Kundenrezension

131 von 137 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen auf dem Crazy Horse vom "Summer of Love" in die Welt der Social Networks, 26. Oktober 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Psychedelic Pill (Audio CD)
Neil Young möchte mit einem von ihm selbst auf die Beine gestellten neuen Musikportal, das erstmalig digitale Dateien ohne jeglichen Verlust an Qualität und „Wärme“ präsentieren soll (wie viele Projekte zieht der Mann eigentlich noch gleichzeitig durch?) mal soeben die ganze Musikwelt revolutionieren, um dem Medium dadurch wieder mehr Stellenwert -und letztlich wieder mehr kommerziellen Erfolg- zu bescheren (näheres dazu: siehe sein aktuelles Buch).

Um dieses Ziel zu erreichen, braucht er natürlich selbst ein vorbildhaftes Referenzprodukt - deswegen wurden die Sessions für „Psychedelic Pill“ auf seiner Ranch auch auf betagten, allerdings bekannt hochwertigen, analogen Bandmaschinen aufgenommen und behutsam digitalisiert. Die -in den letzten Jahren teilweise etwas vermisste- Sorgfalt kommt dem Album extrem zu Gute. Es klingt nicht „zu garagig“, nicht wie zufällig aufgezeichnete Jam-Sessions. Die Musik wirkt dadurch sofort ernsthafter und substanzieller.

Die Stücke sind allesamt „typische“ Crazy-Horse-Nummern, elektrifizierter Folk mit Hard Rock-Attitüde und hemmungslos ausufernden Solo-/Jam-Passagen. Der Meister präsentiert sein Songwriting auf durchgehend hohem Niveau – keiner der Titel fällt ab. Ich möchte sogar behaupten, dass einige der Nummern (z. B. „Walk like a Giant“) das Potenzial haben, sich in die Phalanx der unbestrittenen Klassiker vom Kaliber „Powderfinger“, „I'm the Ocean“, „Ordinary People“ etc. einzureihen – und die Kühnheit dieser Behauptung ist mir durchaus bewusst!

„Psychedelic Pill“ stellt zuallererst einmal ein „Baucherlebnis“ ersten Ranges dar - vor allem auch, weil der Sound -zumindest für mein Empfinden- wirklich erstklassig, warm und "livehaftig" rüber kommt. Der größte Verdienst der Scheibe(n) liegt darin, dass eine neue Hörer-Generation jetzt und heute „ihre“ aktuelle Crazy Horse-Platte erfahren und auf sich wirken lassen kann. Das heißt: Es pumpt, donnert, knurrt und kracht, dass es eine Freude ist. Neil Youngs typische archaische Gitarrenriffs, seine einzigartige Art des Solierens und -erstaunlich genug- seine immer noch frisch klingende hohe Stimme thronen über diesem mächtigen Sound-Fundament und vermitteln den Eindruck, die nächsten Jahrzehnte könnten der Truppe ebenso wenig anhaben wie die zurückgelegten. Und die Qualität der Songs lässt eben nicht nur den Eindruck gefälliger Selbstplagiate aufkommen – vielmehr stellen sie eigenständige, authentische und relevante Werke dar, deren Umsetzung im -seit Jahrzehnten als „Marke“ definierten- typischen Crazy-Horse-Stil hier die einzig richtige und stimmige Herangehensweise ist. Dadurch ergibt sich geradezu ein „Zeitmaschinen-Effekt“: Crazy Horse sind Vergangenheit, heute und Zukunft, sind „Cortez the Killer“ ebenso wie z. B. „She's always Dancing“ von der neuen Scheibe.

Hier bleibt kein schaler Beigeschmack – hier atmet und schnauft der Geist des zeitlosen, ewigen Rock 'n' Rolls, geschwängert mit der Weisheit von Jahrzehnten, aber immer noch mit ungebremstem jugendlichen Elan. Ich fühle heute den Spirit des „Summer of Love“ – und freue mich gleichzeitig, dass Neil Young daran arbeitet, ein Kulturgut schadlos in das Zeitalter (a)sozialer PC-Netzwerke zu transportieren. Danke für ein sagenhaftes Album – möge es noch lange so weitergehen!

Tipp für Skeptiker: Vielleicht nicht gerade mit dem ersten Track, dem 27-minütigen „Driftin' Back“ anfangen (der eher meditativ , über das Unterbewusstsein seine Wirkung entfaltet) - die beiden Versionen des Titeltracks -auf CD1 mit heftiger Flanger-Gitarre (Danke dem Kommentar von Thomas Glggler!), auf CD2 im altbekannten Soundgewand mit „normaler“ Verzerrung- sowie das monumentale „Walk like a Giant“ haben mir persönlich sehr gut den Weg in das Werk geebnet.

Gestattet sei noch eine Werbung: Allen Crazy Horse-Fans empfehle ich das formidable Album der Billy Talbot Band: "Alive in the Spirit World".
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1-10 von 16 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 26.10.2012 21:20:53 GMT+02:00
Rocker meint:
hallo....eine wunderbare rezension...zum aktuellen zeitpunkt für mich mit abstand die beste hier.
ausgewogen und angenhem sachlich differenziert...großes kompliment...macht richtig freude diesen text zu lesen

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 26.10.2012 21:24:04 GMT+02:00
Danke für die Blumen! Dieses Album hat mich aber auch wirklich so richtig begeistert - passiert mir nicht mehr allzu oft!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 26.10.2012 21:29:44 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 26.10.2012 22:06:45 GMT+02:00
Rocker meint:
gerne...wenn es etwas zu loben gibt, soll man es auch tun.
americana war nicht so meins, aber nach dem lesen dieser rezi fühle ich mich bestätigt, dass diese platte einfach sein muss. werde mich nur noch ein wenig gedulden müssen, denn ich habe die 3er lp bestellt und die kommt erst ende november...vorfreude ist aber ja auch eine freude....

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 26.10.2012 22:48:21 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 26.10.2012 22:48:39 GMT+02:00
an alle Crazy Horse - Fans: Dies ist der Zeitpunkt, um dieses tolle Album zu entdecken: Alive in the Spirit World - das ist zwar eher ruhiger, aber auch sehr, sehr guter Stoff!

Veröffentlicht am 27.10.2012 08:55:02 GMT+02:00
Heiner meint:
schliesse mich der Meinung von Rocker an: Klasse Rezension,sehr schön! So ein Werk hätte ich meinem alten Helden Neil Young, ehrlich gesagt, nicht mehr zugetraut...Respekt !

Veröffentlicht am 27.10.2012 20:11:32 GMT+02:00
song_x meint:
Auch die 27 Minuten von Drifting Back vergehen bei mir im Flug. Man driftet dabei selber zurück, in diesem Fall ein aussergewöhnliches Tranceerlebnis!

Veröffentlicht am 28.10.2012 15:50:09 GMT+01:00
Woody vom See meint:
Super Besprechung! ... und zu 100% richtig und wahr. Vor allen Dingen auch der erste Abschnitt! Hätte es nicht besser ausdrücken können. War schon Le Noise ein Hammer (IMO), so überzeugt Neil auch diesmal wieder.
Danke!

Veröffentlicht am 29.10.2012 15:10:25 GMT+01:00
Ohne in den Krümeln zu wühlen, aber es ist kein "wahwah", das ist "flanger".... und ziemlich heftig....

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 29.10.2012 16:10:49 GMT+01:00
...nachdem Du mich darüber zum nachdenken gebracht hast, stimme ich Dir voll und ganz zu! Danke für den Hinweis!

Veröffentlicht am 30.10.2012 09:47:35 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 30.10.2012 09:48:00 GMT+01:00
Steffen Frahm meint:
Sehr gute Besprechung! Trotz Ihrer offensichtlichen Begeisterung für "Psychedelic Pill" haben sie keine dieser pauschalisierenden Hochjubel-Kritiken verfaßt (von denen's hier ja schon wieder etliche gibt), sondern genau zugehört und die Qualitäten des Albums differenziert rausgearbeitet. Bin mir selber noch nicht sicher, was ich drüber sagen soll, brauche da immer etwas länger, aber der erste Eindruck (Es läuft gerade wieder im Hintergrund.) ist schon sehr gut. Erstaunlich, daß dieser Haufen alter Zausel noch so gut beieinander ist.

"Alive In The Spirit World" habe ich auch; eine schamanische, altersweise entrückte, sehr ehrliche Rockplatte!
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Ort: Fürth, im Landbierparadies Franken

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