Kundenrezension

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gereiftes und überzeugendes Werk zur Volljährigkeit der Band, 6. September 2013
Von 
Rezension bezieht sich auf: A Matter of Trust (Ltd.Digipak) (Audio CD)
Mit „A Matter Of Trust“ präsentieren die Hamburger Jungs von Dark Age nun das achte Album in ihrer 18-jährigen Bandgeschichte. Ihren Stil hat die Band in dieser Zeit kontinuierlich weiterentwickelt: während man auf den ersten beiden Alben noch düsteren Dark Metal spielte, ging es schnell über astreinen Melodic Death Metal (ab „Insurrections“) bis zu einem Modern Metal mit einem immer höher werdenden Anteil Cleangesang.

Ich war einigermaßen schockiert, als die ersten Songauszüge des neuen Albums und das Musikvideo zur ersten Single „Afterlife“ veröffentlicht wurden. Kurzgeschorene Mittdreißiger in Lederoutfits spielen da eine Art Pop-Metal ohne Growls. Waren das noch Dark Age? Wo ist dieses rebellische, verzweifelte Atmosphäre aus früheren Tagen? Die Hassgesänge auf die Perversitäten unserer Gesellschaft und der Aufruf zur Revolution wie auf „Insurrections“?
Einige Jahre später setzen sie sich hochprofessionell vor die Kameras und zeigen auf Youtube jede Woche Ausschnitte aus der Produktion des Albums und wollen mich in bester Versicherungsvertreter-Manier überzeugen, warum ihr neuestes Werk das Ultimative ist. Die Jungs wissen, dass „A Matter Of Trust“ bei entsprechender Vermarktung das Potenzial hat, kommerziell erfolgreich zu werden. Mit ihren zahlreichen Ankündigungen und Appetizern schon Monate vorher auf Facebook haben sie auch ihr Möglichstes getan, die Münder der Fans zu wässern.

Doch nun, am 06.09.2013 ist es endlich so weit: Die Scheibe ist raus. Als Fan musste ich mich für das auf 400 Stück limitierte Box Set entscheiden, dessen Preis von 31,99€ gerade so vertretbar ist. Ein schickes Papp-Hochhaus, gefüllt mit einem einzigen Plektrum, einem einzigen Button, einem einzigen Sticker, einem Schlüsselanhänger, einer signierten Karte, Booklet, einer Bonus CD mit Covern und Remixes und zu guter Letzt der Scheibe selbst. Und nur auf diese Scheibe mit ihren elf Tracks kommt es schließlich an:

Die ersten beiden Songs „Nero“, die vorab publizierte Single „Afterlife“ sowie der fünfte Track „Don't Let The Devil Get Me“ zeigen ganz gut, wohin die Richtung geht. Eingängig, melodisch und verdammt groovig.
Weiter geht's mit „Out Of Time“ und „Fight!“: Yeah! Das ist Dark Age wie ich es liebe. Aggressive Strophen, hymnenhafte Hooklines und fetzende Gitarrensoli. Genau solche Songs sind ihre Stärke.
Ein besonderes Highlight ist für mich der Song „My Saviour“. Textlich ein sehr emotionales Bekenntnis zur Musik, mit dem sich jeder Musik(liebhab)er identifizieren kann. Den Refrain kann man schon beim ersten Hören mitgrölen. Trotzdem, die schönste Ode an die Musik bleibt für mich „Darkness Within“ von Machine Head.
„Glory“ und „The Great Escape“ fallen etwas ab. Ersteres ist eine leicht schleimige und langweilige Ballade. Beide sind einfach zu soft.
„Dark Sign“ ist ein starker, thematisch düsterer Song wiedermal mit passendem Sprachsample.
„The Locked In Syndrome“ ist durchzogen von Geigenklängen, die den Song noch dramatischer und spannender machen und einen besonderen Touch verleihen.
Das langsame und getragene „Onwards!“ lässt das Album ausklingen. Angenehm unaufgeregt, aber nichts Herausragendes.
Anspieltipps: „Fight!“, „My Saviour“, „Dark Sign“

Wenn etwas diese Band auszeichnet sind es für mich folgende Dinge: technische Perfektion von höchst versierten Musikern, recht tiefe und emotionale Texte sowie eingängige, große Melodien. An diesen Prinzipien hat sich kaum etwas verändert - all das bieten Dark Age auch noch mit „A Matter Of Trust“, obwohl der Fokus nun auf dem klaren Gesang liegt; Growls werden nur noch punktuell eingesetzt und rücken ebenso in den Hintergrund wie die geniale Gitarrenarbeit vom Leadgitarristen Jörn Schubert. Passende und wunderbar gefühlvolle Soli gibt es zwar immer noch genug, allerdings sind diese lange nicht so ausschweifend wie auf früheren Alben. Zugenommen haben dagegen die Synthie-Elemente, die sehr variantenreich genutzt werden und mit denen auch endlich mal der Keyboarder der Band sein Dasein rechtfertigt. Das Album wirkt sofort zugänglich und trotzdem kann man bei jedem Hören noch so viele musikalische Details und Feinheiten entdecken. Großartig!
Produziert wurde das Album wie schon die Vorgänger von Sänger und Gitarristen Eike Freese im Hamburger Hammer Studio. Der Sound klingt sehr modern und fett, aber nicht glattgebügelt. Gefällt mir und passt gut zum Gesamtbild.
Einzige Schwachstelle sind in meinen Ohren die immer sehr ähnlichen Songstrukturen. In Kombination mit den Melodiebögen wirken die Lieder so eingängig, wie das im Metalbereich vielleicht nur noch die „Farmer Boys“ geschafft haben. Abwechslung wird dadurch aber verhindert. Ich würde mir für das nächste Album einen ab und an progressiveren Aufbau wünschen.

Ich kann ich nur jedem, der etwas mit Metal oder härterem Rock anfangen kann, und nicht zuletzt den Fans der alten Alben empfehlen, „A Matter Of Trust“ eine Chance zu geben, sich auf die Musik einzulassen und dabei sämtliche Vorverurteilungen und Genre-Scheuklappen auszublenden. Auch wenn's pathetisch klingt: Ob Death Metal oder Rock; Musik hat seine Aufgabe erfüllt, wenn sie mich berührt. Und Dark Age schaffen das auch mit diesem Album.
Eine Sache des Vertrauens ist es, dass ich es den Jungs abnehme, dass dieses Album genau das ist, was sie als Musiker machen wollen. Und so klingt es auch – ein großartiges Werk und das Ergebnis einer jahrelangen, natürlich verlaufenen, menschlichen wie musikalischen Weiterentwicklung.
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Kommentare

Von 1 Kunden verfolgt

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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 06.09.2013 14:40:11 GMT+02:00
humorlos4 meint:
dem ist nichts mehr hinzuzufügen.... ausser evtl. das hier:
"Fight" ist mein absoluter Favorite... von der ersten Minute an... und der Refrain bewirkt einfach nur Gänsehaut.... geiler Song - geiles Album... weiter so!
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Rezensentin / Rezensent

S. May
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