cover von 'Twilight Of The Thunder God' ist auch mal eine nette Abwechslung vom Original, da nicht nur die ganze Zeit gegrowlt wird und es so etwas melodischer wirkt. Natürlich kann es nicht besser sein als das Original, das ist ja unmöglich.
Meiner Meinung nach hat es Sabaton (Mk. I) wieder mal geschafft!
Mal sehen was Mk. II noch für Alben zaubert.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 30.05.2012 09:24:29 GMT+02:00
Dingo meint:
Ich dachte auch erst, ich stünde mit meiner kritischen Meinung zum neuen Sabaton alleine dar. Aber dann habe ich mal in diversen Metal Foren gestöbert und mich im Bekanntenkreis umgehört und anscheinend haben mehrere Leute dieselben Probleme mit dem neuen Album. Einige Beiträge haben wie ich finde ganz passend erklärt, das Album wäre anstrengend am Stück zu hören und genauso empfinde ich das auch. "Gott mi uns", "Poltava" und "Long live the King" sind zwar noch meine Favoriten die ich hin und wieder gerne höre, aber das ganze Album am Stück ist einfach zu langatmig und öde geraten. Gerade "Lifetime of War" hat inzwischen bei mir sogar "Ruina" als schlechtesten Song Sabatons abgelöst.
Was ich inzwischen auch bemängeln würde ist, dass "Ruina" und die Hälfte von "Prayer" in schwedisch gehalten wurde. Ich meine, für den, der das ALbum im Original hören möchte, für den gibt es die Bonusdisk mit der komplett schwedischen Version. Es gibt eigentlich keinen stilistischen Grund, einen Teil der englischsprachigen version ebenfalls im schwedischen zu belassen, außer dem. dass man halt mit der Übersetzung/Umtextung nicht rechtzeitig fertiggeworden ist. Da beschleicht einem das gefühl, man bekäme hier ein unfertiges Album vorgesetzt.

Veröffentlicht am 30.05.2012 20:46:38 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 30.05.2012 20:49:01 GMT+02:00
Morx meint:
Eine tolle Rezension, die ich vom ersten bis zum letzten Wort nur unterstützen kann. Der Scheibe fehlt es einfach an dem, was Sabaton die letzten Jahre ausgemacht hat: einerseits Dampf ohne Ende und andererseits eingängige Melodien und Texte. Carolus Rex plätschert musikalisch und gesanglich irgendwo zwischen gut und böse... Irgendwie langweilig, wenn man sich nicht gerade die Texte als kleine Geschichtsstunde vornimmt. (wobei ich Sänger Joakim auf den anderen Alben auch besser verstanden habe... der Junge nuschelt neuerdings so...)

Coat of Arms war schon grenzwertig, weil neben 2-3 Songs in der gewohnte Sabaton-Qualität auch schon ein paar wirklich ungewohnte (um nicht langweilige zu sagen...) Tracks beinhaltet waren.

Von Carolus Rex bin ich seit dem ersten Hören komplett enttäuscht. Ich habe mir die Scheibe dennoch komplett auf meinen MP3-Player gepackt und sie schon einige Male durchgehört. Richtig im Ohr gezündet hat bisher kein einziger Song. Klar, einige nette Liedchen sind ohne Frage dabei (Killing Ground, Gott mit uns). Aber von Songs der Güteklasse 40:1, Wolfpack, Attero Dominatus, Ghost Division oder auch Coat of Arms etc. usw. sind selbst die besten Tracks von Carolus Rex meilenweit entfernt.

Ich bin wirklich gespannt, wie es mit der Band weitergeht. Dass es große Veränderungen gibt bzw. gegeben hat, ist ja bestimmt allen bekannt.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 31.05.2012 20:09:50 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 31.05.2012 20:15:04 GMT+02:00
C. Wille meint:
Bei the caroleans prayer ist das schwedische ein stilmittel da das eben das besagte gebet ist und das nunmal auf schwedisch gehalten wird. zudem hat sich nicht jeder die doppel cd gekauft und ist somit auch nicht im besitz der schwedischen version. gerüchten zu folge sollte das album erst auch nur auf schwedisch erscheinen aber dann entschied man sich dafür es auch auf englisch zu veröffentlichen aber deshalb muss man doch nicht jeden song auf englisch übersetzen oder jedes wort...

edit: mir gefällt das album übrigens sehr gut! ich steh einfach auf diesen stil! gott mit uns ist einfach ein übersong der sich vor keinem der anderen songs aus ihrer liste verstecken muss! killing ground, poltava, carolus rex, the lion from the north und long live the king sind ebenfalls sehr geil! der rest vom album ist auch nicht schlecht aber keine extraklasse mehr

Veröffentlicht am 03.06.2012 11:27:56 GMT+02:00
Roland meint:
Sehr gute Bewertung, deckt sich mit meinem Kommentar zu 100%.
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