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Kundenrezension

45 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Verachtet mir die Meister nicht ..., 17. März 2012
Von 
Rezension bezieht sich auf: Der Ring des Nibelungen (Audio CD)
Zugegeben, das Zitat gehört eigentlich in eine andere Wagner-Oper, passt aber gut zu diesem zwischen 1980 und 1983 entstandenen Ring des Nibelungen: Die Ost-West-Koproduktion war die erste Digitalaufnahme des Rings, ist aber heute etwas in Vergessenheit geraten. Dabei hat die Einspielung viele Vorteile:

Die Aufnahmetechnik wirkt natürlicher als bei Karajans Studio-Ring, die Sänger sind nicht ganz so stark in den Vordergrund gerückt. Die relativ trockene Akustik des Aufnahmeraums sorgt aber trotzdem für eine gute Durchhörbarkeit, die den Sängern Gelegenheit gibt, entspannt auszusingen - statt sie wie in vielen Live-Produktionen oder auch dem Levine-Ring zu zwingen, sich mit Kraft gegen das Orchester durchsetzen zu müssen.

Dazu erweist sich Marek Janowski als sensibler Wagner-Dirigent, der die Sänger mit flotten, aber nicht überhetzten Tempi und vor allem einer maßvollen Dynamik unterstützt, statt sie zuzudecken. Ein Kapellmeister im besten Sinne, der das Werk und die Sänger, nicht sich selbst in den Vordergrund stellt.

Dazu sind unter den Sängern einige der besten Interpreten ihrer Rollen auf Tonträger:

Mozart-Tenor Peter Schreier ist ein überragender Loge - hinterhältig, zynisch wie kaum ein anderer, aber endlich einmal mit rein musikalischen Mitteln. Noch meehr als sonst steht dieser Loge im Zentrum des Rheingolds. Fast noch beeindruckender ist sein Mime - er schafft es, Sympathie für diese schwierige Figur zu erzeugen.

Matti Salminens Fafner und Hagen können sich mit den besten Konkurrenten mehr als nur messen.

Der erste Akt der Walküre ist wahrscheinlich nie so durchgehend schön gesungen worden wir hier: Der junge Siegfried Jerusalem in Topform ist ein hinreißender Siegmund, Jessye Norman eine unglaublich warmherzige Sieglinde, Kurt Moll ein hinreichend grimmiger, fast majestätischer Hunding.

Yvonne Minton ist eine exaltierte, trotzdem nicht keifende Fricka, Siegmund Nimsgern ein grimmiger Alberich, der dem großen Gustav Neidlinger nicht nachsteht. Die Nebenrollen sind teilweise sehr prominent (Lucia Popp, Cheryl Studer), durchgehend aber ausgezeichnet besetzt.

Damit bleiben noch drei Hauptdarsteller - Wotan, Siegfried, Brünnhilde -, deren Darstellung in dieser Aufnahme häufig kritisiert wird. Ich kann mit ihnen gut leben:

René Kollo war sicher kein Lauritz Melchior. Der Siegfried war für ihn eine Grenzpartie, die er sich mit gepressten Spitzentönen erkämpfen musste. Seine Stimme hat Durchschlagskraft, aber wenig Wärme. Aber mal ehrlich - wieviele Siegfriede waren auf Tonträger besser als er? Der junge Windgassen (nicht unbedingt im Solti-Ring) klang jugendlich frischer, aber sonst? Goldberg? Jung? Zum Zeitpunkt dieser Aufnahmen war Kollo auf jeden Fall konkurrenzlos, präsentiert sich hier auch in guter Form und ist ein intelligenter Interpret.

Bei Jeannine Altmeyers Brünnhilde kann man den amerikanischen Akzent kritisieren. musikalisch überzeugt sie mich: Eine ausgeglichene Stimme mit einer leichten, aber nicht unangenehmen Schärfe in den Spitzentönen, gutem Legato und weichem piano. Eine junge, sehr menschliche Brünnhilde.

Theo Adam schließlich hört man 20 Jahre Wagner-Erfahrung sowohl positiv als auch negativ an - ein sehr erfahrener, majestätischer Wotan, der den Text sehr intelligent ausdeutet und der zumindest im Studio sein berüchtigtes Tremolo bei hoher Belastung ganz gut im Griff hat. Besser als der überalterte Hans Hotter im Solti-Ring ist er allemal. Er selbst war unter Böhm (Bayreuth 1966) besser, Hotter in den älteren Bayreuther Mitschnitten (mein Favorit: Keilberth (1955))auch.

Insgesamt also ein erfreulicher Ring, der nicht nur zu diesem Preis sein Geld wert ist.
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1-9 von 9 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 18.03.2012 11:24:43 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 22.03.2012 17:18:54 GMT+01:00]

Veröffentlicht am 19.03.2012 10:30:23 GMT+01:00
A.S. meint:
Víelen Dank für die ausführliche Rezension und auch den guten Kommentar.
Das hilft "Laien" wie mir doch sehr gute Aufnahmen zu finden.
Weiter so!

MfG
A.S

Veröffentlicht am 21.03.2012 19:29:03 GMT+01:00
Alberich meint:
Hallo Vully, gibt es durch das 24 Bit Remastering eine klangliche verbesserung zur "alten" DDD-Aufnahme? Ich Frage, weil ich den BMG-Eurodisc-Ring habe, der mir vom Klang her nicht so zusagt!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.03.2012 22:35:57 GMT+01:00
vully meint:
Kann ich leider nicht sagen, weil ich diesen Ring auch nur in der alten Ausgabe kenne.

Veröffentlicht am 08.04.2012 12:04:51 GMT+02:00
[Vom Autor gelöscht am 08.04.2012 12:16:57 GMT+02:00]

Veröffentlicht am 08.04.2012 12:14:02 GMT+02:00
[Vom Autor gelöscht am 08.04.2012 12:18:00 GMT+02:00]

Veröffentlicht am 10.07.2012 01:44:40 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 10.07.2012 02:04:19 GMT+02:00
basbar meint:
...eine etwas problematische Ansicht, Hans Hotter gegen Theo Adam auszuspielen, handelt es sich doch bei dem einen um einen hervorragenden Wagnerinterpreten, der bedingt durch eine asthmatische Erkrankung (und keineswegs überaltert) bei seiner Studioaufnahme nicht mehr stimmlich in Höchstform war und bei dem anderen um einen Sänger, der mit problematischer Technik, künstlich vergrößerter Stimme mit weißlicher Farbe bar jeden echten Vibratos noch nie ein rechter Quell der Freude war, jedenfalls nach meiner Ansicht (und der der meisten nicht deutschen Kritiker).
Ansonsten ist Ihnen jedoch weitgehend, was diese Aufnahme betrifft, zuzustimmen und eine sehr gute Rezension gelungen.

P.S.: Hotters Favorit seiner eigenen Ringaufnahmen ist übrigens genau jener 55er Keilberth-Ring.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 18.11.2012 11:18:02 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 18.11.2012 11:36:05 GMT+01:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 18.11.2012 11:36:26 GMT+01:00
Lieber Vully,

habe mir aufgrund Ihrer ausführlichen und kompetenten Rezension diese Aufnahme gekauft und kann nur alles bestätigen. Wunderbar Inszeniert. Temporeich und das Dirigat wahrscheinlich so, wie Wagner es sich gewünscht hätte. Habe sie deshalb jetzt ein zweites Mal geordert zum Verschenken.

Finde nur die spartanische Ausstattung bedauerlich. Hätte gerne mehr bezahlt, wenn ein Booklet und eine angemessene Box dabei gewesen wäre. Aber sei's drum - trotzdem ein gutes Angebot.

In Basbars kritischer Anmerkung zu Theo Adam (Wotan) meine ich, meine eigenen Eindrücke wieder zu finden. Aber versuche mal, bei solch einem gewaltigen Werk für alle Rollen die Idealbesetzung für einen dermaßen langen Produktionszeitraum zusammen zu bringen: Drei Wunschbesetzungen sind immer so ausgebucht, dass sie für den geplanten Produktionszeitraum nicht in Frage kommen - egal, wie Du das Rollenpuzzle schiebst. Spitzensänger sind auf etliche Jahre im Voraus ausgebucht. Und dann müssen die Besetzungen ja auch noch stimmlich zueinander passen. Eine logistische Herausforderung für jeden Producer, der das langfristig vorausplanen soll und eine Meisterleistung, wenn es denn halbwegs gelingt! :-) Daher halte ich mich mit Kritik am Wackelwotan zurück.
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Rezensentin / Rezensent

vully
(TOP 1000 REZENSENT)   

Ort: Neuhausen

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