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Kundenrezension

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Viel mehr als nur ein Glühwürmchen, 10. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Firefly (Audio CD)
Nach dem für Außenstehende dann doch etwas überraschenden Rausschmiss von Leadsänger David Byron und dem unmittelbar darauf folgenden Abschied des immerhin über zwei Alben durchhaltenden Bassisten, des ruhelosen Zugvogels John Wetton, schien die Zukunft von Uriah Heep an einem sehr dünnen seidenen Faden zu hängen. Doch manchmal kommt es im Leben halt anders, als man vermuten würde.

In John Lawton, der seine Fähigkeiten als Hardrock-Shouter bei der Hamburger Band Lucifers Friend sowie als Teilzeit-Leadsänger bei dem bis heute einmaligen multinationalen Popchor Les Humphries Singers unter Beweis gestellt hatte, fanden Ken Hensley, Mick Box und Lee Kerslake einen mehr als respektablen Byron-Nachfolger, und der neue Bassist Trevor Bolder hatte sich als Mitglied von David Bowies legendären Spiders From Mars eine ziemlich beeindruckende Rock'n'Roll-Reputation erarbeitet.

FIREFLY wurde Ende 1976 in London unter der bewährten Regie von Gerry Bron aufgenommen und im Februar 1977 veröffentlicht. Das Cover-Gemälde stammte von einem gewissen Martin White und erinnerte von ferne an die grandiosen Arbeiten Roger Deans für die Heep-LPs DEMONS AND WIZARDS und THE MAGICIAN'S BIRTHDAY von 1972.

Das Album begann mit düsteren Synthesizersounds von Ken Hensley, bevor Lee Kerslakes Schlagzeug einsetzte und dann John Lawton zum ersten Mal seine Stimme erhob. "The Hanging Tree" erwies sich als idealer Opener, der alles enthielt, was Uriah Heep jemals ausgemacht hat: Dramatik, eine große Melodie und ein zum Himmel strebendes vokales Finale, dass mir bis heute Tränen der Rührung in die Augen treibt.

Dass Gitarrist Mick Box damals in absoluter Hochform war, bewies er schon im ersten Song, und das setzte sich in den ersten, sehr romantischen dreißig Sekunden von "Been Away Too Long" fort, unterstützt von Ken Hensleys schwebenden Keyboards. Wie in einigen anderen Titeln dieser Scheibe klang John Lawton hier teilweise ein wenig zu schrill und aufgeregt. Die Bedeutung, jetzt in einer der großen Bands der Welt zu sein, war ihm immer mal wieder anzumerken. Doch wen konnte das ernsthaft überraschen?

Mit "Who Needs Me" folgte dann ein simpler Rock'n'Roll-Kracher, wie ihn Heep ziemlich oft zur Entspannung gebracht haben. Lee Kerslake schrieb diese Nummer, in der er von seiner eigentlich überflüssigen Rolle in seiner Beziehung zu berichten schien: 'You've taken me for granted / 'cause you know I'm a lover just like you / And I'll do anything you want me to / Who needs me?'.

Mit der herrlichen Semiballade "Wise Man" zeigte Ken Hensley wieder einmal, wozu er als Songwriter und Texter fähig war. In seinen schon damals teilweise geradezu philosophischen Lyrics ging es jedenfalls niemals darum, wie man am besten das nächste Groupie flachlegen konnte. Im Booklet amüsiert Hensley mit der Anekdote, dass Heep-Manager Gerry Bron damals glaubte, "Wise Man" sei über ihn geschrieben worden.

Lawton überreizte erneut gelegentlich sein Organ, zeigte aber mit dem traumhaften Finale, wozu er vokalistisch fähig war (und ist). Und Trevor Bolder erzählte mit seinem Bassspiel eine ganz eigene Geschichte. Großartig.

Ganz einfach strukturierte Hardrocksongs wie "Do You Know" hatten früher Mick Box und David Byron 'rausgehauen, doch zeichnete hierfür diesmal Ken Hensley verantwortlich. Solche Titel lockern ein Album auf, und mehr ist dazu auch nicht zu sagen.

Das schleppende "Rollin' On" ist mit knapp sechseinhalb Minuten das längste Stück auf FIREFLY. Ein vergessener Klassiker mit elektronischen Klängen von Hensley und einem langen Solo von Mick Box, das spätestens nach gut einer Minute nur noch zu Tränen rührt. So etwas hatte er wohl seit DEMONS AND WIZARDS nicht mehr eingespielt. Und Lawton? Der schien hier ganz er selbst zu sein.

Ebenso wie in dem dann folgenden "Sympathy", das zu Recht als Single ausgekoppelt wurde, sich aber leider nur eine Woche auf Platz 37 der deutschen Charts platzieren konnte. Nie zuvor und nie danach hat Mick Box mit seinem unglaublich sensiblen Spiel einen Heep-Song derartig von Anfang bis Ende dominiert. Und wie schon erwähnt: Lawton ist hier einfach großartig. 'Dreams are the posession of the simple man'. Wie wahr!

Auf der Terrasse eines Hauses in New Jersey beobachtete Ken Hensley eines Abends viele, irgendwie unheimlich in der Dunkelheit leuchtende Glühwürmchen, lief unter diesem Eindruck ins Haus und schrieb die ersten Worte für das epische Titelstück "Firefly" nieder.

Dies ist nochmals Uriah Heep, wie man die Band stets geliebt hat: eine gewisse Komplexität, viel Gefühl, große Ballade, trotzdem den Hardrock nie völlig aus den Augen verlierend. Leider endet der Song viel zu plötzlich mit einem sehr kurzen Fadeout. Das hätte man auch anders hinkriegen können. Trotzdem ist dies ein mehr als würdiges Finale eines großen Albums.

Die vier Bonustracks der remasterten CD-Ausgabe von 1997 sind recht willkommene Zugaben, aber weit davon entfernt, essenziell zu sein.

Viel mehr zählt die Tatsache, dass diese CD-Ausgabe insgesamt einfach großartig geraten ist. Die seinerzeit zwar warm und angenehm, aber leider etwas mulmig klingende Vinyl-LP konnte man getrost ins Regal stellen, denn das mehr als gelungene Remastering ließ das Werk endlich richtig aufblühen und klanglich voll zur Geltung kommen.

FIREFLY ist mit Abstand das beste Heep-Album der leider viel zu kurzen Lawton-Ära, denn der dank des Singlehits "Free Me" sehr erfolgreiche Nachfolger INNOCENT VICTIM geriet mir viel zu poppig, und FALLEN ANGEL von 1979 war mit Ausnahme des wunderschönen "Come Back To Me" eine einzige kreative Enttäuschung.

Ich habe das Album vom ersten Augenblick an geliebt, und diese Liebe hat sich im Laufe der mittlerweile 36 (!) Jahre nach ihrem Erscheinen nur noch verstärkt. Nach den oben erwähnten beiden Klassikern von 1972 ist es wohl tatsächlich meine am häufigsten gehörte Scheibe von Uriah Heep. Sie erreichte immerhin Platz 17 in Deutschland und hielt sich 18 Wochen in den Charts. In England und den USA konnte sie sich hingegen leider überhaupt nicht platzieren. Trotzdem ging die neue Heep-Besetzung auch dort erfolgreich mit dem Album auf Tournee.

Fazit: FIREFLY ist viel mehr als nur ein Glühwürmchen in der langen Geschichte von Uriah Heep.
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1-4 von 4 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 23.02.2014 18:38:21 GMT+01:00
Skater079 meint:
Wunderbare Rezension zu einem Wunderschönen Album !!!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.02.2014 00:54:00 GMT+01:00
H.Schwoch meint:
Danke schön! :-)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 30.04.2015 17:59:25 GMT+02:00
Lemmy meint:
Da kann ich mich nur anschließen, sehr ausführlich und genau meine Meinung!!!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 01.05.2015 01:54:46 GMT+02:00
H.Schwoch meint:
Vielen Dank! :-)
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