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Kundenrezension

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Über Schlausein im Berufsleben, 24. November 2012
Rezension bezieht sich auf: Professionelle Intelligenz: Worauf es morgen ankommt (Gebundene Ausgabe)
"Professionelle Gerissenheit" wäre wohl der zutreffende Titel für dieses Buch, das kräftig den Zeitgeist bedient und einmal mehr belegt, wohin die Inflation des Begriffes "Intelligenz" führt, denn "Denkkraft" ist nur an einigen Stellen gemeint.

Was der Intelligente, der Denkkräftige, nämlich zuerst lernen muß, ist das Dummstellen an den richtigen Stellen, da hat der Verfasser recht. Sein Beispiel: Wie beurteilt ein Lehrer mit IQ 110 (die meisten Lehrer haben ja keinen höheren) einen Schüler mit IQ 80? Und wie beurteilt ein hochbegabter Schüler mit IQ 140 seinen Lehrer mit IQ 110? Egal wie, der Schüler darf sich sein Urteil nicht anmerken lassen, das ist die goldene Regel, sonst geht es ihm schlecht.

Sehr schön im Buch die Ausführungen über die Folgen der Bildungsinflation: Da durch das Wachstum der Wirtschaft mehr Geld für Aus- und Weiterbildung verfügbar ist, kam es nach 1960 zu einer Erweiterung des Bildungswesens und damit zu einer höheren durchschnittlichen Qualifikation der Arbeitskräfte. Die klassische Methode der Anpassung an ein übermäßiges Angebot an Arbeitskräften, die für anspruchsvollere Tätigkeiten ausgebildet sind, besteht auf einem freien Markt darin, die Löhne und Gehälter sowie die jeweiligen Sozialleistungen solcher Stellen zu senken und nach Möglichkeit zu gleicher Zeit die Arbeitsbelastung zu erhöhen. Die Studenten, die um 1968 für grundlegende Reformen im Bildungswesen eingetreten sind, können heute, wenn sie zu den Professoren oder Assistenten gehören, die Früchte ihrer Bemühungen ernten: Das gesunkene Ansehen ihres Berufsstandes, unsicherere Beschäftigungsverhältnisse und den Alltag an Massenhochschulen mit einem viel ungünstigeren zahlenmäßigen Verhältnis zwischen Studenten und Lehrkörper als früher.

Der Markt drückt die Gehaltsstufen bis zu dem Minimum, das gerade noch erforderlich ist, um die verfügbare Stelle mit einem qualifizierten Bewerber zu besetzen.
Es ist sogar möglich, daß durch den Wettbewerb zwischen überschüssigen Bewerbern die Entlohnung auf einen Stand gedrückt wird, der noch unterhalb der Gehälter von niedrigen Stellungen in der Beschäftigungshierarchie liegt. In einer freien Wirtschaft können niedrige Gehälter selbst für Spitzenpositionen gezahlt werden, sofern nur genügend Bewerber sich entsprechend qualifizieren und bestrebt sind, eine solche Stellung zu besetzen. Hochspezialisierte Facharbeiter und fähige Handwerker verdienen demzufolge oft mehr als Akademiker in Massenberufen, sofern sie überhaupt eine Anstellung finden und nicht Arbeitslosigkeit studiert haben.

Bei der Personalauswahl für Führungspositionen werden die Eigenschaften der Bewerber herangezogen - d. h. ihre Persönlichkeit, ihre formale Qualifikation und der Mindest-IQ - die zusammen für die Stelle erforderlich sind. Bildungsabschlüsse dienen dabei nur als Signale und Filter, mit denen der Arbeitgeber Bewerber mit bestimmten Fähigkeiten auslesen kann. Was gefordert wird, ist eine Kombination bestimmter Persönlichkeitseigenschaften aus Intelligenz, Ausdauer und Disziplin, wie sie auch für einen erfolgreichen Studienabschluß unerläßliche Voraussetzung ist. Diese Eigenschaften selbst zu überprüfen, wäre für den Arbeitgeber sehr kostspielig. Deshalb begnügt er sich mit einem Ersatz, also mit Bescheinigungen über Abschlüsse, aus denen sich ergibt, daß der Bewerber das Bildungssystem erfolgreich durchlaufen hat. Die wirtschaftliche Funktion von Bildung ist die eines Filters. Und je mehr Leute entsprechende Abschlüsse und Zeugnisse beibringen können, desto geringer wird der Aussagegehalt jeder einzelnen Bescheinigung.

Wenn durch den Wettbewerb um Bildungsabschlüsse der allgemeine Bildungsstand angehoben wird, dann wachsen die Bildungsausgaben, ohne daß dadurch die Leistungsfähigkeit der Besten gesteigert wird. Die bessere Qualifikation eines einzelnen entwertet stets den Aussagegehalt der Qualifikation eines anderen. In der Menge der Gebildeten steht zum Schluß schließlich jeder auf Zehenspitzen, ohne deshalb besser über die vor ihm Stehenden hinwegsehen zu können. Der einzelne wird gezwungen, das Sich-auf-die-Zehenspitzen-stellen mitzumachen, wenn er nicht in eine sehr nachteilige Lage geraten will. Die Inflation der Zahl von Bildungsabschlüssen und die Deflation ihres Wertes bedeutet in zweierlei Hinsicht gesellschaftliche Verschwendung. Erstens bindet sie große gesellschaftliche Geldmittel, die nicht von den Arbeitgebern getragen werden. Zweitens führt das Ganze bei zahlreichen Personen zu enttäuschten Erwartungen, wenn sie sich letztlich nach Stellen umsehen müssen, in denen sie erworbene Fähigkeiten nicht oder nicht voll einsetzen können. Alles richtig, Herr Dueck!

Am Schluß kommt das Buch aber ohne Hinweise auf weiterführende Literatur und ohne Sachregister aus. So etwas kennzeichnet den Schnellschreiber, und für 20 Euro kann man mehr erwarten.
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