Kundenrezension

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Enttäuschendes Finale, 26. Dezember 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Star Trek: The Next Generation: Cold Equations: The Body Electric: Book Three (Kindle Edition)
Auch hier: Achtung SPOILER!!! (für die gesamte Trilogie)

Plot:

Wesley, nun ein Reisender, entdeckt im Zentrum der Galaxie eine furchteinflößende Maschine, die ein schwarzes Loch mit Sternensystemen, die sie mit künstlichen Wurmlöchern heranschafft, füttert. Weder die anderen Reisenden noch Q wissen Rat. Wesley wendet sich an Picard um Hilfe, da über kurz oder lang der Subraum und schließlich das ganze Leben in der Galaxie auf dem Spiel stehen.

In der Zwischenzeit wird Data in seiner Mission, seine Tochter wiederzubeleben, vor eine schreckliche Wahl gestellt.

Review:

Wiederum fühlte ich mich durch die Lektüre zwar gut unterhalten, aber in fast keinem Moment kam bei mir eine echte emotionale Reaktion auf. Und genau diese ist doch, was ein Durchschnittsbuch von einem großartigen unterscheidet. Aber ich möchte meine Kritikpunkte Punkt für Punkt durchgehen.

* die Maschine: Mack scheint ein Faible dafür zu haben, große Bedrohungen ins Spiel zu bringen. Man erinnere sich an Destiny, wo Millionen von Leben den Borg zum Opfer fielen. Diesmal allerdings hat er übers Ziel hinausgeschossen. Ganze Sternensysteme werden ausgelöscht, bewohnte Planeten zerstört, sodass zumindest ich nicht in der Lage war, das Ausmaß auch emotional nachzufühlen. Die konkreter fassbare Bedrohung, nämlich der Verlust des Subraums und dadurch der Verlust der Fähigkeit, zwischen den Sternen zu reisen, war dafür eigentlich unbeschreiblich banal. Denn wer glaubt wirklich, dass es dazu kommt? Schließlich würde dies das Ende von Star Trek bedeuten. Daher würde ich die Maschine und ihr Zerstörungswer unter Schockeffekt mit wenig dahinter klassifizieren. Schade.

* Wesleys Rückkehr war eine willkommene Überraschung. Um keine deus-ex-machina Lösung herbeizuführen, mussten aber wohl Beschränkungen seiner Fähigkeiten her... Nur machen diese bei näherer Betrachtung kaum Sinn. Hier wäre eine nähere Erklärung auch der Panik der anderen Reisenden passend gewesen, denn gemeinsam hätte man schon vor Urzeiten auf eine Lösung kommen können, ohne dass die Enterprise wieder in einem Geniestreich die Galaxie(n) retten muss.

* Ähnlich wie bei Silent Weapons und Data störte mich auch hier die problemlose Integration Wesleys in die Crew. Bis auf die Stammcrew kennt ihn keiner näher... und trotzdem nennt ihn jeder Wes und behandelt ihn ganz selbstverständlich als quasi Mitglied der Crew? Angesichts des knappen Zeithorizonts dieses Romans macht das wenig Sinn. Andererseits gefiel mir seine Interaktion mit Beverly, auch wenn ich mir hier ebenfalls ein wenig mehr "menschelnde" Szenen gewünscht hätte. Auch die Interaktion mit Picard stellte mich nicht vollständig zufrieden. Ich hoffe jedenfalls, dass er wieder einmal auftauchen wird!

* Seltsam fiel mir auch auf, dass Picard scheinbar seinen Willen, sich zur Ruhe zu setzen, der noch in Silent Weapons so stark angeklungen (und auch mit Beverly besprochen) war, doch geändert hat. In sich stimmig sollte eine Trilogie eigentlich schon bleiben und sich nicht zwischen den Bänden um 180° kehren...

* Die sonstige Handlung auf der Enterprise selbst wurde von Chen und Tauriks fehlgeschlagener Romanze getragen... Zwischen jeder Menge an Technobabble und Weltuntergangsstimmung die mehr als pubertären Beziehungsprobleme zu erörtern, mutet eher ein wenig lächerlich an.

* Bleibt Data. The Body Electric schließt wiederum den Kreis zum inoffiziellen Vorgängerroman "Immortal Coil", indem sowohl der unsterbliche Vaslovik als auch seine Kreation Rhea McAdams und eine Fraktion der Allianz der Künstlichen Intelligenzen, die Vaslovik gefangen hält, um das Geheimnis der Unsterblichkeit zu enthüllen, auftauchen. Schließlich ist Data gezwungen, zwischen Rhea und Vaslovik zu entscheiden - und wählt Vaslovik, um Lal reparieren zu können. Dieser Gewissenskonflikt ist gleichzeitig auch der emotionale Höhepunkt des Romans... vielleicht hätte er allerdings besser gewirkt, wenn Rhea öfter aufgetreten wäre und somit besser etabliert als Liebe seines Lebens gewesen wäre. Vielleicht aber auch, wenn Vaslovik sich aus Trauer um seine eigene Tochter geweigert hätte, Data mit Lal zu helfen. So aber geht dieser Paukenschlag ein wenig ins Leere.

Fazit:

The Body Electric ist ein insgesamt gutes Buch für Zwischendurch. Als letzter Band einer Trilogie, die Data wieder zum Leben erweckt, enttäuscht es allerdings. Zu sehr übertönt die Handlung rund um die Maschine die die Trilogie überspannende Mission Datas, Lal wieder zum Leben zu erwecken. Im Prinzip muss sich der Autor (und auch der Verlag) die Frage gefallen lassen, ob nicht ein Einzelroman, der gänzlich Datas Rückkehr gewidmet ist, in diesem Fall besser gewesen wäre als ein Sammelsurium von Ich-Perspektive, Spionagestory und Weltuntergangsroman, als das sich die Cold Equations-Trilogie letztendlich präsentiert. Daher leider nur 2 Sterne.
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