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Der leere Platz für das Martyrium,
17. Juli 2008
Rezension bezieht sich auf: Der Schmerz. (Broschiert)
Der Schmerz durchdringt sie vollständig. Er macht ihren Kopf zum Geschwür entfernt sie von allen anderen, von sich selbst und vom Leben. Sie wartet auf ihren Ehemann der nach Deutschland deportiert wurde und droht an diesem Warten zugrunde zu gehen. Es gibt keine Nachricht von ihm - einer von fünfzig kehrt zurück. Oftmals ist sie sich seines Todes gewiss, sieht ihn erschossen im Straßengraben liegen. Jedes Stück Brot das sie essen soll ist ihr eines das ihm fehlte und ihn verhungern lies.
Als Robert L. von Freunden in Dachau gefunden wird muß er hinausgeschmuggelt werden aus der tödlichen Verwaltungsmaschinerie der Befreier: "Man mußte ihn daran hindern, vor den Baracken SS-Leute zu grüßen, mußte ihn an den Wachtposten vorbeischaffen, ihm die Impfungen ersparen, die ihn getötet hätten. ... Die Anweisungen waren dergestalt, daß sie, hätten sie den wirklichen Zustand von Robert L. geahnt, ihn auf der Stelle in die Sterbekammer des Lagers zurückgebracht hätten."
Marguerite Duras beschreibt schonungslos intensiv und genau. Eindringlicher ist die Qual und der Schmerz des Wartens wohl kaum je beschrieben worden.
In drei weiteren Texten beschreibt Marguerite Duras wahre Begebenheiten aus ihrer Zeit in der Resistance. In dem Text 'Monsieur x, hier Pierre Rabier genannt' gibt sie eine Beschreibung der "trügerischen Art und Weise, durch die Funktion der Bestrafung zu existieren und nur durch sie, die in den meisten Fällen an die Stelle der Ethik oder der Philosophie oder der Moral tritt, und das nicht nur bei der Polizei"
Ein in höchstem Maße lesenswertes Buch!
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