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Kundenrezension

426 von 462 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tiefer, würdiger und inspirierender Einblick in das System und seinen Schöpfer, 27. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Steve Jobs: Die autorisierte Biografie des Apple-Gründers (Gebundene Ausgabe)
Eine Erklärung gleich vorneweg: Ich halte nichts vom scheinbar ewigen Streit zwischen sogenannten Apple-Fans und Apple-Hassern. Ich selbst bin weder das eine noch das andere. Ich besitze einen iPod touch, ein iPad, einen normalen, selbstgebauten Desktop-PC und ein Sony Notebook. Ich arbeite beruflich sowohl an PCs als auch an Macs. Jedes Gerät hat seine Fähigkeiten und Vor- und Nachteile. Die kann man nützlich finden oder nicht. Trotz allem aber ging von Apple Produkten immer schon eine besondere Aura aus - über ihren eigentlichen Nutzen hinaus. Darüber mehr zu erfahren, hatte ich mir vom Lesen dieses Buches erhofft - und wurde nicht enttäuscht.

Englischsprachige Autoren haben die Tendenz, ihre Inhalte in Form einer Geschichte zu erzählen. Das ist hier nur im ersten Teil des Buches der Fall, was aber keinesweg negativ ist. Steve Jobs Kindheit und Jugend wird erzählt im Licht seiner, für die Zeit der 1960er und 70er typischen Suche nach spiritueller Führung und Erleuchtung, dem Folgen der Ahnung, dass es da mehr im Leben geben muss, als Materialismus und westliche Moral. Zusätzlich wird Jobs Schmerz, als Kind aufgegeben worden zu sein (er wurde von seiner Mutter zur Adoption freigegeben) als eine weitere emotionale Triebfeder, welche zu seinem Kontrollbedürfnis führt, vorgestellt. All dies geschieht sehr offen und neutral, oft kommen Jobs (wie überhaupt im ganzen Buch) oder beteiligte andere Personen selbst zu Wort und auch dunkle Kapitel wie etwa seine von ihm nicht akzeptierte Tochter werden nüchtern erzählt.

Im späteren Verlauf des Buches folgt die Gliederung anhand wichtiger Ereignisse - wie die Entstehung des Apple II, des Macintosh oder des iPhones. Hier wandelt sich die Biographie von einer zusammenhängend erzählten Geschichte hin zu einer chronologischen Dokumentation wichtiger Episoden. Und hier spielt das Buch auch eine seiner großen Stärken aus: es ist äußerst gründlich recherchiert und ganz offensichtlich nicht "verbogen" zu einer bestimmten, gewünschten Meinung. In jedem Kapitel kommen viele Personen selbst zu Wort, bei wichtigen Streits stellt der Autor oft die gegensätzlichen Blickpunkte der involvierten Personen nebeneinander - auf das man sich selbst eine Meinung bilden kann.

Dabei kommen sowohl Jobs strahlende, als auch seine dunkle Seite klar zum Vorschein. Zugute halten kann man dem Autor auch hier, dass er nicht psychologisiert. Denn im Verlauf des Buches wird schnell deutlich, dass Jobs Verhalten heute wohl als (Borderline-?)Persönlichkeitstörung diagnostiziert werden würde. Er war fähig zu extremen emotionalen Schwankungen, sowohl zu extremer Aufmerksamkeit, Schaffenskraft und Romantik wie auch zu absoluter Ignoranz, Desinteresse und größter Rücksichtslosigkeit. Im Verbund aber mit seiner Geschichte, seiner spirituellen Weltsicht, seiner Liebe für und Suche nach Kunst und schließlich auch der Personen um ihn herum, war er zu wahrhaft großer Genialität imstande.

Es ist die große Leistung des Autors, nicht nur nachvollziehbar zu zeigen, wie Steve Jobs arbeitete und dass er tatsächlich (ob man Apple nun liebt oder nicht) unsere Welt veränderte, sondern auch, unter welchen Opfern dies geschehen ist. Neben zahllosen gefeuerten, moralisch und geistig zerschmetterten und mißachteten Menschen, fiel am Ende auch Steve Jobs selbst seiner egozentrischen Weltsicht zum Opfer (in dem er sein Krebsleiden zunächst selbst durch bloße Diät, Kräuter, u.ä. zu heilen glaubte).

Mich hat das Buch zutiefst beeindruckt und gleichzeitig die Aura von Apple und seinem Gründer zufriedenstellend und inspirierend erklärt. Jobs großer Erfolg lässt sich auf seinen manischen Hang zur Kontrolle zurückführen: Deshalb ist das System Apple so geschlossen wie es ist. In seinem innersten, auch dies kommt deutlich heraus, war Steve Jobs ein Künstler, dessen größte Inspiration die natürliche menschliche Intuition und schlichte Einfachheit war. Seine Produkte sind Kunstwerke, die mittels moderner Technik ebendiese beiden Punkte in sich vereinigen. Deshalb hat das iPad nur einen wirklichen Knopf und deshalb kann es selbst ein 6- oder ein 80-jähriger sofort bedienen. Durch die Geschlossenheit seiner Apple-Produkte, durch das beinahe unveränderliche Gesamtpaket, konnte der Künstler sicherstellen, dass sein Kunstwerk genau so bei seinem Benutzer ankommt und funktioniert, wie er es geplant hatte.

Steve Jobs war einer der wenigen Menschen, der erkannt (und effektiv umgesetzt) hat, dass nicht wir Menschen uns immer wieder und immer mehr in komplizierte, moderne Technik einarbeiten und ihre Beherrschung studieren müssen, sondern dass moderne Technik schlicht unserer Intuition dienen und dabei einfach und schön sein kann. Wenn das Buch durch seine Anekdotenhaftigkeit und Detailfülle mitunter auch etwas schwer zu lesen sein kann, so hat mich diese Erkenntnis daraus doch außerordentlich berührt.

Ein würdiges, ungeschöntes, objektives und inspirierendes Gesamtbild eines großen, aber nicht unfehlbaren Künstlers.
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1-10 von 26 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 28.10.2011 09:00:13 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 29.10.2011 05:54:50 GMT+02:00
Sobota meint:
Eine sehr ausgewogene Rezension, zu der es vermutlich nur noch wenig zu ergaenzen gibt.
Ich verstehe gar nicht, was man an dieser Rezension als nicht hilfreich empfinden kann.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 28.10.2011 14:08:10 GMT+02:00
T. Keidel meint:
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 28.10.2011 19:09:26 GMT+02:00
Sobota meint:
Wer weiss schon wirklich, was Kunst ist? Zumindest war er ein Lebenskuenstler:o)

Veröffentlicht am 29.10.2011 00:34:40 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 29.10.2011 01:35:54 GMT+02:00
Borghold meint:
Eine wunderbare, ich meine gar - brillante - Rezension. Und ich bin erst auf Seite .. (zweistellig).
Der Mann hat es offensichtlich in Vollendung verstanden, seinen zweifellos technischen Perfektionismus auch - posthum - auf die von ihm "abgesegnete" Biografie anzuwenden; indem er eben keine simple, subjektive "Lobeshymne", sondern ein sehr objektives und von sehr vielen - wohl-, wie auch weniger wohlgesonnenen - Wegbegleitern gezeichnetes Bild seines Wesens "in Auftrag" gab. Der Typ hat's wirklich verstanden, sein Wirken perfekt zu vermarkten. Und das ist keinesfalls negativ gemeint. Ein Perfektionist in allem, was er tat. Das schließt die Möglichkeit, eben zeitweise nicht perfekt (gewesen) zu sein, natürlich ein. (Auch) darüber berichten zu lassen, halte ich persönlich für sehr respektabel.
Danke für diese sehr nette, weil offenbar recht unvoreingenommene Rezension.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 30.10.2011 16:40:57 GMT+01:00
Joe meint:
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Veröffentlicht am 31.10.2011 07:10:48 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 31.10.2011 07:20:53 GMT+01:00
marani123 meint:
@ Alexander I.
Vielen Dank für die sachliche und äußerst gelungene Rezension, aufgrund derer ich mir die Jobs-Biografie sicher kaufen werde.

@ T. Keidel
Ich verstehe das Wort Künstler in der Beziehung, dass für Jobs schon die ersten Macs mit professionellem Design (ich denke da z.B. an den SE von FrogDesign) daherkam und dass das Betriebssystem schon ab 6.0 (frühere kannte ich nicht) extrem ästhetisch und gleichzeitig leicht zu bedienen war. Auffällig dabei die Systemschrift "Chicago", sehr gut lesbar und sehr ästhetisch – und das in einer Zeit, wo die anderen Computerhersteller nur 0815-Schriften verwendeten!
Wie viele (andere) Künstler war Jobs perfektionistisch, detail-versessen und konnte abweichende Vorstellungen/Positionen auf keinen Fall dulden, darum die Vehemenz und z.T. halt auch Ignoranz anderen Meinungen gegenüber.

Veröffentlicht am 01.11.2011 18:58:28 GMT+01:00
Besten dank für diese sehr schöne Rezension.

Veröffentlicht am 03.11.2011 13:50:02 GMT+01:00
[Von Amazon gelöscht am 17.10.2012 10:52:55 GMT+02:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.11.2011 23:24:45 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 03.11.2011 23:29:27 GMT+01:00
Borghold meint:
Entschuldigung:
Glauben Sie wirklich, dass diese sicher diskutablen und sicher auch kritikwürdigen Zustände lediglich auf Apple zu beziehen sind? Oh, wie kleingeistig muss man sein, sich gleichzeitig über die teure Apple-Hardware zu ereifern, ohne auch nur einen Augenblick zu hinterfragen, wo denn die ganzen anderen - zudem noch viel günstiger - angebotenen Hardware-Produkte gefertigt werden?
Allein, dass Apple gerade diesbezüglich (nicht zu Unrecht) in der Kritik steht, bedeutet ja nicht, dass die Konkurrenz nicht mindestens ebenso margenbedacht produzieren lässt.
Was nicht heißt, dass man das deswegen gut finden muss - nur seinen Horizont sollte man schon etwas weiter abstecken, zum Beispiel indem man die obengenannte Firma einfach mal bei Wikipedia nachschlägt...
Sämtliche elektronischen Konkurrenzprodukte stammen sicher ausschließlich aus deutscher oder wenigstens europäischer Produktion mit tariflich festgeschriebenen Löhnen und Arbeitsbedingungen - daher sind sie ja auch so günstig, stimmts?
Und: abkupfern gehört ja wohl - offenbar - grundsätzlich zum Geschäft, ob man das nun gut findet oder nicht. Da kann man - zugegeben - sicher geteilter Meinung ob dieser teilweise überflüssigen Klagerei sein - egal in welche Richtung.

Veröffentlicht am 04.11.2011 08:53:03 GMT+01:00
S. Berger meint:
Sehr schön geschriebener und auf den Punkt gebrachter letzter Absatz! Hoffentlich kapieren das auch mal die vielen Entwickler, Ingeneure und Konstrukteure.
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