Kundenrezension

148 von 154 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Inhalt gut, aber Verlagsleistung ganz mies..., 25. Januar 2012
Von 
Rezension bezieht sich auf: Steve Jobs: Die autorisierte Biografie des Apple-Gründers (Gebundene Ausgabe)
Inhaltlich fand ich dieses Buch interessant und aufschlussreich. Ich denke, es wurde ein ehrliches Bild von Steve Jobs gezeichnet. Sachlich. Ohne Bewertung durch den Autor. Man bleibt in seiner Meinung über das Geschriebene weitgehend unbeeinflusst. Das gefällt mir. Ich möchte in einer Biografie keine vorgefertigte Meinung über eine Person lesen. Ich will etwas über möglichst viele Facetten der Person erfahren, um zu verstehen wer sie war, warum sie das tat was sie tat, und wie sie es tat. Das ist in diesem Buch gelungen. Es wirkt nirgends "schöngefärbt" aber auch nie überkritisch oder diffamierend. Objektiv wird über die charakterlichen Eigenheiten (gute wie schlechte) berichtet. Über wichtige Stationen des Leben und der Karriere. Über histroische Begebenheiten. Über persönliche Details.

Manchmal fällt es einem schwer dem Plot zu folgen. Viele Namen von Wegbegleitern erschweren es machmal die Zusammenhänge zu verfolgen. Kleinere Zeitsprünge lassen einen manchmal den Faden verlieren, was durch die holprige Satzbauweise noch verstärkt wird. Aber da bin ich mir nicht sicher, ob das die Schuld des Autors ist.

Ob ich wirklich etwas über die Autorenleistung sagen kann und den Inhalt abschließend beurteilen kann, weiß ich gar nicht so recht. Denn aufgrund der ganz miserablen Verlagsleistung ist die deutsche Version dieses Buchs bestimmt nicht von gleicher Qualität wie das englische Original (welches ich nicht gelesen habe). Ich weiß also nicht, ob der Autor hier so wiedergegeben wurde, wie er es in seiner Originalfassung vorgesehen hatte. Ich weiß nicht, ob die Inhalte korrekt wiedergegeben wurden. Ich weiß nicht, ob das gesagt wurde, was der Autor sagen wollte und wie er es sagen wollte. Ich hab einfach keinen Schimmer, ob ich das "echte" Werk des Autors in einer Übersetzung gelesen habe, oder nur einen miesen Abklatsch davon. Es fehlt ein wenig das "Vertrauen" in das Buch. Das will ich aber keinesfalls der Recherche-Arbeit von Isaacson zuschreiben. Alles scheint wohl recherchiert, in Fakten fundiert, und realitätsgetreu dargestellt. Aber irgendwie bleibt das Gefühl zurück, nicht sicher zu wissen ob man wirklich Isaacsons Worte gelesen hat.

Übersetzung und Lektorat haben hier ganz katastrophal schlechte Arbeit abgeliefert. Und die Verlagsleitung gibt sowas dann auch noch frei für den Handel. Ein Armutszeugnis, wirklich. Sowas wird keinem Autor gerecht. Das ist eine Ohrfeige für die von Isaacson investierte Arbeit in dieses Buch.

Wenn "organic juices" tatsächlich mit "organische Säfte" übersetzt wird, muss man sich fragen, ob die Übersetzer überhaupt ihren Beruf fundiert erlernt haben. Was im US-Sprachraum "organic food" ist, ist im deutschen Sprachgebrauch nunmal die "Bio-Kost" oder "Öko-Ernährung". Keinesfalls ernähren wir uns hier von "organischen Säften", sondern eben von Bio-Säften. Und Halbleiter werden nicht aus Silikon, sondern aus Silizium hergestellt. Aber das wurde in vielen anderen Rezensionen ja bereits kritisiert.

Das sind nur zwei Beispiele ganz erheblicher Übersetzungsschwächen wie sie überall im Buch zu finden sind. Ach was, Schwächen, FEHLER sind das! Auch Satzbau und Grammatik erinnern an Übersetzungen von Zehntklässlern. Wort-für-Wort, den deutschen Sprachgebrauch ignorierend, wurde hier im Stile eines Babelfish übersetzt. Vereinzelt sogar Sätze die auch nach fünfmaligem Lesen einfach keinen Sinn ergeben wollen.

Man merkt dem Buch auch deutlich an, dass mehrere Übersetzer am Werke waren. Und diese haben offensichtlich nicht Hand in Hand und mit gegenseitiger Kontrolle gearbeitet, sondern jeder hat sich anscheinend einen Abschnitt alleine vorgeknöpft und diesen "verbrochen". Man merkt es dem Buch an. Stilwechsel in Wortwahl, Satzaufbau und Fehlerhäufigkeit lassen hier die "Handschriften" der einzelnen Übersetzer erkennen.

Und das Lektorat? Hat das überhaupt stattgefunden? Man kann es kaum fassen, dass so etwas durch's Lektorat kommt, ohne den Übersetzern um die Ohren gehauen zu werden, bis nur noch Fetzen übrig bleiben. Hier wurde geschlafen. Tief und fest.

Das ist dann insgesamt enttäuschend. Und es wird weder Walter Isaacson gerecht, noch dem Perfektionisten Steve Jobs.
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Kommentare

Von 2 Kunden verfolgt

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1-8 von 8 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 26.01.2012 06:20:29 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 26.01.2012 07:14:18 GMT+01:00
Hier wurde nicht geschlafen - ganz im Gegenteil. Der Verlag war hellwach, denn das Buch musste ja unbedingt fertig werden, damit es unter den Weihnachtbäumen landet und die Kasse klingelt! Im Ernst: Was hier passiert ist, ist ein Skandal. Der Leser bekommt eine Mogelpackung. Ich bin seit 27 Jahren "Übersetzungsprofi" mit einem Diplomabschluss einer renommierten deutschen Universität. Die "Wortaustauscher", die hier am Werk waren, waren für diese Tätigkeit in keiner Weise qualifiziert. Ich habe viele Jahre lang angehende Übersetzer ausgebildet. Die Übersetzung sieht genauso aus, wie das, was Studienanfänger in den ersten Semestern produzieren. Hier waren defininitiv keine qualifizierten Übersetzer, sondern Amateure am Werk. Leider ist die Berufsbezeichnung "Übersetzer" im Gegensatz zu "Notar" oder "Arzt" nicht geschützt. Jeder, der sich dazu berufen fühlt, kann also Übersetzungen anfertigen und sich "Übersetzer" nennen.
Hier wird unser Berufsstand von Personen in Misskredit gebracht, die keine Ahnung von Übersetzen haben. Ich vermute sogar, dass die Lektoren auch am Übersetzungsprozess beteiligt waren, damit das Buch so schnell wie möglich fertig wird.

Veröffentlicht am 12.03.2012 17:50:32 GMT+01:00
Kuaf Dir das Buch in Englisch, und du wirst glücklich sein.

Veröffentlicht am 17.03.2013 11:42:51 GMT+01:00
mrb meint:
Hallo,

ist die Taschenbuch-Version eine überarbeitete Version ohne die von Ihnen kritisierten Übersetzungsfehler?

Danke

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 29.05.2013 17:12:11 GMT+02:00
DVDoctor meint:
Nein, die Taschenbuchausgabe hat ebenfalls die Katastrophen-Übersetzung.

Veröffentlicht am 16.07.2013 12:49:33 GMT+02:00
Andreas meint:
Ich kann mich dem auch nur anschließen. Am besten gefallen hat mir die Übersetzung für "silicon" mit Silikon.. Steve Jobs und das Tal des Silkons... :-)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 18.07.2013 22:46:00 GMT+02:00
MK. 84 meint:
Och nöö oder? Das ist ja echt traurig :( Steve würde sich im Grabe umdrehen, wenn er das wüsste....

Veröffentlicht am 21.05.2014 01:04:44 GMT+02:00
R. U. W. meint:
Danke für Ihre Rezension. Wird nicht gekauft.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 25.05.2014 10:16:24 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 25.05.2014 10:18:02 GMT+02:00
Satchmo meint:
Ich glaube, dass zumindest die Kindle-Ausgabe überarbeitet wurde. Silkon findet sich in dem Buch nicht, sehr wohl aber "Silicon-Valley". Auch sonst sind mir bis jetzt keine ganz groben Schnitzer aufgefallen. Inhaltlich ist diese Biografie sehr lesenswert.

Gerade noch mal nachgelesen: Die aktuelle Kindle-Ausgabe nennt sich "1. korrigierte Auflage"
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